Die Liebe der Deutschen zum Schaumwein ist unbestreitbar und wird durch beeindruckende Zahlen belegt. Doch bevor wir uns mit der tiefgreifenden Beliebtheit dieses edlen Getränks auseinandersetzen, ist es unerlässlich, eine präzise Definition vorzunehmen. Während Rot- oder Weißwein nahezu jedem ein Begriff sind, werfen „Schaumwein“ oft Fragen auf. Tauchen wir also ein in die Welt der prickelnden Vielfalt!
Sekt und Schaumwein: Eine Definition und Ihre wachsende Beliebtheit
Unter dem umfassenden Oberbegriff „Schaumwein“ werden weinhaltige Getränke zusammengefasst, die sich durch einen signifikanten Überdruck aufgrund von gelöstem Kohlenstoffdioxid auszeichnen. Bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius muss dieser Druck mindestens 3 Bar betragen. Genau hierin liegt auch der entscheidende Unterschied zum Perlwein, der oft fälschlicherweise der Schaumweinfamilie zugeordnet wird. Perlwein erreicht lediglich einen Druck von 1 bis 2,5 Bar. Diese spezifische Druckanforderung verleiht dem Schaumwein seine charakteristische, anhaltende Perlage und seinen festlichen Charakter, der ihn zu einem so geschätzten Begleiter für besondere Anlässe macht.
Die Qualitätsstufen von Schaumwein: Drei Herstellungsverfahren im Detail
Es ist wichtig zu verstehen, dass Kohlenstoffdioxid nicht gleich Kohlenstoffdioxid ist und seine Entstehung maßgeblich die Qualität und den Charakter des Schaumweins beeinflusst. Grundsätzlich lassen sich drei unterschiedliche Herstellungsverfahren unterscheiden:
- Schaumweine mit zugesetzter Kohlensäure: Bei dieser Variante stammt das Kohlenstoffdioxid nicht aus einem Gärungsprozess, sondern wird dem Wein während eines Imprägnierverfahrens mechanisch zugeführt. Durch den Einsatz von Kühlung und Druck wird das Kohlenstoffdioxid im Wein gelöst, bevor die Flaschen unter Druck abgefüllt werden. Diese Methode ermöglicht eine kostengünstigere Produktion und ist oft bei einfacheren Schaumweinen zu finden.
- Aromatischer Qualitätsschaumwein (oder b. A.): Hier resultiert das Kohlenstoffdioxid aus der ersten alkoholischen Gärung des Mostes. Der entstehende zuckerhaltige Jungwein wird in einem druckfesten Behälter weiter vergoren. Durch wiederholte Hefeentfernung und Kaltlagerung wird der Schaumwein bewusst süß gehalten und behält seine natürlichen Fruchtaromen. Dies ist die Grundlage für viele aromatische Schaumweinsorten.
- Sekt, Sekt b. A., Qualitätsschaumwein oder Qualitätsschaumwein b. A.: Bei der dritten und oft höchst angesehenen Methode entsteht das Kohlenstoffdioxid aus einer zweiten Gärung. Einem bereits vergorenen Jungwein werden Hefe und Zucker (die sogenannte Fülldosage) zugefügt, woraufhin der Gärprozess in einem druckfesten Behältnis – sei es die Flasche selbst (Méthode Traditionnelle) oder ein großer Tank (Méthode Charmat) – erneut beginnt. Dieses Verfahren ist die Grundlage für die Herstellung von Sekt und verleiht ihm seine feine, persistente Perlage und komplexe Aromen.
324 Millionen Mal Genuss: Die unschlagbare Beliebtheit deutschen Schaumweins
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allein im Jahr 2019 griffen die Deutschen 324 Millionen Mal zur Schaumweinflasche, um sie in ihren Einkaufswagen zu legen. Sie schätzen den kleinen Luxus im Alltag und waren bereit, dafür insgesamt 1,25 Milliarden Euro auszugeben. Ob es sich dabei um Sekt oder Champagner handelte, variiert, doch die generelle Beliebtheit von Schaumwein ist in Deutschland ausgesprochen hoch.
Die größte Nachfrage verzeichnet der Sekt naturgemäß in der Weihnachtszeit und – wenig überraschend – zu Silvester. Dieses Phänomen ist nicht auf das Jahr 2019 beschränkt, sondern wiederholt sich sprichwörtlich „alle Jahre wieder“.
Interessant ist auch die geschmackliche Entwicklung der deutschen Konsumenten. Jahrelang war besonders trockener Sekt in Deutschland sehr beliebt. In den letzten Jahren entdeckten viele Deutsche jedoch ihre Vorliebe für halbtrockenen Sekt und Brut-Varianten. Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, darf es dann oft etwas Nobleres sein: In den letzten Wochen des Jahres kaufen die Deutschen vermehrt Champagner ein, vielleicht ganz nach dem Motto: Man gönnt sich ja sonst nichts.
Exzellenz aus Deutschland: Beste Schaumweine und Sekte, die überzeugen
Deutsche Schaumweinproduzenten legen großen Wert darauf, eigene, unverwechselbare Stile zu kreieren, anstatt bloß Champagner zu kopieren. Deutsche Schaumweine zeichnen sich durch einen ganz eigenen Charakter aus. Ein hervorragendes Beispiel ist Rheinhessen: Obwohl die Herstellung des dort beheimateten Schaumweins im Grunde der Champagnerproduktion ähnelt, da sie ebenfalls über die zweite Gärung erfolgt, ist der Charakter des Rheinhessischen Schaumweins einzigartig. Dies ist unter anderem dem besonderen Klima und den vielfältigen Böden zu verdanken, die teils aus Kreide, teils aus Muschel- und teils aus Algenkalkböden bestehen und den Rebsorten ihre spezifische Mineralität verleihen.
Führende Branchenkenner sind sich einig: deutschwein Winzersekte müssen sich vor der internationalen Konkurrenz keineswegs verstecken. Dies gilt explizit auch für Champagner, der zwar als Maß aller Dinge gilt, doch gute deutsche Schaumweine können hier geschmacklich absolut mithalten und begeistern mit ihrer Eigenständigkeit.
Die Geschichte des deutschen Winzersekts und seine prägenden Marken
Deutsche Winzer begannen erst in den 1980er Jahren im großen Stil damit, ihren Wein zu versekten. Zwar gab es vereinzelt auch schon früher Bestrebungen, doch die flächendeckende Schaumweinproduktion setzte erst später ein. Im Laufe der Zeit hat sich Sekt als ein stark markenorientiertes Produkt etabliert. So konnten sich Namen wie Henkell, Mumm, Rotkäppchen und der Sekt vom Schloss Wachenheim in der Pfalz einen festen Platz im Bewusstsein der Konsumenten erarbeiten. Doch selbstverständlich gibt es eine weitaus größere Vielfalt an Sorten, und wer sich für deutschen Schaumwein interessiert, wird hier eine Menge prickelnder Entdeckungen machen können.
Im Jahr 1982 entstand in Rheinhessen die Erzeugergemeinschaft Winzersekt. Damals prägte sie den markanten Slogan: „Eine Herkunft. Eine Rebsorte. Ein Jahrgang.“ So schön dieser Slogan auch klang, er verlor im Laufe der Zeit an Bedeutung. Der Grund liegt in der zunehmenden Vielfalt: Viele Riesling-Sekte waren stark säurebetont, und gleichzeitig gewannen Burgundersorten und Cuvées immer mehr an Beliebtheit, was eine größere Bandbreite an Stilen und Geschmacksrichtungen ermöglichte.
Vielfalt, die begeistert: Sekt und Winzersekt aus Deutschland
Man mag es angesichts der internationalen Konkurrenz kaum für möglich halten, aber Deutschland zählt zu den größten Absatzmärkten für Sekt und Champagner weltweit. Dies schließt natürlich Schaumweine aus aller Herren Länder ein; es wäre vermessen und unrealistisch zu behaupten, kein anderes Land der Welt produziere so viel Schaumwein wie Deutschland.
Doch die Deutschen schweifen schon lange nicht mehr nur in die Ferne, wenn es um Sekt oder Champagner geht. Obwohl traditionell der französische Champagner zu den bekanntesten und beliebtesten der Welt gehört, ist seit Jahrzehnten zu beobachten, dass auch hierzulande hergestellter Sekt ausgesprochen gut schmeckt und zunehmend geschätzt wird.
Dabei muss man natürlich zwischen Schaumwein aus dem Supermarkt und solchen unterscheiden, die aus einer renommierten Sektkellerei stammen. Letztere haben sich über die Jahre einen exzellenten Ruf erarbeitet und bieten Schaumweine an, die Zunge und Gaumen in Begeisterung versetzen. Die Hochwertigkeit deutscher Sektsorten geht so weit, dass besonders erlesene Sekte geschmacklich so überzeugen, dass sie manchmal sogar mit Champagner verwechselt werden können.
Deutscher Sekt und Schaumwein erfreuen sich also zu Recht großer Beliebtheit, und das nicht nur um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel herum. Für einen richtig guten Tropfen gibt es unzählige Gelegenheiten, die – so unterschiedlich sie auch sein mögen – eines gemeinsam haben: Sie müssen besonders sein, denn Deutscher Schaumwein ist es auch.
Deutschen Schaumwein online entdecken und bestellen
Wenn es richtig prickeln soll, führt kein Weg am deutschen Schaumwein vorbei. Doch unsere Erfahrung zeigt, dass zahlreiche exzellente Sorten oft noch Geheimtipps sind. Lange Zeit mögen bestimmte Schaumweine eine Art Insiderwissen gewesen sein, doch das ändert sich allmählich, da immer mehr Menschen erkennen, dass das Gute manchmal so nah liegt.
Benötigen Sie Hilfe, weil Sie sich bisher noch nicht ausgiebig mit deutschem Sekt oder Schaumwein beschäftigt haben? Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, beraten Sie bis ins Detail und geben Ihnen alle Informationen, die Sie benötigen, um die perfekte Wahl zu treffen. Nur probieren müssen Sie den Schaumwein selbst. Danach sehen wir uns bestimmt bald wieder – für weitere prickelnde Entdeckungen.
