Niedriger Blutdruck: Ursachen, Symptome und wirksame Hausmittel

Niedriger Blutdruck, auch Hypotonie genannt, ist ein Zustand, bei dem der Blutdruck unter bestimmte Grenzwerte fällt. Während ein leicht niedriger Blutdruck oft keine Beschwerden verursacht und sogar vorteilhaft sein kann, können Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit die Lebensqualität beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Formen des niedrigen Blutdrucks, seine Ursachen, typischen Symptome und gibt praktische Tipps, wie Sie Ihren Blutdruck auf natürliche Weise erhöhen können. Niedriger Blutdruck muss nicht zwangsläufig ein Grund zur Sorge sein, doch bei anhaltenden Beschwerden ist ein Arztbesuch ratsam.

Was ist niedriger Blutdruck und welche Formen gibt es?

Von niedrigem Blutdruck spricht man in der Regel, wenn der systolische Wert unter 105 mmHg (bei Frauen unter 100 mmHg) und der diastolische Wert unter 60 mmHg fällt. Im Gegensatz zu Bluthochdruck wird niedriger Blutdruck nicht als eigenständige Krankheit betrachtet, sondern eher als eine individuelle Besonderheit. Erst wenn Symptome auftreten, gewinnt die Hypotonie an Krankheitswert.

Es lassen sich verschiedene Formen unterscheiden:

  • Arterielle Hypotonie: Charakterisiert durch dauerhaft niedrige systolische Werte, oft bei jungen, schlanken Menschen auftretend. Sie kann familiär bedingt sein und ist meist ohne behandlungsbedürftige Beschwerden.
  • Sekundäre Hypotonie: Weist auf eine zugrundeliegende Erkrankung hin, wie beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder Herz-Kreislauf-Probleme.
  • Orthostatische Hypotonie: Bezeichnet einen plötzlichen Blutdruckabfall nach dem Wechsel der Körperhaltung, insbesondere beim schnellen Aufstehen. Dies kann zu Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit führen und betrifft häufig ältere Menschen und Diabetiker. Regelmäßiges Blutdruck messen ist essenziell, um diese Zustände zu erkennen.
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Idealer Blutdruck im Überblick

systolischer Blutdruckwertdiastolischer Blutdruckwert
Niedriger Blutdruckunter 100 bzw. 110 mmHg
Normaler Blutdruck100 bzw. 110 bis 129 mmHg
Hochnormaler Blutdruck130 bis 139 mmHg
Hoher Blutdruckab 140 mmHg

Ursachen für niedrigen Blutdruck

Die Ursachen für niedrigen Blutdruck sind vielfältig und reichen von genetischer Veranlagung bis hin zu äußeren Einflüssen:

  • Angeborene Veranlagung (Arterielle Hypotonie)
  • Flüssigkeitsmangel, besonders nach starkem Schwitzen
  • Herzerkrankungen
  • Erkrankungen der Aorta
  • Venenschwäche
  • Hormonelle Störungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Blutdrucksenker, Psychopharmaka)
  • Neurologische Erkrankungen
  • Fehlregulation der orthostatischen Reaktion

Symptome niedriger Blutdruck

Niedriger Blutdruck kann sich durch eine Reihe von Symptomen bemerkbar machen, die die täglichen Aktivitäten beeinträchtigen können.

Typische Symptome bei Hypotonie:

  • Starke Schwindelgefühle, bis hin zur Ohnmacht, oft morgens
  • Sehstörungen (“Sternchen sehen”)
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Ohrensausen
  • Atemnot
  • Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen
  • Kalte Hände und Füße

Besonders bei älteren Menschen können Stürze aufgrund von Ohnmacht zu ernsthaften Verletzungen führen. Zudem kann bei vorgeschädigten Organen eine unzureichende Durchblutung lebensbedrohlich sein. Die Symptome einer orthostatischen Dysregulation ähneln denen der allgemeinen Hypotonie, treten aber charakteristisch beim Aufstehen auf.

Was tun bei niedrigem Blutdruck? Hausmittel und Selbsthilfe

Eine medikamentöse Behandlung ist bei niedrigem Blutdruck nur selten notwendig und wird nur in schwerwiegenden Fällen in Erwägung gezogen. Oft reichen einfache Hausmittel und Verhaltensänderungen aus, um den Blutdruck zu stabilisieren. Bevor Sie jedoch eigene Maßnahmen ergreifen, ist es ratsam, dies mit Ihrem Arzt zu besprechen, um zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen.

Effektive Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen:

  • Ausreichend Schlaf und erhöhte Schlafposition: Ein um etwa 20 Grad erhöhtes Kopfteil kann die nächtliche Nierenaktivität und morgendliche Blutdruckschwankungen reduzieren. Langsames Aufstehen nach dem Schlafen ist ebenfalls wichtig.
  • Salzreiche Ernährung: Anders als bei Bluthochdruck kann eine moderate Erhöhung der Kochsalzzufuhr helfen. Wichtig ist dabei eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und kleinere Mahlzeiten.
  • Viel trinken: Ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser und Früchtetees, ist essenziell, besonders bei älteren Menschen, um Austrocknung vorzubeugen. Kaffee und Alkohol wirken oft nur kurzfristig blutdrucksteigernd.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität wie Joggen, Tanzen oder Radfahren regt den Kreislauf an und kann helfen, den Blutdruck zu erhöhen. Treppensteigen statt Aufzugfahren sind einfache Wege, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.
  • Wechselduschen und Bürstenmassagen: Hydrotherapeutische Maßnahmen wie heiße und kalte Wechselduschen, beginnend an den Füßen und kreisend zum Herzen, können den Kreislauf anregen.
  • Kompressionsstrümpfe: Bei Neigung zu Krampfadern können Kompressionsstrümpfe helfen, das Absacken von Blut in den Beinen zu verhindern. Regelmäßiges Fußwippen unterstützt die Venenpumpe.
  • Entspannungstechniken: Yoga und andere Entspannungsübungen können zwar nicht direkt den Blutdruck beeinflussen, aber durch Stressabbau und verbesserte Körperwahrnehmung die Symptome lindern.
  • Homöopathie und Heilpflanzen: Bestimmte homöopathische Mittel wie Crataegus, Myrtillocactus oder Pulsatilla sowie Heilpflanzen wie Weißdorn, Ginseng oder Rosmarin können unterstützend wirken.
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Wann ist ein Arztbesuch ratsam?

Bei wiederkehrenden Beschwerden wie Schwindel, Schweißausbrüchen oder Übelkeit nach dem Aufstehen oder längerem Stehen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann durch Untersuchungen wie ein Ruhe-EKG oder eine Echokardiographie organische Ursachen ausschließen. Bei plötzlicher Bewusstlosigkeit ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich. Eine medikamentöse Therapie mit Sympathomimetika oder Alpha-Adrenorezeptor-Agonisten kommt nur in schweren Fällen von orthostatischer Dysregulation zum Einsatz.