Das Zusammenleben mit unseren vierbeinigen Freunden ist eine Bereicherung, doch manchmal stellen uns bestimmte Verhaltensweisen unserer Hunde vor Herausforderungen. Insbesondere wenn sich die Familiendynamik ändert, etwa durch die Ankunft eines neuen Babys, können sich unerwünschte Verhaltensmuster verstärken. Dies war der Fall bei Brick, einem zehnjährigen Mini Staffordshire Bullterrier, und Riot, einem achtjährigen Staffy, die beide mit ihren Besitzern und einem neuen Familienmitglied leben.
Die Besitzer wandten sich an einen Hundetrainer, da Brick Anzeichen von Eifersucht gegenüber dem Baby zeigte und übermäßig beschützend wurde, besonders wenn die Mutter stillte. Auch wenn andere Personen das Baby hielten oder Brick Aufmerksamkeit erhielt, reagierte er übermütig und aufdringlich. Zudem war es zu einigen Auseinandersetzungen zwischen den Hunden gekommen, wenn sie zu aufgedreht waren. Für viele Familien, die Haustiere im Haushalt haben, ist der Umgang mit solchen Situationen entscheidend für ein harmonisches Miteinander. Die Herausforderung besteht darin, klare Grenzen zu setzen und eine effektive Kommunikation zwischen Mensch und Tier zu etablieren, um Missverständnisse und Frustration auf beiden Seiten zu vermeiden.
Brick (links) und Riot (rechts), zwei Staffordshire Bullterrier
Die Herausforderungen erkennen: Fehlkommunikation zwischen Mensch und Hund
Als der Trainer das Haus betrat, zeigten die Hunde zwar Aufregung und missachteten den persönlichen Raum, doch die Besitzer meinten, dies sei noch vergleichsweise ruhig. Während des Gesprächs sprangen Brick und Riot wiederholt auf Möbel und in den persönlichen Bereich des Trainers. Es dauerte mehrere Versuche, den Raum zu definieren, bevor die Hunde sich schließlich ein paar Meter entfernt auf dem Boden niederließen.
Bei der Analyse der Situation stellte sich heraus, dass die Besitzer dazu neigten, die Hunde wegzuschieben, wenn diese in ihren persönlichen Raum eindrangen. Dieses Verhalten sendet jedoch oft die falsche Botschaft. Hunde interpretieren Schubsen häufig als Aufforderung zum Spielen, was das unerwünschte Verhalten paradoxerweise verstärken kann, anstatt es zu unterbinden. Es zeigte sich ein Mangel an Respekt seitens der Hunde gegenüber der Autorität ihrer Bezugspersonen, der durch ineffektive Kommunikation noch verstärkt wurde. Das klare Setzen von Grenzen und die Etablierung einer konsequenten Haltung bei der Haltung von Haustieren sind hier essenziell.
Effektive Kommunikation und Führung etablieren
Da die Hunde keinen Respekt vor dem persönlichen Raum, der Autorität oder den Anweisungen ihrer Besitzer zeigten, führte der Trainer verschiedene Wege vor, wie man effektiver mit Hunden kommunizieren und Missbilligung ausdrücken kann. Der Fokus lag dabei auf nonverbaler Kommunikation, die für Hunde oft verständlicher ist als verbale Befehle.
Um den Besitzern zu helfen, diese neuen Kommunikationsformen zu üben, demonstrierte der Trainer eine spezielle Führungsübung. Diese Übung sollte den Menschen nicht nur helfen, nonverbal zu kommunizieren, sondern die Hunde auch dazu anleiten, sich an den Menschen für Führung zu orientieren. Gleichzeitig förderte sie die Fähigkeit der Hunde zur Selbstbeherrschung. Mit Riot wurde zuerst geübt, da die Besitzer ihn für den anspruchsvolleren Kandidaten hielten. Er war zwar sehr entschlossen, schien aber nach einigen Minuten die Übung zu verstehen. Anschließend coachte der Trainer die Besitzer durch die Übung mit ihm. Riot verstand die Aufgabe schnell, sodass sie zu Brick wechselten. Brick war etwas einfacher, da er bereitwilliger schien, zu kooperieren, sobald er die Anforderung verstanden hatte. Die Gesundheit des Hundes hängt oft auch stark von einer klaren Kommunikation und Bindung ab.
Neue Regeln im Alltag anwenden
Nachdem die neuen Regeln, Grenzen und Beschränkungen etabliert waren, ging es darum, diese praktisch anzuwenden. Die Hunde saßen weiterhin buchstäblich unter den Füßen der Besitzer. Eine der Besitzerinnen stand auf und ging durch den Raum. Nach einer kurzen Pause kehrte sie zu ihrem Platz zurück und nutzte die gelernten, eskalierenden Konsequenzen, um den Hunden mitzuteilen, dass ihr persönlicher Raum nicht zu übertreten war. Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell die Hunde reagierten, da sie nun die Kommunikation der Besitzer in einer für sie verständlichen Weise erkannten.
Eine Situation, in der die Hunde besonders störend waren, war, wenn die Großmutter der Familie zu Besuch kam oder das Baby hielt. Sie wurde hinzugezogen, damit die Besitzer den Hunden beibringen konnten, sich in dieser spezifischen Situation angemessen zu verhalten. Das Ziel war, eine ruhige und respektvolle Interaktion zu ermöglichen, auch in aufregenden Momenten.
Der Wandel: Vom übermütigen Hund zum ausgeglichenen Familienmitglied
Der Trainer hatte schon viele Transformationen bei Hunden erlebt, aber dieser Fall gehörte definitiv zu den lohnendsten. Als die Großmutter erzählte, dass dies das erste Mal war, dass sie mit dem Baby sitzen konnte, ohne dass die Hunde an ihr hochsprangen oder an ihrer Kleidung zerrten, war die Freude riesig.
Brick und Riot waren keine aggressiven Hunde. Sie waren lediglich übermütig und nicht daran gewöhnt, Grenzen oder Beschränkungen zu respektieren. Jetzt, da ihre Besitzer wissen, wie sie diese etablieren und den Hunden klar kommunizieren können, was von ihnen erwartet wird, kann dieses neue, ruhige Verhalten zur neuen Normalität für die Hunde werden. Es zeigt, wie entscheidend klare Führung und verständliche Kommunikation für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier sind.
Fazit
Die Integration eines neuen Familienmitglieds wie eines Babys in einen Haushalt mit Hunden erfordert Geduld, Konsequenz und das Verständnis der Hundekommunikation. Der Fall von Brick und Riot verdeutlicht, dass selbst langjährige Verhaltensmuster durch gezieltes Hundetraining und die Anwendung nonverbaler Kommunikationsmethoden positiv verändert werden können. Indem Besitzer lernen, klare Grenzen zu setzen und ihre Rolle als souveräne Führungspersönlichkeiten wahrzunehmen, schaffen sie eine Umgebung, in der sich sowohl Mensch als auch Tier sicher und respektiert fühlen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Körpersprache Ihres Hundes zu verstehen und ihm die Regeln des Zusammenlebens konsequent zu vermitteln. So schaffen Sie die Basis für ein ausgeglichenes und glückliches Familienleben mit Ihren geliebten Vierbeinern.
