Coca-Cola: Von der Apotheke zum Mainstream-Wein

Die Geschichte von Coca-Cola ist weitaus vielschichtiger, als viele annehmen mögen. Was als pharmazeutisches Experiment begann, entwickelte sich zu einem der bekanntesten Getränke der Welt und prägte sogar eine eigene Kategorie im Weinbau. Tauchen wir ein in die faszinierende Historie und die weitreichenden Einflüsse dieses Kultgetränks, das weit über seinen eigentlichen Geschmack hinausreicht.

Die Erfindung von Coca-Cola

Der Apotheker John Stith Pemberton (1831-1888) aus Atlanta, Georgia, zeigte großes Interesse an der Kokapflanze. Zu jener Zeit wurde Kokain nicht als gefährliche Droge eingestuft und war sogar ohne Rezept erhältlich. Bereits 1880 stellte Pemberton eine „Französische Wein Coca“ nach der Mariani-Formel her. Im Jahr 1886, nach zahlreichen Versuchen, brachte er das erste Coca-Cola-Getränk auf den Markt. Der Name leitet sich von den ursprünglichen Zutaten Koka-Blatt (heute nicht mehr verwendet) und Kolanuss ab.

Anfangs wurde Coca-Cola als Medizin beworben. Die Zielgruppe waren städtische Arbeiter, die unter Müdigkeit, Kopfschmerzen, Depressionen, Impotenz oder Neurasthenie litten. Pemberton verkaufte die Patentrechte später für 2.300 USD an den Unternehmer Asa G. Candler, der 1992 die Coca-Cola Company gründete. Um sich vor der Hitze zu erfrischen oder einfach nur den Durst zu stillen, griffen viele zu einem Glas der neuen, vielversprechenden Brause. Oft suchten sie dabei nach einer belebenden Alternative zu herkömmlichen kaltgetränke.

Es wird viel über den ursprünglichen Kokaingehalt einer Coca-Cola-Flasche spekuliert. Laut einem Rezept von Pembertons Buchhalter Frank M. Robinson enthielt ein Glas 8,45 mg Kokain, wobei die typische geschnupfte Dosis 20 bis 30 mg beträgt und oral eingenommenes Kokain eine schwächere Wirkung hat. Die Coca-Cola Company bestreitet jedoch weiterhin offiziell, dass ihr Getränk jemals Kokain enthalten hat. Heute enthält ein Glas Coca-Cola (0,2 Liter) 20 mg Koffein. Eine Tasse Filterkaffee gleicher Größe enthält 90 mg, eine Tasse Tee 50 mg.

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Cola-Mischgetränke

Mischgetränke, bei denen Cola (Coca-Cola, Pepsi Cola usw.) mit Rotwein oder Weißwein gemischt wird, sind besonders bei jungen Leuten beliebt. Dazu gehören der Calimocho (Spanien) und der Cola-Schoppen (Deutschland). Diese einfachen, aber erfrischenden Kombinationen haben sich in verschiedenen Kulturen etabliert und sind ein fester Bestandteil der modernen Getränkekultur geworden. Sie zeigen, wie vielseitig Cola über ihren reinen Konsum hinaus eingesetzt werden kann.

Mainstream-Weine im “Coca-Cola-Stil”

Der Begriff „Coca-Cola-Wein“ (auch McDonald’s-Wein) wurde seit den 1980er Jahren populär und beschreibt preiswerte Weine von stets gleichbleibender und wiedererkennbarer Qualität, unabhängig von den üblicherweise auftretenden Jahrgangsschwankungen. Der Begriff verweist darauf, dass Coca-Cola weltweit nach einer identischen Rezeptur hergestellt wird und somit immer denselben Geschmack aufweist. Da diese Weine einen breiten Verbrauchergeschmack ansprechen und „im Trend“ liegen, werden sie auch als Mainstream-Weine bezeichnet. Sie werden hauptsächlich von großen Unternehmen als Markenweine produziert und in riesigen Mengen in Supermärkten verkauft.

Anspruchsvolle Weinkenner bezeichnen sie abfällig als „Designer-Weine“, „Nullachtfünfzehn-Weine“ oder „seelenlose“ Weine, denen es an Finesse, Originalität und Charakter mangelt. Hierbei handelt es sich jedoch a priori nicht um billige Massenweine minderer Qualität, sondern meist um technisch einwandfreie, aber geschmacklich uniforme Produkte, denen Individualität und Herkunftscharakter fehlen. Typische Rotweine dieses Typs weisen oft einen vollmundigen, runden Geschmack mit einem holzigen, etwas süßlichen und intensiv schmelzenden Aroma auf. Wenn der Geschmack von Frucht dominiert wird, spricht man auch von Fruchtbomben. Die Attribute lecker, marmeladig oder dropsig werden ebenfalls genannt, um diese Weine zu beschreiben.

Weinbereitungsmethoden für “Coca-Cola-Weine”

Diese Art von Wein wird hauptsächlich in Übersee unter Anwendung von Weinbereitungsmethoden hergestellt, die in Europa größtenteils noch nicht zugelassen sind. Dazu gehören die Zugabe von Aromastoffen (Essenzen) sowie die Zugabe oder Entnahme von Wasser. Ein besonders beliebtes Konzentrat in Kalifornien ist Mega-Purple, das für Süße und Farbe in Rotweinen sorgt. Sogenannte önologische Tannine werden speziell für Rotweine eingesetzt, um Struktur und Mundgefühl zu verbessern. Das Spinnkonus-Säule-Verfahren wird verwendet, um bestimmte Aromen zu erzeugen oder unerwünschte Komponenten zu entfernen. Ähnliche Effekte können auch durch Maischeauslaugung wie Kryomazeration (Kaltmazeration) oder Maischeerhitzung (Heißmazeration) erzielt werden, um spezifische Geschmacks- und Farbprofile zu entwickeln.

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Fazit

Coca-Cola ist weit mehr als nur ein Erfrischungsgetränk. Seine Geschichte, von einem pharmazeutischen Produkt mit umstrittenen Inhaltsstoffen bis hin zum globalen Markenphänomen, ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklung und des Marketings. Darüber hinaus hat der Einfluss von Coca-Cola sogar die Weinwelt erreicht und einen Begriff für eine neue Kategorie von Mainstream-Weinen geprägt. Ob Sie nun ein Glas der klassischen Brause genießen, einen Cola-Mischdrink probieren oder einen „Coca-Cola-Wein“ kosten – die Geschichte und Wirkung dieses Namens bleibt allgegenwärtig. Entdecken Sie die Vielfalt der Getränkewelt und lassen Sie sich von ihren Geschichten inspirieren!