Caesars Gallischer Krieg: Der erste Feldzug – Ein Meisterwerk der lateinischen Prosa

Julius Caesars “Commentarii de Bello Gallico” (Kommentare zum Gallischen Krieg) sind nicht nur ein historisches Dokument von unschätzbarem Wert, sondern auch ein literarisches Meisterwerk, das bis heute Leser fasziniert. Dieses erste Buch, das wir hier eingehend betrachten, wirft ein Schlaglicht auf Caesars strategisches Genie, seine diplomatischen Fähigkeiten und seine meisterhafte Erzählkunst, während er die komplexen politischen Landschaften Galliens und die Machtspiele der verschiedenen Stämme navigiert. Durch die Analyse dieses Werkes tauchen wir tief in die Welt des antiken Roms und seiner Expansion ein und entdecken die Wurzeln vieler kultureller und sprachlicher Einflüsse, die bis in unsere heutige Zeit reichen.

Die Geographie Galliens und die Stämme

Das Buch beginnt mit einer präzisen geografischen und ethnografischen Beschreibung Galliens. Caesar unterteilt das Land in drei Hauptteile, die von den Belgae im Norden, den Aquitani im Südwesten und den Kelten (von ihnen selbst “Celtae” genannt, von den Römern “Galli”) im Zentrum bewohnt werden. Er hebt die Unterschiede in Sprache, Bräuchen und Gesetzen hervor und definiert die Grenzen zwischen diesen Regionen, oft anhand von Flüssen wie der Garumna (Garonne), Matrona (Marne) und Sequana (Seine).

Die Belgae werden als die tapfersten der Gallier beschrieben, was Caesar auf ihre Abgeschiedenheit von der Verfeinerung der römischen Provinz und ihren häufigen Kontakt mit den Germanen jenseits des Rheins zurückführt. Diese ständigen Kriege mit den Germanen formten ihren Charakter und ihre militärische Stärke. Auch die Helvetier, die im heutigen Schweizer Mittelland siedelten, zeichnen sich durch ihre Tapferkeit aus, was Caesar auf ihre fortwährenden Auseinandersetzungen mit den Germanen zurückführt.

Der Aufstieg des Orgetorix und der Auszug der Helvetier

Im zweiten Buch wird die Figur des Orgetorix vorgestellt, des wohlhabendsten und edelsten Mannes der Helvetier. Von Ehrgeiz getrieben, überredet er seine Stammesgenossen, ihre Heimat zu verlassen und das gesamte Gallien zu erobern. Er argumentiert, dass die Helvetier, von Natur aus durch den Rhein, die Alpen und den Jura geschützt, zu eng für ihre Bevölkerung und ihre kriegerische Natur seien. Orgetorix plant, die Führung zu übernehmen, und versucht, die Sequaner und Haeduer durch geschickte Diplomatie und Heiratsallianzen auf seine Seite zu ziehen. Sein Plan wird jedoch durchsickert, und er wird vor Gericht gestellt. Bevor das Urteil gefällt werden kann, stirbt Orgetorix – vermutlich durch Selbstmord.

Trotz Orgetorix’ Tod setzen die Helvetier ihren Plan um. Sie verbrennen ihre Städte und Dörfer, um eine Rückkehr unmöglich zu machen, und brechen mit Proviant für drei Monate auf. Sie gewinnen die Zustimmung der benachbarten Rauriker, Tulingen und Latobringer, die sich ihnen anschließen. Auch die Boier, die sich zuvor aus Germanien nach Noricum zurückgezogen hatten, werden als Verbündete aufgenommen.

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Caesars Intervention und die Schlacht am Arar

Die Helvetier planen zwei Routen: eine schwierige durch das enge Tal zwischen Jura und Rhone und eine leichtere durch die römische Provinz. Caesar, der von den Plänen der Helvetier erfährt, eilt nach Gallia Ulterior und erreicht Genf. Er befiehlt die Zerstörung der Brücke über die Rhone und verweigert den Helvetiern die Durchreise, erinnert an frühere Niederlagen der Römer gegen die Helvetier unter dem Konsul Lucius Cassius. Während Caesar auf die Ankunft seiner Legionen wartet, lässt er eine 19 Meilen lange Befestigungslinie mit einem 16 Fuß hohen Wall und einem Graben errichten. Die Helvetier versuchen vergeblich, diese Verteidigungslinie zu durchbrechen.

Sie wählen daraufhin die Route durch das Gebiet der Sequaner. Mit Hilfe des einflussreichen Haeduers Dumnorix, der eine Tochter von Orgetorix geheiratet hat und insgeheim nach Macht strebt, gelingt es den Helvetiern, die Erlaubnis der Sequaner zu erhalten, ihr Gebiet zu durchqueren. Caesar erfährt davon und ist besorgt, dass die kriegerischen Helvetier, Feinde Roms, in den fruchtbaren Provinzen landen könnten. Er eilt nach Italien, wirbt zwei neue Legionen und bringt drei weitere Legionen aus Aquileia herbei. Er bewegt sich schnell durch die Alpen und stößt auf Widerstand der Ceutronen und anderer Stämme. Nach mehreren Gefechten erreicht er schließlich die Gebiete der Vocontier, Allobroger und Segusiaver.

Die Helvetier haben inzwischen das Gebiet der Haeduer verwüstet. Die Haeduer, die sich nicht verteidigen können, bitten Caesar um Hilfe. Auch die Ambarrer und Allobroger sind betroffen. Caesar beschließt, nicht zu warten, bis die Helvetier die Provinzen erreichen. Er überquert den Fluss Arar (Saône) mit Brücken und erreicht die noch auf der falschen Seite des Flusses befindliche vierte Helvetische Kohorte. Er vernichtet diesen Teil des Heeres, der zuvor unter dem Kommando von Divico den römischen Konsul Cassius besiegt und dessen Armee unterworfen hatte.

Der Marsch nach Bibracte und die Schlacht

Nach diesem Erfolg überquert Caesar die Arar und setzt den Verfolgungskurs gegen die Helvetier fort. Divico, der Anführer der Helvetier, sucht das Gespräch mit Caesar und appelliert an die alte Tapferkeit der Helvetier und die früheren Niederlagen der Römer. Caesar weist seine Forderungen zurück und verlangt die Rückgabe von Geiseln und die Entschädigung für die erlittenen Schäden. Divico lehnt die Übergabe von Geiseln ab und betont die Tradition der Helvetier, Geiseln zu empfangen, nicht zu geben.

Caesar setzt seinen Marsch fort, verfolgt von den Helvetiern, die ihn ständig mit ihrer Kavallerie angreifen. Er ist jedoch besorgt über die Versorgung seines Heeres, da die Haeduer, die ihm Getreide geliefert haben sollten, dies verzögern. Caesar konfrontiert ihre Anführer, darunter Diviciacus und Vergobretus, den Obermagistrat der Haeduer. Vergebens! Die Verzögerung hat einen tieferen Grund: Dumnorix, der Bruder des Diviciacus und Schwiegersohn von Orgetorix, arbeitet heimlich mit den Helvetiern zusammen. Er versucht, Caesar zu täuschen und sein eigenes Ansehen zu mehren. Caesar ist sich dessen bewusst, aber aus Rücksicht auf Diviciacus verschont er Dumnorix zunächst und behält ihn unter Beobachtung.

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Caesar beschließt, den Marsch gegen die Helvetier abzubrechen und sich Bibracte zu nähern, um seine Versorgung zu sichern. Die Helvetier interpretieren dies als Schwäche und greifen die römische Nachhut an. Caesar kehrt um, und es kommt zu einer heftigen Schlacht am Fuße eines Hügels. Die römischen Legionen, die sich auf dem höher gelegenen Gelände positionieren, wehren den Ansturm der Helvetier ab. Die Helvetier geraten ins Wanken, und nach erbitterten Kämpfen fliehen sie auf den Berg. Als die Boier und Tulingen, die die Nachhut bildeten, die Römer von der Seite angreifen, kehrt sich das römische Heer. Nach langer und heftiger Schlacht werden die Helvetier besiegt.

Kapitulation der Helvetier und Ariovists Bedrohung

Die überlebenden Helvetier fliehen in Richtung Norden und erreichen nach einem nächtlichen Marsch das Gebiet der Lingonen. Caesar sendet ihnen eine Warnung, dass er sie als Feinde behandeln wird, wenn sie den Helvetiern helfen. Nach drei Tagen setzt Caesar die Verfolgung fort. Die Helvetier ergeben sich Caesar und bieten Geiseln und Waffen an. In dieser Nacht fliehen jedoch etwa 6.000 Mann des Stammes der Verbigeni in Richtung Rhein. Caesar befiehlt den umliegenden Germanenstämmen, sie zu verfolgen und zurückzubringen. Er nimmt die übrigen Helvetier, Tulingen, Latobringer und Boier in seine Obhut. Er befiehlt den Helvetiern, in ihre Heimat zurückzukehren und ihre zerstörten Städte wieder aufzubauen, und die Allobroger, sie mit Nahrung zu versorgen. Dies tut er auch, um zu verhindern, dass die Germanen das verlassene Gebiet der Helvetier besiedeln.

Caesar erfährt aus den Aufzeichnungen der Helvetier, dass über 368.000 Menschen ihre Heimat verlassen hatten, darunter über 90.000 bewaffnete Männer. Nur etwa 110.000 kehrten zurück.

Nach dem Sieg über die Helvetier kommen gallische Gesandte zu Caesar, um ihm zu gratulieren. Sie erkennen an, dass seine Intervention nicht nur Rom diente, sondern auch Gallien vor der Eroberung durch die Helvetier bewahrte. Sie bitten um die Erlaubnis, ein allgemeines gallisches Konzil abzuhalten, um wichtige Angelegenheiten zu besprechen. Während dieses Konzils enthüllt Diviciacus die Bedrohung durch Ariovistus, den König der Germanen. Ariovistus hat bereits einen Großteil des fruchtbarsten Landes der Sequaner besetzt und verlangt nun weitere Gebiete. Er behandelt die gallischen Adligen grausam und fordert Geiseln. Die Gallier fürchten, dass die Germanen ganz Gallien überrennen werden, wenn Rom nicht eingreift.

Caesar gegen Ariovistus

Caesar ist besorgt über die zunehmende germanische Präsenz und beschließt, Ariovistus entgegenzutreten. Er versucht, ein Treffen zu arrangieren, doch Ariovistus weigert sich, Caesar entgegenzukommen, und fordert ihn auf, zu ihm zu kommen. Caesar ist misstrauisch und fürchtet eine Falle. Er sendet ihm jedoch erneut Gesandte und fordert ihn auf, die Haeduer in Ruhe zu lassen, Geiseln zurückzugeben und keine weiteren Germanen über den Rhein zu bringen. Ariovistus lehnt ab und erklärt, dass er die gallischen Stämme nach ihrem Sieg im Krieg beherrsche. Er beschuldigt Caesar, seine Herrschaft durch seine Anwesenheit zu gefährden und droht ihm sogar.

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Caesar beschließt, Ariovistus zum Kampf zu zwingen. Als er sich Vesontio (Besançon) nähert, erfährt er, dass Ariovistus auf dem Weg dorthin ist. Caesar erreicht die Stadt zuerst und sichert sie. Die Nachricht von Ariovistus’ Ruf und der angeblichen Grausamkeit der Germanen verbreitet sich im römischen Lager und löst Angst aus. Caesar hält eine Ansprache, um den Mut seiner Soldaten wiederherzustellen, und versichert ihnen, dass die Versorgung gesichert ist. Er kündigt an, mit der zehnten Legion, der er am meisten vertraut, sofort aufzubrechen.

Die Soldaten sind von Caesars Rede ermutigt und bereit zum Kampf. Caesar marschiert sieben Tage lang und kommt Ariovistus’ Truppen nahe. Ariovistus schlägt ein Treffen vor, doch Caesar weigert sich, ohne Eskorte zu erscheinen, und Ariovistus weigert sich, ohne eine solche zu erscheinen. Sie einigen sich auf ein Treffen an einem Hügel, wobei beide Seiten zehn Männer als Eskorte mitbringen dürfen. Caesar wählt seine erfahrensten Soldaten der zehnten Legion. Während des Gesprächs beschuldigt Caesar Ariovistus der Verletzung von Vereinbarungen und fordert ihn auf, die Haeduer in Ruhe zu lassen. Ariovistus verteidigt seine Handlungen und beschuldigt Caesar, sich in seine Angelegenheiten einzumischen. Er droht Caesar sogar mit dem Tod.

Während des Gesprächs nähern sich germanische Reiter den Römern und werfen Steine. Caesar beendet das Gespräch und befiehlt seinen Männern, nicht zurückzuwerfen. Als die Nachricht von Ariovistus’ Arroganz und dem Angriff seiner Reiter die Runde macht, ist die Kampfmoral der Römer gestärkt. Ariovistus versucht, Caesar durch ständige Angriffe auf seine Versorgungslinien zu zermürben, doch Caesar hält stand. Schließlich treibt Caesar Ariovistus in eine Feldschlacht. Die Germanen werden in die Flucht geschlagen und fliehen zum Rhein. Nur wenige können fliehen, darunter Ariovistus selbst. Caesar verfolgt die fliehenden Germanen und tötet einen Großteil von ihnen.

Nachspiel und Ausblick

Nach dem Sieg über Ariovistus kehren die Germanen, die sich am Rhein versammelt hatten, in ihre Heimat zurück. Caesar beendet den Feldzug für dieses Jahr und überwintert seine Truppen im Gebiet der Sequaner. Er reist in die römische Provinz, um Verwaltungsangelegenheiten zu regeln.

“De Bello Gallico, Liber Primus” ist ein faszinierendes Zeugnis von Caesars militärischem und politischem Geschick. Es ist ein Werk, das nicht nur die Geschichte, sondern auch die Strategie und die Kunst der Kriegsführung beleuchtet und uns einen tiefen Einblick in die komplexen Beziehungen zwischen Rom und den gallischen Stämmen gewährt.