Supervision ist ein international anerkanntes Verfahren zur Klärungshilfe und hat sich in zahlreichen Institutionen als fester Bestandteil etabliert. Ob in Beratungseinrichtungen, Schulen, der Sozialen Arbeit, der Sozialpädagogik, in Aus- und Weiterbildungsinstituten, Behörden, dem Rechts- und Gesundheitswesen, kirchlichen Einrichtungen, Universitäten oder Ministerien – Supervision spielt eine entscheidende Rolle. Sie unterstützt bei der Selbstklärung, der Verbesserung der Kommunikation, der Konfliktbewältigung und der Prävention von Konflikteskalationen. Darüber hinaus ist sie ein wichtiges Werkzeug in Change-Managementprozessen, bei der Förderung der Zusammenarbeit und der Ressourcen von Teams, der Burnout-Prävention und der Schaffung einer gesunden Work-Life-Balance. Auch bei der Koordination von Aufgaben mehrerer Teams, beim Benchmarking, Strategiewechseln in Organisationen und der Stärkung der Resilienz auf persönlicher, Team- und institutioneller Ebene leistet Supervision wertvolle Dienste.
Die Ausbildung am INeKO, einer rechtlich selbstständigen wissenschaftlichen Einrichtung der Universität zu Köln, zeichnet sich durch eine hohe Praxisnähe aus, die durch erfahrene Dozierende gewährleistet wird. Diese praktische Orientierung wird durch eine solide wissenschaftliche Basis ergänzt. Das Hauptziel der Ausbildung ist es, Sie optimal auf die Praxis vorzubereiten. Die erworbenen Kompetenzen versetzen Sie nicht nur in die Lage, interne und externe Supervisionen durchzuführen, sondern schärfen auch Ihre Wahrnehmung für kritische Situationen in Einzelsupervisionen, Teams und Organisationen, sowie Ihre Fähigkeit, angemessen darauf zu reagieren.
Persönlicher Gewinn durch die Ausbildung
Diese Ausbildung bietet Ihnen die Möglichkeit, sich auf professionelle, ziel- und lösungsorientierte Weise weiterzuentwickeln. Sie lernen, die anfallenden Aufgaben im Klient:innen-Kontext präzise wahrzunehmen und Klient:innen, Teams sowie Organisationen in Veränderungsprozessen als interne:r oder externe:r Supervisor:in zu begleiten. Ihre Kompetenz, persönliche und berufliche Erfahrungen aus systemischer Perspektive zu analysieren und daraus Handlungsstrategien abzuleiten, wird gestärkt. Durch die Bearbeitung aktueller und persönlich eingebrachter Supervisionsthemen aus beruflichen und privaten Kontexten entwickeln Sie ausgeprägte Praxiskompetenzen. Sie erlernen optimale Gesprächsführung und den adäquaten Einsatz systemischer Tools durch intensive Übungen, fundiert durch aktuelle theoretische Erkenntnisse. Darüber hinaus erfahren Sie persönliches Wachstum und integrieren das Gelernte in Ihre eigene Haltung, die von Wertschätzung und Einfühlungsvermögen geprägt ist. Systematische Praxiserfahrung sammeln Sie durch fünf eigenständig organisierte Übungssupervisionen zwischen den Modulen und den Austausch in Ihrer Peergroup.
Unsere Ausbildung legt den Fokus weniger auf die Anhäufung akademischen Wissens als vielmehr auf die Vermittlung praktischer Handlungskompetenzen, um Sie optimal auf berufliche und private Herausforderungen vorzubereiten. Wir schaffen die Voraussetzungen für ein erlebnis- und handlungsorientiertes Lernen mit Herz und Verstand.
Zielgruppe und Zulassungsvoraussetzungen
Die Ausbildung richtet sich an Berufstätige aus verschiedensten Bereichen und bietet in einem überschaubaren Zeitrahmen vielfältige Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung. Durch die wohlwollende Unterstützung in der Ausbildungsgruppe können Sie Ihre Gestaltungsspielräume nachhaltig erweitern. Insbesondere sprechen wir Personen aus den sogenannten „Helferberufen“ an, unabhängig von ihrem Studien- oder Ausbildungsabschluss. Das Curriculum ist für alle Altersgruppen konzipiert und adressiert sich ebenso an Personen, die ihre fachlichen Kompetenzen erweitern oder eine berufliche Neu- oder Umorientierung anstreben. Die heterogene Zusammensetzung der Seminargruppen, mit wechselnden Kleingruppenübungen, ermöglicht abwechslungsreiche Lernerfahrungen. Die Gruppengröße kann bis zu 22 Teilnehmende umfassen, wodurch sich das Lernpotenzial maximiert. Sie lernen, sich auf unterschiedliche Supervisand:innen einzustellen, was den Transfer des Erlernten in den beruflichen Alltag erleichtert.
Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Gruppe setzt eine sorgfältige Beratung und Auswahl im Vorfeld voraus. Daher erhalten Interessierte einen Termin für ein persönliches Gespräch mit dem Ausbildungsleiter Univ.-Prof. a.D. Dr. Egon Stephan oder einem der Dozierenden. Dieses Gespräch dient dazu, Ihre Erwartungen mit unserem Angebot abzugleichen und zu klären, ob Sie sich in der Ausbildung und Gruppe wohlfühlen und somit andere in ihrer Entwicklung unterstützen können. Ein positives Ergebnis dieses Gesprächs ist Voraussetzung für die Teilnahme. Vorab erhalten Sie einen Interviewbogen zur Vorbereitung.
Inhalte und Gliederung
Die Ausbildung gliedert sich in sechs Module mit insgesamt 20 Präsenztagen.
Modul 1: Einführung und Grundlagen
- Einführung in die Supervision
- Menschenbild der Humanistischen Psychologie
- Personenzentrierte Psychologie
- Systemische Perspektive und Konzepte der Supervision
Modul 2: Einzelsupervision
- Auftragsklärung in der Einzelsupervision
- Umgang mit kritischen Situationen
- Entwicklung Ihres Kompetenzprofils
- Psychoedukation
- Anwendung von Tools (ZRM, Systemische Aufstellungsarbeiten u.a.)
Modul 3: Persönliche und berufliche Identität
- Professionelle Selbsterfahrung
- Analyse der bisherigen beruflichen Identität
- Motive und Erwartungen für die Kompetenzerweiterung
- Nutzung bestehender Feldkompetenz
- Anwendung von Tools (Genogramm, Berufogramm, Timeline, systemisches Handwerkszeug)
Modul 4: Teamsupervision
- Auftragsklärung in der Teamsupervision
- Analyse von Prozessen und Gruppendynamik
- Umgang mit kritischen Situationen im Team
- Methoden der Subgruppensupervision
- Anwendung von Tools (Soziogramm, Team-Blitzanalyse, Themenpriorisierung u.a.)
Modul 5: Digitale Supervision
- Begleitung von Supervisionen mit digitalen Tools
- Umsetzung klassischer Methoden im Online-Setting
- Einsatz digitaler Arbeitsvorlagen
- Chancen und Möglichkeiten des digitalen Formats
- Tools, Tipps und Tricks für die Online-Durchführung
Modul 6: Evaluation und Perspektiven
- Berufliche Perspektiven nach der Ausbildung
- Selbstevaluation von Supervision
- Evaluation durch Supervisand:innen, Teams und Institutionen
- Aktueller Forschungsstand zur Wirksamkeit von Supervision
- Sicherung des Gelernten für die Zukunft
Zwischen den Modulen führen Sie fünf eigenständig organisierte Übungssupervisionen in Ihrem Praxisfeld durch, die wesentlicher Bestandteil der Ausbildung sind und zur Schärfung Ihrer Haltung beitragen. Ergänzend finden fünf Peergroup-Treffen statt, in denen Fälle besprochen, Methoden vertieft und kollegiale Unterstützung geboten wird.
Prüfung und Zertifikat
Voraussetzungen für die Erlangung des Zertifikats sind:
- Regelmäßige Teilnahme am Seminar (maximal 10 % Fehlzeit).
- Durchführung, Dokumentation und Abgabe von fünf Übungssupervisionen (Tonaufnahmen), die Ihre Eignung als Supervisor:in belegen. Sie erhalten Feedback zu drei dieser Supervisionen.
- Eine Leistung in einer Live-Supervision am vorletzten Tag der Ausbildung im Rahmen des „Gelegenheitentags“. Diese Sitzungen finden in Kleingruppen unter Anwesenheit eines:r Lehrsupervisors:in statt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat als „Geprüfte:r Systemische:r Supervisor:in“ mit Angabe der absolvierten Lehreinheiten und des Zeitaufwands für das Eigenstudium.
Trainer:innen
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Profilfoto von Univ.-Prof. Dr. Egon StephanUniv.-Prof. Dr. Egon Stephan
Gesamtleitung
Professor Stephan vertritt leidenschaftlich die Werte der Humanistischen Psychologie. Inspiriert von deren positivem Menschenbild, verbindet seine Lehrtätigkeit Spontaneität, professionelle Erfahrung und die Überzeugung, dass Wertschätzung und Selbstakzeptanz Hand in Hand gehen.
](https://ineko.de/institut/dozenten-mitarbeiter/egon-stephan) [
Profilfoto von Daniel Kauer
Daniel Kauer
Dozent
Daniel Kauer verbindet seine Erfahrung als Musiker in internationalen Orchestern und seine Tätigkeit als Auftritts-Coach mit seiner Begeisterung für agiles und digitales Lernen. Als Trainer und Coach ergänzt er seine Arbeit um die Themen Konzentration und Resilienz. Als digital Native kombiniert er in seinen Workshops digitale Tools mit klassischen Trainingsmethoden und Achtsamkeitselementen.
](https://ineko.de/institut/dozenten-mitarbeiter/daniel-kauer) [
Profilfoto von Dipl.- Psych. Haja Molter
Dipl.- Psych. Haja Molter
Dozent
Haja (Johann Jakob) Molter arbeitet als Psychotherapeut in eigener Praxis und als Lehrender in systemischer Therapie, Supervision, Coaching und Organisationsberatung. Er hat eine systemische Didaktik entwickelt, die auf selbstorganisiertes Handeln der Auszubildenden auf Augenhöhe setzt. Bei notwendigen Veränderungen legt er Wert auf lösungsorientiertes Vorgehen mit Respekt vor dem bisher Geleisteten.
](https://ineko.de/institut/dozenten-mitarbeiter/haja-molter) [
Profilfoto von Maria Holm
Maria Holm
Dozentin
Maria Holm möchte mit ihrer langjährigen Erfahrung als Mediatorin und Trainerin dazu motivieren, die eigenen Ressourcen mit Freude zu entdecken und die Konfliktkompetenz durch wertschätzende Begleitung weiterzuentwickeln.
](https://ineko.de/institut/dozenten-mitarbeiter/maria-holm) [
Profilfoto von Susanne A. Eischeid
Susanne A. Eischeid
Dozentin
Kreativ, humorvoll und herzlich verbindet Susanne A. Eischeid Theorie, Forschung und Praxis, um Perspektiven zu erweitern und komplexe Sachverhalte strukturiert auf den Punkt zu bringen.
](https://ineko.de/institut/dozenten-mitarbeiter/susanne-a-eischeid-m-sc) [
Profilfoto von Franziska Collmann
Franziska Collmann
Co-Dozent:in
Mit einem ganzheitlichen Blick begleitet sie Klient:innen insbesondere im Bereich Stressmanagement und Selbstregulation. Als Yogalehrerin bezieht sie gerne den Körper mit ein und schafft durch ihre feinfühlige Art behutsam Lösungsräume.
](https://ineko.de/institut/dozenten-mitarbeiter/franziska-collmann)
