Wörterbuchangriffe: Wie Sie Ihre Passwörter effektiv schützen

In der heutigen digitalen Welt sind unsere Online-Konten ein integraler Bestandteil unseres Lebens. Von sozialen Medien bis hin zu Bankdienstleistungen – der Schutz unserer persönlichen Daten ist von größter Bedeutung. Eine der gängigsten und gefährlichsten Methoden, die Cyberkriminelle nutzen, um an diese Daten zu gelangen, ist der sogenannte Wörterbuchangriff. Diese Form des Cyberangriffs zielt darauf ab, Passwörter zu knacken, Konten zu übernehmen und sensible Informationen zu stehlen, indem sie auf eine erschreckend einfache menschliche Schwäche abzielt: die Bequemlichkeit.

Ein Wörterbuchangriff ist eine automatisierte Methode, bei der Bedrohungsakteure systematisch umfangreiche Wortlisten und Phrasen verwenden, um das korrekte Kennwort für ein Benutzerkonto zu erraten. Diese Listen sind oft umfassend und enthalten nicht nur einfache, alltägliche Wörter und deren Variationen, sondern auch gebräuchliche Passwörter, die aus früheren Datenschutzverletzungen und Datenlecks gesammelt wurden. Darüber hinaus können sie populäre Kosenamen, fiktive Charakternamen oder andere Referenzen aus der Popkultur umfassen, die viele Menschen leichtfertig in ihren Passwörtern verwenden. Der Erfolg dieser Angriffe beruht maßgeblich auf der Tatsache, dass viele Internetnutzer die Bequemlichkeit über die Sicherheit ihrer Konten stellen. Sie neigen dazu, Passwörter wiederzuverwenden oder ein einziges, leicht merkbares Passwort für mehrere Online-Dienste zu nutzen, was sie zu einem leichten Ziel für diese Art von Angriff macht.

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Die Problematik der schlechten Passwortverwaltung wird durch Studien immer wieder bestätigt. Eine Bitdefender-Studie zum Verbraucherverhalten unterstreicht diese alarmierende Tatsache: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, entweder eine Handvoll Passwörter für alle ihre Online-Konten wiederzuverwenden oder, noch schlimmer, dasselbe Passwort für alle Dienste zu nutzen. Solche Praktiken machen es Cyberkriminellen extrem einfach, nach einem erfolgreichen Wörterbuchangriff auf ein Konto sofort Zugriff auf weitere, ebenfalls unzureichend geschützte Konten zu erhalten.

Die Auswirkungen solcher Schwachstellen sind erheblich. Die Bitdefender-Datenbank “Leaks” zeigt auf, wie Wörterbuchangriffe für äußerst schädliche und profitable Einbrüche genutzt werden können. Unsere Analysen haben ergeben, dass über 28 Milliarden ungeschützte E-Mail-Adressen online verfügbar sind, von denen erschreckende 98,35 % mit Passwörtern im Klartext versehen sind. Diese durchgesickerten Zugangsdaten stammen häufig aus umfangreichen Zusammenstellungen von Datenschutzverletzungen, wie der “Collection1 Data Breach Compilation”, die zwischen 2019 und 2022 auf Dark-Web-Marktplätzen zirkulierten. Solche Sammlungen stellen eine Fundgrube für Angreifer dar und ermöglichen es ihnen, mit minimalem Aufwand eine Vielzahl von Konten zu kompromittieren.

Wie Sie sich effektiv vor Wörterbuchangriffen schützen können

Der Schutz vor Wörterbuchangriffen ist entscheidend, um Ihre digitale Identität und sensible Daten zu sichern. Es erfordert eine proaktive Herangehensweise und die Umsetzung bewährter Sicherheitspraktiken.

1. Vermeiden Sie einfache Wörter und erratbare Kombinationen

Dies ist der grundlegendste, aber oft ignorierte Ratschlag. Halten Sie einfache Wörter, Namen, Geburtsdaten, fortlaufende Zahlen und Zeichen wie “123456” oder “qwertz” von Ihren Passwörtern fern. Hacker-Tools und Wörterbuchangriffe sind speziell darauf ausgelegt, diese leicht zu erratenden Kombinationen schnell zu knacken. Ein starkes Passwort sollte eine hohe Entropie aufweisen, d.h. es sollte zufällig und unvorhersehbar sein.

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2. Verwenden Sie einen vertrauenswürdigen Passwort-Manager

Ein Passwort-Manager ist Ihr bester Verbündeter im Kampf gegen Wörterbuchangriffe und die schlechte Passwortverwaltung. Mit einem zuverlässigen Passwort-Manager können Sie nicht nur mühelos einzigartige und komplexe Passwörter für jedes Ihrer Konten erstellen, sondern diese auch sicher speichern und verwalten. Viele Manager bieten Funktionen wie automatisches Ausfüllen, Überprüfung der Passwortstärke und Benachrichtigungen bei Datenlecks, was die Online-Sicherheit erheblich verbessert.

3. Überprüfen und ändern Sie Passwörter für unzureichend gesicherte Konten

Es ist unerlässlich, dass alle Ihre Online-Konten mit sicheren und eindeutigen Passwörtern gesichert sind. Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, um die Sicherheit Ihrer Konten zu überprüfen. Ändern Sie insbesondere die Passwörter für Ihre sensibelsten Konten – wie E-Mails, Online-Banking oder Social Media – mindestens einmal im Jahr oder sofort, wenn Sie von einem möglichen Datenleck erfahren. Stellen Sie sicher, dass Sie dabei keine alten Passwörter wiederverwenden.

4. Behalten Sie Ihren digitalen Fußabdruck im Auge und achten Sie auf Datenlecks

Ihr digitaler Fußabdruck umfasst alle Informationen über Sie, die online existieren. Wenn Sie wissen, wie groß Ihr digitaler Fußabdruck ist und ob Ihre Daten bereits durch eine Datenschutzverletzung offengelegt wurden, können Sie schnell die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Ihre Konten zu sichern und Ihre Identität zu schützen. Dienste zum Schutz digitaler Identitäten können Sie proaktiv warnen, wenn Ihre Daten in Umlauf geraten, und Ihnen Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise geben.

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Der Schutz Ihrer digitalen Identität ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess. Entscheiden Sie sich für einen vertrauenswürdigen Passwort-Manager, um Ihre Cybersicherheit umfassend zu verbessern. Bitdefender bietet eine robuste Lösung, die auf den stärksten bekannten kryptografischen Algorithmen basiert. Unser Passwort-Manager hilft Ihnen, alle Ihre Online-Passwörter sicher zu speichern und zu verwalten, und bietet Ihnen die Möglichkeit, komplexe und hochsichere Passwörter zu erstellen, die den höchsten Sicherheitsstandards auf allen wichtigen Betriebssystemen entsprechen. Schützen Sie sich noch heute vor den Gefahren von Wörterbuchangriffen und anderen Cyberbedrohungen.

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