Deutschlands politische Bildungslandschaft: Einblicke von Experten

Die politische Bildung in Deutschland ist ein komplexes und vielschichtiges Feld, das von einer breiten Palette an Akteuren gestaltet wird. Von Universitäten über außer-schulische Bildungseinrichtungen bis hin zu Verbänden – überall wird daran gearbeitet, Bürgerinnen und Bürger zu mündigen und informierten Teilhabern an der Demokratie zu machen. Dieser Artikel beleuchtet die Vielfalt und die Kernaspekte dieses wichtigen Sektors, basierend auf den Einblicken zahlreicher Experten, die sich dem Thema widmen.

Die politische Bildungsarbeit in Deutschland ist geprägt von einer langen Tradition und einer ständigen Weiterentwicklung, um den sich wandelnden gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen gerecht zu werden. Ziel ist es, Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe zu befähigen, politische Prozesse zu verstehen, sich aktiv einzubringen und fundierte Urteile zu bilden.

Vielfalt der Akteure und Institutionen

Die Landschaft der politischen Bildung ist breit gefächert. Zahlreiche Persönlichkeiten, wie die hier vorgestellten Experten, tragen mit ihrer Forschung, Lehre und publizistischen Arbeit maßgeblich zur Gestaltung und Weiterentwicklung der politischen Bildung bei. Dazu gehören Professoren an Universitäten und Hochschulen, wissenschaftliche Mitarbeiter, Studienräte, Lehrer und Fachleiter im Schuldienst sowie Mitarbeiter in verschiedenen Bildungswerken und Verbänden.

Christoph Bauer, promoviert in der Didaktik der Sozialwissenschaften, forscht an der Goethe-Universität Frankfurt/M. zu Fragen der politischen Bildung. Ähnlich widmet sich Helmut Bremer, Professor an der Universität Duisburg-Essen, der politischen Erwachsenenbildung und der Milieu- und Habitusanalyse. Carsten Bünger von der Technischen Universität Darmstadt forscht zur Mündigkeit und zur Politizität der Bildung, während Paul Ciupke, Mitglied des Leitungsteams im Bildungswerk der Humanistischen Union NRW, sich mit der Geschichte und Didaktik der außerschulischen politischen Bildung beschäftigt.

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Andreas Eis, Juniorprofessor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, konzentriert sich auf europapolitische Bildung und Diversität in der Demokratiebildung. Andreas Füchter, Studiendirektor und Lehrbeauftragter, legt seinen Fokus auf Diagnostik und Förderung im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht. Susann Gessner, promoviert zu jugendlichen Migranten und politischem Unterricht, arbeitet an der Justus Liebig Universität Gießen.

Benno Hafeneger, Professor für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt außerschulische Jugendbildung an der Philipps-Universität Marburg, ist eine Schlüsselfigur in der außerschulischen Jugendbildung. Juliane Hammermeister promoviert über die Möglichkeit des Kritiklernens im politischen Unterricht. Peter Henkenborg, Professor für Didaktik der politischen Bildung an der Philipps-Universität Marburg, beschäftigt sich mit Theorie der Politischen Bildung und empirischer Unterrichtsforschung.

Klaus-Peter Hufer, apl. Professor an der Universität Duisburg-Essen, ist Autor zahlreicher Schriften zur politischen Bildung und Erwachsenenbildung. Ingo Juchler, Professor für Politische Bildung an der Universität Potsdam, erforscht die Kompetenzorientierung und außerschulische Lernorte. Annette Kammertöns, Honorarprofessorin an der Ruhr-Universität Bochum, beschäftigt sich mit Urteilsbildung und Seminaren an Hochschulen. Tom Kehrbaum arbeitet für den Vorstand der IG Metall an der Entwicklung gewerkschaftlicher Bildung.

Christian Kirschner, Student der Soziologie und Erziehungswissenschaft, ist als Bildungsreferent in der außerschulischen politischen Jugendbildung tätig. Alexander Lahner, promoviert in Theorie und Praxis der politischen Jugendbildung, lehrt an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften München. Bettina Lösch, akademische Rätin an der Universität Köln, forscht zu Demokratietheorie, kritischer politischer Bildung und Globales Lernen. Mathias Lotz, Student an der Philipps-Universität Marburg, engagiert sich im Bereich der politischen Bildung. Stephan Lünser, Studiendirektor und Lehrer, ist in der Lehrerausbildung tätig.

Peter Massing, Professor für Politikwissenschaft und Politikdidaktik an der Freien Universität Berlin, konzentriert sich auf Konzeptionen politischer Bildung und Demokratietheorie. Andreas Michelbrink, Geschäftsführer von ver.di Bildung, gestaltet die gewerkschaftliche Bildungsarbeit mit. Klaus Moegling, Studiendirektor und apl. Professor, forscht zu ökonomischer Bildung und fächerübergreifendem Unterricht. Bernd Overwien, Professor an der Universität Kassel, leitet das Fachgebiet Didaktik der politischen Bildung und forscht zu Bildung für nachhaltige Entwicklung.

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Henrik Peitsch, Geschäftsführer der DVPB/Landesverband Niedersachsen, hat einen Lehrauftrag für Didaktik der politischen Bildung. Sven Rößler, wissenschaftliche Lehrkraft an der Universität Oldenburg, promoviert zu einer Didaktik der Moderne nach Hannah Arendt. David Salomon, Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität Siegen, forscht zu Demokratietheorie und politisch-ästhetischer Mediendidaktik.

Wolfgang Sander, Professor für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen, hat zahlreiche Werke zur politischen Bildung veröffentlicht. Johannes Schillo, freier Journalist und Redakteur, ist in der non-formalen Bildung tätig und beschäftigt sich mit Trends der politischen Bildung. Gerd Steffens, emeritierter Professor für Politische Bildung und ihre Didaktik, publiziert zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Jana Trumann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen, forscht zu Erwachsenenbildung, politischer Partizipation und Bildungspolitik.

Oliver Venzke, stellvertretender Leiter eines Bezirks der IG BCE, setzt innovative Bildungsansätze um. Benedikt Widmaier, Direktor der Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz, engagiert sich in der politischen Bildung und Jugendarbeit. Alexander Wohnig, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen, promoviert zum Verhältnis von sozialem und politischem Lernen.

Kernbereiche und Herausforderungen

Die Arbeit dieser Experten deckt ein breites Spektrum an Themen ab, darunter:

  • Theorie und Didaktik der politischen Bildung: Wie kann politische Bildung effektiv gestaltet werden, um mündige Bürgerinnen und Bürger zu fördern?
  • Kompetenzorientierung: Welche Kompetenzen sind für die Teilhabe an der Demokratie unerlässlich?
  • Subjektorientierte Bildung: Wie kann die politische Bildung die individuellen Erfahrungen und Perspektiven der Lernenden berücksichtigen?
  • Demokratiebildung und Partizipation: Wie können Lernende ermutigt werden, sich aktiv am demokratischen Prozess zu beteiligen?
  • Kritische politische Bildung: Wie kann eine Bildung gefördert werden, die gesellschaftliche Missstände aufdeckt und zur Veränderung anregt?
  • Umgang mit Diversität und Migration: Wie kann politische Bildung inklusiv gestaltet werden und den Herausforderungen einer vielfältigen Gesellschaft gerecht werden?
  • Außerschulische politische Bildung: Welche Rolle spielen Bildungseinrichtungen außerhalb der Schule?
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen: Wie können Lernende zu globaler Verantwortung und nachhaltigem Handeln befähigt werden?
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Diese vielschichtigen Ansätze spiegeln die Komplexität der politischen Bildungsarbeit in Deutschland wider. Die ständige Auseinandersetzung mit neuen Herausforderungen, wie der Digitalisierung, der Zunahme von Desinformation oder den globalen Krisen, erfordert eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte und Methoden.

Die Bedeutung von politischer Bildung für die Demokratie

Die vorgestellten Experten und ihre Arbeiten unterstreichen die zentrale Bedeutung der politischen Bildung für das Gelingen der Demokratie. Sie leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur politischen Partizipation, zur Förderung von Toleranz und Respekt sowie zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Indem sie Menschen befähigt, sich informiert und kritisch mit politischen und gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen, legt die politische Bildung das Fundament für eine lebendige und wehrhafte Demokratie.

Die kontinuierliche Forschung, die Entwicklung innovativer Lehrmaterialien und die engagierte Bildungsarbeit an den verschiedenen Lernorten sind entscheidend, um auch zukünftigen Generationen die Werkzeuge für eine aktive und verantwortungsvolle Teilhabe am demokratischen Prozess an die Hand zu geben. Die breite Expertise, die in der deutschen politischen Bildungslandschaft vorhanden ist, ist eine wertvolle Ressource, die es zu nutzen und zu fördern gilt.