Deutscher Rotwein: Von Nische zu Weltklasse

Die deutsche Weinlandschaft wird oft mit frischen, lebendigen Weißweinen assoziiert. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich ein bemerkenswerter Wandel vollzogen: Deutscher Rotwein hat sich von einer Randerscheinung zu einem ernstzunehmenden Akteur auf der internationalen Bühne entwickelt. Dieser Aufstieg ist das Ergebnis harter Arbeit, neuer Generationen von Winzern und eines sich verändernden Klimas. Rotwein aus der Pfalz und Rotwein aus Baden, insbesondere der Spätburgunder, zählen heute zur Weltspitze.

Die Evolution des deutschen Rotweins

Früher wurden Deutsche Rotweine oft kritisch beäugt, besonders wenn sie in Holzfässern ausgebaut wurden. Die damalige Weinprüfung lehnte Weine mit “untypischem” oder eben nicht typisch deutschem Rotweingeschmack ab. Experimentierfreudige Winzer mussten ihre Kreationen oft als einfache Tafelweine deklarieren, um sie überhaupt verkaufen zu können.

Doch die neue Winzergeneration hat sich weltweit weitergebildet. Sie bringt frische Ideen und ein tiefes Verständnis für den Rotweinausbau mit. Moderne Weingüter nutzen Holzfässer verschiedenster Größen und Herkunft, passen ihre Produktionsschritte gezielt an die Rotweinbereitung an und scheuen sich nicht, neue rote Rebsorten anzubauen. Dieser Pioniergeist, gepaart mit einem wachsenden Erfahrungsschatz, verleiht deutschen Rotweinen Jahr für Jahr mehr Charakter und Qualität. Selbst internationale Experten erkennen die Fortschritte an.

Bekannte Weingüter für herausragende Rotweine

Die Regionen, die traditionell viel Rotwein anbauen, beheimaten auch die meisten renommierten Weingüter. Allen voran glänzen deutsche Winzer oft mit ihrem Spätburgunder, der von den klimatischen Bedingungen in Deutschland profitiert.

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In der Pfalz sind Weingüter wie das Weingut Friedrich Becker, das Weingut Knipser und das Weingut Philipp Kuhn für ihre exzellenten Spätburgunder aus der Pfalz bekannt.

Baden hat ebenfalls herausragende Vertreter zu bieten, darunter das Weingut Ziereisen, das Weingut Bernhard Huber und das Weingut Salwey.

Franken feiert Erfolge mit dem Weingut Rudolf Fürst.

Auch aufstrebende Weingüter wie Enderle & Moll aus Baden oder Rings aus der Pfalz machen von sich reden. Nicht zu vergessen sind Markus Schneider und das Weingut Adeneuer von der Ahr, die national und international Anerkennung finden.

Zahlen und Fakten zum deutschen Rotwein

Rund 36% der deutschen Weinanbaufläche, etwa 37.000 Hektar von insgesamt 102.000 Hektar, sind dem Rotwein gewidmet. Der Spätburgunder führt die Rebsortenstatistik mit fast 12.000 Hektar an, gefolgt von Dornfelder, Portugieser und Trollinger.

Die größten Rotweinregionen nach Anbaufläche sind die Pfalz (ca. 8.700 ha), Rheinhessen (ca. 8.300 ha) und Württemberg (ca. 7.940 ha). Betrachtet man den prozentualen Anteil von Rotwein an der Gesamtfläche pro Anbaugebiet, so liegt die Ahr mit fast 85% an der Spitze, gefolgt von Württemberg (ca. 70%) und Baden (ca. 41%).

Baden: Das Spätburgunder-Mekka

Badische Spätburgunder zählen zu den besten Deutschlands. Auf über 5.500 Hektar gedeihen sie unter klimatisch günstigen Bedingungen, sei es am Kaiserstuhl, im Breisgau, in der Ortenau oder im Markgräflerland. Bekannte Winzer wie Bernhard Huber, Salwey oder das Weingut Dr. Heger setzen hier Maßstäbe. Renommierte Lagen wie der Ihringer Winklerberg oder der Achkarrer Schloßberg sind fest in Spätburgunder-Hand. Das Weingut Ziereisen ist auch für seinen Syrah bekannt.

Pfalz: Vielfalt und Qualität

Die Pfalz bietet eine breitere Rebsortenpalette. Dornfelder und Portugieser dominieren mengenmäßig, doch der Spätburgunder spielt auch hier qualitativ eine herausragende Rolle. Weingüter wie Friedrich Becker, Philipp Kuhn und Knipser sind für ihre herausragenden Rotweine bekannt. Oliver Zeter überzeugt mit Portugieser und Syrah. Das Weingut Markus Schneider bietet mit “Ursprung” und “Black Print” beliebte Rotweine an.

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Württemberg: Trollinger und Lemberger

Württemberg ist die Heimat des Trollingers, einem leichten, fruchtigen Wein, der zu jeder Gelegenheit passt. Daneben ist der Lemberger eine anspruchsvollere, aber auch potenzialreiche Rebsorte, die im VDP als Großes Gewächs klassifiziert werden darf.

Rotweine aus dem übrigen Deutschland

Auch in anderen Regionen Deutschlands entstehen bemerkenswerte Rotweine. Das Weingut Rudolf Fürst aus Franken ist für seine Spätburgunder vom Centgrafenberg weltbekannt. Rheinhessen entwickelt sich stetig weiter, wie die Cuvée Blutsbrüder des Weingut Karl May zeigt. Von der Ahr kommen die Spätburgunder und Frühburgunder vom Weingut Adeneuer. Auch das Weingut Leitz aus dem Rheingau bietet Rotweine aus Assmannshäuser Lagen an.

Die Zukunft des deutschen Rotweins ist vielversprechend. Mit Leidenschaft, Innovation und dem Bewusstsein für ihre Terroirs kreieren die Winzer Weine, die sowohl Kenner als auch Neuentdecker begeistern. Entdecken Sie die Vielfalt und Qualität, die Deutschland auch im Rotweinbereich zu bieten hat!