Die Österreichische 2. Liga, die zweithöchste Spielklasse im österreichischen Profifußball, blickt auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück. Seit ihrer Gründung im Jahr 1911 als „Zweite Klasse“ hat sie sich stetig weiterentwickelt und ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Fußballlandschaft. Sie dient als Sprungbrett für aufstrebende Talente, bewährte Profis und ambitionierte Vereine, die den Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Admiral Bundesliga, anstreben. Ihre Historie ist geprägt von zahlreichen Reformen, die stets darauf abzielten, den Wettbewerb zu optimieren und den Fußball in Österreich zu stärken.
Von der “Zweiten Klasse” zur Staatsliga B: Die Anfänge des nationalen Wettbewerbs
Die Geburtsstunde der heutigen 2. Liga schlug im Jahr 1911, zeitgleich mit der Einführung der ersten österreichischen Fußball-Meisterschaft. Damals noch als “Zweite Klasse” bekannt, war diese Liga zunächst primär auf das Wiener Stadtgebiet beschränkt. Es dauerte einige Jahrzehnte, bis der Fußball im gesamten Bundesgebiet Österreichs flächendeckend an Bedeutung gewann. Ein entscheidender Schritt in diese Richtung war die Schaffung der Staatsliga B zur Saison 1950/51. Diese Liga öffnete den Wettbewerb für Vereine aus verschiedenen Bundesländern – darunter Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Oberösterreich und Tirol –, was den Grundstein für einen wahrhaft nationalen Wettbewerb legte und die regionale Beschränkung aufbrach. Die Staatsliga B symbolisierte einen wachsenden Wunsch nach Professionalisierung und einer breiteren Basis für den österreichischen Fußball.
Konstante Evolution: Reformen prägen die Liga
Die Geschichte der 2. Liga ist ein Zeugnis kontinuierlicher Anpassung und des Strebens nach einer optimalen Ligaorganisation. Jede Reform spiegelte die jeweiligen Anforderungen und Entwicklungen im österreichischen Fußball wider.
Die 2. Division der 1970er: Eine neue Ära mit 16 Mannschaften
Mitte der 1970er-Jahre erlebte die Liga eine tiefgreifende Umstrukturierung, die zur Gründung der sogenannten 2. Division führte. Diese Division umfasste fortan 16 Mannschaften und zielte darauf ab, den Profifußball weiter zu professionalisieren und eine breitere Wettbewerbsbasis zu schaffen. Mit dieser Reform wurde ein größerer Kreis von Vereinen in den Genuss des professionellen Spielbetriebs gebracht, was die Entwicklung des Fußballs im Land insgesamt förderte.
Zahlreiche Anpassungen bis 2018: Die Suche nach dem Idealformat
Nach der Etablierung der 2. Division folgten weitere, detailliertere Anpassungen an der Ligastruktur. Im Jahr 1985 entschied man sich für eine Verkleinerung auf eine 12er-Liga, wahrscheinlich um die Leistungsdichte zu erhöhen und die Qualität der Spiele zu steigern. Nur acht Jahre später, 1993, kehrte man jedoch wieder zur 16er-Liga zurück, was auf ein gestiegenes Interesse oder eine wachsende Anzahl wettbewerbsfähiger Vereine hindeuten könnte. Von 1998 bis 2006 umfasste die Liga, die in dieser Zeit auch als Erste Division oder, durch Sponsoring, als Red Zac-Erste Liga bekannt war, zehn Vereine. Dies sollte wohl eine Eliteklasse mit den zehn stärksten Zweitligisten formen. Ab der Saison 2006/07 wurde die Anzahl der teilnehmenden Klubs auf 12 erhöht, bevor im Jahr 2010 erneut zur Zehnerliga zurückgekehrt wurde. Diese Struktur hatte bis 2018 Bestand und zeigte die ständige Suche des österreichischen Fußballs nach dem besten Format für seine zweite Spielklasse.
Die Große Reform von 2018: Eine neue Ära für die 2. Liga
Die bislang letzte und wohl umfassendste Reform trat mit Beginn der Saison 2018/19 in Kraft. Im Rahmen einer weitreichenden Bundesliga-Reform entschied man sich für eine erneute Rückkehr zu einer 16er-Liga. Diese Neuausrichtung sollte nicht nur die Anzahl der Spiele erhöhen, sondern auch mehr Vereinen die Möglichkeit geben, am professionellen Spielbetrieb teilzunehmen und die Attraktivität der Liga zu steigern.
Besonderheiten des Spielmodus und der Regeln
Mit der Aufstockung auf 16 Mannschaften ging ein angepasster Spielmodus einher. Die Teams treten in jeweils einem Hin- und einem Rückspiel gegeneinander an, was insgesamt 30 spannende Runden pro Saison garantiert. Der Meister der 2. Liga sichert sich am Ende dieser 30 Spieltage den direkten Aufstieg in die Admiral Bundesliga, während die drei Letztplatzierten den bitteren Gang in die Regionalliga antreten müssen. Eine Besonderheit der reformierten Liga ist die Erlaubnis, bis zu drei Amateurklubs von Bundesliga-Vereinen in die 2. Liga zu integrieren. Diese Regelung fördert gezielt die Entwicklung junger Talente und bietet ihnen wertvolle Spielpraxis auf hohem Niveau.
Des Weiteren haben die Klubs den Vorteil,
