Adobe Photoshop Elements 9 im Test: Ein leistungsstarkes Werkzeug für Fotobearbeitung

Adobe Photoshop Elements 9 bietet eine Fülle von Funktionen für die Bildbearbeitung zu einem erschwinglichen Preis. Dieser Testbericht beleuchtet die Benutzeroberfläche, die Werkzeuge und die Unterschiede zum vollwertigen Photoshop, um Fotografen und Videobearbeitern, die nach einer kostengünstigen Alternative suchen, eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.

Die Benutzeroberfläche von Elements 9

Elements 9 präsentiert sich mit einer intuitiven Benutzeroberfläche, die sich an unterschiedliche Nutzerbedürfnisse anpasst. Der “Projekt-Bin” am unteren Rand zeigt alle geöffneten Fotos an, während die Werkzeugleiste links und zusätzliche Paletten rechts positioniert sind. Drei Hauptregisterkarten – “Bearbeiten”, “Erstellen” und “Teilen” – gliedern die Funktionalitäten.

Im “Bearbeiten”-Modus stehen drei Ebenen zur Verfügung: “Vollständig”, “Schnell” und “Geführt”. Der “Vollständige” Modus gewährt Zugriff auf alle Werkzeuge, ähnlich wie in Photoshop. Der “Schnelle” Modus ermöglicht einfache Anpassungen per Schieberegler, vergleichbar mit iPhoto. Der “Geführte” Modus bietet schrittweise Anleitungen und die benötigten Werkzeuge für spezifische Aufgaben. Interessanterweise fehlt im “Vollständigen” Modus ein “Zurücksetzen”-Button, während er in den anderen Modi vorhanden ist.

Im “Vollständigen” Modus werden zusätzliche Registerkarten wie “Effekte” und “Inhalt” verfügbar. Unter “Effekte” finden sich Kategorien wie Filter, Ebenenstile und Fotoeffekte. Die “Inhalt”-Registerkarte bietet verschiedene Gestaltungskategorien. Bei der Anwendung von Funktionen erscheinen oft ein grüner Haken (Operation bestätigen) und ein roter Kreis (Operation abbrechen), was zuweilen verwirrend sein kann, da die Platzierung variiert.

Der “Schnelle Modus” zeichnet sich durch Schieberegler für grundlegende Anpassungen aus, die sich in Echtzeit auf das Bild auswirken. Ein Klick auf ein Miniaturbild wendet den Effekt vorübergehend an. Bestätigt oder verworfen werden kann dies mit den entsprechenden Schaltflächen.

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Der “Geführte Modus” ist besonders lehrreich. Er gliedert sich in acht Abschnitte mit Anleitungen, Erklärungen und Werkzeugen für spezifische Aufgaben. Nummerierte Schritte und integrierte Werkzeuge erleichtern dem Benutzer das Erlernen von Bildbearbeitungsprozessen. Beliebte Techniken wie “Reflexionen” und “Out of Bounds” sind hier zu finden, teils mit Links zu Online-Tutorials.

Ein nützliches Feature ist die “Ansicht”-Option im “Schnellen” und “Geführten” Modus, die Vorher-Nachher-Vergleiche ermöglicht. Ein Pinsel-Symbol im Projekt-Bin signalisiert angewandte Effekte.

Erstellen und Teilen mit Elements 9

Der “Erstellen”-Tab bietet vielfältige Möglichkeiten zur Ausgabegestaltung: Drucke, Bücher, Grußkarten, Kalender, Collagen, Fotostempel und sogar CD/DVD-Etiketten. Vorlagen erleichtern die Gestaltung von Büchern, Grußkarten und Kalendern sowie die Erstellung von CD/DVDs und PDF-Diashows.

Der “Teilen”-Tab ermöglicht das Hochladen von Fotos auf verschiedene soziale Netzwerke. Hierbei wird der “Organizer” gestartet, eine separate Anwendung zur Verwaltung von Fotos und Videos, die jedoch auf dem Mac-System als etwas instabil empfunden wurde. Nach dem Start des Organizers öffnet sich ein separates Fenster für die ausgewählte soziale Webseite, z. B. Facebook.

Obwohl Elements 9 als “All-in-One”-Oberfläche konzipiert ist, lassen sich Werkzeugkasten, Paletten und der Projekt-Bin verschieben. Die Hauptsteuerleiste mit den Tabs “Bearbeiten”, “Erstellen” und “Teilen” bleibt jedoch fixiert.

Für fortgeschrittene Benutzer bietet Elements die Möglichkeit, Dokumente im “Vollständigen Bearbeitungsmodus” frei zu schwebenden Fenstern zu machen. Dies geschieht über die Voreinstellungen (“Allow Floating Documents in Full Edit Mode”). Durch Deaktivieren des “Application Frame” (nur Mac-Version) wird der graue Hintergrund und die rechte Spalte entfernt, was zusätzlichen Bildschirmplatz schafft und dem Photoshop-Layout ähnelt. Paletten können auf einen zweiten Monitor verschoben werden.

Die Werkzeuge von Photoshop Elements 9

Der Werkzeugkasten von Elements 9 ähnelt dem von Photoshop, wobei die Werkzeuge in Farbe dargestellt werden. Viele Werkzeuge funktionieren identisch. Elements bietet jedoch einige benutzerfreundlichere Werkzeuge wie das “Gerade ausrichten”-Werkzeug. Neuere Werkzeuge wie das “Freistellen”-Werkzeug (unter dem Freistellungswerkzeug) sind ebenfalls vorhanden. Photoshop verfügt über Werkzeuge wie das “Zeichenstift”-Werkzeug (Pfade), die in Elements fehlen. Ebenso sind “Schnelle Masken” nicht im Elements-Werkzeugkasten zu finden.

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Eine vollständige Auswahl an Auswahlwerkzeugen ist vorhanden, ebenso wie das “Reparaturpinsel”-Set und das “Radiergummi”-Set. Das Textwerkzeug funktioniert wie in Photoshop und bietet vordefinierte Textstile im “Inhalt”-Panel.

Elements unterstützt Alpha-Kanäle, was für die Erstellung von Texten oder Grafiken für Final Cut Pro (FCP) wichtig ist. Dateien können als PSD-Dateien mit Ebenen gespeichert und in FCP importiert werden, wobei jede Ebene einer separaten Videospur entspricht.

Unterschiede zu Photoshop

Elements unterstützt Bitmap, Graustufen, indizierte Farben und RGB, jedoch keine CYMK- oder LAB-Farbräume, die für den professionellen Druck benötigt werden. Das “Modus”-Menü ist entsprechend eingeschränkt. Importierte CYMK-Bilder werden in RGB konvertiert.

Features wie das “Pfade”-Werkzeug, die “Pfade”-Palette und “Text auf Pfaden” fehlen. Auch der “Schnelle Maskierungsmodus” und “Vektormasken” sind nicht verfügbar.

Es gibt keine Kanäle oder Kanalpaletten zur Manipulation einzelner Farbkanäle. Fortgeschrittene Farbkorrekturwerkzeuge wie “Farbbalance”, “Farbe abgleichen”, “Selektive Farbkorrektur” und der “Kanalmixer” sind nicht vorhanden. Die “Kurven”-Funktion in Elements unterscheidet sich von Photoshop und wird über Schieberegler statt durch direktes Ziehen an der Kurve gesteuert.

“Smart Objects”, “Intelligente Hilfslinien” und die “Aktionen”-Aufzeichnung fehlen ebenfalls. Web-Funktionen wie “Slicing” und “Button-Rollovers” sind nicht implementiert.

Zusätzliche Werkzeuge in Elements

Das “Gerade ausrichten”-Werkzeug erleichtert das Nivellieren des Horizonts. Das “Keksform”-Werkzeug ermöglicht das Einfügen von Fotos in grafische Formen, wobei die Ränder weichgezeichnet werden können. Dies erzeugt eine transparente Maske, die sich gut für die Überlagerung von Fotos oder Videospuren eignet.

Fazit für Final Cut Pro-Nutzer

Photoshop Elements 9 ist eine ausgezeichnete Wahl für Final Cut Pro-Benutzer, die eine kostengünstige Lösung für die Bildbearbeitung suchen. Es bietet ausreichende Werkzeuge zum Größenändern und Zuschneiden von Fotos, zur Erstellung von Titeln und zur Vorbereitung von Grafiken. Auch wenn die Farbkorrekturwerkzeuge nicht so hochentwickelt sind wie in Photoshop, sind sie dennoch sehr brauchbar. Das neue “Verbessern”-Menü enthält wichtige Werkzeuge wie “Entschärfen” (Unsharp Mask).

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Die Exportformate sind vielfältig, und Filter wie “Deinterlace” und “NTSC-Farbfilter” sind verfügbar.

Es gibt einige Probleme mit der Mac-Version von Elements, die unter Windows besser funktionieren, wie z.B. die Drag-and-Drop-Funktion in den Projekt-Bin und die Standardeinstellungen für “Für Web speichern”. Dennoch ist Photoshop Elements 9 eine erstaunlich leistungsfähige Bildbearbeitungsanwendung, die angesichts ihres Preises eine gute Option für die meisten Benutzer darstellt, mit Ausnahme von “Power-Usern”, die die erweiterten Funktionen von Photoshop benötigen.

Ein kostenloser Demoversion von Elements 9 ist verfügbar. Elements 9 demo