Das Design des Alpine A522: Ein tieferer Einblick in die Formel-1-Innovation

Wie bei allen Designs, die wir in dieser Startphase gesehen haben, sollten wir unsere Begeisterung etwas zügeln, denn von Alpine ist angesichts der geringen Komplexität der veröffentlichten Renderings noch mehr zu erwarten. Dennoch geben sie einen Hinweis auf die Richtung, in die Alpine steuert. Werfen wir also einen Blick auf die grundlegende DNA des Wagens, der in der kommenden Formel 1 Start Saison antreten wird.

Die Nase: Eine Hybridkonstruktion

Die Nase des Alpine A522 ist eine Hybridkonstruktion aus den bisher gesehenen Ansätzen. Der Hauptkörper in Kuppelform ist mit den drei hinteren Elementen verbunden, während die Spitze über die Hauptplatte ragt. Diese Hauptplatte ist im zentralen Bereich abgesenkt, um den Luftstrom darunter zu leiten. Der Hauptkörper der Nase wurde so schlank wie möglich gestaltet, damit ein maximaler Luftstrom zum Unterboden des Chassis und zur Vorderradaufhängung gelangen kann. Das Team hat eine Pushrod-Anordnung der Querlenker beibehalten.

Die Seitenkästen: Innovativ und effizient

Die Seitenkästen des A522 weisen das bereits an anderen Stellen beobachtete Periskop-Design auf, wobei der Einlass nicht nur über die volle Breite verläuft, sondern auch seine Vorderkanten weiter zurückliegen. Dies trägt zum signifikanten Undercut unter dem vorderen Bereich des Seitenkastens bei. Dies führt nach hinten zu einer Downwash-artigen Rampe, die in den Spalt zwischen der Kante des Diffusors und dem Colaflaschen-Bereich mündet. Dieser verjüngt sich ebenfalls unter dem hinteren Kühlauslass, der in der hochgesetzten Position darüber liegt.

Weiterlesen >>  Entdecken Sie Deutschland: Eine Reise durch Geschichte, Kultur und atemberaubende Landschaften

Zwei Sätze Kühlschlitze sind dem externen Luftstrom ausgesetzt: Ein einzelner Schlitz befindet sich direkt vor einer Gruppe weiterer Schlitze auf der sehr flachen Oberfläche der Seitenkästen. Diese werden zusätzlich durch eine weitere Gruppe von Schlitzen auf der Motorabdeckung neben der Power Unit ergänzt.

Der Heckflügel: Ein mutiger Ansatz

Der Heckflügel unterscheidet sich ebenfalls von dem, was wir anderswo gesehen haben. Er verfügt über eine flache Hauptplatte und nicht über die löffelförmigen Designs der Konkurrenz. Er hat auch nur eine einzige Befestigungssäule, die sich um den Auspuff wickelt, um mit der Crashstruktur verbunden zu werden, während der Schwanenhals über der Hauptplatte positioniert ist und mit dem DRS-Pod verbunden ist. Obwohl dies den Fluss zur Unterseite des Flügels verbessern wird, dürfte es kontrovers sein, insbesondere da das Team beim letzten Versuch dieser Art in Schwierigkeiten geriet und Änderungen am Design vornehmen musste. Fans dürfen gespannt sein, welche Auswirkungen dieses Design auf die Performance beim nächsten F1 Rennen haben wird.

Überrollbügel und Airbox: Höher und neu positioniert

Der Überrollbügel und die Airbox wurden in ihrer Höhe angepasst, da das Team das Periskop-Layout, das in den letzten Autos ein Merkmal war, aufgegeben hat. Dies führt zu einer großen Motorabdeckungsanordnung, ähnlich der des letzten Jahres, die weitgehend der Neuverpackung der Kühlelemente an einem Auto diente, das zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen drei Jahre alt war.

Power Unit: Eine integrierte Neuentwicklung

Die von der FIA für 2021 eingeführten Homologationsprotokolle hatten Alpine Kopfzerbrechen bereitet, da das Chassis eine weitere Saison übernommen werden musste und die Entwicklung der Power Unit des Teams selbst auferlegt wurde. Dies lag daran, dass Alpine einen größeren Schritt zusammen mit der Reglementänderung machen wollte. Der Grund dafür ist die Integration, die das Team zwischen Power Unit und Chassis vorgenommen hatte, wobei die Ladeluftleitungen in den Rahmen des Chassis integriert wurden, anstatt einfach unter der Karosserie verlegt zu werden.

Weiterlesen >>  Formel 1 Rennkalender 2022: Alle Termine, Strecken und Entwicklungen im Überblick

Die neue Power Unit-Spezifikation weist eine deutlich andere Architektur auf, die mit dem Chassis-Design einfach nicht funktioniert hätte und daher zurückgehalten werden musste. Der Hersteller wechselt zum Split-Turbo-Design, das wir von Mercedes und Honda während der Hybrid-Ära kennen. Diese technische Entwicklung könnte sich auch auf die Karriere junger Fahrer wie Mick Schumacher 2023 auswirken, die auf optimale Fahrzeugtechnik angewiesen sind.

Die Mittellinien-Kühlung: Eine Lektion aus dem A521

Der A521 sah in Bezug auf die Mittellinien-Kühlungslösung sehr anders aus, da das Team versucht hatte, die aerodynamische Leistung wiederherzustellen, die verloren gegangen war, als der Dachverband den Unterboden für 2021 beschnitten hatte. Um die Seitenkästen zu verschlanken, mussten mehr Komponenten auf der Mittellinie platziert werden, was dazu führte, dass einer der größeren Kühler, der zuvor direkt über der Power Unit positioniert war, an eine weiter hinten liegende Stelle verlegt werden musste.

Zurück zum A522: Er weist eine ähnliche Lösung wie die “hängende” Haifischflosse des Haas VF-22 auf, die die Haifischflosse der Motorabdeckung auf eine andere Weise nutzt, um den Luftstrom zu verbessern.

Fazit: Ein vielversprechender Neuanfang für Alpine

Der Alpine A522 präsentiert sich mit einer Reihe von mutigen und innovativen Designentscheidungen, die das Potenzial haben, die Leistung des Teams in der kommenden Formel-1-Saison erheblich zu beeinflussen. Von der hybriden Nasenkonstruktion über die optimierten Seitenkästen bis hin zum einzigartigen Heckflügel und der tiefgreifenden Integration der Power Unit zeigt Alpine den Willen, an die Spitze zurückzukehren. Die technischen Details lassen auf eine durchdachte Entwicklung schließen, die, wenn sie auf der Strecke funktioniert, dem Team einen entscheidenden Vorteil verschaffen könnte. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Neuerungen im harten Wettbewerb bewähren werden und welche weiteren Entwicklungen Alpine im Laufe der Saison noch präsentieren wird.

Weiterlesen >>  Was ist Porpoising? Ein Erklärungsversuch des aerodynamischen Phänomens der Formel 1