Den Blutdruck richtig einstellen: Ursachen und Behandlung von Hypotonie

Ein niedriger Blutdruck, auch arterielle Hypotonie genannt, ist ein weit verbreitetes Phänomen, das oft unterschätzt wird. Zwar ist ein Blutdruck unter 100 zu 60 mmHg nicht per se eine Krankheit, kann aber auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Dieser Ratgeber beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden, um Ihnen zu helfen, Ihren Blutdruck zu verstehen und zu regulieren.

Was bedeutet niedriger Blutdruck und ab wann spricht man davon?

Von einem niedrigen Blutdruck spricht man in der Regel bei Werten unter 100 zu 60 mmHg. Die Grenze zwischen normalem und niedrigem Blutdruck ist jedoch fließend und hängt auch von individuellen Faktoren ab. Während ein optimaler Blutdruck unter 120 zu 80 mmHg liegt, gelten Werte zwischen 120 und 129 zu 80 und 84 mmHg als normal. Ein hoher Normaldruck bewegt sich im Bereich von 130 bis 139 zu 85 bis 89 mmHg, bevor mit Werten ab 140 zu 90 mmHg von Bluthochdruck gesprochen wird.

Die Blutdruckmessung verstehen

Bei der Blutdruckmessung gibt die erste Zahl (systolischer Wert) den Druck an, wenn das Herz Blut auswirft, und die zweite Zahl (diastolischer Wert) den Druck, wenn sich das Herz entspannt. Bei einem niedrigen Blutdruck wird die ausreichende Versorgung von Organen und Muskeln mit sauerstoffreichem Blut beeinträchtigt, insbesondere wenn der diastolische Wert unter 60 mmHg fällt.

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Symptome eines niedrigen Blutdrucks

Nicht jeder mit niedrigem Blutdruck leidet unter Symptomen. Wenn diese jedoch auftreten, können sie vielfältig sein und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Dazu gehören:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Schwindel, besonders nach schnellem Aufstehen am Morgen
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen, oft stechend oder pulsierend
  • Herzrasen als kompensatorische Reaktion des Körpers
  • Ohrensausen oder Augenflimmern
  • Konzentrationsstörungen
  • Erhöhte Wetterfühligkeit
  • Depressive Verstimmungen oder Reizbarkeit
  • Atemnot oder Engegefühl in der Brust
  • Kältegefühl in Händen und Füßen
  • Kalte, blasse Haut und vermehrtes Schwitzen
  • In schweren Fällen auch Ohnmachtsanfälle

Ursachen für einen niedrigen Blutdruck

Der Körper verfügt über ein ausgeklügeltes System zur Blutdruckregulation, das auf Signale von Druckrezeptoren in den Halsschlagadern reagiert. Verschiedene Faktoren können diese Regulation jedoch stören.

Primäre oder konstitutionelle Hypotonie

Die häufigste Form ist die primäre Hypotonie, deren Veranlagung oft genetisch bedingt ist und deren genaue Ursache oft unklar bleibt. Sie tritt häufig bei jungen, schlanken Frauen auf und kann angeboren sein.

Sekundäre Hypotonie

Hier ist eine Grunderkrankung die Ursache. Mögliche Auslöser sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz), Schilddrüsenunterfunktion, Erkrankungen der Hirnanhangdrüse, Venenschwäche, Nervenerkrankungen (z.B. diabetische Neuropathie) oder ein Salzmangel. Auch bestimmte Medikamente können zu einer sekundären Hypotonie führen. Starker Flüssigkeitsverlust durch Hitze, Schwitzen oder Durchfall kann ebenfalls den Blutdruck senken.

Orthostatische Hypotonie

Diese Form tritt auf, wenn der Körper auf eine schnelle aufrechte Körperhaltung (Orthostase) nicht schnell genug reagiert. Das Blut versackt in den Beinen, und es kommt zu einem Blutdruckabfall. Ursachen können eine sekundäre Hypotonie, Störungen des autonomen Nervensystems (z.B. bei Diabetes mellitus), Nervenschäden im Gehirn, Zustände nach Beinvenenthrombosen oder Krampfadern sein.

Niedriger Blutdruck in akuten Situationen und in der Schwangerschaft

Bei einem Kreislaufkollaps, Schock oder starkem Blutverlust sinkt der Blutdruck rapide, da der Körper versucht, die Durchblutung lebenswichtiger Organe aufrechtzuerhalten. In der Schwangerschaft ist ein niedriger Blutdruck in den ersten sechs Monaten normal, kann aber auch länger andauern. Das Vena-Cava-Syndrom, bei dem das wachsende Baby auf die Hohlvene drückt, kann die Blutzufuhr zum Gehirn beeinträchtigen.

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Risikofaktoren und Behandlungsbedürftigkeit

Bestimmte körperliche Merkmale wie Größe und Statur, Wachstumsphasen bei Jugendlichen, Schwangerschaft oder höheres Alter können Risikofaktoren darstellen. Ebenso können ein Mangel an Bewegung, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Essstörungen mit Untergewicht den Blutdruck negativ beeinflussen.

Ein niedriger Blutdruck ist meist ungefährlich, sollte aber ärztlich abgeklärt werden, wenn Symptome wie häufiger Schwindel oder Ohnmachtsanfälle auftreten. Besonders in der Schwangerschaft ist eine Behandlung wichtig, um eine ausreichende Versorgung des Ungeborenen zu gewährleisten. Ältere Menschen sind anfälliger für Komplikationen wie Stürze und Knochenbrüche aufgrund von Schwindel und Ohnmacht.

Diagnose von Hypotonie

Die Diagnose erfolgt durch wiederholte Blutdruckmessungen sowie spezielle Tests wie den Schellong-Test oder die Kipptisch-Untersuchung, um orthostatische oder sekundäre Hypotonieformen zu erkennen.

Behandlungsmethoden und Vorbeugung

Eine medikamentöse Behandlung ist nur notwendig, wenn der niedrige Blutdruck ernsthafte Beschwerden verursacht. Vorrangig werden jedoch allgemeine Maßnahmen und natürliche Heilmittel eingesetzt.

Allgemeine Tipps zur Blutdruckregulierung

  • Sport und Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen, bringt den Kreislauf in Schwung. Schon leichte Übungen vor dem Aufstehen können helfen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist essenziell. Kleinere, häufigere Mahlzeiten sind oft besser verträglich.
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichendes Trinken (zwei bis drei Liter täglich) erhöht das Blutvolumen und stabilisiert den Blutdruck. Wasser, Kräuter- und Früchtetees sind empfehlenswert. Kaffee und schwarzer/grüner Tee können ebenfalls den Kreislauf anregen.
  • Wechselduschen: Das abwechselnde Duschen mit kaltem und warmem Wasser trainiert die Gefäßwände und regt den Kreislauf an.

Medikamentöse und pflanzliche Behandlung

Sollte eine medikamentöse Behandlung unumgänglich sein, kommen Medikamente wie Sympathomimetika zum Einsatz, die den Blutdruck erhöhen. Vorsicht ist jedoch wegen möglicher Nebenwirkungen geboten. Pflanzliche Mittel aus Weißdorn, Besenginster oder Maiglöckchen können eine sanftere Alternative darstellen, sollten aber in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.

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Um einem niedrigen Blutdruck vorzubeugen, sind eine aktive Lebensweise, eine gesunde Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein moderater Alkoholkonsum entscheidend. Starker Hitze und langem Stehen sollte man ebenfalls aus dem Weg gehen.