Eine Waschmaschine ist aus kaum einem modernen Haushalt wegzudenken. Sie erleichtert den Alltag erheblich, kann aber je nach Modell und Nutzung ein echter Strom- und Wasserfresser sein. Angesichts steigender Energiekosten und des wachsenden Umweltbewusstseins suchen immer mehr Verbraucher nach Geräten, die nicht nur gründlich reinigen, sondern auch sparsam im Betrieb sind. Doch welche Modelle halten wirklich, was sie versprechen? Und worauf sollte man beim Kauf und im täglichen Gebrauch achten? Ein aktueller Waschmaschinen Test beleuchtet die Leistungen verschiedener Geräte und gibt wertvolle Einblicke.
Stiftung Warentest: Welche Modelle überzeugen – und welche nicht
Die unabhängigen Experten der Stiftung Warentest nehmen regelmäßig Haushaltsgeräte unter die Lupe, um Verbrauchern eine verlässliche Orientierung zu bieten. Ihr jüngster Waschmaschinen Test offenbart deutliche Unterschiede in puncto Leistung, Effizienz und Langlebigkeit.
Top-Modelle und Kosten
Im Test zeigen sich, dass einige Modelle besonders sparsam im Betrieb sind. Maschinen von bekannten Marken wie Bosch und Miele gehören zu den Top-Empfehlungen, da sie über einen Zeitraum von zehn Jahren vergleichsweise geringe Betriebskosten verursachen – oft weniger als 1.000 Euro. Auch Modelle von Bauknecht und Constructa schneiden hier positiv ab. Dies beweist, dass sich eine anfänglich höhere Investition durch geringere Folgekosten schnell amortisieren kann. Im Gegensatz dazu gibt es zahlreiche Waschmaschinen, die im gleichen Zeithorizont Betriebskosten von bis zu 1.425 Euro verursachen, darunter sowohl hochpreisige Marken als auch günstigere Alternativen.
Enttäuschende Ergebnisse: “Ausreichend” und “Mangelhaft”
Nicht alle Geräte konnten die hohen Standards der Stiftung Warentest erfüllen. Fünf der getesteten Modelle erhielten lediglich die Note “ausreichend”. Hierbei handelte es sich überwiegend um günstigere und mittelpreisige Maschinen. Besonders das Modell WE74CPS von Gorenje enttäuschte, vor allem beim Schutz vor Wasserschäden und in der Dauerprüfung. Auch die Modelle WMY91464ST1 von Beko, die Gorenje-Modelle W2A 744 T und W6A 744T sowie die WA14662W von Amica erhielten nur ein “ausreichend”.
Noch gravierender fielen die Bewertungen für zwei Maschinen aus, die sogar mit “mangelhaft” abschnitten: die Modelle F4WV708P2E von LG und WW8GT654ALX von Samsung. Diese Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit, sich vor dem Kauf umfassend zu informieren und nicht ausschließlich auf den Markennamen oder den Preis zu vertrauen.
Das neue Energielabel: Ihr Wegweiser zu mehr Effizienz
Seit März 2021 ist ein neues Energielabel für Elektrogeräte in der EU in Kraft getreten. Dieses Label soll Verbrauchern eine klarere Orientierung beim Kauf energieeffizienter Produkte bieten und Hersteller dazu anregen, noch sparsamere Geräte zu entwickeln.
Was sich seit März 2021 geändert hat
Die neuen Energielabel sind durch eine verschärfte Berechnung der Effizienzklassen gekennzeichnet. Die bisherige Klasse A+++ gibt es nicht mehr; stattdessen reicht die Skala nun von A (dunkelgrün, sehr energiesparend) bis G (dunkelrot, sehr energieverschwendend). Zum Zeitpunkt der Einführung erreichen nur wenige Produkte die höchste Klasse A, da die EU-Kommission davon ausgeht, dass sich die Geräte im Laufe der nächsten zehn Jahre weiterentwickeln und die Klasse A zum Standard werden wird. Es ist wichtig zu beachten, dass die Angaben auf dem Energielabel sich ausschließlich auf das Energiesparprogramm “Eco 40-60” beziehen. Die Einstufung erfolgt über den Energieeffizienzindex (EEI), der den Energieverbrauch bei Voll-, Halb- und Viertelbeladung sowie die Nenngröße berücksichtigt.
Was das Label Ihnen verrät: Von kWh bis Lautstärke
Das Energielabel bietet eine Fülle an Informationen, die über die reine Energieeffizienzklasse hinausgehen:
- Energieverbrauch: Angegeben in Kilowattstunden (kWh) pro 100 Waschzyklen.
- Wasserverbrauch: In Litern pro Waschzyklus.
- Schleudereffizienz: Der Spitzenwert während des Schleuderns, ebenfalls in Klassen von A bis G vermerkt.
- Geräuschpegel: Eine Einstufung von A (unter 73 Dezibel) bis D (ab 81 Dezibel) gibt Aufschluss über die Lautstärke beim Schleudern.
- Programmdauer und Wäschemenge: Diese Informationen helfen bei der Einschätzung der Gerätekapazität und der Effizienz des Eco-Programms.
Diese detaillierten Angaben ermöglichen es, verschiedene Modelle präzise zu vergleichen und eine informierte Kaufentscheidung zu treffen.
Praktische Spartipps für den Alltag: So waschen Sie energieeffizient
Neben der Wahl des richtigen Geräts spielt auch das Waschverhalten eine entscheidende Rolle für den Energie- und Wasserverbrauch. Mit ein paar einfachen Tricks können Sie im Alltag bares Geld sparen und die Umwelt schonen.
Volle Trommel, weniger Verbrauch
Die Testergebnisse zeigen klar: Je voller die Trommel, desto effizienter wäscht die Maschine. Eine nur halb gefüllte Trommel verbraucht etwa die doppelte Menge an Energie und Wasser im Vergleich zu einer voll beladenen Maschine. Bei einer Füllung von nur zwei Kilogramm Wäsche wurden im Test beispielsweise 277 Wattstunden Strom und 18,7 Liter Wasser verbraucht. Eine volle Trommel hingegen benötigte lediglich 122 Wattstunden und rund zehn Liter Wasser. Es lohnt sich also, die Waschmaschine erst dann anzustellen, wenn sie wirklich voll ist, anstatt für ein paar wenige Kleidungsstücke einen kompletten Waschgang zu starten. Beachten Sie jedoch, dass bei speziellen Programmen wie “Pflegeleicht”, “Wolle” oder “Mixwäsche” oft weniger Wäsche in die Trommel passt, um ein optimales Waschergebnis zu erzielen.
Trommelgröße passend zum Haushalt
Die optimale Trommelgröße hängt stark von der Haushaltsgröße ab. Familien profitieren von Waschmaschinen mit großer Trommel, da hier in der Regel größere Wäschemengen anfallen. Für Single- oder Zwei-Personen-Haushalte hingegen ist eine Maschine mit kleinerer Trommel oft die bessere Wahl. Dies spart nicht nur Energie und Wasser, da die Trommel leichter voll wird, sondern auch bares Geld, da kleinere Geräte oft weniger im Anschaffungspreis liegen.
Kaufberatung: Die wichtigsten Fragen vor dem Kauf
Ein Spontankauf einer Waschmaschine ist selten eine gute Idee. Um Fehlkäufe zu vermeiden und das passende Gerät zu finden, empfiehlt die Stiftung Warentest, sich im Vorfeld gut zu informieren und gezielte Fragen zu stellen.
Ihre Bedürfnisse im Fokus
Grundlage jeder Kaufentscheidung sollten Ihre individuellen Bedürfnisse sein. Überlegen Sie, wie oft Sie waschen, welche Art von Wäsche anfällt, wie viel Platz Ihnen zur Verfügung steht und welches Budget Sie haben. Erkundigen Sie sich nach der Programmvielfalt, den speziellen Ausstattungsmerkmalen und der Benutzerfreundlichkeit. Fragen Sie den Händler auch nach den Kosten für Lieferung und Anschluss und ob er Ihre alte Maschine direkt entsorgen kann – das erspart Ihnen viel Aufwand.
Verbrauchswerte und Schutz vor Wasserschäden
Die Kenntnis der Verbrauchswerte ist essenziell, um nicht nur die Umwelt zu schonen, sondern auch langfristig Geld zu sparen. Achten Sie auf einen möglichst geringen Energie- und Wasserverbrauch. Das Energielabel gibt hier, wie beschrieben, eine erste Orientierung für den modellhaften Verbrauch im Eco-Sparprogramm.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Schutz vor Wasserschäden. Eine Bodenwanne mit Warnmelder, die rechtzeitig austretendes Wasser anzeigt, kann hier wertvolle Dienste leisten. Leider bieten einige günstigere Modelle im Test keinen zufriedenstellenden Schutz vor solchen Schäden, was im Ernstfall zu teuren Reparaturen oder sogar größeren Wasserschäden in der Wohnung führen kann.
Fazit: Die richtige Wahl für saubere Wäsche und ein gutes Gewissen
Der aktuelle Waschmaschinen Test der Stiftung Warentest zeigt, dass die Mehrheit der Modelle auf dem Markt “gut” abschneidet – 44 von 60 getesteten Geräten erhielten diese Bewertung. Dennoch gibt es deutliche Ausreißer nach unten, die es zu vermeiden gilt. Die Umstellung der Energielabel seit März 2021 ist ein wichtiger Schritt, um Hersteller zu mehr Energieeffizienz anzuspornen und Verbrauchern eine bessere Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Beim Kauf einer neuen Waschmaschine sollten Sie keineswegs spontan handeln, sondern sich detailliert mit den Verbrauchswerten auseinandersetzen und sicherstellen, dass das Modell optimal auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Im täglichen Gebrauch können Sie durch einfache Maßnahmen wie das vollständige Beladen der Trommel zusätzlich Energie und Wasser – und somit bares Geld – sparen. Eine gut informierte Entscheidung sorgt nicht nur für saubere Wäsche, sondern auch für ein gutes Gewissen und schont Ihren Geldbeutel.
