Fieber ist ein häufiges Symptom bei verschiedenen Erkrankungen und ein wichtiger Indikator für den Gesundheitszustand. Doch wie misst man Fieber am genauesten, um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten? Die rektale Messung im Po gilt als die präziseste Methode, da sie der Kerntemperatur des Körpers am nächsten kommt. Insbesondere bei fiebrigen Zuständen können andere Messmethoden von der tatsächlichen Körpertemperatur abweichen.
Der Grund dafür liegt in den körpereigenen Reaktionen auf Infektionen. Wenn der Körper gegen eine Krankheit ankämpft, konzentriert er seine Durchblutung auf den lebenswichtigen Kernbereich. Dies führt dazu, dass die Durchblutung in den Extremitäten wie Händen und Füßen reduziert wird, was sie kühler erscheinen lässt. Der Po hingegen ist dem Körperkern am nächsten und liefert daher die genauesten Messwerte.
Die rektale Messung: Goldstandard der Fieberbestimmung
Die rektale Messung im Po wird als die genaueste Methode zur Fieberbestimmung angesehen. Um sie durchzuführen, fetten Sie die Spitze des Fieberthermometers mit einer geeigneten Creme, wie zum Beispiel Vaseline, ein. Am besten legen Sie sich für die Messung auf den Rücken oder auf die Seite. Führen Sie das Thermometer vorsichtig etwa zwei Zentimeter in den After ein. Während des gesamten Messvorgangs ist es wichtig, das Thermometer festzuhalten, um ein Herausgleiten oder Herausdrücken zu verhindern. Sobald das Signal ertönt, können Sie das Thermometer entfernen und den angezeigten Wert ablesen. Dieser Wert kommt der inneren Körpertemperatur am nächsten.
Messung im Ohr: Eine beliebte Alternative
Die Messung im Ohr, auch aurikuläre Messung genannt, erfasst die Temperatur über den äußeren Gehörgang in der Nähe des Trommelfells. Um ein genaues Ergebnis zu erzielen, ziehen Sie das Ohr leicht nach hinten und oben, um den Gehörgang zu begradigen. Führen Sie anschließend die Messsonde vorsichtig ein. Wichtig ist, dass Sie unmittelbar vor der Messung nicht auf dem betreffenden Ohr gelegen haben, da dies das Ergebnis verfälschen kann. Die Temperatur im Ohr ist in der Regel etwa 0,3 bis 0,5 Grad Celsius niedriger als bei der rektalen Messung. Bei Kindern unter drei Jahren wird diese Methode aufgrund der Gefahr von Verletzungen des Gehörgangs nicht empfohlen.
Messung unter der Achsel: Die ungenaueste Methode
Die axillare Messung unter der Achsel ist zwar weit verbreitet, aber auch die ungenaueste Methode zur Fieberbestimmung. Die gemessene Temperatur kann hier um bis zu zwei Grad Celsius abweichen. Wie bei anderen Methoden gilt: Je stärker der Körper beansprucht wird und je mehr er sich auf die Durchblutung des Körperkerns konzentriert, desto schlechter ist die Durchblutung der Haut, was zu Abweichungen führt. Legen Sie den Fühler des Fieberthermometers in die Achselhöhle und klemmen Sie es mit dem Oberarm fest. Nach dem Signalton können Sie den Wert ablesen.
Messung unter der Zunge: Mit Einschränkungen nutzbar
Die orale Messung unter der Zunge ist eine weitere Methode, die jedoch einige Einschränkungen mit sich bringt. Platzieren Sie das Thermometer unter der Zunge und achten Sie darauf, dass die Lippen während der Messung geschlossen bleiben. Nach dem Signalton kann der Wert abgelesen werden. Die gemessene Temperatur ist hierbei etwa 0,4 Grad Celsius niedriger als bei der rektalen Messung. Es ist wichtig zu beachten, dass etwa 30 Minuten vor der Messung keine kalten oder warmen Getränke konsumiert werden sollten, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Auch bei verstopfter Nase ist diese Methode weniger geeignet, da die Atmung durch den Mund die gemessene Temperatur beeinflussen kann.
Fazit: Wo misst man am besten?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die rektale Messung im Po die verlässlichste Methode zur Fieberbestimmung darstellt, insbesondere bei kleinen Kindern. Bei Erwachsenen kann die Messung im Ohr eine gute Alternative sein, wobei man sich bewusst sein sollte, dass die Werte tendenziell etwas niedriger ausfallen können. Die genaue Kenntnis der verschiedenen Messmethoden und ihrer Eigenheiten hilft dabei, Fieber korrekt zu beurteilen und die richtigen gesundheitlichen Entscheidungen zu treffen.
