Omas Geburtstagskuchen-Puffer: Ein Familienrezept mit Geschichte

In der heutigen schnelllebigen Zeit, in der digitale Kommunikation oft im Vordergrund steht, sind es die kleinen, herzlichen Momente, die wirklich zählen. Kürzlich erhielt ich eine besondere Anerkennung über eine Kita-Gruppe: Die dringende Bitte um das Rezept für den Geburtstagskuchen meines vierjährigen Sohnes. Was diesen Kuchen so besonders machte? Er begeisterte selbst ein Kind, das sonst jegliche Süßspeisen verschmähte, und wurde spontan zum absoluten Lieblingsgebäck erklärt. Dieses Lob freut mich umso mehr, da es sich um ein bewährtes Familienrezept handelt – Omas Kuchen, der immer gelingt und allen schmeckt.

Wie bei vielen geliebten Rezepten ranken sich auch um diesen Kuchen Erinnerungen und Traditionen. Früher war ein bestimmter Holzlöffel das wichtigste Werkzeug beim Backen. Ich glaubte lange, dass der Kuchen ohne den glatt polierten Stiel dieses dunkel gemaserten Holzlöffels gar nicht gelingen könnte. In unserer Familie nannten wir ihn nie “Geburtstagskuchen”, sondern immer nur “Omakuchen”, da nur Oma Johanna das Geheimnis kannte, wie der Teig zu dieser wunderbar cremigen Konsistenz vermengt wird.

Der Löffel spielte seine wichtigste Rolle am Ende des Backvorgangs, wenn alle Zutaten in Omas schwerer, runden Marmorschüssel verrührt waren. Ich höre ihre Stimme noch heute, wie sie sich mit mir über die hellgelbe, mit Schokostücken gesprenkelte Masse beugte und sagte: “Der Teig ist dann genau richtig, wenn er schwer vom Löffel fällt.” Gemeinsam beobachteten wir gebannt, wie sich der Teig langsam löste und mit einem satten “Plopp” in der Schüssel landete – perfekt.

Auch wenn der Kuchen heute problemlos mit einem Handrührgerät zubereitet werden kann, halte ich an der Tradition mit dem Holzlöffel am Ende fest. Die Entscheidung, wann der Teig “genau richtig” ist, ist für meine Kinder heute fast genauso spannend wie der Wettkampf darum, wer am Ende die Schüssel ausschlecken darf.

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Ich liebe es, wenn Rezepte Geschichten erzählen und mit ihnen Gefühle, Anekdoten und Erinnerungen verbunden sind. Deshalb schätze ich auch Claudis Kochbuch “Barfuß in der Küche” sehr. Ob die Himbeertörtchen, die mich an französische Patisserien erinnern, die Laaser Suppe von ihrer Oma oder das Pelmeni-Rezept, das sie von einem Gemeindetreffen der Volkssolidarität mitbringt – das Essen ist immer mindestens so spannend wie die Geschichte dahinter.

“Barfuß in der Küche” ist zudem ein absolutes Familien-Allrounder-Kochbuch, mit Rezepten für jede Gelegenheit: “Schnelles nach der Schule”, “Mamas Lunchdate” oder “Wenn Freunde kommen”. Es inspiriert dazu, sich einmal von vorne bis hinten durchzukochen und dann wieder von vorne zu beginnen. Seitdem das Kochbuch in unserem Küchenregal steht, gibt es einen neuen Familienhit: Das Snickers Semifreddo mit Kirschsoße – einfach unwiderstehlich.

Eigentlich wollte ich Claudi mein Omakuchen-Rezept für “Barfuß in der Küche II” anbieten, doch dort wird ab Herbst von den formidablen Pflaumenknödeln meiner anderen Oma zu lesen sein. Diese sind ebenfalls unwiderstehlich. Aber hier und jetzt gibt es für Sie das versprochene Rezept für Omas Geburtstagskuchen-Puffer, und denken Sie an den Holzlöffel-Clou…

Zutaten für eine Gugelhupf-Form:

  • 250 Gramm weiche Butter
  • 4 Eier (Größe M)
  • 175 Gramm Zucker (die Menge kann je nach Geschmack variiert werden)
  • 1 Päckchen Vanillezucker oder das Mark einer Vanilleschote
  • 400 Gramm Mehl (klassisch Typ 405 oder Dinkelmehl Typ 630)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Päckchen gehobelte Mandeln oder Mandelstifte (ca. 100 Gramm)
  • 1 Päckchen Schokotropfen (optional, für mehr Schokoladengeschmack)
  • Abrieb einer halben Bio-Zitrone
  • ca. 150 ml Milch (Menge nach Gefühl)
  • Semmelbrösel für die Form
  • Puderzucker zum Bestäuben
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Zubereitung:

  1. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Gugelhupfform einfetten und mit Semmelbröseln auskleiden.
  2. Die weiche Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker (oder Vanillemark) schaumig schlagen, bis die Masse hellgelb und cremig ist.
  3. Die Eier einzeln gründlich unterrühren.
  4. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und nach und nach unter den Teig sieben. Bei Bedarf einen Schuss Milch hinzufügen, bis ein homogener Teig entstanden ist.
  5. Mandeln, Schokotropfen und den Zitronenabrieb unterrühren. Gegebenenfalls noch einen Schuss Milch hinzufügen, bis der Teig schön glatt und cremig ist.
  6. Die Holzlöffelprobe: Der Teig sollte schwer und satt vom Löffel fallen. Bleibt er kleben, noch etwas Milch zugeben und gut verrühren. Ist er zu flüssig, etwas mehr Mehl untermengen.
  7. Den fertigen Teig in die vorbereitete Form füllen und auf mittlerer Schiene für 50-55 Minuten backen. Machen Sie nach 50 Minuten die Stäbchenprobe.
  8. Den Kuchen auskühlen lassen, stürzen und erst vollständig abkühlen lassen, bevor er mit Puderzucker bestäubt wird. Hmmm…!

Wir freuen uns, wenn auch “Barfuß in der Küche” bald bei Ihnen einziehen darf!

Welche Geschichte rankt sich um Ihr Lieblingsrezept?

Alles Liebe,

Katia