BVB Champions League Einzelkritik: Dortmunds Stars gegen Inter Mailand auf dem Prüfstand

Borussia Dortmund musste im abschließenden Champions-League-Gruppenspiel eine bittere 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand hinnehmen. Dieses Ergebnis zwingt den BVB, den Umweg über die Playoffs zu gehen, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Insbesondere die Offensive der Schwarz-Gelben fand an diesem Abend nicht wirklich ins Spiel, und auch die Doppelsechs präsentierte sich weit unter ihren Möglichkeiten. Diese BVB Champions League Einzelkritik gegen Inter Mailand beleuchtet die Leistungen der Dortmunder Akteure im Detail und bewertet ihre individuellen Auftritte.

GREGOR KOBEL: Obwohl nicht übermäßig stark gefordert, musste der Schlussmann der Dortmunder zweimal hinter sich greifen. Beim sehenswerten Freistoßtreffer von Dimarco (81. Minute) war er chancenlos, ebenso wie beim abgefälschten Schuss von Diouf kurz vor Schluss (90. Minute). Abgesehen davon agierte Kobel gewohnt souverän: Im ersten Durchgang parierte er sicher gegen Dimarco (14.) und zeigte sich auch beim Kopfball von Bonny aufmerksam (42.). Nach der Pause war er zudem gegen Frattesi zur Stelle (78.). SPORT1-Note: 3

BVB-Abwehr bei Gegentoren machtlos

NICO SCHLOTTERBECK: Der Innenverteidiger trat nicht immer prominent in Erscheinung, entschied aber die entscheidenden Zweikämpfe meist für sich. Besonders beeindruckend war seine Passquote bei langen Bällen: 14 von 17 fanden ihren Adressaten. Eine vielversprechende Kontersituation in der zweiten Hälfte spielte er jedoch leichtfertig nicht zu Ende, indem er den besser postierten Silva übersah. Auch in der Schlussphase leistete er sich eine kleine Unachtsamkeit, bügelte seinen Fehler aber umgehend wieder aus. An den Gegentoren hatte er keine direkte Schuld. SPORT1-Note: 3

EMRE CAN: Als Abwehrchef in der Zentrale versuchte Can, das Aufbauspiel zu dirigieren. Ein ärgerlicher Ballverlust seinerseits führte zu einer gefährlichen Überzahlsituation für Inter, die er jedoch mit einem beherzten Sprint zurück selbst entschärfen konnte, indem er Bonny stellte (14.). Ab der 19. Minute schien er leicht angeschlagen zu sein und griff sich immer wieder an die Adduktoren, kämpfte sich aber tapfer durch. Dies war seiner Leistung kaum anzumerken, wenngleich er einmal Thuram passieren lassen musste, was sofort zu einer brandgefährlichen Situation führte (65.). SPORT1-Note: 3

Weiterlesen >>  Die australische Fußballnationalmannschaft: Ein tiefer Einblick in Kader, Geschichte und Erfolge

FILIPPO MANE (bis 89.): Ein Champions-League-Debüt für den jungen Italiener, der nur 35 Autominuten von Mailand entfernt aufgewachsen ist. Er hatte mit den schnellen Thuram und Bonny viel zu tun. Mane versuchte, durch einfache Pässe ins Spiel zu finden. Starke Grätschen, wie gegen Bonny (19.) und Dimarco (29.), brachten ihm Szenenapplaus und sichtlich Selbstvertrauen. In der zweiten Hälfte agierte er deutlich ruhiger und wagte sich an einige mutigere Pässe nach vorne. Er musste im Laufe des Spiels einige harte Einsteigen seiner Gegenspieler wegstecken und musste wie schon bei seinem Ligadebüt nach einem Tackling vorzeitig das Feld verlassen (89.). Diesmal jedoch nicht aufgrund eines Platzverweises. Insgesamt ein solider Auftritt, der zeigt, dass er in dieser Spielzeit noch eine wichtige Rolle spielen könnte. SPORT1-Note: 2,5

JULIAN RYERSON: Als gelernter Verteidiger war Ryerson der offensiv umtriebigste Borusse auf dem Feld. Sein Schussversuch in der 11. Minute landete wohl eher unbeabsichtigt genau vor den Füßen des freistehenden Guirassy, der aus kürzester Distanz die Riesenchance zur frühen Führung liegen ließ. Bei Dortmunder Angriffen stand er extrem hoch, oft auf Höhe der Inter-Abwehrkette, und wusste dort zu gefallen. Mal war es ein erfolgreiches Tempodribbling gegen Kapitän Dimarco (28.), mal ein feiner Hackenpass auf Beier (33.). Nach der Pause war er nicht mehr ganz so auffällig, aber dennoch stets bemüht. SPORT1-Note: 3

Im Mittelfeld um Nmecha fehlte der Mut

RAMY BENSEBAINI (bis 81.): Ein starker Flugkopfball im eigenen Strafraum klärte eine gefährliche Inter-Flanke (26.). Ansonsten blieb Bensebaini eher unauffällig. Über seine linke Seite ging nicht annähernd so viel wie über die rechte Angriffsseite des BVB. Ein herausragendes Tackling im eigenen Strafraum gegen Esposito (64.) brachte ihm zu Recht anerkennende Schulterklopfer seiner Mitspieler ein. SPORT1-Note: 3

Weiterlesen >>  Deutschland entdecken: Fussball Bild – Leidenschaft für das deutsche Spiel

FELIX NMECHA: Nmecha versuchte nach Balleroberungen immer wieder schnell umzuschalten, doch seine Mitspieler folgten ihm häufig nicht schnell genug, sodass viele vielversprechende Angriffe im Sande verliefen. Mit einem unnötigen Foul an Mkhitaryan an der Strafraumgrenze verschuldete er den Freistoß, der zum 0:1 führte (81.). Eine unglückliche Aktion. SPORT1-Note: 5

JOBE BELLINGHAM: Ein Applaus für eine beherzte Grätsche gegen Bonny (24.) zeugte von seinem Engagement. Stark gegen den Ball, gewann er in der ersten Halbzeit jeden seiner fünf Zweikämpfe. Offensiv agierte er jedoch meist mit Sicherheitspässen, ohne dadurch Raumgewinn zu erzielen. Er muss mutiger werden und das Spiel vertikaler gestalten! Ein Beispiel dafür sah man in der 71. Minute, als er einmal vertikal in die Schnittstelle der Inter-Abwehr spielte, wo Adeyemi nur Zentimeter fehlten. Unglücklicherweise fälschte er den Schuss von Diouf zum 0:2 ins eigene Tor ab (90.). SPORT1-Note: 4

MAXIMILIAN BEIER: Beier war sowohl in der Offensive als auch in der Defensive immer wieder zu finden. Gewohnt fleißig, lief er auch mal den Inter-Keeper Sommer an und zwang ihn, den Ball ins Seitenaus zu schlagen (31.). Das Zusammenspiel mit Ryerson auf der rechten Seite funktionierte ordentlich. In seinen Aktionen fehlte ihm jedoch oft das nötige Glück und die letzte Durchschlagskraft. SPORT1-Note: 4

BVB-Stürmer erwischen schwachen Abend

FÁBIO SILVA (bis 81.): Durfte wie zuletzt dreimal in Folge in der Liga von Beginn an ran. Es war eine seiner schwächeren Vorstellungen im BVB-Trikot. Engagiert ja, aber ohne die gewünschte Durchschlagskraft. Offensiv gelang ihm vieles nicht, und im Konterspiel fehlte ihm oft die notwendige Geschwindigkeit – wie beispielsweise gegen Bisseck (38.). Immerhin bereitete er die Adeyemi-Chance vor (71.). In der Schlussphase machte er Platz für Chukwuemeka (81.). SPORT1-Note: 5

Weiterlesen >>  Deutschland erkunden: Eine unvergessliche Reise durch Vielfalt und Geschichte

SERHOU GUIRASSY (bis 68.): Er war vom Zuspiel von Ryerson offenbar genauso überrascht wie die Mailänder Abwehr, sodass er freistehend aus rund acht Metern kläglich vergab (11.) – diese Riesenchance hätte die Führung sein müssen. Im Umschaltspiel wirkte er zu schläfrig. Positiv: In der Luft war ihm kein Mailänder gewachsen; alle drei Kopfballduelle gewann er. Dennoch: Seine Formkrise hat er noch nicht überwunden. Nach 30 Ballkontakten war in der 68. Spielminute Feierabend für ihn. Für ihn kam Adeyemi ins Spiel. SPORT1-Note: 5

Joker Adeyemi: Erst gefährlich, dann Ballverlust vorm Gegentor

KARIM ADEYEMI (ab 68.): Durfte erneut nur als Joker für Guirassy mitwirken (68.). Kaum auf dem Feld, sorgte er mit seinem Tempo sofort für Gefahr. Nach schöner Vorarbeit von Bellingham und Silva legte er sich den Ball jedoch ein paar Zentimeter zu weit vor, sodass Sommer kurz vor ihm an den Ball kam und die Chance entschärfte. Sein Tempo brachte viel Schwung in die Partie und stellte Inter vor große Probleme. In der 84. Minute reklamierte er einen Elfmeter wegen eines zu hohen Inter-Beins, doch auch der VAR-Eingriff blieb ohne Erfolg. Beim zweiten Gegentreffer verlor er im Aufbau unglücklich den Ball, was letztlich zum entscheidenden 0:2 führte. SPORT1-Note: Ohne Bewertung

YAN COUTO (ab 89.): Kam in den Schlussminuten für den angeschlagenen Mane in die Partie, um die Defensive zu stabilisieren. SPORT1-Note: Ohne Bewertung.

CARNEY CHUKWUEMEKA (ab 81.): Ersetzte den blass gebliebenen Silva und sollte für neue Impulse im Angriff sorgen. SPORT1-Note: Ohne Bewertung.

JULIAN BRANDT (ab 81.): Kam für Bensebaini ins Spiel und versuchte, das Dortmunder Offensivspiel anzukurbeln. SPORT1-Note: Ohne Bewertung.