Niederlage trotz Chancenfestival: Arminia unterliegt dem SV Sandhausen

Der DSC Arminia Bielefeld musste sich nach einer Partie voller vergebener Torchancen dem SV Sandhausen mit 0:1 geschlagen geben. In einem Spiel, das die taktische Ausrichtung und den unermüdlichen Kampfgeist der Arminen unterstrich, war es am Ende die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor, die den Ausschlag gab und eine bittere Niederlage besiegelte. Diese Partie hatte, wie viele in der 2. Bundesliga 22/23, alles, was das Fußballherz begehrt – außer Tore für die favorisierte Mannschaft.

Für Cheftrainer Mitch Kniat gab es vor dem Anpfiff zwei Veränderungen in der Startelf: Felix Hagmann und Noah Sarenren Bazee ersetzten Isaiah Young sowie den frischgebackenen Vater Louis Oppie. Die Zuschauer im ausverkauften BWT-Stadion am Hardtwald und die 1.100 mitgereisten Arminen-Fans sollten eine ereignisreiche Begegnung erleben, die jedoch für die Schwarz-Weiß-Blauen kein glückliches Ende nahm.

Ein Auftakt nach Maß – Dominanz ohne Torerfolg

Der Beginn der Partie war vielversprechend und ließ die Fans des DSC hoffen. Bereits nach 65 Sekunden bot sich Roberts Uldrikis eine Großchance, als er frei vor SVS-Schlussmann David Richter auftauchte. Doch Richters schneller Fuß verhinderte die frühe Führung. Nur wenige Minuten später wiederholte sich das Bild: Eine präzise Flanke von Marius Wörl fand Uldrikis, dessen Direktabnahme (7.) jedoch erneut in den Händen des glänzend aufgelegten Sandhausener Torwarts landete. Die Druckphase der Arminia hielt an, und die nächste hochkarätige Gelegenheit ließ nicht lange auf sich warten. Noah Sarenren Bazees Flanke erreichte Joel Grodowski perfekt, doch aus kurzer Distanz fand der Ball den Weg nicht ins Tor und strich hauchdünn am Pfosten vorbei. Drei hundertprozentige Torchancen innerhalb der ersten elf Minuten, ein Ergebnis des aggressiven und hohen Pressings der Bielefelder – die Führung wäre zu diesem Zeitpunkt hochverdient gewesen und hätte der Mannschaft in dieser wichtigen Phase der zweiten Liga 22/23 enorme Sicherheit verliehen.

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Kalte Dusche und unglücklicher Rückstand vor der Pause

Die bekannte Fußballweisheit, dass man Tore schießen muss, wenn man dominant ist, bewahrheitete sich auf schmerzhafte Weise für Arminia. Ausgerechnet der SV Sandhausen, der bis dahin kaum offensive Akzente setzen konnte, nutzte seine allererste Chance eiskalt aus. Nach einer Freistoß-Hereingabe von Niklas Kreuzer war es Marco Schikora (27.), der den Ball zunächst an den Pfosten köpfte und den Abpraller dann aus einer leicht abseitsverdächtigen Position über die Linie drückte. Eine kalte Dusche für die Arminen, die dem Spielverlauf in keiner Weise entsprach. Trotz des Rückstands blieben die Bielefelder am Drücker und versuchten, den Ausgleich noch vor der Pause zu erzielen. Es dauerte jedoch bis zur 40. Minute, ehe die nächste Großchance entstand: Kapitän Mael Corboz traf nur den Pfosten, und kurz darauf scheiterte erneut Grodowski (41.) am Sandhausener Torwart. Das Fazit zur Halbzeit war ernüchternd: Viele Großchancen für Arminia, aber eine äußerst glückliche Führung für die Gastgeber in dieser entscheidenden Phase der Saison 22/23 der 2. Bundesliga.

Anrennen in der zweiten Halbzeit – Richter als unüberwindbare Mauer

Angefeuert von den enthusiastischen 1.100 Arminen im Auswärtsblock startete die zweite Hälfte ebenso explosiv wie die erste. Christopher Lannert lieferte eine perfekt getimte Flanke (46.), die Grodowski per Kopf nur knapp an Richter vorbei setzte. Sandhausen beschränkte sich weiterhin auf vereinzelte Entlastungsangriffe, während Arminia, ähnlich wie im ersten Durchgang, die spielbestimmende Mannschaft war. Um dem Spiel eine Wende zu geben, reagierte Cheftrainer Kniat nach 68 Minuten mit einem offensiven Dreifach-Wechsel: Julian Kania, Merveille Biankadi und Louis Oppie kamen ins Spiel, um die Schlussoffensive zu verstärken. Der Wechsel hätte sich fast umgehend ausgezahlt, doch Joel Felix (70.) traf nur den Pfosten, und Uldrikis scheiterte zum wiederholten Mal am überragenden Schlussmann Richter. Die Statistik sprach zu diesem Zeitpunkt eine eindeutige Sprache mit 20:8 Torschüssen zugunsten der Arminia, doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. Auch die besten Gelegenheiten in der Schlussphase durch Kania (Latte, 81.), Oppie (87.) und Uldrikis (89.) fanden ihren Meister in David Richter. So blieb es bei einer bitteren 0:1-Niederlage, die das Bemühen der Mannschaft nicht widerspiegelte und wichtige Punkte in der Spielzeit 22/23 in der 2. Bundesliga kostete.

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Spieler und Statistik: Eine Bilanz des Spiels

Trotz der Niederlage zeigte Arminia Bielefeld eine engagierte Leistung und bewies, dass sie spielerisch mithalten können. Die Effizienz vor dem Tor bleibt jedoch ein entscheidender Faktor, der in den kommenden Spielen verbessert werden muss.

Sandhausen: Richter – Lewald, Schikora, Lang, Kreuzer (90. Zander) – Lorch (46. Simnica) – Iwe (46. Fehler), Duman, Greil (60. Halimi) – Butler (78. Girdvainis), Otto

Arminia: Kersken – Hagmann (68. Oppie), Felix, Schneider, Lannert – Corboz, Wörl (80. Kunze), Russo – Grodowski (68. Biankadi), Uldrikis, Sarenren Bazee (68. Kania)

Schiedsrichter: Hempel (Großnaundorf)

Zuschauer: 4.528

Gelbe Karten: Lorch, Fehler (SVS) – Hagmann (DSC)

Tore: 1:0 (27.) Schikora

Fazit: Kampfgeist allein reicht nicht

Die Niederlage gegen den SV Sandhausen war für Arminia Bielefeld ein Rückschlag, der vor allem aufgrund der ungenutzten Torchancen schmerzt. Das Team zeigte über weite Strecken eine dominante Leistung und bewies Kampfgeist, doch im Fußball zählen am Ende die Tore. David Richter im Tor des SV Sandhausen war an diesem Tag der Matchwinner für die Gastgeber und raubte den Arminen-Fans die letzte Hoffnung auf einen Punktgewinn. Für den DSC heißt es nun, die positiven Ansätze aus dieser Partie mitzunehmen, die Effizienz im Abschluss zu verbessern und sich auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren. Die Unterstützung der Fans wird dabei, wie immer in der 2. Bundesliga der Saison 22/23, eine entscheidende Rolle spielen.