Eine Blasenentzündung kann sehr schmerzhaft sein und den Alltag stark beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Hausmitteln, die Linderung verschaffen und den Heilungsprozess unterstützen können. Dieser Artikel beleuchtet bewährte natürliche Ansätze, von Apfelessig-Kuren bis hin zu wohltuender Wärme.
Die Kraft der Natur zur Unterstützung des Immunsystems
Bei einer akuten Blasenentzündung ist es ratsam, dem Körper Ruhe zu gönnen und das Immunsystem zu stärken. Stress kann die Entzündung verschlimmern, daher sind ausreichend Schlaf und Entspannung essenziell. Ärzte empfehlen Frauen mit einer Blaseninfektion oft eine Bettruhe von zwei bis drei Tagen, um dem Körper die nötige Erholungszeit zu geben.
Apfelessig-Kur für Wohlbefinden
Apfelessig, insbesondere in seiner naturtrüben Bio-Qualität, wird eine positive Wirkung auf das Immunsystem, die Nierenfunktion und die Bekämpfung von Bakterien zugeschrieben. Seine natürliche antibiotische Eigenschaft kann zur schnellen Linderung beitragen.
Anwendung der Apfelessig-Kur:
- Einen Esslöffel naturtrüben Apfelessig in ein Glas lauwarmes Wasser einrühren.
- Bei akuten Beschwerden dreimal täglich ein Glas dieses Gemischs trinken.
- Zur Vorbeugung sollte die Kur über die akuten Symptome hinaus einige Wochen fortgeführt werden.
Blasen- und Nierentees für eine effektive Durchspülung
Speziell zusammengestellte Blasen- und Nierentees können entzündungshemmend und harntreibend wirken und so die Harnwege unterstützen. Solche Tees sind in Apotheken und Drogerien erhältlich und basieren auf den spezifischen Eigenschaften verschiedener Heilpflanzen.
Durchspülungstherapie aus der Klostermedizin
Eine traditionelle Methode aus der Klostermedizin ist die Durchspülungstherapie, die bei Blasenentzündungen, Reizblasen, Nierengrieß und Harnsteinen eingesetzt wird. Sie kombiniert drei wichtige Stoffgruppen:
- Flavonoide: Wirken harntreibend und sind in Pflanzen wie Birkenblättern, Goldrutenkraut und Hauhechelwurzel enthalten.
- Mineralien: Kieselsäure, gefunden in Brennnesseln, Schachtelhalm und Löwenzahn, unterstützt die Entwässerung.
- Ätherische Öle: In Wacholderbeeren oder Petersilienwurzeln zu finden, wirken sie ebenfalls harntreibend und entzündungshemmend.
Diese Wirkstoffe werden meist als Tee (Dekokt) eingenommen, der Sud sollte dabei lange köcheln, um die Wirkstoffe optimal zu lösen.
Lebensmittel mit heilender Wirkung
Bestimmte Obst-, Gemüse- und Gewürzsorten können eine bestehende Blasenentzündung positiv beeinflussen:
- Ingwer: Bekannt für seine entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften, eignet er sich hervorragend als Tee bei Harnwegsinfekten.
- Stangensellerie und Kürbiskerne: Wirken harntreibend und antibakteriell.
- Manuka-Honig: Enthält Methylglyoxal, das entzündungshemmend und antibakteriell wirkt. Ideal in Kräutertees gemischt.
- Senföle (Meerrettich, Radieschen, Kapuzinerkresse): Haben eine nachgewiesene antibakterielle Wirkung und können beim Kochen verwendet werden.
- Petersilie: Wirkt harntreibend und ist vielseitig in der Küche einsetzbar.
- Gerbstoffreiche Säfte (Cranberry, Preiselbeer, Sanddorn, Heidelbeer): Schützen die Schleimhäute und wirken antibakteriell.
- Probiotische Lebensmittel (Sauerkraut, Kimchi, Kefir): Stärken die körpereigene Schutzwirkung durch die Förderung guter Bakterien.
Wohltuende Wärme und Zinnkraut
Wärme kann die Blasenmuskulatur entspannen und krampfartige Schmerzen lindern. Eine Wärmflasche, Kirschkernkissen oder ein warmes Bad können sehr wohltuend sein. Warme Socken für kalte Füße sind ebenfalls empfehlenswert.
Das Zinnkraut (Schachtelhalmkraut) hat sich innerlich als Tee und äußerlich als Sitzbad bei Harnwegserkrankungen bewährt.
- Zinnkrauttee: Fördert die Harnausscheidung.
- Zinnkraut-Sitzbad: Kann bei Blasenentzündungen und Scheidenpilz Linderung verschaffen. Hierfür wird das Kraut über Nacht eingeweicht, aufgekocht und dem Badewasser zugegeben.
Der pH-Wert und seine Bedeutung
Das Milieu im Körper, sei es in den Harnwegen, der Blase oder der Scheide, wird durch den pH-Wert beschrieben. Normalerweise ist die Scheide leicht sauer (pH 3-5), was vor Krankheitserregern schützt. Bakterien, die Blasenentzündungen auslösen, bevorzugen jedoch ein basisches Milieu. Sie spalten Harnstoff zu Ammoniak, was den pH-Wert erhöht und die körpereigene Schutzfunktion schwächt.
Ärztlich verordnete Wirkstoffe wie Methionin oder Vitamin C können helfen, den Harn leicht anzusäuern. Eine ärztliche Abklärung ist jedoch unerlässlich, da ein zu niedriger pH-Wert das Risiko für Harnsteine erhöhen kann und bestimmte Bakterien ein saures Milieu bevorzugen.
Vorsicht vor Backpulver als Hausmittel
Von der Anwendung von Backpulver (Natron) als Hausmittel bei Blasenentzündungen ist abzuraten. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für seine Wirksamkeit, und es kann sogar den gegenteiligen Effekt erzielen, indem es das saure Milieu im Magen stört. Setzen Sie stattdessen auf bewährte Hausmittel.
