Die ordnungsgemäße Entsorgung von Altbatterien, Akkus und Elektrogeräten ist in Deutschland nicht nur eine Frage der Umweltverantwortung, sondern auch eine gesetzliche Verpflichtung für jeden Verbraucher. Diese Produkte enthalten sowohl wertvolle Ressourcen, die wiederverwertet werden können, als auch potenziell schädliche Stoffe. Eine fachgerechte Sammlung und Verwertung schont die Umwelt und sichert den Zugang zu knapper werdenden Rohstoffen. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der umweltgerechten Entsorgung in Deutschland.
Batterien und Akkus umweltgerecht entsorgen
Batterien und Akkumulatoren (Akkus) sind Alltagsgegenstände, die jedoch aufgrund ihres Inhalts besondere Aufmerksamkeit bei der Entsorgung erfordern. Auf schadstoffhaltigen Batterien finden sich oft chemische Symbole wie “Cd” für Cadmium, “Hg” für Quecksilber und “Pb” für Blei. Diese kennzeichnen Batterien, die keinesfalls über den Hausmüll entsorgt werden dürfen. Das international anerkannte Symbol für die getrennte Sammlung von Batterien – eine durchgestrichene Mülltonne – unterstreicht diese Notwendigkeit.
Sammelstellen und Rückgabe
Glücklicherweise ist die Rückgabe von Haushaltsbatterien und -akkus denkbar einfach. Jeder Verbraucher kann Altbatterien und Alt-Akkus an zugelassenen Sammelstellen abgeben. Dazu gehören beispielsweise Geschäfte, die Batterien verkaufen, wie auch die OTTO-Shops. Die Rückgabe ist grundsätzlich kostenlos und markenunabhängig. Das bedeutet, dass Sie Batterien überall dort, wo vergleichbare Produkte verkauft werden, abgeben können, unabhängig davon, wo Sie sie ursprünglich gekauft haben oder um welche Marke oder welchen Typ es sich handelt.
Wichtiger Hinweis: Bei Hochleistungs-Batterien, wie sie in Mobiltelefonen oder Laptops zum Einsatz kommen, empfiehlt es sich, die Pole vor der Abgabe abzukleben. Dies verhindert Kurzschlüsse und erhöht die Sicherheit während des Transports und der Sammlung. Defekte Batterien oder Akkus sollten speziellen Schadstoffsammlungen auf lokalen Wertstoff- oder Recyclinghöfen zugeführt werden.
Weitere Informationen zu den Sammelmöglichkeiten und dem Recycling von Altbatterien finden Sie auf der Webseite www.batterie-zurueck.de.
Batterie zurück zur Entsorgung
Elektro-Altgeräte umweltgerecht entsorgen
Ähnlich wie Batterien sind auch Elektrogeräte mit dem Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet. Dieses Symbol weist darauf hin, dass Elektro- und Elektronikgeräte nicht im Hausmüll landen dürfen. Sie enthalten nicht nur wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Gold oder seltene Erden, sondern auch Schadstoffe, die bei unsachgemäßer Entsorgung die Umwelt belasten könnten.
Gesetzliche Verpflichtung und Rücknahmesysteme
Jeder Verbraucher ist gesetzlich verpflichtet, Elektro-Altgeräte einer zugelassenen Sammel- oder Rücknahmestelle zuzuführen. Lokale Wertstoffhöfe und Recyclinghöfe sind zentrale Anlaufstellen, wo Elektroaltgeräte kostenlos angenommen und einer umwelt- und ressourcenschonenden Verwertung zugeführt werden.
Das Rücknahmesystem “take-e-back” bietet ein flächendeckendes Netz an Sammelstellen. Unter www.take-e-back.de können Sie eine Sammelstelle in Ihrer Nähe finden. Elektrogeräte mit einer Kantenlänge bis zu 25 cm werden dort unabhängig von der Anzahl kostenlos angenommen.
Für größere Geräte (über 25 cm Kantenlänge) gilt: Die kostenlose Annahme bei Sammelstellen von take-e-back ist in der Regel an den Erwerb eines Neugeräts desselben Typs gebunden. Dies muss durch einen Kaufbeleg nachgewiesen werden. Sollte im Bestellprozess keine Abfrage zur Altgeräteentsorgung erfolgen, prüfen Sie, ob Ihr Neugerät in die entsprechenden Kategorien fällt oder ob andere gesetzliche Regelungen greifen. In solchen Fällen stehen Ihnen die genannten Entsorgungsmöglichkeiten weiterhin zur Verfügung.
Warum eine getrennte Sammlung?
Die getrennte Sammlung von Elektroaltgeräten ermöglicht es zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben, die Geräte zunächst auf eine mögliche Aufarbeitung und Wiederverwendung zu prüfen. Gut erhaltene Geräte können repariert und weiterverkauft werden, was die Lebensdauer von Produkten verlängert und Abfall vermeidet. Ist eine Wiederverwendung nicht möglich, werden die Geräte fachgerecht zerlegt. Dabei werden Schadstoffe sicher entfernt, während wertvolle Ressourcen wie Metalle und Kunststoffe für die Wiederverwertung gewonnen werden. Dieser Kreislauf schont die Umwelt und reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen.
Abfallvermeidung als oberstes Gebot
Gemäß der europäischen Abfallrahmenrichtlinie hat die Abfallvermeidung stets Vorrang vor der Abfallbewirtschaftung. Bei Elektro- und Elektronikgeräten bedeutet dies vor allem, die Lebensdauer der Geräte durch Reparaturen zu verlängern und funktionstüchtige Gebrauchtgeräte weiterzugeben, anstatt sie vorschnell zu entsorgen. Programme zur Abfallvermeidung, oft in Zusammenarbeit von Bund und Ländern, fördern diese Ansätze.
Spezielle Hinweise zur Entsorgung
- Batterien und Leuchtmittel: Batterien und Akkus, die nicht fest im Elektrogerät verbaut sind, sollten vor der Abgabe entfernt und separat entsorgt werden. Ebenso sind Lampen und Leuchtmittel, die sich zerstörungsfrei entnehmen lassen, getrennt zu behandeln.
- Flüssige Betriebsstoffe: Bei benzinbetriebenen Geräten ist sicherzustellen, dass der Tank vollständig entleert ist, bevor das Gerät zur Abholung oder Abgabe bereitgestellt wird.
- Datenlöschung: Jeder Verbraucher ist selbst dafür verantwortlich, personenbezogene Daten von Elektro- und Elektronikgeräten vor der Entsorgung zu löschen.
Leuchtmittel, Lampen und Leuchten umweltgerecht entsorgen
Die meisten modernen Lampen und Leuchtmittel – darunter Energiesparlampen, Kompaktleuchtstofflampen, Entladungslampen und LEDs – enthalten Ressourcen und teilweise auch Schadstoffe wie Quecksilber. Daher ist auch hier eine getrennte Sammlung gesetzlich vorgeschrieben. Diese Lampen können kostenlos bei lokalen Wertstoffhöfen oder Sammelstellen wie denen von “take-e-back” abgegeben werden.
Besonderheiten bei Quecksilberhaltigen Lampen: Kompaktleuchtstofflampen, Leuchtstoffröhren und Neonlampen können geringe Mengen Quecksilber enthalten. Bei Beschädigung solcher Lampen ist Hautkontakt zu vermeiden. Bruchstücke sollten vorsichtig mit feuchtem Papier oder Pappe aufgenommen, luftdicht verpackt (z.B. in einem Glas mit Schraubdeckel) und zur Schadstoffsammlung gebracht werden. Der betroffene Raum sollte für etwa 30 Minuten gelüftet werden. Das Aufsaugen mit einem Staubsauger ist zu vermeiden.
Ausnahme: Herkömmliche Glühlampen und Halogenlampen dürfen in den Hausmüll gegeben werden. Bei Unsicherheit bezüglich des Lampentyps ist die Abgabe an einer Sammelstelle die sicherste Option.
Durch die Beachtung dieser Hinweise tragen Sie aktiv zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung in Deutschland bei.
