Cristiano Ronaldo wurde in zwei aufeinanderfolgenden Spielen von Al Nassr nicht in den Kader berufen, zuletzt fehlte er auch am Freitag gegen Al Ittihad. Diese Entscheidung folgt auf Berichte, wonach der 41-Jährige bereits am Montag beim 1:0-Sieg gegen Al Riyadh aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Vereinsführung nicht berücksichtigt wurde. Al Nassr, zusammen mit Al Ittihad, Al Ahli und Al Hilal, gehört mehrheitlich dem saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF), der jeweils 75 Prozent der Anteile an diesen Vereinen hält.
Die Situation um Cristiano Ronaldo bei Al Nassr hat in der Fußballwelt für Aufsehen gesorgt. Während der PIF als Hauptinvestor die strategische Ausrichtung der saudi-arabischen Liga maßgeblich beeinflusst, betonte die Saudi Pro League am Freitag, dass “keine Einzelperson – wie bedeutsam auch immer – Entscheidungen außerhalb ihres eigenen Vereins bestimmt” und jeder Klub “unabhängig” geführt werde. Dies unterstreicht die Komplexität der Beziehungen zwischen Starspielern, Vereinsführungen und den übergeordneten Investoren im aufstrebenden saudi-arabischen Fußball.
Fans stehen hinter Ronaldo: Eine Welle der Unterstützung
Trotz seiner wiederholten Abwesenheit zeigten die Fans von Al Nassr ihre unerschütterliche Unterstützung für Ronaldo. Sie skandierten seinen Namen und hielten Karten mit seiner Trikotnummer 7 hoch. Der Verein selbst postete ein Foto dieser Geste auf seinen sozialen Medien, begleitet vom Ziegen-Emoji, das die Anerkennung seiner Rolle als „Greatest Of All Time“ (GOAT) widerspiegelt. Diese Loyalität der Anhänger verdeutlicht Ronaldos immense Popularität und seinen Status als Ikone, selbst in Zeiten interner Unstimmigkeiten.
Cristiano Ronaldo: Abwesenheit, Transfer-Frust und die Ausstiegsklausel bei Al Nassr
Ronaldos Frust: Erwartungen an die Transferstrategie nicht erfüllt
Berichten zufolge fühlt sich Cristiano Ronaldo von der Führungsebene von Al Nassr im Stich gelassen. Er empfindet, dass der Verein es versäumt hat, den Kader während des Wintertransferfensters ausreichend zu verstärken. Während Al Nassr den saudi-arabischen Nationalspieler Abdullah Al-Hamdan von Al Hilal und den irakischen Mittelfeldspieler Haydeer Abdulkareem von Al-Zawraa SC verpflichtete, sah Ronaldo, wie sein ehemaliger Real Madrid Teamkollege Karim Benzema Al Ittihad verließ, um zu Al Hilal zu wechseln. Dies nährte die Befürchtung, dass Konkurrenten stärker aufrüsten.
Mit Al Nassr auf dem dritten Tabellenplatz, nur vier Punkte hinter dem führenden Al Hilal, ist Ronaldo der Meinung, dass das Ambitionsniveau zwischen den PIF-Klubs variiert und sein Team nicht die gleiche Entschlossenheit wie die anderen Vereine gezeigt hat, um an der Spitze zu bestehen. Die Erwartungshaltung eines Spielers von seinem Kaliber ist enorm, und seine Unzufriedenheit spiegelt den Wunsch wider, in einem Team zu spielen, das aktiv um jeden Titel kämpft. Dies führt zu Spekulationen über die Zukunft von Cristiano Ronaldo und Messi in ihren jeweiligen Ligen.
Tieferliegende Gründe und die Integrität der Liga
Quellen, die mit der Situation vertraut sind und unter der Bedingung der Anonymität sprachen, fügten hinzu, dass Ronaldos Bedenken nicht ausschließlich vom Benzema-Transfer herrühren. Er ist offenbar der Ansicht, dass der Klub weder operativ noch finanziell ausreichend unterstützt wird. Der 41-Jährige wünscht sich zudem, dass alle Vereine gleich behandelt werden, um die Integrität und Fairness der Saudi Pro League als Wettbewerb zu gewährleisten. Dies ist ein entscheidender Aspekt, der über die reine sportliche Leistung hinausgeht und die langfristige Glaubwürdigkeit der Liga beeinflussen kann.
Die Zukunft von Cristiano Ronaldo bei Al Nassr bleibt ungewiss. Al Nassr-Quellen äußerten, es sei “absolut unmöglich vorherzusagen”, was als Nächstes mit dem Weltstar passieren wird. Seine Forderung nach Fairness und einer starken Wettbewerbsliga könnte weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung des Fußballs in Saudi-Arabien haben. Auch Gerüchte um Cristiano Ronaldo Newcastle oder seine potenzielle Rückkehr nach Europa tauchen immer wieder auf, obwohl sein aktueller Vertrag ihn an Al Nassr bindet.
Ronaldos Vertrag und seine Erfolge in Saudi-Arabien
Cristiano Ronaldo wechselte Ende Dezember 2022 nach seinem Abschied von Manchester United zu Al Nassr. Im Jahr 2025 unterzeichnete er einen neuen Zweijahresvertrag mit dem Klub, der ihm jährlich 175 Millionen Pfund (ca. 240 Millionen US-Dollar) einbringt und eine Ausstiegsklausel von 50 Millionen Euro (ca. 44 Millionen Pfund, 60 Millionen US-Dollar) enthält. Dies unterstreicht die enorme Investition, die Al Nassr in den Superstar getätigt hat.
Seit seinem Wechsel hat Ronaldo in 127 Spielen für Al Nassr beeindruckende 111 Tore erzielt. Trotz seiner individuellen Erfolge konnte er bisher weder den Titel in der Saudi Pro League noch die AFC Champions League mit dem Verein gewinnen. Diese fehlenden kollektiven Erfolge könnten ein weiterer Faktor sein, der zu seiner aktuellen Unzufriedenheit beiträgt, da er stets den größten Triumph anstrebt. Die Ambitionen des Spielers und die Realität des Vereins scheinen momentan nicht vollständig im Einklang zu stehen, was die Situation bei Al Nassr weiterhin spannend hält.
