Die Wiederauflage von "Burnin’ The Ice": Nick Cave und Die Haut in Berlins wilden 80ern

Das Jahr 1983 markierte einen Wendepunkt für die Musikszene in Berlin und darüber hinaus, als das Album "Burnin’ The Ice" von Die Haut und Nick Cave erschien. Ursprünglich ein Geheimtipp, der schnell vergriffen war, wird dieses wegweisende Werk nun endlich neu aufgelegt und schließt damit eine schmerzliche Lücke in Nick Caves Diskografie. Es ist mehr als nur eine Platte; es ist ein zeitgenössisches Dokument, das die rohe Energie und den experimentellen Geist des Berlins der frühen 80er Jahre einfängt, genau in jener "heißen Phase" zwischen The Birthday Party und der Gründung von The Bad Seeds.

Die Wiederveröffentlichung eines Kultalbums

"Burnin’ The Ice" hat lange auf eine Wiederauflage gewartet. Die damalige limitierte Verfügbarkeit und die rastlosen Karrieren der beteiligten Künstler führten dazu, dass das Album aus den Regalen verschwand. Nun hat das Hit Thing Label, kuratiert von Larry Mullins (Teil von The Bad Seeds Live-Besetzung), die Initiative ergriffen, dieses Juwel neu aufzulegen. Mit einem neuen Vinyl-Mastering von Doug Henderson, bekannt für seine Arbeit mit Swans, wird "Burnin’ The Ice" in höchster Qualität erneut erhältlich sein. Es ist eine lang überfällige Anerkennung für ein Album, das die musikalische Entwicklung von Nick Cave maßgeblich beeinflusste und den Grundstein für den ikonischen Sound legte, der ihn später zur Legende machte. Fans können sich auf eine limitierte Auflage von 1500 Exemplaren in kristallklarem Vinyl und 1000 Exemplaren in rotem Vinyl für den US-Markt freuen, die den Titel des Albums perfekt widerspiegeln – ein Sound, den Christoph Dreher einst mit "platzendem Eis" verglich.

Nick Cave und Die Haut: Eine Kollaboration in Berlin der 80er

Die Geschichte von "Burnin’ The Ice" beginnt im Juni 1982, als The Birthday Party in Berlin auftraten und Die Haut als Vorgruppe engagiert wurde. Die Haut, eine Band, die sich durch ihre Anzüge, das Fehlen eines Leadsängers und eine radikale Abkehr von konventionellen Rockband-Standards auszeichnete, faszinierte Nick Cave zutiefst. Ihre Musik, inspiriert von Bebop-Jazz, Captain Beefheart und New Yorker No-Wave-Acts wie DNA, war von Energie und Improvisation geprägt. "Für uns ging es um Energie und Improvisation", erinnert sich Christoph Dreher. "Was wir absolut nicht wollten, war eine Band von Leuten zu sein, die gefallen wollen." Diese Begegnung in Berlin, wo "business" statt "show" angesagt war, hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei Cave. beinübungen gym spielten zu dieser Zeit eine andere Rolle.

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Die Entstehung: Von London nach Berlin

Die Ereignisse überschlugen sich: Im Juli 1982 nahm Die Haut ihre erste Single "Der karibische Western" in London auf, bei der Nick Cave auf der B-Seite "Die faulen Hunde von Tijuana" pfiff. Im August zog Nick Cave mit seinem Gefolge von London nach Berlin, zunächst in das Loft des Die Haut-Gitarristen Christoph Dreher in der Dresdner Straße. Diese Wohnung wurde für einige Jahre zum sozialen Zentrum einer künstlerischen Szene, die in dieser Konzentration in London undenkbar gewesen wäre. "400 D-Mark Miete für 250 Quadratmeter, anfangs sogar mit Proberaum im Keller", erinnert sich Dreher an die besonderen Bedingungen im geteilten Berlin. In den frühen Achtzigern konnte man mit extrem wenig Geld auskommen, was ein Leben im künstlerischen und kreativen Rausch ermöglichte – inklusive berauschender Substanzen. Trotzdem herrschte eine hohe Disziplin. bodypump les mills könnte man hier nicht erwarten.

Die Aufnahmen: Energie und Experiment

Im Dezember 1982 machte sich Die Haut an die Aufnahme ihres Debütalbums mit Nick Cave als Gastsänger. Berlin war als Produktionsort zu teuer, daher fiel die Wahl auf das Studio Funk in Aachen. Dort konnten die Musiker in der Küche von Drehers Bruder übernachten. Zuerst nahm Die Haut die Tracks als Instrumentals auf: Die Gitarren von Remo Park (verstorben 2016) und Martin Peter (verstorben 2006) duellierten sich, Christoph Drehers Bass pumpte Druck in den Sound, und Thomas Wydler spielte Staccato-Drums – Musik wie aus einem post-strukturalistischen Film Noir. Nach einigen Tagen stieß Nick Cave hinzu, begleitet von seiner Partnerin Anita Lane, die ihm bei den Texten half. "Nick trug immer eine Art Ordner mit Notizen und fertigen Texten bei sich", erinnert sich Thomas Wydler. Cave benötigte zwei Tage intensiver Arbeit für die Gesangsaufnahmen von vier Stücken; drei weitere Tracks blieben instrumental. Wydler, der seit 1985 ununterbrochen Schlagzeuger bei The Bad Seeds ist, war beeindruckt von Caves Talent und seiner intuitiven Arbeitsweise. bungee fitness in der nähe passt hier kaum ins Bild.

Die Songs: Ein tiefer Einblick in "Burnin’ The Ice"

Was Nick Cave als Sänger für Die Haut erreichte, war nichts weniger als der Blues in Berlin, sein ganz eigener Blues. Seine Texte und sein Gesangsstil sind stark von den Abgründen der südlichen Vereinigten Staaten inspiriert. Das Label warnte damals mit dem Aufkleber "Warning: Contains Shocking Lyrics" vor dem Inhalt der LP. Caves Ansatz passte unglaublich gut zur Musik von Die Haut.

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STOW-A-WAY

"STOW-A-WAY", der Eröffnungssong des Albums, zeigt Cave als verzweifelten blinden Passagier auf dem Schiff der Liebe. Die Band liefert eine Mischung aus nervösem Cool Jazz und brutalen Noise-Gitarren. Ein Song wie ein Schlag in den Magen, der kaum Platz für Romantik lässt.

TOKYO EXPRESS

"TOKYO EXPRESS" ist ein gespenstisch galoppierender Song in der Tradition der Die Haut-Single "Der karibische Western". Er ist beeinflusst von der Art, wie die Acid-Rock-Band Quicksilver Messenger Service auf Alben wie "Happy Trails" Western-Musik dekonstruiert und wieder zusammensetzt.

TRUCK LOVE

"TRUCK LOVE" ist ein Rockabilly-Panikattacke, bei dem Nick Cave als Trucker singt, der die Pferdestärken und Tonnen Fracht, die er über die Autobahn bewegt, mit seiner Potenz gleichsetzt: "Mega-tons of muscle kicking dust across Texas." Die Art, wie Cave sich hier hineinsteigert und die Worte betont, erinnert an Mark E. Smith von The Fall, einem seiner Helden. hanteltraining frauen kann eine ähnliche Intensität haben.

THE VICTORY

Das zweite Instrumental, "THE VICTORY", kombiniert auf magische Weise Elemente von Neu!, No Wave und Northern Soul. Es ist ein Beweis für die instrumentale Meisterschaft von Die Haut.

PLEASURE IS THE BOSS

Darauf folgt "PLEASURE IS THE BOSS": Die Band spielt einen Arbeitstriumphmarsch mit messerscharfen Riffs, die an frühe Who erinnern, bevor das Stück in einen Post-Punk-Part übergeht, wie von Morricone erdacht. Cave gibt diesem Song über Sex mit seinem typischen Humor eine besondere Wendung: "What’s okay with the boss is okay with me!" Achten Sie auf die donnernde Kraft des Songfinales – nur eine Gruppe, die dem Sänger nicht das letzte Wort lassen will, kann dies leisten, selbst wenn der Sänger Nick Cave ist.

DUMB EUROPE

"DUMB EUROPE" ist eine bittere Tirade über Europa, die Wahlheimat des Australiers. Cave schimpft über den Müll, Dreck und Gestank, getreu dem Motto: Man kann nur wirklich hassen, was man liebt. Cave und Die Haut stürzen sich dennoch in den Exzess, demonstriert durch einige betrunkene "La-la-la-la-la-la-la-la-la"s, die sich gegen zunehmend verstimmte, "betrunkene" Gitarren behaupten müssen. bauch beine po trainingsplan ist hier eine völlig andere Art von Disziplin.

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THIS FLAME WILL NEVER DIE

Das Album endet mit dem kurzen Stück "THIS FLAME WILL NEVER DIE", das als spontane Improvisation von Dreher am Bass und Wydler am Schlagzeug bei einem Soundcheck entstand und als solche belassen wurde.

Das Vermächtnis und die Herausforderungen

Nach den Aufnahmen in Aachen mischte die Band die Songs im Berliner Studio Funk mit Klaus Krüger, dem ehemaligen Schlagzeuger von Tangerine Dream und Iggy Pop. Leider erhielt "Burnin’ The Ice" nach seiner Veröffentlichung im August 1983 nicht die Aufmerksamkeit, die es verdiente. Einige Pleiten und die damalige Rastlosigkeit der beteiligten Künstler sorgten dafür, dass die Platte bald nicht mehr erhältlich war. Die Haut durchlief personelle Veränderungen, und Nick Cave löste The Birthday Party 1983 auf, um The Bad Seeds aus dem Loft in der Dresdner Straße zu rekrutieren, wobei Thomas Wydler bis 1994 in beiden Gruppen spielte. 1998 löste sich Die Haut auf. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, die einflussreiche Musik dieser Band neu zu entdecken.

Fazit: Eine Wiederentdeckung, die man nicht verpassen sollte

"Burnin’ The Ice" ist mehr als nur ein wiederveröffentlichtes Album; es ist ein Artefakt einer faszinierenden Zeit, in der musikalische Grenzen neu ausgelotet wurden. Die rohe Energie, die experimentelle Klanglandschaft und Nick Caves prägnanter Gesang machen es zu einem unverzichtbaren Werk für Fans von Post-Punk, No Wave und natürlich für alle, die Nick Caves künstlerische Entwicklung von den Anfängen bis heute verfolgen möchten. Diese LP-Neuauflage ist eine triumphale Rückkehr, die es Musikliebhabern ermöglicht, diesen lange übersehenen Meilenstein endlich in seiner vollen Pracht zu erleben. Tauchen Sie ein in die furiose Welt von Die Haut und Nick Cave und entdecken Sie die Musik, die den Grundstein für eine Legende legte.

Quellen

  • Originalproduktion: DIE HAUT
  • Aufgenommen: Rainer Rutow im STUDIO WEST, Aachen, Deutschland, Dezember 1982
  • Gemischt: Klaus Krüger und DIE HAUT im STUDIO FUNK, Berlin, Deutschland, März 1983
  • Original-Coverartwork: Yadegar Asisi Namini
  • Wiederveröffentlichung produziert: DIE HAUT mit Larry Mullins
  • Reissue-Layout: designdealer, Stuttgart, Deutschland, 2004
  • Zusätzliches Layout: Sven Grot/B-99, Hamburg, 2025
  • Jacket Photography: Rainer Berson
  • Booklet Photography: Rainer Berson, Andrew Catlin, Ed Martin coop, Martin Peter, Leo van Velzen
  • Digitales Remaster: Eberhard Köhler bei POWERPLAY MASTERING, Berlin, Deutschland, März 2004
  • Remastered: Doug Henderson bei micro-moose, Berlin, 2025
  • Executive Producers: Guido Randzio & Carsten Hess
  • Veröffentlicht: 11. April 2025
  • Alle Rechte vorbehalten.