Barrierefreies Reisen mit der Deutschen Bahn: Fortschritte und Services

Die Deutsche Bahn (DB) verfolgt konsequent ein zentrales Ziel: das Reisen für alle Menschen zugänglich zu machen. Um dies zu erreichen, stattet die DB ihre Bahnhöfe, Züge, Busse, Reisezentren, Fahrkartenautomaten und digitalen Plattformen kontinuierlich barrierefrei aus und optimiert sie fortlaufend. Diese umfassenden Maßnahmen sollen sicherstellen, dass jeder Reisende, unabhängig von körperlichen, kognitiven oder sensorischen Einschränkungen, die Angebote der Bahn nutzen kann. Die Vision ist eine entspannte Reise für wirklich jeden.

Beratung durch Expertise: Menschen im Fokus der Barrierefreiheit

Die Deutsche Bahn setzt auf eine fundierte Beratung und arbeitet eng mit Menschen zusammen, die die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen am besten kennen. In der sogenannten Programmbegleitenden Arbeitsgruppe bringen Menschen mit körperlichen, kognitiven oder Sinnesbehinderungen ihre wertvolle Expertise ein. Ihr direktes Feedback und ihre Erfahrungen sind entscheidend, um praxisnahe und effektive Lösungen für die Barrierefreiheit bei der Deutschen Bahn zu entwickeln. Es ist zwar noch viel zu tun, aber es sind bereits erhebliche Fortschritte erzielt worden.

Innovative Fahrzeuge für stufenloses Reisen

Die Fahrzeugflotte der DB wird stetig an die Anforderungen der Barrierefreiheit angepasst, um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern und den Komfort während der Fahrt zu erhöhen.

ICE und Intercity: Moderne Einstiegshilfen

Bis 2025 sollen rund 50 Prozent und bis 2030 mindestens zwei Drittel der ICE- und Intercity-Fahrzeuge mit fahrzeuggebundenen Einstiegshilfen oder einem niveaugleichen Einstieg ausgestattet sein. Dies ermöglicht Fahrgästen einen unabhängigen Ein- und Ausstieg zu jeder Uhrzeit, ohne auf das Servicepersonal am Bahnhof angewiesen zu sein.

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Der ICE-L: Eine neue Ära des Niederflurzugangs

Voraussichtlich ab Ende 2025 werden die ersten ICE-L-Züge die Fernverkehrsflotte der DB verstärken. Das „L“ steht dabei für „low floor“, also Niederflur. Mit seinem stufenlosen Zugang an allen Türen bei Bahnsteigen mit einer Höhe von 76 cm können Rollstuhlfahrer erstmals ohne fremde Hilfe in den ICE L ein- und aussteigen. Doch nicht nur sie profitieren: Auch Reisende mit großem Koffer, Kinderwagen oder Fahrrad schätzen den ebenerdigen Einstieg. Damit wird die Pauschalreisen durch Deutschland noch komfortabler.

ICE 3neo: Robuste Technik für Rollstuhlfahrer

Der seit Dezember 2022 eingesetzte ICE 3neo (Baureihe 408) ist ein weiteres Beispiel für Innovation. Die DB hat 90 dieser Züge bestellt, die über einen komplett neukonstruierten und verbesserten Hublift verfügen. Dieser Lift ist robuster und bedienungsfreundlicher, was die Zuverlässigkeit und die Ein- und Ausstiegszeiten für Rollstuhlfahrer deutlich verbessert hat. Neben diesen speziellen Einrichtungen bieten die Züge weitere barrierefreie Ausstattungsmerkmale, wie taktile Wegeleitungen und Sitzplatznummern für blinde und sehbehinderte Reisende, höhenverstellbare Hubtische im Rollstuhlbereich und großzügige Gepäckregale in Fußbodenhöhe.

Regionalverkehr: Barrierefreiheit auf kurzen Strecken

Auch im Regionalverkehr sind bereits etwa 80 Prozent der Fahrzeugflotte barrierefrei. Alternativ werden hier ebenfalls fahrzeuggebundene Ein- und Ausstiegshilfen eingesetzt. Insbesondere bei den S-Bahnen ist dadurch ein barrierefreier Ein- und Ausstieg weithin möglich.

Bahnhöfe der Zukunft: Stufenfrei und Orientierungshilfen

Der Ausbau der Barrierefreiheit erstreckt sich auch umfassend auf die Bahnhöfe. Heute sind bereits 88 Prozent aller Bahnsteige stufenfrei über Gehwege, höhengleiche Gleisübergänge, lange Rampen oder Aufzüge zugänglich. Davon profitieren über 90 Prozent der Reisenden. Die DB baut jährlich bis zu 150 Bahnsteige barrierefrei um. Informationen über die stufenfreie Erreichbarkeit eines Bahnhofs oder die Funktionsfähigkeit von Aufzügen erhalten Reisende auf der Webseite bahnhof.de. Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe wird kontinuierlich fortgesetzt. Seit 2020 hat sich die Anzahl ertastbarer Schilder, die blinden und sehbehinderten Reisenden zur Orientierung dienen (z.B. an Geländern), durch ein spezielles Nachrüstungsprogramm fast verzehnfacht, was eine spontane Reise erleichtert.

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Ihr starker Partner: Die Mobilitätsservice-Zentrale und Servicepersonal

Wo noch Lücken in der barrierefreien Reisekette bestehen, leisten die Mitarbeitenden der Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) und des Servicepersonals vor Ort unschätzbare Hilfe. Die MSZ berät bei der Planung einer barrierefreien Reise mit allen Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland. Sie ist täglich telefonisch unter 030 65212888, per E-Mail an msz@deutschebahn.com oder über bahn.de erreichbar.

Im Jahr 2024 leistete das Servicepersonal in den Bahnhöfen und Zügen der DB rund 828.000 Hilfeleistungen für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen. Dies entspricht fast 2270 Hilfeleistungen pro Tag. Mehr als 90 Prozent der Reisenden gelangen heute bereits stufenlos bis zum Bahnsteig, und etwa 78 Prozent der Bahnsteige sind mit taktilen Handlaufschildern ausgestattet.

Persönliche Einblicke: Reisen mit Beeinträchtigung

Um die Herausforderungen und Fortschritte greifbar zu machen, geben Reisende mit unterschiedlichen Bedürfnissen Einblicke in ihre Erfahrungen mit der Deutschen Bahn. Ob Kreuzfahrten oder Tagesausflüge, die Bahn ist für viele ein wichtiges Transportmittel.

Michael Ale Workneh: Selbstständig im Rollstuhl unterwegs

Michael Ale Workneh fährt täglich mehrfach mit der Bahn, nutzt den kostenlosen Mobilitätsservice jedoch nur selten. Für den 23-Jährigen ist es entscheidend, selbstständig und spontan von A nach B zu kommen und nicht auf Hilfe angewiesen zu sein. Treppen und Aufzüge stellen dabei oft eine Herausforderung dar. Er wünscht sich, dass auch kleinere Bahnhöfe barrierefreier werden. Dennoch plant er seine Fahrten sorgfältig und schätzt die Möglichkeit, mit dem Zug zu reisen.

Brigitte Buchsein: Mit Sehhilfe und Apps auf Reisen

Brigitte Buchsein, eine sehbehinderte Reisende, nutzt gerne die Umstiegshilfe der Deutschen Bahn und freut sich über die zahlreichen Apps, die ihr das regelmäßige Bahnfahren erleichtern. Sie bemerkt, dass sich in den letzten Jahren viel getan hat, wie beispielsweise die Bodenindikatoren an den Bahnhöfen oder taktile Platznummern in den Zügen. Diese Neuerungen tragen wesentlich zu ihrer Selbstständigkeit und Sicherheit bei.

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Heinz Hermann Hoops: Genussvolle Bahnreisen im Alter

Heinz Hermann Hoops fährt, wann immer es geht, mit der Bahn. Als älterer Mensch sind scheinbare Kleinigkeiten wie Gleiswechsel, Gepäcktransport oder der Einstieg in den Zug für ihn eine Herausforderung. Er wünscht sich mehr Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse von Senioren. Trotzdem sind Bahnreisen für ihn ein absoluter Genuss, und er freut sich über helfende Mitarbeitende und die persönliche Beratung im Reisezentrum auf seinen Reisen, beispielsweise zu seinen Enkelkindern. Für jede Art von Reiseziele im Juni ist die Bahn eine Option.

Fazit: Ihr Weg zu barrierefreiem Reisen mit der DB

Die Deutsche Bahn engagiert sich stark für die ständige Verbesserung der Barrierefreiheit in ihrem gesamten Netzwerk. Durch den Umbau von Bahnhöfen, die Modernisierung von Fahrzeugen wie dem ICE-L und ICE 3neo sowie spezialisierte Services der Mobilitätsservice-Zentrale wird das Reisen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen immer einfacher und komfortabler. Die persönlichen Geschichten der Reisenden zeigen deutlich, dass diese Bemühungen Früchte tragen und einen echten Unterschied im Alltag machen. Planen Sie Ihre nächste Reise mit der Deutschen Bahn und erleben Sie selbst, wie Barrierefreiheit Ihren Aufenthalt angenehmer gestaltet.