Die „Machbarkeitsstudie: Monitoring Politische Bildung in Deutschland“ widmet sich der Untersuchung der professionellen, statistischen und methodischen Voraussetzungen für die Etablierung eines wiederkehrenden Berichts zur politischen Bildung in Deutschland. In einer dynamischen Gesellschaft ist die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Förderung eines informierten Bürgerbewusstseins von entscheidender Bedeutung. Diese Studie ist ein wichtiger Schritt, um die Qualität und Reichweite der politischen Bildung systematisch zu erfassen und kontinuierlich zu verbessern.
Ein solches Monitoring zielt darauf ab, datengestützte und kriterienbasierte Einblicke in den Zustand der politischen Bildung zu liefern. Es soll Transparenz schaffen, Trends aufzeigen und Entscheidungsträgern sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren eine solide Grundlage für zukünftige Entwicklungen bieten. Die Machbarkeitsstudie konzentriert sich dabei auf die folgenden vier zentralen Bereiche des Bildungssystems, die jeweils unterschiedliche Aspekte und Herausforderungen der politischen Bildung abdecken:
Allgemein- und berufsbildende Schulen
Dieser Bereich beleuchtet die politische Bildung in allgemeinbildenden Schulen (Sekundarstufe I und II) sowie in berufsbildenden Schulen innerhalb des dualen Systems. Hier wird der Grundstein für das politische Bewusstsein junger Menschen gelegt, ihre Fähigkeit zur kritischen Reflexion und aktiven Teilhabe an der Gesellschaft gefördert. Die Integration politischer Bildung in den Lehrplänen dieser Schulen ist entscheidend, um Schülerinnen und Schülern die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen für eine mündige Bürgerschaft zu vermitteln. Die Rolle der Berufsschulen ist hierbei oft unterschätzt, da sie junge Erwachsene auf ihre Rolle als Arbeitnehmer und Bürger vorbereiten.
Hochschulen
Die Entwicklung von Indikatoren im Hochschulsektor umfasst nicht nur die formale, nicht-formale und informelle Bildung, sondern deckt auch das breite Feld der Forschung zur politischen Bildung ab. Hochschulen sind nicht nur Orte der Wissensvermittlung, sondern auch Zentren der kritischen Auseinandersetzung und des gesellschaftlichen Engagements. Sie bilden Multiplikatoren und zukünftige Entscheidungsträger aus, deren Verständnis für politische Prozesse und Zusammenhänge für die demokratische Entwicklung unerlässlich ist.
Lehrkräftebildung (Zweite und Dritte Phase)
In diesem Bereich werden die zweite und dritte Phase der Lehrkräftebildung, alternative Zugangs- und Quereinstiegswege sowie die Fort- und Weiterbildung aktiver Lehrkräfte ohne fachspezifische Qualifikation berücksichtigt. Die Qualität der politischen Bildung hängt maßgeblich von der Kompetenz und dem Engagement der Lehrenden ab. Eine fundierte Ausbildung und kontinuierliche Weiterentwicklung der Lehrkräfte ist daher unerlässlich, um aktuelle Themen und didaktische Konzepte effektiv in den Unterricht integrieren zu können. Vereine für berufliche Bildung können hier ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Qualifizierung von Fachkräften spielen.
Außerschulische Politische Bildung
Um die außerschulische politische Bildung zu erfassen, konzentriert sich die Studie sowohl auf die Schlüsselakteure in diesem Feld als auch auf (insbesondere öffentliche) Förderströme. Dieser Sektor zeichnet sich durch seine Flexibilität und die Fähigkeit aus, spezifische Zielgruppen anzusprechen und auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Von Jugendverbänden über Gedenkstätten bis hin zu lokalen Initiativen – die außerschulische Bildung ergänzt und vertieft die Inhalte der formalen Bildung auf vielfältige Weise und trägt maßgeblich zur Stärkung der Zivilgesellschaft bei. Organisationen wie ein Verein für berufliche Bildung e.V. leisten hier oft wichtige Beiträge.
Die datengestützte Berichterstattung orientiert sich an den Informationsbedarfen der Anbieter politischer Bildung und richtet sich an relevante administrative Akteure, bildungspolitische Entscheidungsträger und die Zivilgesellschaft. Ein zentrales Element ist dabei auch die Frage, wie Bildungsurlaub effektiv in diese Konzepte integriert werden kann, um eine breitere Teilnahme an politischen Bildungsangeboten zu ermöglichen. Berlitz Bildungsurlaub bietet beispielsweise Möglichkeiten zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung, die auch politische Bildungsinhalte umfassen können.
Die Machbarkeitsstudie untersucht im Detail:
- welche Aspekte der Landschaft der politischen Bildung in Deutschland in einem wiederkehrenden Bericht abgedeckt werden sollten und könnten;
- welche relevanten Datenquellen bereits existieren und für das Monitoring politischer Bildung genutzt werden können;
- welche Aspekte der politischen Bildung einer regelmäßigen Datenerhebung oder Daten von repräsentativer Qualität entbehren, und was erforderlich ist, um solche Daten zu erheben;
- welche Indikatoren auf der Grundlage der verfügbaren Daten konstruiert werden können; und
- welche Indikatoren für die weitere Datenerhebung priorisiert werden sollten.
Die Publikation des im Rahmen der Machbarkeitsstudie entwickelten Pilotmonitors finden Sie hier!
Neben den vier Bildungsbereichen selbst werden auch unterstützende Strukturen berücksichtigt, die in diesen Feldern bereits bestehen. Für die genannten Sektoren identifiziert die Machbarkeitsstudie, welche Informationsbedarfe und Daten bezüglich der Chancenstrukturen (z.B. Nähe zu Angeboten politischer Bildung, Qualifikationen der Lehrenden), der Bildungsprozesse (z.B. Lernzeit für politische Bildung, Teilnahme an Bildungsangeboten) und der Ergebnisse (z.B. politisches Wissen und Engagement) in Bezug auf die jeweiligen Zielgruppen berücksichtigt werden können und sollten.
Arbeitsstruktur der Machbarkeitsstudie
Warum ist datengestützte Berichterstattung notwendig?
Ein wiederkehrendes, datenbasiertes und sektorübergreifendes Monitoring der politischen Bildung ermöglicht unter anderem, eine Reihe von Vorteilen zu realisieren, die für die Weiterentwicklung und Stärkung der demokratischen Kultur in Deutschland unerlässlich sind.
- Institutionalisierung der öffentlichen Aufmerksamkeit: Es hilft, die politische Sichtbarkeit der politischen Bildung zu erhöhen und ihr einen festen Platz im öffentlichen Diskurs zu sichern.
- Systematisierung der Angebote: Durch die Erfassung und Analyse der vielfältigen und oft heterogenen Angebote wird eine systematische Übersicht geschaffen, die Vergleichbarkeit ermöglicht.
- Hervorhebung von Trends: Das Monitoring kann langfristige Entwicklungen und Veränderungen in der politischen Bildung aufzeigen, was für strategische Planungen unerlässlich ist.
- Generierung von Wissen über Teilnehmerinteressen und -erfahrungen: Es liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, was die Teilnehmenden motiviert und welche Erfahrungen sie machen, um Angebote bedarfsgerecht zu gestalten.
- Beleuchtung von Handlungsoptionen und Entwicklungsbedarfen: Die Ergebnisse helfen, konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung von Programmen zu identifizieren und umzusetzen.
- Identifizierung von Datendefiziten: Das Monitoring deckt Lücken in der Datenerfassung auf und initiiert eine konsistentere Datengenerierung über alle Sektoren hinweg.
- Bereitstellung eines Referenzpunktes für vertiefende Studien: Die gewonnenen Daten und Erkenntnisse dienen als Ausgangspunkt für weiterführende Forschung und Analysen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein fundiertes Monitoring der politischen Bildung in Deutschland nicht nur ein Instrument zur Bestandsaufnahme ist, sondern ein aktiver Beitrag zur Qualitätssicherung und zukunftsgerichteten Gestaltung dieses wichtigen Bildungsbereichs darstellt. Es schafft die Basis für informierte Entscheidungen und trägt maßgeblich zur Stärkung der demokratischen Resilienz in Deutschland bei.
