Der Markt für Zigaretten-Alternativen ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und für viele Verbraucher kaum noch überschaubar. Ob E-Zigaretten, Tabakerhitzer oder Shishas – alle werden oft unter dem Oberbegriff “E-Zigarette” zusammengefasst. Doch hinter diesen Bezeichnungen verbergen sich unterschiedliche Technologien, Inhaltsstoffe und damit verbundene gesundheitliche Risiken. Dieser Artikel beleuchtet die Hauptgruppen und klärt über die potenziellen Gefahren auf. Wer ernsthaft darüber nachdenkt, mit dem Rauchen aufzuhören, findet hier wichtige Hintergrundinformationen.
1. Verdampfer: Die klassischen E-Zigaretten im Check
Verdampfer, landläufig als E-Zigaretten bekannt, funktionieren mittels eines Akku-betriebenen Heizelements. Dieses erhitzt eine spezielle Flüssigkeit, das sogenannte Liquid, bis es verdampft. Der entstehende Dampf wird dann über ein Mundstück inhaliert. Liquids sind in zahlreichen Geschmacksrichtungen und mit unterschiedlichem Nikotingehalt erhältlich.
Obwohl die beim Dampfen freigesetzten Aerosole im direkten Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten oft weniger krebserregende Substanzen enthalten, bedeutet dies nicht automatisch eine harmlose Alternative. Beim Verdampfen können sich andere, potenziell schädliche Abbauprodukte bilden, insbesondere durch Zusatzstoffe in den Liquids. Studien deuten zudem darauf hin, dass Dampfen die Mundflora negativ beeinflussen kann. Ein signifikanter Risikofaktor ist der sogenannte duale Konsum: Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schätzt, dass fast 90 Prozent der E-Zigaretten-Konsumenten zusätzlich weiterhin normale Zigaretten rauchen. Dieser Mischkonsum erhöht die toxische Belastung des Körpers erheblich.
2. Tabakerhitzer: Die “Zwitter-Zigarette” unter der Lupe
Tabakerhitzer stellen eine Art Hybridlösung dar, oft als “Zwitter-Zigaretten” bezeichnet. Anders als bei herkömmlichen Zigaretten wird hier Tabak nicht verbrannt (was Temperaturen von etwa 800 Grad Celsius erreicht), sondern elektrisch auf niedrigere Temperaturen erhitzt – typischerweise zwischen 300 und 350 Grad Celsius. Dabei wird ein speziell dafür entwickelter Tabak-Stick in ein Gerät eingesetzt, aus dem der entstehende Dampf inhaliert wird.
Erste Untersuchungen zeigen, dass der Dampf von Tabakerhitzern merklich weniger krebserregende Substanzen wie Aldehyde und Benzol enthält als Zigarettenrauch. Wissenschaftler bleiben jedoch skeptisch, ob dies tatsächlich mit einem geringeren Gesundheitsrisiko gleichzusetzen ist. Es bedarf weiterer Forschung, um festzustellen, ob zum Beispiel aus den Kunststofffiltern oder anderen Metall- und Kunststoffteilen der Erhitzer Schadstoffe freigesetzt werden. Auch die Langzeitwirkungen des Dampfes auf das Lungengewebe sind noch nicht vollständig erforscht. Es ist wichtig, die typische Entzugserscheinungen zu kennen, wenn man über einen vollständigen Rauchstopp nachdenkt.
3. Shisha: Ein trügerischer Genuss?
Wasserpfeifen, oder Shishas, erleben derzeit eine neue Popularitätswelle. Sie können sowohl mit als auch ohne Tabak verwendet werden. Wird Tabak genutzt, so wird dieser nicht direkt verbrannt, sondern durch darüberliegende glühende Kohle (oder eine elektrische Heizquelle) bei niedrigen Temperaturen verschwelt. Der entstehende Rauch wird dann durch Wasser geleitet und inhaliert.
Trotz des oft fruchtigen Aromas und der Filterung durch Wasser stuft die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Shisha-Rauchen als ähnlich gefährlich wie den Konsum von Zigaretten ein. Dies liegt an den giftigen und krebserzeugenden Substanzen, die auch beim Shisha-Rauchen entstehen und inhaliert werden. Die Annahme, dass Shisha weniger schädlich sei, ist ein gefährlicher Trugschluss.
4. Pfeifen und Zigarren: Alte Traditionen, neue Erkenntnisse
Pfeifen und Zigarren umgibt oft ein Bild von Gemütlichkeit und Tradition. Viele Konsumenten glauben fälschlicherweise, dass diese Formen des Tabakkonsums weniger schädlich seien, weil man den Rauch “nur pafft” und nicht über die Lunge inhaliert. Dies ist jedoch ein gefährlicher Irrtum. Obwohl tatsächlich etwas weniger schädigender Rauch direkt in die Lunge gelangt – wobei auch ohne Lungenzug stets Tabakrauch dorthin vordringt –, ist das Krebsrisiko insgesamt dennoch stark erhöht.
Für Pfeifen- und Zigarrenraucher besteht eine massiv erhöhte Toxizität für die Mundschleimhäute, da der Rauch länger im Mund- und Rachenraum verweilt, um das Aroma auszukosten. Dies führt zu einem erhöhten Risiko für Tumoren in der oberen Luft- und Speiseröhre sowie im Rachen. Darüber hinaus führt das Rauchen von Zigarren oder Pfeife – ebenso wie Zigarettenrauchen – zu einer beschleunigten Abnahme der Lungenfunktion und verdoppelt das Risiko für die Entwicklung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD oder chronische Raucherbronchitis) im Vergleich zu Nichtrauchern, wie eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2010 zeigte. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich schwerwiegenden Durchblutungsstörungen, ist durch die Förderung von Gefäßablagerungen deutlich erhöht.
Fazit: Jeder Tabakkonsum schadet der Gesundheit
Unterm Strich ist die Botschaft klar: Jede Form des Tabakkonsums und der Inhalation tabakbasierter oder nikotinhaltiger Produkte schadet der Gesundheit. Egal ob Verdampfer, Tabakerhitzer, Shisha, Pfeife oder Zigarre – das Risiko für schwere Erkrankungen wie Krebs, COPD und Herz-Kreislauf-Probleme bleibt bestehen. Es gibt keine “sichere” oder “weniger schädliche” Form des Rauchens. Die beste Entscheidung für Ihre Gesundheit ist immer, vollständig auf jeglichen Tabak- und Nikotinkonsum zu verzichten. Konsultieren Sie einen Arzt oder eine Beratungsstelle, wenn Sie Unterstützung beim Rauchstopp benötigen.
