Manchmal geschehen Wunder, selbst in den chaotischsten WhatsApp-Gruppen von Kita, Sport und Schule. Kürzlich fand ich dort eine unerwartet große Auszeichnung: Die dringende Bitte, das Rezept für den Geburtstagskuchen zu teilen, den mein Vierjähriger für seine Kita-Freunde mitgebracht hatte. Das begeisterte Kind, das eigentlich jegliches Gebäck verabscheut, hatte meinen Kuchen auf der Stelle zum Lieblingspuffer erklärt. Kein Wunder, dachte ich mir: Es ist das beste Oma-Rezept, gelingt immer und schmeckt einfach jedem. Möchtet ihr es auch haben? Hier ist es! Für einen ganz besonderen Anlass wie den geburtstagskuchen 25 ist dieses Rezept perfekt.
Ein leckerer Gugelhupf, frisch gebacken und bereit zum Bestäuben.
Mehr als nur ein Kuchen: Die Geschichte des Omakuchens
Beim Kuchenbacken war für mich früher immer dieser eine ganz bestimmte Holzlöffel entscheidend. Viele Jahre lang glaubte ich, ohne diesen dunkel gemaserten und vom vielen Benutzen glatt polierten Stiel könnte man den Kuchen gar nicht richtig backen. Dieser Kuchen hieß in unserer Familie übrigens nie Geburtstagskuchen, sondern immer nur Omakuchen. Und er ist auch heute noch die erste Wahl, wenn es um einen geburtstagskuchen zum 25 geburtstag geht.
Ein alter Holzkochlöffel, der tief in cremigem Kuchenteig steckt.
Nur Oma hatte das genaue Rezept und den richtigen Dreh beim Rühren, um den Teig zu dieser wunderbar cremigen Konsistenz zu vermengen. Der Holzlöffel hatte seinen großen Auftritt immer am Schluss, wenn wir alle Zutaten auf Oma Johannas schwerem, runden Marmortisch in der senfgelben Schüssel vermischt hatten. Ich höre bis heute ihre Stimme in meinem Ohr, wie sie sich mit mir über die hellgelbe und mit Schokostücken gesprenkelte Masse beugt und sagt: „Der Teig ist dann genau richtig, wenn er schwer vom Löffel fällt.“ Und ich sehe vor mir, wie wir beide gebannt auf den Teig schauen, der sich langsam vom Löffel löst und mit einem satten „Plopp“ in der Schüssel landet – perfekt.
Natürlich gelingt der Kuchen auch mit dem Handrührer. Aber das mit dem Holzlöffel am Schluss, das habe ich bis heute beibehalten. Und um die Entscheidung, wann der Teig „genau richtig“ ist, kloppen sich meine Kinder heute übrigens fast genauso sehr wie darum, wer am Ende die Schüssel ausschlecken darf… Dieses Ritual macht den geburtstagskuchen 25 geburtstag zu einem echten Erlebnis.
Rezepte erzählen Geschichten – Barfuß in der Küche
Ich liebe es, dass zu Rezepten immer auch Geschichten gehören. Dass wir mit Mahlzeiten oft ein Gefühl, eine Anekdote, eine Erinnerung verbinden. Deswegen mag ich Claudis Kochbuch „Barfuß in der Küche“ auch so gern. Ob die Himbeertörtchen, bei denen ich jetzt immer an französische Patisserien denken muss, bei der Laaser Suppe, die sie von ihrer Oma kennt oder dem Rezept für die Pelmeni, das sie einem Gemeindenachmittag der Volkssolidarität während ihres Tageszeitungs-Volos verdankt – das Essen ist immer mindestens so spannend wie die Geschichte dahinter.
Das Kochbuch "Barfuß in der Küche" mit ansprechendem Coverdesign.
Außerdem ist es ein absolutes Familien-Allrounder-Kochbuch: Mit Rezepten für „Schnelles nach der Schule“, „Mamas Lunchdate“ oder „Wenn Freunde kommen“ – hier kann man sich bestens inspiriert einmal von vorn bis hinten durchkochen – und dann wieder von vorn loslegen. Seitdem das Kochbuch in unser Küchenregal eingezogen ist, haben wir familienintern übrigens einen neuen Naschkatzen-Hit: Das Snickers Semifreddo mit Kirschsoße – verboten gut! Wenn Sie Freunde oder Familie überraschen wollen, können Sie den kuchen verschicken geburtstag.
Das unwiderstehliche Omakuchen-Rezept für den Geburtstag
Eigentlich wollte ich Claudi mein Omakuchen-Rezept für „Barfuß in der Küche II“ unterjubeln – aber dort lest ihr ab Herbst nun von den formidablen Pflaumenklößen meiner anderen Oma. Auch wieder ziemlich unwiderstehlich. Doch jetzt und hier gibt’s für euch natürlich noch das versprochene Omageburtstagskuchen-Rezept. Und denkt an den Holzlöffel-Clou… Dieses Rezept ist so vielseitig, dass es sogar als Grundlage für einen geburtstagskuchen mit smarties dienen kann!
Hände rühren in einer großen Schüssel cremigen Kuchenteig mit einem Holzlöffel.
Zutaten für einen perfekten Gugelhupf
Für eine Gugelhupf-Form benötigen Sie:
- 250 Gramm weiche Butter
- 4 Eier (Größe M)
- 175 Gramm Zucker (ich variiere die Menge je nach gewünschtem Süßegrad – für mich tun’s auch 125 Gramm)
- 1 Päckchen Vanillezucker oder Mark von einer ausgekratzten Vanilleschote
- 400 Gramm Mehl (klassischerweise Weizenmehl Typ 405, ich nehme auch gern Dinkelmehl Typ 630)
- 1 Päckchen Backpulver
- 1 Päckchen gehobelte Mandeln oder Mandelstifte (100 Gramm)
- 1 Päckchen Schokotropfen (wenn’s schokoladiger werden soll, nehme ich auch mal 2)
- Abrieb von einer halben Bio-Zitrone
- ca. 150 ml Milch (ein wenig nach Gefühl)
- Semmelbrösel für die Form
- Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung Schritt für Schritt
- Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Eine Gugelhupfform fetten und mit Semmelbröseln auskleiden.
- Die weiche Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker (oder dem Vanillemark) aufschlagen, bis die Masse hellgelb und cremig ist.
- Danach die Eier einzeln gründlich unterrühren.
- Anschließend das Mehl mit dem Backpulver vermengen und nach und nach unter den Teig sieben. Wenn er zu zähflüssig wird, einen Schuss Milch zufügen. Weiterrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist.
- Dann nacheinander Mandeln, Schokotropfen und die geriebene Zitronenschale unterrühren. Auch hier gebe ich immer noch einen Schuss Milch zum Teig, bis er richtig schön glatt und cremig ist.
- Dann natürlich unbedingt die Holzlöffelprobe machen: Fällt der Teig schwer und satt vom Löffel? Wunderbar! Bleibt er am Löffel kleben, noch ein wenig Milch nachgießen und gut verrühren. Ist er zu flüssig, noch ein wenig Mehl untermengen.
- Wenn der Teig genau richtig ist, in die Form füllen und für 50-55 Minuten im Backofen auf mittlerer Schiene backen (variiert je nach Ofen).
- Nach 50 Minuten Stäbchenprobe machen. Bleibt nichts mehr kleben, den Kuchen auskühlen lassen, aus der Form stürzen und erst, wenn er vollständig abgekühlt ist, mit Puderzucker bestäuben. Hmmm…!
Wir freuen uns, wenn „Barfuß in der Küche“ auch bei euch einziehen darf! Welche Geschichte rankt sich um Euer Lieblingsrezept?
Alles Liebe,
Katia
