Direktversicherung: Ihre betriebliche Altersvorsorge unter der Lupe

Finanzielle Planung für Ihre Zukunft

Sie möchten Ihre Rente aufbessern und Ihr Arbeitgeber bietet Ihnen den Abschluss einer Direktversicherung an? Eine hervorragende Gelegenheit, sich intensiv mit Ihrer Altersvorsorge in Deutschland auseinanderzusetzen! Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge, wie funktioniert sie im Detail, und welche Fallstricke könnten lauern? Als Experten für ein tiefgehendes Verständnis Deutschlands beleuchten wir für Sie alle wichtigen Aspekte der Direktversicherung, damit Sie eine fundierte Entscheidung für Ihre finanzielle Zukunft treffen können.

Viele Arbeitnehmer in Deutschland stehen vor der Frage, wie sie ihre Rentenlücke im Alter schließen können. Die Direktversicherung ist dabei eine der am weitesten verbreiteten Optionen. Sie bietet auf den ersten Blick attraktive Vorteile, birgt aber auch Besonderheiten, die es genau zu prüfen gilt. Ob Sie bereits eine Direktversicherung besitzen und mehr über Auszahlungsmöglichkeiten erfahren möchten oder ob Sie vor der Entscheidung stehen, eine abzuschließen: Hier finden Sie alle Antworten. Tauchen wir gemeinsam ein in die Welt der betrieblichen Altersvorsorge, um Licht ins Dunkel zu bringen und Ihre finanzielle Absicherung optimal zu gestalten. Informieren Sie sich umfassend über Ihre Optionen und lassen Sie keine Frage unbeantwortet, wenn es um Meta Finanzen und Ihre persönliche Altersvorsorge geht.

Was ist eine Direktversicherung genau?

Die Direktversicherung gehört zu den sogenannten Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Sie ist eine Form der privaten Lebens- oder Rentenversicherung, die der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter bei einem Versicherungsunternehmen abschließt. Der Arbeitnehmer ist dabei die versicherte Person und Begünstigte der Leistungen.

Wissenswertes: In Deutschland hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, über seinen Arbeitgeber fürs Alter vorzusorgen. Der Arbeitgeber wählt dabei den Durchführungsweg aus. Direktversicherungen sind besonders in kleineren und mittleren Unternehmen aufgrund ihrer vergleichsweise einfachen Verwaltung beliebt.

Direktversicherungen gibt es in verschiedenen Ausgestaltungen: als klassische kapitalbildende Lebensversicherung, als reine Rentenversicherung oder als fondsgebundene Varianten beider Produkte. Welche Art von Vertrag Sie abschließen können, hängt in der Regel von den Rahmenverträgen ab, die Ihr Arbeitgeber mit bestimmten Versicherungsanbietern geschlossen hat. Oft profitieren Arbeitnehmer von besseren Konditionen durch diese Gruppenverträge.

So funktioniert die Finanzierung der Direktversicherung

Grundsätzlich gibt es zwei Modelle zur Finanzierung der Beiträge:

a) Arbeitgeberfinanziert: Der Arbeitgeber übernimmt die Beiträge vollständig. Dies ist die vorteilhafteste Variante für den Arbeitnehmer, da keine direkten Abzüge vom eigenen Gehalt erfolgen.
b) Entgeltumwandlung: Sie als Arbeitnehmer finanzieren einen Teil der Beiträge aus Ihrem Bruttolohn. Hierbei spricht man von Entgeltumwandlung. Zusätzlich ist der Arbeitgeber seit 2019 (für neue Verträge) bzw. 2022 (für bestehende Verträge) zu einem Zuschuss verpflichtet.

Weiterlesen >>  Risikolebensversicherung: Der unverzichtbare Schutz für Ihre Liebsten

Die Entgeltumwandlung im Detail: Vorteile und Tücken

Bei der Entgeltumwandlung werden die Beiträge für Ihre betriebliche Altersvorsorge direkt von Ihrem Bruttogehalt abgezogen. Der Clou dabei: Da Ihr Bruttogehalt sinkt, sparen Sie in der Ansparphase Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Unterm Strich zahlen Sie also netto weniger für Ihre Altersvorsorge, als tatsächlich in den Vertrag fließt.

Der Arbeitgeberzuschuss ist ein entscheidender Vorteil der Entgeltumwandlung. Er muss mindestens 15 Prozent des umgewandelten Bruttobeitrags betragen, sofern der Arbeitgeber durch Ihre Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Dieser gesetzlich vorgeschriebene Zuschuss macht die Direktversicherung deutlich attraktiver.

Wichtig zu wissen: Arbeitnehmer können Beiträge bis zu 4 Prozent der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (West) sozialabgabenfrei in eine Direktversicherung einzahlen. Bis zu 8 Prozent sind steuerfrei. Diese Werte ändern sich jährlich. Beispielsweise durften 2022 monatlich 282 Euro sozialabgabenfrei und bis zu 564 Euro steuerfrei in eine Direktversicherung fließen.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Effekt:
Angenommen, eine Arbeitnehmerin verdient 3.000 Euro brutto und wandelt 100 Euro ihres Gehalts in eine Direktversicherung um. Ihr Bruttogehalt sinkt auf 2.900 Euro. Dadurch spart sie etwa 45 Euro an Steuern und Sozialabgaben. Der Arbeitgeber steuert zusätzlich 15 Euro (15 % von 100 Euro) bei. Obwohl ihr Nettogehalt nur um rund 55 Euro sinkt, fließen insgesamt 115 Euro pro Monat in ihre Direktversicherung. Dies ist die positive Seite der Rechnung, die viele überzeugt.

Es gibt jedoch auch eine Kehrseite: Durch das niedrigere Bruttogehalt, das durch die Entgeltumwandlung entsteht, zahlen Sie geringere Beiträge in die gesetzlichen Sozialversicherungen ein. Dies kann dazu führen, dass Sie später geringere Ansprüche auf Leistungen wie Arbeitslosen-, Kranken- und Elterngeld sowie auf eine etwaige Erwerbsminderungs- und vor allem auf Ihre spätere gesetzliche Altersrente haben. Dieser Aspekt wird oft übersehen und sollte unbedingt in Ihre Überlegungen einfließen. Wer sich mit der komplexen Materie der Rentenansprüche auseinandersetzt, wird auch feststellen, dass Themen wie die sozialmedizinische Begutachtung Deutsche Rentenversicherung an Bedeutung gewinnen können, wenn es um die langfristige Absicherung geht.

Die Expertin Stefanie Kühn, freie Finanzplanerin, weist darauf hin, dass es nahezu unmöglich ist, im Voraus genau zu kalkulieren, ob der Einspareffekt in der Ansparphase die Nachteile in der Bezugsphase vollständig ausgleicht.

Wie funktioniert die Auszahlung im Alter?

Ein zentraler Punkt, der beim Abschluss einer Direktversicherung oft unterschätzt wird: Im Rentenalter sind auf die Auszahlungen Steuern und Sozialabgaben fällig. Das kann die ursprünglich erwartete Rente erheblich schmälern.

Krankenversicherung bei Auszahlung der Direktversicherung

Für die Auszahlungen aus der Direktversicherung werden in der Regel die vollen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Das bedeutet, Sie zahlen im Alter nicht nur den Arbeitnehmer-, sondern auch den Arbeitgeberanteil.

Es gibt einen Freibetrag für Krankenversicherungsbeiträge, der 2022 bei 164,50 Euro monatlich lag. Nur der Betrag, der diesen Freibetrag übersteigt, ist beitragspflichtig. Die Pflegeversicherung ist hingegen auf die gesamte Rentenzahlung ab dem ersten Euro zu entrichten. Die vollen Beiträge betrugen 2022 für die Krankenversicherung 14,6 Prozent (zzgl. kassenindividueller Zusatzbeiträge) und für die Pflegeversicherung 3,05 Prozent (für Kinderlose ab 23 Jahren 3,4 Prozent). Aus diesem Grund ist ein großzügiger Arbeitgeberzuschuss in der Ansparphase so wichtig.

Weiterlesen >>  Die ultimative Börsen-App: finanzen.net – Ihr Tor zur Finanzwelt

Erfolgt die Auszahlung der Direktversicherung als einmalige Kapitalleistung, wird diese fiktiv auf zehn Jahre verteilt, und auf den daraus resultierenden Monatsbetrag werden dann (abzüglich des Freibetrags) die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung berechnet. Diese Berechnung sollte auch im Zusammenhang mit regionalen Rentenversicherungsanstalten wie der Rentenversicherung Nordbayern beachtet werden.

Achtung: Der Freibetrag gilt nicht für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte. Diese zahlen ab dem ersten Euro Sozialversicherungsbeiträge. Auch Rentner, deren Einkünfte im Alter oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung liegen (2022: 58.050 Euro), zahlen ab dem ersten Euro. Ausschließlich privat krankenversicherte Rentner müssen auf ihre Betriebsrente keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Beispielrechnung für die monatliche Auszahlung:
Bei einer monatlichen Betriebsrente von 300 Euro und einem Kassen-Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent zahlt eine kinderlose Rentnerin derzeit etwa 32,00 Euro pro Monat an Beiträgen für Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Abzüge stellen eine erhebliche Belastung dar, die man keinesfalls außer Acht lassen sollte.

Wird eine Direktversicherung im Alter versteuert?

Die Besteuerung der Auszahlungen einer Direktversicherung hängt maßgeblich davon ab, wann der Vertrag abgeschlossen wurde. Für sogenannte Altverträge, die vor 2005 geschlossen wurden, gelten andere Regeln als für neuere Verträge.

Besteuerung von Altverträgen (vor 2005 abgeschlossen):
Die Auszahlung eines Altvertrags ist steuerfrei, wenn:

  • Die Laufzeit mindestens 12 Jahre betrug.
  • Mindestens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt wurden.
  • Die Beiträge in der Ansparphase pauschal versteuert wurden.

Wird statt einer Kapitalauszahlung eine Rentenauszahlung gewählt, kommt bei Altverträgen die vorteilhafte Ertragsanteilsbesteuerung zur Anwendung. Die Höhe des steuerpflichtigen Ertragsanteils richtet sich nach dem Alter bei Rentenbeginn – je später der Renteneintritt, desto niedriger ist in der Regel der Ertragsanteil. Auch für Fragen rund um die Nordbayern Rentenversicherung sind diese Details relevant.

Besteuerung von Neuverträgen (ab 2005 abgeschlossen):
Hier greift das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet, dass die Auszahlungen in Form von Renten- oder Kapitalleistungen erst im Rentenalter mit dem dann geltenden persönlichen Steuersatz versteuert werden. Dieser ist im Ruhestand oft niedriger als der Steuersatz während des Berufslebens, was ein Vorteil sein kann.

Ist die Auszahlung der Direktversicherung vor Rentenbeginn möglich?

Eine vorzeitige Auszahlung der Direktversicherung vor dem Renteneintritt ist in der Regel nicht möglich. Die Auszahlung erfolgt meist frühestens ab 60 Jahren, je nach den vertraglichen Bestimmungen. Bei Verträgen, die ab dem Jahr 2012 abgeschlossen wurden, beginnt die Auszahlung sogar erst mit 62 Jahren.

Ausnahmen kann es für bestimmte Berufsgruppen geben, die ein früheres gesetzliches Rentenalter vorsehen. Genauere Informationen hierzu finden Sie in Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag.

Sollten Sie beabsichtigen, bereits mit 55 Jahren vorzeitig in Rente zu gehen, bleibt Ihnen die Möglichkeit, Ihren Direktversicherungsvertrag bis zum regulären Ablaufdatum ruhen zu lassen.

Weiterlesen >>  Deutschland entdecken: Eine unvergessliche Reise durch Land der Vielfalt

Finanzielle Planung für Ihre ZukunftFinanzielle Planung für Ihre Zukunft

Fazit: Direktversicherung abschließen – Soll ich oder lasse ich es besser?

Die Entscheidung für oder gegen eine Direktversicherung ist komplex und nicht pauschal zu beantworten. „Es gibt zu viele Bedingungen und Eventualitäten, von denen das erfolgreiche Auslaufen einer Direktversicherung abhängig ist“, resümiert Verbraucherschützerin Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Sie sollten die Vorteile in der Ansparphase sorgfältig gegen die Nachteile in der Auszahlungsphase abwägen. „Man tauscht de facto Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung gegen Ansprüche an eine betriebliche Altersvorsorge. Was lohnender für mich ist, lässt sich im Voraus nur sehr schwer kalkulieren. Am besten müsste man schon seine gesamte Erwerbsbiografie im Voraus kennen“, so Weidenbach. Finanzplanerin Stefanie Kühn ergänzt: „In meiner Praxis sehe ich leider oft, dass sich eine Direktversicherung nicht lohnt.“

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen den Abschluss einer Direktversicherung anbietet, stellen Sie sich daher folgende essenzielle Fragen:

  • Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss? Laut Verbraucherschützerin Weidenbach lohnt sich der Abschluss für den Arbeitnehmer in der Regel nicht, wenn der Arbeitgeber die Beiträge in der Ansparphase nicht mit mindestens 20 Prozent bezuschusst. Ein noch höherer Zuschuss oder die vollständige Übernahme der Beiträge durch den Arbeitgeber macht das Angebot hingegen sehr attraktiv.
  • Lohnt sich eine bAV auf Kosten einer niedrigeren gesetzlichen Rente? Wenn der Arbeitgeber nur den Mindestzuschuss zahlt, sollten Sie genau prüfen, ob der Aufbau einer bAV die Reduzierung Ihrer gesetzlichen Rentenansprüche rechtfertigt. Denn durch die Entgeltumwandlung zahlen Sie weniger in die gesetzliche Rentenkasse ein und erhalten dementsprechend später auch weniger von dort. „Wer nicht so viel verdient, bei dem knabbert der Beitrag, den man während der Ansparphase zahlt, an den Rentenansprüchen, die ich mir für die gesetzliche Rente im Alter erwerbe“, gibt Kühn zu bedenken.
  • Passt die Direktversicherung zu Ihrer Lebensplanung? Planen Sie häufige Jobwechsel? Die Mitnahme von Direktversicherungen kann kompliziert sein. Gegebenenfalls müssen Sie den Vertrag stilllegen oder privat weiterführen. Letzteres könnte die Flexibilität für andere, möglicherweise rentablere private Vorsorgeformen – wie beispielsweise über ETFs – einschränken. „Wenn man schon weiß, dass man häufiger mal den Arbeitgeber wechseln wird, ist der Abschluss einer Direktversicherung in der Regel nicht zu empfehlen“, so Weidenbach.

Unser Tipp für Ihre Altersvorsorge

Verlassen Sie sich nie auf nur einen Pfeiler Ihrer Altersvorsorge. Eine Direktversicherung sollte stets nur ein Baustein Ihres gesamten Konzepts sein. Eine breite Streuung Ihrer Anlagen reduziert das Gesamtrisiko und sorgt für eine robustere finanzielle Absicherung im Alter. Denken Sie auch daran, sich über andere Finanzprodukte wie zum Beispiel Unilever Finanzen zu informieren, um ein umfassendes Bild zu erhalten.

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, ermitteln Sie zunächst Ihren voraussichtlichen Rentenbedarf und wie hoch Ihre gesetzliche Rente voraussichtlich ausfallen wird. Nur so können Sie eine individuelle Strategie entwickeln, die Ihre finanzielle Zukunft in Deutschland optimal absichert.