Fieber messen: Der umfassende Leitfaden für genaue Ergebnisse

Fieber ist ein häufiges Symptom verschiedener Krankheiten und ein wichtiges Signal unseres Körpers. Die genaue Messung der Körpertemperatur ist entscheidend, um den Gesundheitszustand richtig einzuschätzen und gegebenenfalls angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Doch nicht jede Messmethode ist gleich zuverlässig. Dieser Leitfaden beleuchtet die verschiedenen Wege, Fieber zu messen, und gibt Empfehlungen für präzise Ergebnisse.

Was ist Fieber überhaupt?

Fieber ist eine Erhöhung der Körperkerntemperatur über den Normalbereich hinaus, der typischerweise zwischen 36,5 °C und 37,4 °C liegt. Es ist keine Krankheit an sich, sondern eine natürliche Abwehrreaktion des Immunsystems auf Infektionen oder Entzündungen. Der Körper erhöht seine Temperatur, um die Bedingungen für Krankheitserreger ungünstiger zu machen und die Immunabwehr zu stärken. Eine genaue Messung ist der erste Schritt zur Überwachung dieses wichtigen Symptoms.

Die verschiedenen Messmethoden im Detail

Die Wahl der richtigen Methode hängt oft vom Alter der Person, der benötigten Genauigkeit und dem bevorzugten Komfort ab.

1. Die rektale Messung (im Po): Der Goldstandard

Die rektale Messung gilt als die genaueste Methode zur Bestimmung der Körperkerntemperatur, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren. Dies liegt daran, dass der Mastdarm dem Körperkern am nächsten liegt und die Temperatur dort am wenigsten von äußeren Faktoren beeinflusst wird.

So wird gemessen:
Fetten Sie die Thermometerspitze mit einer geeigneten Creme, wie zum Beispiel Vaseline, ein. Legen Sie die Person am besten auf den Rücken oder auf die Seite. Führen Sie das Thermometer vorsichtig etwa zwei Zentimeter in den After ein. Während des Messvorgangs ist es wichtig, das Thermometer festzuhalten, um ein Herausrutschen oder -pressen zu verhindern. Sobald das akustische Signal ertönt, können Sie das Fieberthermometer wieder herausziehen. Der angezeigte Wert entspricht am ehesten der tatsächlichen Körperkerntemperatur.

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2. Die aurikuläre Messung (im Ohr): Schnell und bequem für Erwachsene

Die Messung im Ohr mittels Infrarot-Ohrthermometer ist eine schnelle und relativ komfortable Methode, die vor allem bei Erwachsenen und größeren Kindern beliebt ist. Sie erfasst die Temperatur über den äußeren Gehörgang am Trommelfell, das ebenfalls nahe am Körperkern liegt.

So wird gemessen:
Um den Gehörgang freizulegen, ziehen Sie das Ohr leicht nach hinten und oben. Führen Sie die Messsonde nun vorsichtig in den Gehörgang ein. Es ist wichtig, vor der Messung nicht auf dem Ohr gelegen zu haben, da dies das Messergebnis verfälschen kann. Die im Ohr gemessene Temperatur ist in der Regel etwa 0,3 bis 0,5 Grad niedriger als die rektal gemessene Temperatur. Beachten Sie, dass diese Methode bei Kindern unter drei Jahren wegen der Gefahr einer Ohrenverletzung und der noch engen Gehörgänge nicht empfohlen wird. Ohrenschmalz kann das Ergebnis ebenfalls beeinflussen.

3. Die orale Messung (unter der Zunge): Einfach, aber mit Vorsicht

Die Messung unter der Zunge ist eine weit verbreitete und unkomplizierte Methode. Das Thermometer wird dabei in einer der beiden Wärmetaschen unter der Zunge platziert.

So wird gemessen:
Platzieren Sie das Fieberthermometer unter der Zunge. Achten Sie während des Messvorgangs darauf, dass die Lippen fest geschlossen sind, um einen Luftaustausch zu minimieren. Nach dem akustischen Signal können Sie den Wert ablesen. Der gemessene Wert ist etwa 0,4 Grad niedriger als der rektale Wert. Es ist wichtig, etwa 30 Minuten vor der Messung nichts Kaltes oder Warmes getrunken zu haben, da dies das Ergebnis erheblich verfälschen kann. Auch eine verstopfte Nase, die zu Mundatmung führt, kann durch den kalten Luftzug die Temperatur fälschlicherweise niedriger erscheinen lassen.

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4. Die axilläre Messung (unter der Achsel): Die ungenaueste Methode

Die Messung unter der Achsel ist die beliebteste Methode, da sie als wenig invasiv und einfach empfunden wird. Sie ist jedoch auch die ungenaueste Methode, da die gemessene Temperatur um bis zu zwei Grad von der tatsächlichen Körperkerntemperatur abweichen kann.

So wird gemessen:
Schieben Sie den Messfühler des Fieberthermometers tief in die Achselhöhle und klemmen Sie es fest mithilfe des Oberarms ein. Es ist wichtig, dass die Achselhöhle während der gesamten Messzeit geschlossen bleibt und das Thermometer direkten Hautkontakt hat. Nach dem akustischen Signal können Sie den Wert ablesen. Die Ungenauigkeit rührt daher, dass die Haut unter der Achsel besonders schlecht durchblutet ist, insbesondere wenn sich der Körper auf die Durchblutung des Kerns konzentriert. Daher eignet sich diese Methode eher für eine grobe Einschätzung als für eine präzise Fieberdiagnose.

5. Die Messung an der Stirn/Schläfe (Infrarot-Thermometer)

Stirn- oder Schläfen-Thermometer messen die Infrarotstrahlung der Haut über der Stirnarterie. Diese Methode ist besonders hygienisch und kontaktlos, was sie für schnelle Kontrollen oder bei unruhigen Personen ideal macht.

So wird gemessen:
Halten Sie das Thermometer in einem bestimmten Abstand zur Stirn (meist 1-5 cm, je nach Modell) und betätigen Sie den Messknopf. Das Ergebnis erscheint innerhalb weniger Sekunden. Obwohl diese Thermometer sehr praktisch sind, können ihre Messwerte durch Faktoren wie Schweiß, Haare oder Außentemperatur beeinflusst werden und sind oft weniger präzise als die rektale oder orale Messung. Viele Modelle bieten die Möglichkeit, zwischen Stirn- und Ohrmessung zu wechseln, was die Vielseitigkeit erhöht.

Wahl der richtigen Messmethode: Eine Zusammenfassung

Die Wahl der besten Messmethode hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Säuglinge und Kleinkinder (unter 3 Jahren): Rektale Messung ist die zuverlässigste Wahl.
  • Kinder (ab 3 Jahren) und Erwachsene: Ohr- oder orale Messung sind gute Alternativen, wobei die Abweichung zur Körperkerntemperatur berücksichtigt werden muss. Stirnthermometer bieten eine schnelle und hygienische Option, sind aber tendenziell weniger präzise.
  • Axilläre Messung: Nur für eine grobe Einschätzung zu empfehlen, nicht für eine genaue Diagnose.
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Es ist immer ratsam, bei Unsicherheiten oder wenn der Verdacht auf hohes Fieber besteht, die genaue Temperatur mittels der präzisesten verfügbaren Methode zu überprüfen.

Wichtige Tipps für das Fiebermessen

Um die Genauigkeit der Messung zu maximieren, beachten Sie folgende Hinweise:

  • Verwenden Sie ein geeichtes Thermometer: Achten Sie auf die Qualität und Funktionsfähigkeit Ihres Fieberthermometers.
  • Sauberkeit: Reinigen Sie das Thermometer vor und nach jeder Anwendung gründlich, um die Übertragung von Keimen zu verhindern.
  • Ruhezeit: Lassen Sie die Person vor der Messung für einige Minuten zur Ruhe kommen, besonders wenn sie zuvor körperlich aktiv war.
  • Wiederholte Messungen: Wenn Sie unsicher sind, wiederholen Sie die Messung nach einigen Minuten oder verwenden Sie eine andere Methode zur Gegenprüfung.
  • Uhrzeit notieren: Dokumentieren Sie die gemessene Temperatur und die Uhrzeit, um den Fieberverlauf verfolgen zu können.

Wann sollte man Fieber messen und wann zum Arzt?

Fieber messen sollte man, wenn Symptome wie allgemeines Unwohlsein, Schüttelfrost, Hitzegefühl oder Gliederschmerzen auftreten. Ein Arztbesuch ist insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern mit Fieber ratsam. Auch bei Erwachsenen sollte bei hohem Fieber (über 39 °C), anhaltendem Fieber über mehrere Tage, starken Begleitsymptomen oder wenn sich der Zustand verschlechtert, medizinischer Rat eingeholt werden.

Fazit:

Die korrekte Messung der Körpertemperatur ist ein einfacher, aber entscheidender Schritt zur Überwachung der Gesundheit. Während die rektale Messung als die präziseste gilt, bieten andere Methoden wie die aurikuläre oder orale Messung praktische Alternativen für verschiedene Altersgruppen und Situationen. Indem Sie die richtige Methode wählen und unsere Tipps befolgen, können Sie zuverlässige Ergebnisse erzielen und so fundierte Entscheidungen über Ihre Gesundheit oder die Ihrer Lieben treffen. Bei Bedenken oder anhaltendem Fieber ist es jedoch immer ratsam, professionellen medizinischen Rat einzuholen.