COVID-19 und Durchfall: Ein oft übersehenes Symptom verstehen und bewältigen

Während COVID-19 primär als Atemwegserkrankung bekannt ist, manifestiert sich das Coronavirus bei vielen Infizierten auch durch gastrointestinale Beschwerden. Eines der häufigsten, aber oft unterschätzten Symptome ist Durchfall. Dieser Artikel beleuchtet, wie COVID-19-bedingter Durchfall entsteht, wie er zu bewältigen ist und wann medizinische Hilfe unerlässlich wird, um Ihnen und Ihrer Familie die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Wie sich Durchfall bei COVID-19 äußert und wie lange er anhält

Durchfall, der durch eine Coronavirus-Infektion verursacht wird, tritt typischerweise zu Beginn der Erkrankung auf. In der Regel hält er nur wenige Tage an, kann in manchen Fällen aber auch bis zu einer Woche oder länger andauern. Die Dauer und Intensität können individuell stark variieren. Es ist wichtig, auf die Signale Ihres Körpers zu achten.

Wenn Sie Durchfall aufgrund einer Coronavirus-Infektion erleben, ist es entscheidend, hydriert zu bleiben. Trinken Sie viel Wasser, Kräutertees oder Elektrolytgetränke, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhe, damit er sich auf die Genesung konzentrieren kann. Beobachten Sie Ihre Symptome genau. Sollte sich der Durchfall nach einigen Tagen nicht bessern oder gar verschlimmern, suchen Sie ärztlichen Rat. Ein:e Ärzt:in kann beurteilen, ob Medikamente zur Linderung der Beschwerden oder weitere Maßnahmen notwendig sind.

Ernährungsempfehlungen bei COVID-19-bedingtem Durchfall

Die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Durchfall und kann helfen, die Symptome zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Einige Lebensmittel können den Durchfall jedoch verschlimmern, weshalb es ratsam ist, diese zu meiden.

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Vermeiden Sie:

  • Stark gewürzte, fettreiche/fettige und frittierte Speisen: Diese können den Darm zusätzlich reizen und die Verdauung belasten.
  • Alkohol und Koffein: Beide wirken diuretisch (harntreibend) und können zu einer weiteren Dehydrierung beitragen.
  • Milchprodukte: Viele Menschen entwickeln während eines Durchfalls eine vorübergehende Laktoseintoleranz, da das Enzym Laktase, das zur Verdauung von Milchzucker benötigt wird, reduziert sein kann.

Bevorzugen Sie hingegen leicht verdauliche Nahrungsmittel:

  • BRAT-Diät: Bananen, Reis, Apfelmus und Toast sind gut verträgliche Lebensmittel, die helfen können, den Stuhl zu festigen.
  • Klare Brühen: Sie liefern Elektrolyte und Flüssigkeit.
  • Gekochtes Gemüse: Karotten oder Kartoffeln sind leicht verdaulich.
  • Mageres Eiweiß: Gekochtes Hühnchen oder Fisch können in kleinen Mengen vertragen werden.
  • Reichlich Flüssigkeit: Neben Wasser sind ungesüßte Kräutertees (z. B. Kamille oder Fenchel), klare Gemüsebrühe und spezielle Elektrolytlösungen empfehlenswert, um den Elektrolythaushalt stabil zu halten.

Essen Sie kleinere Portionen über den Tag verteilt, anstatt wenige große Mahlzeiten, um das Verdauungssystem nicht zu überlasten.

Warum Coronaviren den Darm beeinflussen

Die Coronaviren, wie SARS-CoV-2, sind nicht nur auf die Atemwege beschränkt. Sie können auch das Verdauungssystem infizieren. Das Virus gelangt typischerweise über Nase oder Mund in den Körper und kann sich von dort aus im Magen und weiter im Darm ausbreiten.

Im Darm können die Viren an spezifische Rezeptoren, die sogenannten ACE2-Rezeptoren, binden, die reichlich auf den Zellen der Darmschleimhaut vorhanden sind. Diese Bindung ermöglicht es dem Virus, in die Zellen einzudringen und sich dort zu vermehren. Dies führt zu einer Entzündung der Darmoberfläche, die die normale Funktion der Wasser- und Nährstoffaufnahme stört. Infolgedessen kann der Darm Wasser nicht mehr effizient resorbieren, was zu flüssigem Stuhl und Durchfall führt. Darüber hinaus kann eine Coronavirus-Infektion die Zusammensetzung und Vielfalt der Darmflora (Mikrobiom) verändern, was weitere Verdauungsbeschwerden begünstigen kann.

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Weitere gastrointestinale Symptome: Schwefelhaltiges Aufstoßen

Neben Durchfall können Coronaviren auch andere Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Ein solches Symptom ist schwefelhaltiges Aufstoßen, oft beschrieben als Geruch nach faulen Eiern. Dieses Symptom weist auf eine Fehlgärung oder erhöhte Gasproduktion im Verdauungstrakt hin, die durch die Virusinfektion oder die daraus resultierende Dysbalance der Darmflora verursacht werden kann.

Wenn Sie eine Coronavirus-Infektion vermuten und Symptome wie Durchfall und schwefelhaltiges Aufstoßen auftreten, ist es ratsam, einen Corona-Test durchzuführen. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist es zudem wichtig, Abstand zu anderen Personen zu halten und die geltenden Hygienemaßnahmen zu befolgen.

Wann ärztliche Hilfe dringend ist: Besondere Vorsicht bei Kindern

Während leichter Durchfall oft zu Hause behandelt werden kann, gibt es Situationen, in denen eine schnelle ärztliche Intervention unerlässlich ist, insbesondere um schwere Komplikationen durch Dehydration zu vermeiden.

Bei Kindern:
Wenn Ihr Kind noch klein ist (Säugling oder Kleinkind) und Durchfall hat, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Kleine Kinder verlieren sehr schnell Flüssigkeit und können rasch dehydrieren, was lebensbedrohlich sein kann. Auch bei einem älteren Kind sollten Sie spätestens nach einem Tag mit Durchfall einen:e Ärzt:in aufsuchen, um eine professionelle Einschätzung und Behandlung zu erhalten.

Bei Erwachsenen:
Sie sollten sich ins Krankenhaus begeben, wenn Sie schwere Symptome eines Flüssigkeitsverlusts (Dehydrierung) aufweisen. Dazu gehören:

  • Schwindel
  • Schneller Herzschlag
  • Trockener Mund
  • Dunkler, konzentrierter Urin
  • Geringe Urinausscheidung
  • Starke Müdigkeit oder Lethargie

Zusätzlich ist eine stationäre Behandlung oder dringende ärztliche Konsultation erforderlich, wenn Sie Blut im Stuhl bemerken, der Durchfall länger als 2 bis 3 Tage andauert oder wenn Sie starke Bauchschmerzen haben. Personen mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem sollten bei anhaltendem Durchfall ebenfalls frühzeitig ärztlichen Rat einholen.

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Alle Varianten können Durchfall verursachen

Studien haben gezeigt, dass gastrointestinale Symptome wie Durchfall bei jeder Coronavirus-Variante auftreten können – einschließlich des ursprünglichen Stamms und der Varianten Alpha, Beta, Gamma, Delta und Omikron. Das bedeutet, dass das Auftreten von Durchfall kein Indikator für eine bestimmte Virusvariante ist, sondern ein allgemeines Merkmal der COVID-19-Infektion sein kann. Es unterstreicht die Notwendigkeit, bei Verdauungsbeschwerden im Kontext einer möglichen COVID-19-Infektion stets wachsam zu bleiben und die empfohlenen Maßnahmen zu ergreifen.

Fazit

Durchfall ist ein relevantes und oft belastendes Symptom einer Coronavirus-Infektion, das sorgfältig gemanagt werden muss. Die Kenntnis der Ursachen, die Einhaltung geeigneter Ernährungsrichtlinien und das Wissen, wann professionelle medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen ist, sind entscheidend für eine schnelle und sichere Genesung. Bleiben Sie aufmerksam bezüglich Ihrer Symptome, stellen Sie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicher und konsultieren Sie bei anhaltenden, sich verschlimmernden oder schwerwiegenden Symptomen stets eine:n Ärzt:in, um eine angemessene Behandlung zu gewährleisten.