Chancengleichheit durch Bildungsförderung: Ein Blick auf Deutschland

In einem Land wie Deutschland, das für seine hohen Bildungsstandards und sozialen Sicherungssysteme bekannt ist, stellt sich dennoch für viele die Frage: Was tun, wenn die Rente zu gering ist oder das Leben von Grundsicherung, Bürgergeld und anderen Sozialleistungen bestritten werden muss? Bildung sollte keine Frage des Einkommens sein. Hier setzt die wichtige Arbeit von Initiativen wie dem Förderverein der Hamburger Volkshochschule, „Bildung Für Alle! e.V.“ an, die sich der serviceportal bildung ihk als eine zentrale Säule der sozialen Gerechtigkeit widmet.

Seit seiner Gründung im Jahr 2006 engagiert sich „Bildung für alle! e.V.“ (BFA) in enger Zusammenarbeit mit der Hamburger Volkshochschule (VHS) für die gezielte Bildungsförderung von Menschen mit geringem Einkommen. Für diese Zielgruppe sind selbst die bereits ermäßigten Kurse der VHS oft finanziell nicht tragbar. Die Gründung des Vereins erfolgte in einer Zeit, in der viele die Digitalisierung des Internets als Weg zur Wissensgesellschaft und zur umfassenden Demokratisierung der Bildung sahen. Doch die Erwartungen an diese neuen Möglichkeiten haben sich nur teilweise erfüllt, was die Förderung durch engagierte Vereine wie BFA umso dringlicher macht.

Bildung direkt vor der Haustür: Praxisbeispiele aus Hamburg

Getreu dem VHS-Leitsatz „Demokratie braucht Bildung“ plant, initiiert und unterstützt BFA Bildungsprojekte in einzelnen Stadtteilen, auch dort, wo die VHS selbst keine unmittelbare Präsenz hat. Dieser Ansatz öffnet Türen zu Bildungsangeboten für spezielle Zielgruppen, die sonst im Bildungsbereich chancenlos wären. So berichtet Kerstin Wolf, Mitarbeiterin der VHS, dass etwa 90 Prozent dieser Kursteilnehmer über Multiplikatoren wie Jobcenter, Selbsthilfegruppen und andere Einrichtungen vermittelt werden. Viele Interessierte verfügen über keinen E-Mail-Zugang und benötigen Unterstützung bei Kursanmeldungen sowie Förderanträgen. Dies bedeutet konkret, „Bildung vor die Haustür zu bringen“, so Wolf. Ein beeindruckendes Beispiel ist Lakhdar Alkama, der durch die Förderung der VHS und BFA nicht nur Deutschkurse, sondern auch Englischunterricht besuchen konnte. Ohne diese Unterstützung wäre dies für ihn unmöglich gewesen. Er berichtet erleichtert: „Ich bin so froh, dass ich keine Blockade mehr habe beim Schreiben und Lesen.“ Dies unterstreicht die enorme Bedeutung solcher Angebote für die persönliche Entwicklung und Integration. Ein tieferer Einblick in etre bildung verdeutlicht die Vielfalt der Bildungswege, die Menschen in Deutschland offenstehen.

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Persönliche Erfolgsgeschichten und die Herausforderungen der Pandemie

Kerstin Wolf, die für die VHS Hamburg zwischen dem Grundbildungszentrum in Billstedt und dem Borner Lernen im Zentrum (BLiZ) in Osdorf pendelt, kennt viele solcher Geschichten. Sie erzählt von Kursen, in denen Förderer und Geförderte gemeinsam lernen, oft ohne Kenntnis der individuellen Voraussetzungen der anderen. Die Förderung durch BFA beschränkt sich dabei nicht nur auf niedrigschwellige Bildungsangebote, sondern umfasst auch Standardkurse der VHS. Christian H. beispielsweise interessierte sich für einen Schneiderkurs, in dem er eigene Projekte umsetzen konnte. Ohne die Unterstützung von „Bildung für alle! e.V.“ hätte sich der Rentner die Kursgebühren von 129 Euro nicht leisten können. „Die Unterstützung war sehr hilfreich. Ich wünsche mir, dass es weitergeht“, äußert er hoffnungsvoll.

Die Corona-Pandemie brachte jedoch neue Herausforderungen mit sich. Präsenzunterricht war nur noch unter erschwerten Bedingungen oder gar nicht mehr möglich, was das Internet zu einem entscheidenden Hilfsmittel machte, um Kursangebote der VHS aufrechtzuerhalten. Amalia Holst (Name geändert) bedauerte, dass ihr Französischkurs „Le français pour l’été“, der durch BFA gefördert wurde, unterbrochen werden musste. „Wenn es das nicht gäbe, könnte ich mich gar nicht weiterentwickeln“, fasst sie die Bedeutung der Förderung für sie zusammen.

Die Säulen der Bildungsförderung: Engagement und Spenden

Die engagierte Arbeit von „Bildung für alle! e.V.“ wird erst durch den unermüdlichen Einsatz der Mitglieder, die intensive Mitarbeit der Ehrenamtlichen und Spenden möglich. Besonders die Vereinsinitiative „Mein Euro für die Bildung“ ist von überragender Bedeutung, um die Förderung leisten zu können. Der Vereinsvorsitzende Hans-Hermann Groppe erklärt, dass Spenden in Höhe von einem bis 100 Euro eingehen, oft von zufriedenen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern, wobei der Spendendurchschnitt bei etwa 5 Euro liegt. Auf diese Weise sammelt BFA jährlich rund 30.000 Euro, die direkt in die Bildungsförderung fließen. Die Spendenbereitschaft, die durch „Bildungsbotschafter“ in den Kursen und den Austausch in VHS-Büros entsteht, ist weitgehend konstant, betont Groppe: „Aber jeder Euro mehr ist natürlich willkommen!“ Auch Projektideen, die unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft sind, werden gerne aufgenommen und können kooperativ umgesetzt werden. Im Kontext dieser Förderungen sind auch innovative Ansätze in Bereichen wie der lithium ionen technologie entscheidend, um die Zukunft der Bildung und Technologie in Deutschland zu gestalten.

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Das vorrangige Ziel von „Bildung für alle! e.V.“ bleibt es, möglichst allen Menschen, insbesondere den finanziell Schwachen, Bildung zu ermöglichen. Es ist gewiss, dass die Armutsproblematik in Hamburg durch Initiativen wie BFA nicht vollständig gelöst werden kann, aber sie wird zumindest im Bereich der Bildung maßgeblich gemindert. Möglicherweise wird dann doch eines Tages das sprichwörtliche „Sol lucet omnibus“ wahr – die Sonne scheint für alle.

Wenn Sie mehr über die vielfältigen Möglichkeiten der Bildungsförderung in Deutschland erfahren oder selbst einen Beitrag leisten möchten, informieren Sie sich über lokale Initiativen und Volkshochschulen in Ihrer Nähe. Bildung ist ein Grundrecht und eine Investition in die Zukunft.