Die sogenannte Blutgruppendiät, entwickelt von Peter D’Adamo, verspricht individuelle Ernährungspläne, die auf der jeweiligen Blutgruppe basieren. Die Theorie besagt, dass Menschen je nach ihrer Blutgruppe – 0, A, B oder AB – genetisch vorbestimmt sind, bestimmte Lebensmittel besser oder schlechter zu vertragen. Obwohl diese Idee weit verbreitet ist und viele Anhänger gefunden hat, ist es wichtig zu betonen, dass die gesundheitlichen Effekte der Blutgruppendiät bisher reine Theorie sind und wissenschaftlich nicht bewiesen wurden. Dennoch möchten wir Ihnen einen detaillierten Überblick über die von D’Adamo entworfenen Lebensmittel-Empfehlungen für die einzelnen Blutgruppen geben.
Die Theorie der Blutgruppendiät nach Peter D’Adamo
Peter D’Adamo unterteilt die Menschen in vier Blutgruppen-Typen, denen er evolutionäre Rollen und damit verbundene optimale Ernährungsweisen zuschreibt. Jede Blutgruppe soll sich zu einem bestimmten Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte entwickelt haben und somit an die damaligen Nahrungsquellen angepasst sein.
Blutgruppe 0: Der Jäger-Typ
Menschen mit Blutgruppe 0 werden von D’Adamo als die frühen “Jäger und Sammler” betrachtet. Diese Urahnen lebten vor mehr als 20.000 Jahren und ernährten sich der Theorie zufolge fast ausschließlich von Tieren. Dementsprechend schloss D’Adamo, dass Menschen der Blutgruppe 0 sich auch heute noch an einer proteinreichen Ernährung orientieren sollten. Dazu gehören viel biologisches, mageres Fleisch und Fisch. Als Ausgleich sollten reichlich Gemüse und Obst verzehrt werden. Auf Milchprodukte, herkömmliches Getreide (insbesondere Weizen und Mais) sowie bestimmte Hülsenfrüchte und Kokos sollten sie der Theorie nach verzichten.
Die ideale Ernährung für den Jäger-Typ beinhalte demnach:
- Rotes Fleisch (idealerweise Rindfleisch)
- Gemüse (wie Kohl und Blattgemüse)
- Nüsse
- Obst (in Maßen)
- Milcherzeugnisse von Ziegen und Schafen
Blutgruppe A: Der Bauern-Typ
Menschen mit Blutgruppe A werden von D’Adamo als die sesshaften “Landwirte” oder Bauern bezeichnet. Sie sollen sich vor 15.000 bis 20.000 Jahren während der Zeit des Ackerbaus herausgebildet haben. Die Umstellung der Ernährung auf Getreide und pflanzliche Produkte soll maßgeblich zur Entstehung der Blutgruppe A beigetragen haben.
Laut D’Adamo können Menschen mit dieser Blutgruppe nahezu jedes Getreide sowie Hülsenfrüchte gut vertragen. Ihnen wird eine hauptsächlich vegetarische Ernährung empfohlen, bei der jedoch Milchprodukte, Kartoffeln, Tomaten und Bananen gemieden werden sollten. D’Adamos Theorie besagt, dass die ersten Bauern keine Tiere zur Nahrungserzeugung hielten, weshalb Menschen mit Blutgruppe A Fleisch, Eier, Milchprodukte und Weizen vermeiden sollten.
Ideal sind für sie also laut der Theorie:
- Obst, Gemüse, Nüsse und Samen
- Tofu und fetthaltiger Fisch
- Hülsenfrüchte
- Getreide
Blutgruppe B: Der Nomaden-Typ
Als “ausgeglichene Nomaden” werden Personen mit Blutgruppe B bezeichnet, denen eine hohe Anpassungsfähigkeit und ein starkes Immunsystem zugeschrieben wird. Laut D’Adamo entstand diese Blutgruppe zwischen 10.000 und 15.000 v. Chr., als Menschen sowohl Ackerbau als auch Viehzucht betrieben. Daher sollen sie, gemäß der Blutgruppendiät, von einer vielseitigen Ernährung mit Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst profitieren können. Der B-Typ gilt als besonders anpassungsfähig und kann aus einer breiten Palette von Lebensmitteln auswählen und auch Milchprodukte verzehren.
Eine interessante Randnotiz: Wissenschaftlern zufolge entwickelte sich die Blutgruppe B in Asien, wo sie sich vor allem in Indien durchgesetzt hat. Eine Begründung dafür könnte sein, dass die Menschen vor Ort durch die Antigene ihrer Blutgruppe besser vor Cholera geschützt waren, da die Erreger der Krankheit weniger effizient an die Kohlenhydratkette dieser B-Antigene andocken können.
Empfohlene Lebensmittel für den Nomaden-Typ:
- Obst und Gemüse
- Fleisch (Rind, Schwein und Wild)
- Milch und Milchprodukte
- Eier
Verzichten sollten Menschen mit Blutgruppe B dagegen auf Geflügel, Getreide, Hülsenfrüchte und Tomaten.
Blutgruppe AB: Der Rätselhafte-Typ
Menschen mit Blutgruppe AB werden als “Rätselhafte” betitelt, da diese Blutgruppe erst vor vergleichsweise kurzer Zeit entstanden sein soll (vor ca. 1.000 bis 2.000 Jahren). Bei AB-Menschen wird in der Blutgruppendiät eine ausgewogene Ernährung mit weniger rotem Fleisch, jedoch mit mehr Fisch, Gemüse, Obst und gesäuerten Milchprodukten empfohlen. Es wird geraten, den Verzehr von rotem Fleisch zu reduzieren und stattdessen auf Hühnerfleisch umzusteigen. Während Mais und Weizen generell gemieden werden sollten, wird bei AB-Typen eine besondere Verträglichkeit gegenüber Weizenprodukten angenommen, und Roggen, Hafer sowie Hirse sollen besser verträglich sein.
Empfohlene Lebensmittel für den Rätselhaften-Typ:
- Obst und Gemüse
- Fleisch und Fisch
- Milchprodukte
- Eier
- Getreide und Hülsenfrüchte (mit Einschränkungen bei Weizen/Mais)
Vielfältige gesunde Lebensmittel auf einem Holztisch
Wissenschaftlicher Konsens: Ist die Blutgruppendiät wirksam?
Die von Peter D’Adamo beworbenen gesundheitlichen Effekte der Blutgruppendiät bleiben trotz ihrer Popularität rein theoretischer Natur und konnten in wissenschaftlichen Studien nicht eindeutig nachgewiesen werden. Die medizinische Forschung hat keine belastbaren Beweise dafür gefunden, dass die Blutgruppe einen Einfluss auf die optimale Ernährungsweise eines Menschen hat oder dass das Befolgen dieser Diät spezifische gesundheitliche Vorteile gegenüber einer ausgewogenen Ernährung bietet.
Fazit: Eine ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel
Für gesunde Menschen, die abnehmen oder einfach nur ihre Ernährung verbessern wollen, ist es ratsamer, sich an den Prinzipien einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Kost zu orientieren, anstatt sich streng an die Anleitungen der Blutgruppendiät zu halten. Eine Ernährung, die reich an frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, magerem Eiweiß und gesunden Fetten ist, bietet nachweislich die besten Voraussetzungen für Gesundheit und Wohlbefinden. Wenn Sie Ihre Ernährung umstellen möchten, konsultieren Sie am besten einen Arzt oder qualifizierten Ernährungsberater, um einen Plan zu entwickeln, der auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist und auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen basiert.
