Die Saison 2003/04 war eine Sternstunde in der Geschichte des SV Werder Bremen. Unter der visionären Führung von Trainer Thomas Schaaf triumphierte eine herausragende Mannschaft auf ganzer Linie und krönte sich zum Double-Sieger. Es war eine Kampagne, die bei allen, die dem Verein verbunden sind, unvergessliche Erinnerungen hinterließ. Wir werfen einen Blick zurück auf die erste Elf dieser legendären Double-Gewinner von Werder Bremen.
Für viele Fans ist der Fußball mehr als nur ein Spiel – er ist Leidenschaft, Identifikation und Dramatik. Die Geschichte des deutschen Fußballs ist reich an solchen Momenten, von epischen Matches bis hin zu den entscheidenden Spiele der Nations League. Die Saison 2003/04 von Werder Bremen ist zweifellos ein leuchtendes Beispiel dafür, wie eine Mannschaft über sich hinauswachsen und Geschichte schreiben kann.
Der Meister-Kader: Eine Analyse der Double-Helden
Jeder einzelne Spieler in dieser Mannschaft trug maßgeblich zum Erfolg bei. Ihre individuellen Fähigkeiten, ihr unermüdlicher Einsatz und ihr Teamgeist machten Werder Bremen in dieser Saison zur dominierenden Kraft im deutschen Fußball.
Andreas Reinke (Torwart)
Nach Stationen in Griechenland bei Iraklis und in Spanien bei Real Murcia kehrte Reinke als 34-Jähriger nach Deutschland zurück, um bei Werder anzuheuern. Der 1,93 m große Schlussmann war bereits 1998 Bundesliga-Sieger mit dem 1. FC Kaiserslautern gewesen und sollte der erste Torhüter werden, der die deutsche Königsklasse mit verschiedenen Vereinen gewann.
Reinke verpasste keine einzige Minute der Bundesliga- oder DFB-Pokal-Saison. Er stand in allen 40 Spielen beider Wettbewerbe auf dem Platz und avancierte am Ende einer unvergesslichen Saison für die Grün-Weißen, in der er stets eine souveräne Präsenz zeigte, zum Helden. Seine Erfahrung und sein sicheres Auftreten waren ein Fels in der Brandung für die Bremer Defensive.
Ümit Davala (Außenverteidiger)
Eine türkische Ikone bei Galatasaray, wo Davala neben vier türkischen Meisterschaften auch den UEFA-Pokal und den UEFA-Supercup gewann. Er hatte der Türkei auch zu einem dritten Platz bei der FIFA Weltmeisterschaft 2002 verholfen, bevor er als rechter Außenverteidiger auf Leihbasis zu Werder wechselte. Tatsächlich spielte der in Deutschland geborene Davala in der Saison 2003/04, als Werder zur Bundesliga-Meisterschaft stürmte, 22 Mal auf dieser Position.
Sperren und mehrere Verletzungen führten dazu, dass der Spieler in der entscheidenden Phase des Titelkampfes einige Spiele verpasste, doch sein Engagement für die Sache war unbestreitbar. Trainer Schaaf kommentierte damals: “Ümit hat mit seinen Leistungen und seinem Siegeswillen seinen Teil zu unserem Erfolg beigetragen.” Seine Dynamik auf der rechten Seite war entscheidend für die Spielweise der Bremer.
Mladen Krstajić (Innenverteidiger)
Ursprünglich ein Rechtsverteidiger, wechselte Krstajić vor seinem Wechsel nach Deutschland – wo er als dreimaliger Meister mit Partizan Belgrad ankam – in die Innenverteidigung. Der ehemalige serbische und serbisch-montenegrinische Nationalspieler, der an der FIFA Weltmeisterschaft 2006 teilnahm, absolvierte vor der berühmten Saison 2003/04 über 80 Bundesliga-Einsätze für Bremen und galt zu diesem Zeitpunkt als einer der besten Verteidiger der Liga.
Krstajić war während seiner Zeit im Weserstadion ein Fels in der Abwehr. Nach seiner sehr erfolgreichen Zeit bei Werder wurde er später Kapitän von Schalke. Derzeit ist er Trainer der bulgarischen Nationalmannschaft. Seine körperliche Präsenz und sein intelligentes Stellungsspiel machten ihn zu einem Albtraum für gegnerische Stürmer.
Valérien Ismaël (Innenverteidiger)
Ismaël war Kapitän seines Heimatvereins Straßburg, als Werder 2003 seine Dienste anfragte. Es wurde ein Leihvertrag zwischen den Vereinen vereinbart, und der ehemalige französische U21-Verteidiger brauchte wenig Zeit, um sich in seiner neuen Umgebung an der Weser einzuleben.
Er spielte die meiste Zeit von Werders Titelgewinn an der Seite von Krstajić, und die beiden bildeten eine formidable Partnerschaft. Ismaël steuerte sogar vier Tore und drei Vorlagen bei, als Bremen die Meisterschale in die Höhe stemmte. Nachdem sein Leihvertrag in einen festen Wechsel umgewandelt worden war, folgte für den 1,91 m großen Verteidiger in der Saison 2005/06 ein weiteres Bundesliga- und DFB-Pokal-Double beim FC Bayern München. Er beendete seine Spielerkarriere bei Hannover, bevor er die Trainerlaufbahn einschlug – unter anderem bei Nürnberg, Wolfsburg und aktuell bei Watford. Ismaëls Führungsqualitäten und seine Torgefährlichkeit aus der Abwehr waren eine unerwartete, aber willkommene Bereicherung.
Paul Stalteri (Außenverteidiger)
Ein Mitglied der Canadian Soccer Hall of Fame, Stalteri stand von 2000 bis 2005 fünf Spielzeiten bei Werder unter Vertrag und erzielte bei seinem Bundesliga-Debüt für den Verein gegen Energie Cottbus ein denkwürdiges Tor. Als vielseitiger Außenverteidiger, der auf beiden Seiten der Abwehr spielen konnte, erzielte Stalteri während des Titelgewinns der Grün-Weißen Tore in aufeinanderfolgenden Spielen gegen Köln und Wolfsburg.
Seine 33 Erstliga-Einsätze in dieser Saison machten ihn zu einem integralen Bestandteil von Thomas Schaafs Mannschaft, und mit seinen souveränen Leistungen war es keine Überraschung, dass der aus Ontario stammende Stalteri eine Zeit lang Kanadas führender Nationalspieler mit den meisten Einsätzen war. Seine Konstanz und seine Fähigkeit, sowohl defensiv als auch offensiv zu agieren, waren von unschätzbarem Wert.
Frank Baumann (Defensiver Mittelfeldspieler)
Baumann spielte in allen außer zwei von Werders Bundesliga-Spielen der Saison 2003/04. Der in Würzburg geborene Spieler absolvierte in dieser Kampagne 27 Einsätze in einer tief liegenden Mittelfeldrolle. Baumann, der eine Karriere bei nur zwei Vereinen hatte, spielte ansonsten nur für Nürnberg. Er feierte große Erfolge in Bremen, wo er in einem Jahrzehnt rund 360 Einsätze sammelte.
Neben den Bundesliga- und DFB-Pokal-Siegermedaillen in der Saison 03/04 feierte der Finalist der Weltmeisterschaft 2002 mit Deutschland einen weiteren DFB-Pokal-Sieg im Jahr 2009, als Bremen im Finale Bayer Leverkusen besiegte. In derselben Saison, Baumanns letzter als Profi, führte er die Grün-Weißen als Kapitän an, als sie im UEFA-Pokal-Endspiel gegen Schachtar Donezk verloren. Frank Baumann ist seit 2010 Teil des Bremer Vorstands. Seine strategische Spielweise und seine Übersicht im defensiven Mittelfeld waren das Herzstück der Bremer Taktik.
Krisztián Lisztes (Mittelfeldspieler)
Als Ungarns Fußballer des Jahres 2002 hatte Lisztes beim VfB Stuttgart, wo er über 100 Erstligaspiele absolviert hatte, reichlich Bundesliga-Erfahrung gesammelt, bevor er 2001 zu Werder wechselte. Lisztes war ein vielseitiger zentraler Mittelfeldspieler von einigem Ruf und eine feste Größe in Schaafs Mannschaft, als sie zur Bundesliga-Meisterschaft stürmten. Als erster Ungar, der in der UEFA Champions League-Gruppenphase für Ferencváros traf, war Lisztes ein furchtloser Arbeiter im Mittelfeld und lieferte in dieser berühmten Saison 2003/04 für Werder drei Tore und sieben Vorlagen. Seine Energie und sein Kampfgeist prägten das Bremer Mittelfeld.
Johan Micoud (Mittelfeldspieler)
Der französische Nationalspieler steuerte immense 10 Tore und acht Vorlagen zu Werders glorreicher Meistermannschaft bei und war einer der herausragenden Spieler in einer unvergesslichen Double-Saison.
Micoud mag im französischen Nationalteam im Schatten von Zinedine Zidane gestanden haben – tatsächlich trat er in Cannes und Bordeaux in die Fußstapfen des Superstars –, doch bei Werder stand er im Rampenlicht, wo er während vier erfolgreicher Jahre in Deutschland Prominentenstatus genoss. In 169 Spielen für Bremen war Micoud an unglaublichen 104 Toren beteiligt. Sein Abgang vom Verein im Jahr 2006 wurde nur durch die Ankunft des zukünftigen Bremer Idols Diego gemildert. Seine Eleganz, Spielübersicht und Torgefahr machten ihn zum kreativen Kopf der Mannschaft.
Fabian Ernst (Mittelfeldspieler)
Eine weitere Schlüsselfigur im Mittelfeld war Ernst, der Spielwitz und Biss lieferte, damit Spieler wie Micoud kreieren konnten. Der 1,83 m große Spieler lief für seinen Heimatverein Hannover auf und wechselte dann zum Hamburger SV, bevor er im Jahr 2000 nach Bremen kam. Seine Leistungen im Weserstadion führten zu seiner ersten Berufung in die deutsche Nationalmannschaft, für die er 2002 debütierte. Ein Liga- und Pokal-Double-Triumph folgte für Bremen, und der zukünftige Schalke- und Beşiktaş-Spieler der Saison absolvierte in seinen fünf Spielzeiten beim Verein knapp 200 Einsätze für Werder. Fabian Ernst war der Motor im Mittelfeld, der die Bälle eroberte und das Spiel ankurbelte, ein Typ Spieler, der auch heute noch von großer Bedeutung im modernen Fußball heute im TV ist.
Ivan Klasnić (Stürmer)
Der kroatische Nationalspieler Klasnić erzielte nicht nur beeindruckende 13 Bundesliga-Tore, als Bremen Meister wurde, er lieferte auch 11 Vorlagen für seinen Sturmpartner und späteren Torschützenkönig Aílton in der Saison 03/04. Der in Hamburg geborene Klasnić gehörte zu der St. Pauli-Mannschaft, die 2001 den Aufstieg in Deutschlands höchste Spielklasse schaffte.
Dem folgte ein Wechsel zu Werder, und obwohl sein Start bei seinem neuen Verein durch Knieverletzungen behindert wurde, sollte der zukünftische kroatische Nationalspieler bald durchstarten. Obwohl Klasnić später in mehreren Champions League-Spielen für die Weser-Insulaner brillierte, erlitt er später Nierenversagen und musste nach einer Reihe von Operationen 10 Monate pausieren. Er erzielte 12 Tore in 41 Länderspielen während einer bewundernswerten internationalen Karriere mit Kroatien. Klasnić und Aílton bildeten ein kongeniales Sturmduo, das die gegnerischen Abwehrreihen regelmäßig vor unlösbare Aufgaben stellte.
Aílton (Stürmer)
Der Brasilianer, der mit seinen 28 Toren in 33 Bundesliga-Einsätzen beim Titelgewinn von Werder die Torjägerkanone gewann, entfachte mit seinen Netzhintergrund-Aktionen ein Feuerwerk in der Liga. Der Brasilianer war vor seinem Wechsel zu Werder, wo er in seinen sechs Jahren im Verein Heldenstatus erlangte, an den mexikanischen Verein Tigres UANL ausgeliehen. Er war nicht nur Torschützenkönig der Bundesliga-Saison 2003/04, Aílton war auch gemeinsam mit Klasnić – beide mit sechs Treffern – der Top-Torschütze, als Bremen im selben Wettbewerb den DFB-Pokal gewann.
Aílton feiert eines seiner zahlreichen Tore für Werder Bremen
Als einer der wenigen nicht-deutschen Spieler, die über 100 Tore in der Bundesliga erzielten, spielte Aílton auch für Schalke, Hamburg und Duisburg in Deutschlands höchster Spielklasse. Seine Unberechenbarkeit und sein Torinstinkt machten ihn zu einem der spektakulärsten Stürmer seiner Zeit. Die Fans von Werder Bremen werden seine Auftritte und seine Tore nie vergessen. Wenn Sie heute gespannt sind, welche Teams das Frauen-EM-Finale erreichen oder EM heute live sehen möchten, ist es wichtig, sich an solche Legenden zu erinnern. Auch die Übertragungen der Frauen-EM im TV zeigen, wie sehr sich der Fußball entwickelt und immer wieder neue Helden hervorbringt.
Ein Vermächtnis des Erfolgs
Die Saison 2003/04 bleibt ein Meilenstein in der Geschichte des SV Werder Bremen. Unter Thomas Schaaf formte sich eine Mannschaft, die nicht nur durch individuelle Klasse, sondern vor allem durch ihren außergewöhnlichen Teamgeist überzeugte. Das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal war der verdiente Lohn für eine Saison voller Leidenschaft, Kampf und spektakulärem Fußball. Diese Mannschaft hat sich in die Herzen der Fans gespielt und gezeigt, was mit harter Arbeit, Zusammenhalt und einem klaren Plan erreicht werden kann. Die Erinnerung an diese glorreiche Zeit ist bis heute lebendig und inspiriert Generationen von Werder-Fans und Fußballbegeisterten.
