Deutschland ist bekannt für sein umfassendes Bildungssystem, das von der frühkindlichen Erziehung bis zur Hochschulbildung reicht. Ein zentraler Pfeiler der Bildungslandschaft, der oft im Schatten der schulischen Lehrpläne steht, sind die Bildungspläne der Bundesländer. Diese essentiellen Dokumente legen die Grundsätze für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und in der Tagespflege fest und sind von unschätzbarem Wert für die Entwicklung der jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Ihr primäres Ziel ist es, die pädagogische Qualität im Elementarbereich signifikant zu verbessern und jedem Kind die bestmöglichen Entwicklungschancen zu bieten. Sie repräsentieren einen entscheidenden Schritt in Richtung einer ganzheitlichen und zukunftsorientierten frühkindlichen Pädagogik in ganz Deutschland. Diese Pläne sind nicht nur Empfehlungen, sondern bieten einen umfassenden Rahmen, der die Weichen für lebenslanges Lernen stellt und die Weichen für unsere öffentliche bildungseinrichtungen legt.
Was sind Bildungspläne und warum sind sie wichtig?
Seit 2004 hat jedes Bundesland in Deutschland eine eigene Publikation – sei es ein Orientierungsplan, ein Bildungsprogramm, ein Rahmenplan oder ein Bildungs- und Erziehungsplan – veröffentlicht. Diese oft mehrere hundert Seiten umfassenden Werke beschreiben detailliert, wie die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und der Tagespflege gestaltet werden sollen. Es handelt sich hierbei um ein politisches Vorhaben mit dem klaren Ziel, die pädagogische Qualität im Elementarbereich maßgeblich zu steigern.
Die Altersspanne, die von diesen Bildungsplänen abgedeckt wird, variiert stark zwischen den Bundesländern. Einige beschränken sich auf das Kleinkindalter von drei bis sechs Jahren, während andere auch die Betreuung von unter Dreijährigen einbeziehen. Wiederum andere Pläne erstrecken sich über den Zeitraum von der Geburt bis zum zehnten oder sogar vierzehnten Lebensjahr und sind somit auch für Schulen relevant.
Es ist wichtig zu betonen, dass Bildungspläne keine starren Lehrpläne oder Curricula sind und auch keine Rechtsverordnungen darstellen. Vielmehr haben sie den Charakter von Empfehlungen, die den Fachkräften und Tagespflegepersonen als Orientierung dienen sollen. Sie beschreiben, wie die gesetzlichen Vorgaben in der Praxis umgesetzt werden können. Eine gewisse Verbindlichkeit erhalten sie jedoch durch ihre Rückbindung an bestehende Gesetze und Verordnungen. In einigen Bundesländern wurden sogar Vereinbarungen mit den Trägerverbänden geschlossen, die sich dazu verpflichten, die konsequente Umsetzung der Bildungspläne in ihren Kindertageseinrichtungen zu gewährleisten. Dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit und Relevanz dieser Dokumente für das gesamte System der frühkindlichen Bildung und für das institut für moderne bildung.
Kernelemente der Bildungspläne: Ein Überblick
Die Bildungspläne der deutschen Bundesländer weisen trotz regionaler Unterschiede bemerkenswerte Ähnlichkeiten in ihren Inhalten auf. Typischerweise beginnen sie mit einer Betrachtung des gesellschaftlichen Rahmens und formulieren grundlegende Leitgedanken, die das Bildungsverständnis sowie die Bedeutung von Spiel und Lernen umfassen. Ein zentraler Aspekt ist dabei stets die Skizzierung des zugrunde liegenden Bildes vom Kind.
Darauf aufbauend werden konkrete Bildungs- und Erziehungsziele sowie die von den Kindern zu erwerbenden (Basis-)Kompetenzen beschrieben. Der Hauptteil der Bildungspläne widmet sich der detaillierten Vorstellung verschiedener Bildungs- und Erziehungsbereiche bzw. Lern- und Erfahrungsfelder. Darüber hinaus behandeln die Pläne wichtige Querschnittsthemen wie die demokratische Teilhabe und Partizipation der Kinder, die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund und von Kindern mit Behinderungen. Auch die Unterstützung von Kindern mit Entwicklungsrisiken und Verhaltensauffälligkeiten, die Bedeutung von Beobachtung und Dokumentation, die Zusammenarbeit mit Eltern und die Übergänge – insbesondere von der Familie in die Kindertagesbetreuung und vom Kindergarten in die Schule – finden ausführlich Beachtung.
Der letzte Teil der Bildungspläne enthält oft Aussagen über die Anforderungen an die Fachkräfte, darunter Aspekte wie Aus- und Fortbildung, Professionalität sowie Qualitätsentwicklung und -sicherung. Auch die Selbst- und Fremdevaluation sowie die Aufgaben des Trägers werden hier erörtert. Einige Pläne bereichern den Inhalt zusätzlich mit Praxisbeispielen, Reflexionsfragen und detaillierten Qualitätskriterienkatalogen.
Das kompetente Kind: Ein zentrales Bild der frühkindlichen Pädagogik
Die moderne Hirnforschung sowie die Lern- und Entwicklungspsychologie haben in den letzten Jahren unser Verständnis von Kindern revolutioniert. Babys, Klein- und Kleinstkinder werden heute als “kleine Forscher” betrachtet, die von Natur aus neugierig sind und mit all ihren Sinnen ihre Umgebung erkunden. Sie sammeln selbsttätig Erfahrungen, lösen eigenständig Probleme, entwickeln kontinuierlich neue Kompetenzen und eignen sich immer mehr Wissen an. Dabei wachsen sie sowohl an Fehlern als auch an Erfolgen.
Diese Erkenntnisse zeichnen ein Bild von Kindern als lernfähige und wissbegierige Individuen, die ihre eigenen Entwicklungsprozesse aktiv gestalten und ihr Wissen über die Welt selbst konstruieren. Es ist erwiesen, dass Menschen in ihren ersten Lebensjahren ein Vielfaches mehr lernen als in späteren Entwicklungsphasen. Aus diesem Grund werden Kinder in den Bildungsplänen als kompetente Personen verstanden, die eigenaktiv und selbstständig ihre Umwelt erforschen. Ihr Lernen findet dabei stets in konkreten sozialen Situationen und in Interaktionen mit Erwachsenen und anderen Kindern statt. Sie sind auf vielfältige Anregungen und Unterstützung von Seiten der Fachkräfte und Tagespflegepersonen angewiesen, um ihr volles Potenzial entfalten zu können.
Der umfassende Bildungsbegriff: Ein lebenslanger Prozess
Angesichts der immensen Bedeutung der frühen Kindheit für den späteren schulischen und gesamten Lebenserfolg ist es das erklärte Ziel, Kleinkinder in Tageseinrichtungen und Tagespflege intensiv und individuell zu fördern. Sie sollen optimale Entwicklungschancen erhalten, die das Fundament für ihre weitere Bildungsbiografie legen. In den Bildungsplänen wird Bildung als ein lebenslanger Prozess definiert, der bereits mit der Geburt beginnt. Die frühkindliche Bildung stellt somit den Grundstein dar, auf dem alle späteren Bildungsbemühungen aufbauen.
Bildung wird hier als eine aktive Aneignungstätigkeit der Kinder verstanden. Die Rolle der Fachkräfte und Tagespflegepersonen besteht darin, diese Aneignungsprozesse gezielt zu stimulieren, unterstützend zu begleiten und bewusst zu fördern. Eine solche individuelle Förderung setzt eine intensive Beobachtung jedes einzelnen Kindes voraus. Nur so können seine spezifischen Stärken und Schwächen, seine individuellen Lernbedürfnisse und Interessen präzise erfasst und dokumentiert werden. Erst dann ist es möglich, jedem Kind “maßgeschneiderte” Bildungsangebote zu unterbreiten, die es dort abholen, wo es in seiner Entwicklung steht.
Spiel und Lernen werden in diesem Kontext als zwei untrennbare Seiten derselben Medaille betrachtet. Dementsprechend dominieren in Tageseinrichtungen und Tagespflege spielerische und informelle Lernformen. Ein schulisches Lernen im herkömmlichen Sinne hat hier keinen Platz, da der Fokus auf einer kindgerechten und entwicklungsorientierten Förderung liegt. Dies ist ein Kernelement der bildung und beratung in diesem Bereich.
Drei Formen frühkindlicher Bildung
Grundsätzlich lassen sich in der frühkindlichen Pädagogik drei zentrale Formen der Bildung unterscheiden, die eng miteinander verknüpft sind und die Entwicklung des Kindes umfassend fördern:
- Selbstbildung: Dies bezeichnet die eigenaktive Aneignung der Welt durch das Kind selbst. Kinder erforschen selbstständig ihre materielle, soziale und kulturelle Umwelt. Dabei lernen sie, sich handelnd in dieser Umwelt zu behaupten und ihren Platz zu finden. Sie sind von Natur aus neugierig und experimentierfreudig.
- Ko-konstruktive Bildung: Bei dieser Form lernen Kinder sowohl miteinander als auch voneinander. Dies geschieht, wenn sie zu zweit oder in einer Kleingruppe spielen, gemeinsam ihre Umgebung und die dort vorhandenen Materialien erkunden, Probleme und Konflikte lösen oder einfach im Dialog sind. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Lernen von der Fachkraft bzw. Tagespflegeperson, die sich aktiv an den Aktivitäten und Gesprächen der Kinder beteiligt, jedoch primär als Spiel- und Lernpartnerin agiert. In der ko-konstruktiven Interaktion behalten die Kinder stets die Initiative und bestimmen den Verlauf der Interaktion.
- Lehren und Lernen: Hierbei bereiten Pädagoginnen und Pädagogen oder Tagesmütter gezielte Aktivitäten vor, die auf spezifische Bildungsziele ausgerichtet sind. Dazu gehören beispielsweise Beschäftigungen, Bewegungsspiele, Bastelarbeiten, Tänze, Übungen, Projekte oder Exkursionen. Durch diese Angebote sollen den Kindern bestimmte Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt werden. In Kindertageseinrichtungen sind solche Bildungsangebote oft in Wochenplänen ausgewiesen oder stehen unter einem bestimmten (Monats-)Thema, um eine strukturierte Förderung zu gewährleisten.
Umsetzung in der Praxis: Rolle der Fachkräfte und räumliche Gestaltung
Die Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Selbstbildung und des ko-konstruktiven Lernens zwischen Kindern. Dies gelingt ihnen durch ein gut durchdachtes, offenes Bildungsangebot. Sie gestalten beispielsweise verschiedene Lernbereiche in ihrem Gruppenraum und in Nebenräumen, die die Neugier, Fantasie, Wissbegierde und Begeisterungsfähigkeit der Kinder anregen. Durch das Auslegen immer neuer, anregender Materialien wird die Entdeckungsfreude der Kinder gefördert. Zudem wird ausreichend Zeit für das Freispiel eingeplant, in dem die Kinder ihren eigenen Interessen und Impulsen folgen können.
In Kindertageseinrichtungen, in denen die Gruppenstrukturen (weitgehend) aufgelöst wurden, finden sich häufig sogenannte Funktionsräume. Beispiele hierfür sind ein “Atelier”, ein Bewegungsraum oder eine Lernwerkstatt. Diese Räume sind jeweils einem oder mehreren spezifischen Bildungsbereichen gewidmet und bieten den Kindern die Möglichkeit, den Lernbereich bzw. Funktionsraum auszuwählen, der sie am meisten interessiert, und die dortigen vielfältigen Lernmöglichkeiten eigenständig zu nutzen.
In der Tagespflege ist das Angebot an Raum und Materialien naturgemäß nicht so umfangreich wie in größeren Kindertageseinrichtungen. Dies wird jedoch oft durch eine geringere Konkurrenz um die Spielobjekte ausgeglichen. Wenn nur ein Kind betreut wird, kann ko-konstruktives Lernen zwischen Kindern dadurch ermöglicht werden, dass häufig öffentliche Spielplätze oder ähnliche Orte aufgesucht werden, wo andere Kinder anzutreffen sind. Dies fördert die sozialen Interaktionen und bietet wichtige Lerngelegenheiten, die auch im Rahmen von kultur macht stark 2023 eine Rolle spielen.
Vielfältige Kompetenzen als Bildungsziele
In den Bildungsplänen wird ein besonderes Augenmerk auf die Förderung vielfältiger (Basis-)Kompetenzen gelegt, die Kinder in Kindertageseinrichtungen und in der Tagespflege erwerben und weiterentwickeln sollen. Diese Kompetenzen sind entscheidend für eine umfassende Persönlichkeitsentwicklung und bereiten die Kinder auf zukünftige Herausforderungen vor. Zu diesen Schlüsselkompetenzen gehören beispielsweise:
- Kognitive Kompetenzen: Dazu zählen das Sprachvermögen, die Denkfähigkeit, das Gedächtnis, Problemlösefertigkeiten, Fantasie, Neugier, Lern- und Leistungsmotivation, Ausdauer, Konzentration sowie die lernmethodische Kompetenz. Diese Fähigkeiten bilden die Grundlage für intellektuelles Wachstum.
- Soziale Kompetenzen: Hierunter fallen die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Konfliktmanagement, Mitbestimmung, Empathie, die Achtung des Anderen, Toleranz für individuelle Unterschiede und kulturelle Vielfalt sowie Solidarität. Diese Kompetenzen ermöglichen ein harmonisches Zusammenleben und eine erfolgreiche Interaktion in der Gemeinschaft.
- Personale Kompetenzen: Diese umfassen Eigenständigkeit, Selbstregulation, ein positives Selbstbild, Selbstbewusstsein, Resilienz, Wertorientierung, moralische Urteilsbildung, demokratische Grundhaltungen, Verantwortungsbereitschaft, Kreativität und ästhetisches Empfinden. Sie stärken die individuelle Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl der Kinder.
- Körperbezogene Kompetenzen: Hierzu gehören Körperbeherrschung, grob- und feinmotorische Fähigkeiten, Bewegungsfreude, gesundheitsförderndes Verhalten und ein positives Gefühl für den eigenen Körper. Diese Kompetenzen fördern die körperliche Entwicklung und das Wohlbefinden.
Es ist jedoch von größter Bedeutung, dass diese und ähnliche Kompetenzen nicht isoliert gefördert werden. Stattdessen wird ein ganzheitliches und allseitiges Lernen angestrebt, bei dem die verschiedenen Kompetenzbereiche miteinander in Verbindung stehen und sich gegenseitig beeinflussen. Dieser integrierte Ansatz stellt sicher, dass Kinder in ihrer gesamten Entwicklung gestärkt werden.
Bildungs- und Erziehungsbereiche im Detail
Die Bildungspläne differenzieren verschiedene Bildungsbereiche, in denen die bildenden Aktivitäten stattfinden und die genannten Kompetenzen entwickelt werden sollen. Diese Bereiche sind nicht als starre Fächer zu verstehen, sondern als integrierte Lernfelder:
- Sprache(n), Kommunikation und Schriftkultur (“Literacy”): Fördert die Ausdrucksfähigkeit, das Verständnis und den frühen Umgang mit Schrift.
- Mathematische, naturwissenschaftliche und technische Bildung, Umwelterziehung, Naturerfahrung: Entwickelt logisches Denken, Experimentierfreude und Umweltbewusstsein.
- Umgang mit Medien, Informations- und Kommunikationstechnik: Bereitet auf einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien vor.
- Kultur und Gesellschaft, interkulturelle Bildung: Vermittelt Wissen über kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Zusammenhänge.
- Soziales Lernen: Stärkt soziale Fähigkeiten wie Empathie, Kooperation und Konfliktlösung.
- Musische, ästhetische und kulturelle Bildung, Theater, bildnerisches und handwerkliches Gestalten: Fördert Kreativität, Ausdrucksfähigkeit und Sinn für Ästhetik.
- Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport: Unterstützt die grob- und feinmotorische Entwicklung sowie die Freude an Bewegung.
- Gesundheits- und Ernährungserziehung: Sensibilisiert für gesunde Lebensweisen und Ernährung.
- Sinnesschulung: Schärft die Wahrnehmung durch gezielte Förderung der fünf Sinne.
- Persönlichkeitsbildung: Stärkt das Selbstbewusstsein und die Eigenverantwortung.
- Religiöse und ethische Erziehung: Vermittelt Werte und fördert die moralische Urteilsbildung.
Diese Unterscheidung der Bereiche bedingt jedoch keine Aufteilung nach Fächern wie in der Schule. Bildungspläne sind keine Lehrpläne. Das pädagogische Programm in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege ist vielmehr durch das Prinzip der ganzheitlichen Förderung geprägt. Das bedeutet, die einzelnen Bildungsbereiche stehen nicht isoliert da, sondern durchdringen sich gegenseitig. Bei den meisten Aktivitäten ist es möglich, mehrere Förderbereiche gleichzeitig umzusetzen. Dies gilt insbesondere für Projekte. Für alle Bildungs- und Erziehungsbereiche werden in den Bildungsplänen beispielsweise Leitgedanken, Ziele, didaktische Anleitungen, methodische Hinweise, Anregungen, Beispiele zur Umsetzung und Reflexionsfragen formuliert. Diese dienen aber lediglich der Orientierung und belassen den Fachkräften und Tagespflegepersonen einen großen pädagogischen Freiraum, um auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Dieser Freiraum ist auch entscheidend für eine effektive bildungsberatung ausbildung.
Unterstützende Materialien und Weiterentwicklung
Um die Umsetzung der Bildungspläne in der Praxis zu erleichtern und zu vertiefen, wurden in den meisten Bundesländern umfangreiche Handreichungen veröffentlicht. Diese Materialien widmen sich der detaillierten Darstellung von Teilbereichen, wie beispielsweise der Sprachförderung von Kleinkindern, der mathematisch-naturwissenschaftlichen Bildung, der Entwicklungsdokumentation oder der Evaluation der Umsetzung des Orientierungsplans. Sie bieten praktische Anleitungen und wertvolle Hintergrundinformationen für die pädagogischen Fachkräfte.
Darüber hinaus gibt es häufig Faltblätter oder Broschüren, die speziell an Eltern gerichtet sind. Diese Publikationen fassen die wichtigsten Aussagen der Bildungspläne in einer verständlichen Form zusammen, um Eltern über die Bildungs- und Erziehungsarbeit in den Kindertageseinrichtungen und der Tagespflege zu informieren und sie in den Bildungsprozess ihrer Kinder einzubeziehen. Solche Veröffentlichungen sind in der Regel auf den Websites der zuständigen Länderministerien zugänglich und bilden eine wichtige Brücke zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen Bildungseinrichtungen und Familien.
Fazit: Die Bildungspläne als Kompass für die Zukunft unserer Kinder
Die Bildungspläne der Bundesländer sind weit mehr als nur bürokratische Richtlinien; sie sind der Kompass, der die frühkindliche Bildung in Deutschland lenkt und ihr ein zukunftsorientiertes Fundament gibt. Indem sie das Kind als selbstständigen, kompetenten Forscher begreifen, der aktiv seine Welt gestaltet, tragen sie maßgeblich dazu bei, optimale Entwicklungsbedingungen zu schaffen. Die Pläne betonen einen umfassenden Bildungsbegriff, der die lebenslange Entwicklung eines Individuums bereits ab der Geburt berücksichtigt und spielerisches, ko-konstruktives sowie gezieltes Lernen miteinander verbindet.
Sie definieren klare Bildungs- und Erziehungsziele, die ein breites Spektrum an kognitiven, sozialen, personalen und körperbezogenen Kompetenzen abdecken und deren ganzheitliche Förderung in den Mittelpunkt stellen. Die detaillierte Beschreibung der Bildungs- und Erziehungsbereiche, kombiniert mit dem Prinzip der ganzheitlichen Förderung, stellt sicher, dass Kinder nicht nur Wissen anhäufen, sondern auch ihre Persönlichkeit umfassend entfalten können.
Für Eltern und pädagogische Fachkräfte gleichermaßen sind diese Bildungspläne unverzichtbare Orientierungshilfen. Sie ermöglichen eine bewusste und qualitätsvolle Gestaltung des pädagogischen Alltags, fördern die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Einrichtung und legen somit den Grundstein für einen erfolgreichen Lebensweg unserer Kinder. Wer sich für die Bildung und Entwicklung der Kleinsten in Deutschland interessiert oder als Elternteil die bestmögliche Förderung für sein Kind sucht, sollte sich unbedingt mit diesen wegweisenden Dokumenten auseinandersetzen. Sie sind der Schlüssel zu einer chancengerechten und qualitativ hochwertigen frühkindlichen Bildung in Deutschland.
Referenzen
- Textor, M. R. (2019). Bildungspläne der Bundesländer. Verfügbar unter: https://kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/bildung-erziehung-betreuung/1951
