Cholesterin senken durch die richtige Ernährung in Deutschland

Ärztin beantwortet Fragen rund um hohe Cholesterinwerte

Hohe Cholesterinwerte sind ein ernstes Gesundheitsrisiko, doch die gute Nachricht ist: Mit einer angepassten Ernährung lässt sich das LDL-Cholesterin senken und die Herz-Kreislauf-Gesundheit positiv beeinflussen. Dieser Ratgeber beleuchtet, wie eine bewusste Lebensmittelauswahl in Deutschland dazu beitragen kann, das Cholesterin im Blut zu regulieren. Dabei muss nicht auf Genuss verzichtet werden, denn mit einfachen Regeln und der richtigen Kombination von Lebensmitteln können Sie bereits viel für Ihre Gesundheit tun. Wir zeigen Ihnen, welche Lebensmittel empfehlenswert sind und wie Sie mit kleinen Anpassungen Ihren Speiseplan optimieren. Ernährung bei Hashimoto kann ebenfalls von ähnlichen Prinzipien profitieren, indem auf entzündungshemmende und nährstoffreiche Lebensmittel gesetzt wird.

Woher kommt das Cholesterin im Blut?

Der menschliche Körper produziert etwa drei Viertel des benötigten Cholesterins selbst. Der restliche Teil wird über die Nahrung aufgenommen. Der Körper versucht, die körpereigene Produktion an die zugeführte Menge anzupassen. Bei einer dauerhaft zu hohen Aufnahme von Cholesterin über die Nahrung kann diese Regulation jedoch überfordert sein, was zu einem Anstieg der Cholesterinkonzentration im Blut führt. Insbesondere ein Überschuss an LDL-Cholesterin, oft als “schlechtes” Cholesterin bezeichnet, kann erhebliche Risiken für die Herz-Kreislauf-Gesundheit bergen. Daher ist es entscheidend, erhöhte Cholesterinwerte ernst zu nehmen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Ihr persönliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschätzen

Neben hohen LDL-Cholesterinwerten stellen auch Faktoren wie dauerhaft erhöhter Blutdruck eine Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar. Um Ihr individuelles Risiko besser einschätzen zu können, stehen Ihnen verschiedene Tests zur Verfügung, die Ihnen helfen, potenzielle gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Jetzt Risikotest machen

Cholesterin und Ernährung: Die Bedeutung verschiedener Fette

Bei erhöhten Cholesterinwerten (Hypercholesterinämie) sind ärztliche Empfehlungen oft eine Kombination aus medikamentöser Therapie und einer Anpassung der Ernährungsgewohnheiten. Ein zentraler Aspekt dabei ist die Unterscheidung und bewusste Auswahl von verschiedenen Fettarten, um das LDL-Cholesterin zu reduzieren. Grundsätzlich lassen sich Fettsäuren in drei Hauptgruppen einteilen:

  • Gesättigte Fettsäuren: Diese können den Cholesterinspiegel im Blut tendenziell erhöhen. Daher gilt die Faustregel: Weniger Lebensmittel mit hohem Anteil an gesättigten Fettsäuren konsumieren. Diese finden sich vor allem in tierischen Produkten wie Butter, Schmalz, Käse, Sahne, Fleisch und Wurstwaren. Ein moderater Verzehr dieser Produkte ist ratsam.
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren: Diese beeinflussen den Cholesterinspiegel weniger stark. Sie sind reichlich in pflanzlichen Lebensmitteln und Ölen enthalten.
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Hierzu zählen auch die wertvollen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die sich positiv auf die Blutfettwerte auswirken können.
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Für das Kochen und Braten empfiehlt es sich, auf pflanzliche Öle wie Sonnenblumen-, Raps- oder Olivenöl zurückzugreifen, anstatt auf tierische Fette wie Butter oder Schmalz.

Kokosöl im Fokus

Obwohl Kokosöl oft als gesund beworben wird, besteht es zu einem Großteil aus gesättigten Fettsäuren (ca. 90%). Daher sollte der Konsum eher in Maßen erfolgen.

Welche Lebensmittel sollten Sie bei hohen Cholesterinwerten meiden oder reduzieren?

Es gibt keine generell verbotenen Lebensmittel bei hohem Cholesterinspiegel, jedoch sollten bestimmte Produkte nur in Maßen verzehrt werden, da sie den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen können. Hierzu zählen insbesondere Lebensmittel mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt beispielsweise, nicht mehr als 600 Gramm Fleisch pro Woche zu essen.

Ein weiterer Punkt sind Transfettsäuren, die ebenfalls das LDL-Cholesterin erhöhen können. Diese entstehen industriell und finden sich häufig in Fast-Food-Produkten, Fertiggerichten, Frittiertem und Backwaren. Ein reduzierter Konsum von Pommes, Chips und Fertigsoßen ist daher ratsam. Achten Sie auf die Kennzeichnung „gehärtete Fette“ oder „hydrogeniert“ auf den Zutatenlisten.

Auch ein moderater Alkoholkonsum kann sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken.

Übersicht cholesterinreicher Lebensmittel, die Sie eher meiden sollten:

LebensmittelCholesterin in mg/100 g
Fleisch
Leberwurst230
Bratwurst110
Salami90
Schinken80
Milchprodukte
Schlagsahne (30 % Fett)110
Frischkäse105
Käse (45 % Fett i. Tr.)95
Fette
Butter240
Mayonnaise (80 % Fett)140
Schweineschmalz90
Sonstiges
Hühnereier350
Rührkuchen135
Croissant70

Cholesterinarme Lebensmittel: Was senkt den Cholesterinspiegel?

Eine Ernährung, die darauf abzielt, den Cholesterinspiegel zu senken, muss nicht zwangsläufig fettfrei sein. Essenzielle Fette, wie etwa Omega-3-Fettsäuren, sind für den Körper wichtig und können zur Reduzierung des Cholesterinspiegels beitragen. Fisch ist eine hervorragende Quelle für diese wertvollen Fettsäuren.

Lebensmittel mit hohem Anteil an Omega-3-Fettsäuren zur Cholesterinsenkung:

LebensmittelOmega-3-Fettsäuren in g/100 g
Scholle2,5
Lachs2,3
Hering2
Karpfen1,5
Thunfisch1
Fischöl30
Leinsamen10

Hinweis: Bei Fischverzehr ist auf mögliche Schwermetallbelastungen zu achten. Ein moderater Konsum ist empfehlenswert.

Neben der richtigen Fettauswahl spielen ballaststoffreiche Lebensmittel eine wichtige Rolle. Sie können ebenfalls dazu beitragen, das LDL-Cholesterin zu senken, indem sie die Nährstoffaufnahme verlangsamen und für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl sorgen. Ballaststoffreiche Quellen sind:

  • Nüsse und Samen
  • Obst und Gemüse
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte

Eine tägliche Aufnahme von etwa 30 Gramm Ballaststoffen wird empfohlen. Eine abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl stellt sicher, dass Sie eine breite Palette an Nährstoffen aufnehmen. Generell gilt: Je länger ein Gemüse gekaut werden muss, desto höher ist oft sein Ballaststoffgehalt.

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Mythos Frühstücksei: Schaden Eier bei zu hohem Cholesterin?

Eier sind zwar cholesterinreich, doch ein Verzicht ist nicht zwingend notwendig. Ein gekochtes Ei am Wochenende stellt für die meisten Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten kein Problem dar. Etwa zwei bis drei Eier pro Woche sind in der Regel unbedenklich. Wichtig ist jedoch, auch den Cholesteringehalt in anderen Lebensmitteln zu berücksichtigen, da Eier oft Bestandteil von Nudelsorten, Teigwaren und anderen zubereiteten Speisen sind, insbesondere wenn Eigelb verarbeitet wird.

Einfluss von Kaffee auf den Cholesterinspiegel

Die meisten gängigen Kaffeezubereitungen, wie Filterkaffee oder Espresso, haben keinen nennenswerten Einfluss auf die Cholesterinwerte. Lediglich bei einer speziellen skandinavischen Zubereitungsart, bei der das Kaffeepulver länger im heißen Wasser verbleibt, wurde eine leichte Erhöhung des LDL-Cholesterins bei manchen Personen beobachtet. Ein Filterkaffee zum Frühstück ist somit unbedenklich. Bei der Zugabe von Milch sollte auf fettarme Varianten zurückgegriffen werden.

Ausgewogene Essgewohnheiten wirken sich generell positiv auf die Gesundheit aus, wie auch Experten bestätigen. [Video zur Wirkung von Ernährung und Lebensstil auf Cholesterinwerte]

Cholesterin mit Ernährungstipps senken: Die richtige Lebensmittelauswahl

Eine fettreduzierte, aber dennoch ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zur Senkung des Cholesterins. Die Mittelmeerkost ist hierfür ein hervorragendes Vorbild, da sie sich durch folgende Merkmale auszeichnet:

  • Geringer Anteil an gesättigten Fettsäuren und Transfetten, dafür reich an gesunden pflanzlichen Ölen (z. B. Olivenöl).
  • Hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren, oft durch Fischkonsum.
  • Reich an ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Gemüse.

Die konsequente Umsetzung der Mittelmeerkost kann zu einer Senkung des LDL-Cholesterins und einer Erhöhung des HDL-Cholesterins (“gutes” Cholesterin) führen.

Die Grenzen der Ernährung

Bei genetisch bedingten Ursachen von hohem Cholesterin, wie der familiären Hypercholesterinämie, reicht eine alleinige Ernährungsumstellung oft nicht aus. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung und entsprechende Behandlung unerlässlich. Bei Verdacht auf familiäre Hypercholesterinämie sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.

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Viele Fragen tauchen bei einer Ernährungsumstellung auf: Gibt es verbotene Lebensmittel? Wie sieht eine cholesterinarme Ernährung aus? Welche Auswirkungen haben bestimmte Nahrungsmittel? Die folgende Tabelle bietet eine Orientierungshilfe für Ihren persönlichen Ernährungsplan:

Orientierungshilfe für den Ernährungsplan zur Cholesterinsenkung:

KategorieBevorzugenIn MaßenNur selten
GetreideVollkornprodukteWeißbrot, Reis, Nudeln, CornflakesBackwaren (Croissants, Muffins)
GemüseAlle Sorten (gekocht oder roh)KartoffelnGemüsezubereitungen mit Butter/Sahne
ObstAlle Sorten (frisch oder gefroren)Getrocknete Früchte, Marmelade, FruchtsaftKokosnuss
HülsenfrüchteBohnen, Erbsen, Linsen (ca. 125 g gegart)
FleischGeflügel ohne Haut (max. 300-600 g/Woche)Mageres FleischWurstwaren, Innereien
MeerestiereAlle Fischsorten (1-2x/Woche, bis 220 g)Meeresfrüchte, Schalentiere
Milchprodukte/EierMagermilchprodukte (2-3 Eier/Woche)Fettarme Milch-/Käseprodukte, EierSahne, Vollmilch, Sahnejogurt
Nüsse/SamenAlle Sorten (ungesalzen, ca. 25 g/Tag)Gesalzene Nüsse
FettePflanzliche Öle (bis 40 g/Tag)MargarineButter, Schmalz, Palm-/Kokosöl
SüßigkeitenSüßwaren mit SüßstoffZucker, Honig, Schokolade, GummibärchenKuchen, Eis, Softdrinks
SonstigesEssig, Senf, SalzstangenFrittiertes, Mayonnaise, KetchupFastfood, Chips
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Die Ernährung umstellen: Drei Tipps bei hohem LDL-Cholesterin

Um Ihren Speiseplan anzupassen und das Cholesterin zu senken, sind folgende Änderungen empfehlenswert:

  • Beim Einkauf: Bevorzugen Sie mageres Fleisch und entfernen Sie sichtbares Fett. Wählen Sie fettarme Varianten bei Milchprodukten. Achten Sie auf die Fettangaben auf Verpackungen.
  • Öl-Auswahl: Setzen Sie auf pflanzliche Öle mit einem geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren, wie Soja-, Raps- oder Leinöl.
  • Fettarm kochen: Nutzen Sie Garmethoden wie Dämpfen oder Backen anstelle von Braten in der Pfanne. Wenn Sie anbraten, verwenden Sie beschichtete Pfannen und geben Sie die Lebensmittel erst hinzu, wenn das Fett erhitzt ist, um die Fettaufnahme zu reduzieren.

Neben der Ernährung sind auch zusätzliche Maßnahmen wie regelmäßige körperliche Aktivität wichtig, um das Cholesterin erfolgreich zu senken. Wie lässt sich Cholesterin senken?

Cholesterin durch Ernährung senken: Einfache Rezepte für den Alltag

Für eine cholesterinarme Ernährung sind leichte und schmackhafte Rezepte ideal. Die Deutsche Herzstiftung e. V. empfiehlt mediterrane Gerichte, die zur Regulierung der Blutfettwerte beitragen können.

Frischer Gemüse-Sommer-Salat (für 4 Personen)

Zutaten:

  • 1 Zucchini
  • 2 große Tomaten
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 EL Essig
  • ½ TL Senf
  • 1 kleine Zwiebel
  • Schnittlauch
  • 1 TL Thymian
  • 5 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Scheiben Vollkornbrot

Zubereitung:

  1. Gemüse waschen. Zucchini in dünne Scheiben, Paprika in Streifen schneiden. Tomaten vierteln oder achteln.
  2. Für das Dressing Zwiebel würfeln und mit Senf, Essig, Salz und Pfeffer mischen. Schnittlauch und Thymian unterrühren, ebenso die Hälfte des Olivenöls.
  3. Gemüse mit dem Dressing vermischen und 20 Minuten ziehen lassen.
  4. Restliches Olivenöl erhitzen. Brotscheiben würfeln und rösten, dann über den Salat verteilen.

Guten Appetit!

Gefüllte Auberginentaschen (für 4 Personen)

Zutaten:

  • 1 Aubergine
  • 2 Tomaten
  • 100 g Schafskäse
  • Frischer Basilikum
  • 1 Fenchelknolle und Fenchelgrün
  • ½ Zwiebel
  • Salz und Pfeffer
  • Essig
  • Olivenöl

Zubereitung:

  1. Aubergine und eine Tomate in feine Scheiben schneiden.
  2. Zwei Auberginenscheiben kreuzförmig überlappen, darauf eine Tomatenscheibe, Schafskäse und Basilikum legen. Die Aubergine zu einem Päckchen zusammenklappen.
  3. Die Päckchen grillen oder im Ofen garen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Fenchelknolle in Scheiben schneiden und ebenfalls garen.
  5. Für die Vinaigrette Tomate und Zwiebel würfeln, mit Salz, Pfeffer, Essig und Olivenöl anrühren. Fenchelgrün hacken und untermischen.
  6. Vinaigrette auf einen Teller geben, Auberginenpäckchen und Fenchel darauf anrichten.

Lassen Sie es sich schmecken!

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