Digitale Grundbildung: Ein Leitfaden für den Unterricht

Die digitale Welt ist allgegenwärtig und beeinflusst zunehmend unseren Alltag und insbesondere die Bildung. Um Schülerinnen und Schüler optimal auf die Herausforderungen und Chancen des digitalen Zeitalters vorzubereiten, ist eine fundierte digitale Grundbildung unerlässlich. Das Lehrbuch „SchuBuch Digitale Grundbildung 1“ bietet einen umfassenden Ansatz, der sich eng an den österreichischen Lehrplan hält und Schülerinnen und Schüler dort abholt, wo sie stehen: in ihrer alltäglichen Erfahrungswelt. Ziel ist es, ganzheitliche, kompetenzorientierte und vielseitige Zugänge zu digitalen Themen zu ermöglichen, wobei individuelle Schwerpunktsetzungen und unterschiedliche Anwendungsbereiche im Vordergrund stehen. Dieses Werk legt Wert darauf, Medienbildung, informatische Bildung und Gestaltungskompetenz gleichwertig zu behandeln und fördert zudem fächerverbindendes Arbeiten durch zahlreiche Vorschläge für die Integration in den Unterricht anderer Fächer.

Jahresplanung für Digitale Grundbildung

Das SchuBuch ist in drei zentrale Kapitel gegliedert, die eine mögliche Jahresplanung für den digitalen Unterricht darstellen:

1. Das Internet: Grundlagen und verantwortungsvoller Umgang

Dieses Kapitel führt die Schülerinnen und Schüler schrittweise in die Welt des Internets ein. Sie lernen technische und historische Hintergründe kennen und erwerben essenziellen Fachwortschatz. Ein besonderer Fokus liegt auf dem verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten und der Privatsphäre im Netz. Dazu gehört die Erstellung sicherer Passwörter und Accounts, das Verfassen von E-Mails sowie das Verständnis der Besonderheiten der Online-Kommunikation.

2. Unterwegs im Netz: Browser, Suchmaschinen und nützliche Tools

Nachdem die Grundlagen geschaffen sind, widmet sich dieses Kapitel der Navigation im Internet. Zentrale Browser und ihre Funktionen werden vorgestellt, ebenso wie Suchmaschinen und Strategien für effektive Online-Recherche. Spannende Websites und Tools, die für Schülerinnen und Schüler geeignet sind, werden präsentiert. Das spielerische Entdecken von altersgerechten und interessanten Online-Angeboten abseits von YouTube und sozialen Medien steht hier im Vordergrund.

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3. Digitales Arbeiten: Organisation, Erstellung und Veröffentlichung

Im dritten Kapitel erlernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit digitalen Daten: Sie lernen, Daten zu organisieren und in verschiedenen Formaten zu speichern. Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogramme werden vorgestellt, ebenso wie die Erstellung von Fotos, Videos und Präsentationen unter Berücksichtigung des Urheberrechts. Darüber hinaus gibt es Tipps zur Optimierung des Schulalltags mithilfe von Lernplattformen und digitalen Lernhilfen. Viele Inhalte dieses Kapitels lassen sich hervorragend fächerübergreifend bearbeiten und mit anderen Themen der digitalen Grundbildung verknüpfen, beispielsweise durch die Erstellung von Präsentationen für Referate.

Obwohl die Reihenfolge der Seiten eine mögliche Struktur vorgibt, wird Lehrkräften empfohlen, Schwerpunkte nach den Bedürfnissen ihrer Klasse zu setzen und nur die für sie geeigneten Materialien auszuwählen. Das SchuBuch bietet ausreichend Lern- und Übungsmaterialien für jedes Leistungsniveau. Alternativ kann auch eine vollständig eigenständige Jahresplanung entwickelt werden, wobei der Überblick über Anknüpfungspunkte der Anwendungsbereiche mit den Inhalten des Buches als Grundlage dienen kann.

Kompetenzraster für Digitale Grundbildung

Das Frankfurter Modell, das auch dem österreichischen Lehrplan zugrunde liegt, sieht drei zentrale Perspektiven für die digitale Grundbildung vor: die technisch-mediale (T), die gesellschaftlich-kulturelle (G) und die interaktionsbezogene (I). Diese Perspektiven werden im Lehrplan durch die Kompetenzbereiche Orientierung, Information, Kommunikation, Produktion und Handeln ergänzt. Das SchuBuch verfolgt dabei einen integrativen Ansatz, bei dem diese Bereiche nicht isoliert, sondern möglichst im praktischen Erproben und Üben miteinander verknüpft trainiert werden.

Die folgende Tabelle zeigt, wie die verschiedenen Anwendungsbereiche und Übungsmöglichkeiten des SchuBu den jeweiligen Kompetenzbereichen und Perspektiven zugeordnet sind:

Kompetenzbereich Orientierung: Analyse und Reflexion gesellschaftlicher Aspekte des Medienwandels und der Digitalisierung

Schüler*innen können…Anwendungsbereiche (SchuBu)
(T) Prinzipien der Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe an digitalen Endgeräten beschreiben.2. Erste Schritte im Internet (Zugriff, Endgeräte), 11. Daten speichern (Cloud, „Cloud-IA“)
(G) Unterschiede zwischen Digitalem und Analogen erkennen und dazugehörige Elemente/Funktionen aufzeigen.2. Erste Schritte im Internet (Leben mit/ohne Internet), 5. Kommunikation im Internet (Kommunikationsverhalten, Gefahren), 11. Dateien speichern (Speichermedien)
(I) persönliches Nutzungsverhalten analysieren und hinterfragen, sinnvolle Veränderungen benennen und Vergleiche zum Leben vor der Digitalisierung ziehen.2. Erste Schritte im Internet (Leben mit/ohne Internet), 5. Kommunikation im Internet (Cybermobbing), 7. Browser (eigene Wahl hinterfragen)
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Kompetenzbereich Information: Verantwortungsbewusster Umgang mit Daten, Informationen und Informationssystemen

Schüler*innen können…Anwendungsbereiche (SchuBu)
(T) Suchmaschinen benennen und ihre Funktionsweise erklären.2. Erste Schritte im Internet (Suchmaschinenfunktion), 7. Browser (Computersprache), 8. Suchmaschinen (Beispiele)
(G) Vor- und Nachteile personalisierter Suchroutinen reflektieren.3. Mein digitales Ich, 7. Browser (Verlauf, Inkognito, Privatsphäre), 8. Suchmaschinen (Suchverlauf, Werbung)
(I) einfache Internetrecherchen durchführen und die Qualität von Informationen einschätzen.8. Suchmaschinen (Recherche, kindergeeignete Suchmaschinen), 9. Die besten Orte im Internet
(I) Informationen digital speichern, kopieren, suchen, abrufen, ändern und löschen und diese als Daten definieren.8. Suchmaschinen (Daten speichern), 9. Die besten Orte im Internet (Daten exportieren), 11. Daten speichern, 12. Texte schreiben, 14. Tabellen jonglieren

Kompetenzbereich Kommunikation: Kommunikation und Kooperation unter Nutzung informatischer und medialer Systeme

Schüler*innen können…Anwendungsbereiche (SchuBu)
(T) erklären, wie personenbezogene Informationen verwendet werden, und Maßnahmen zum Schutz persönlicher Daten treffen.3. Mein digitales Ich (Datenschutz, soziale Medien, Werbung), 4. Der Account (Sicherung, Passwort)
(G) aufzeigen, wie digitale Technologien Zusammenarbeit ermöglichen, und respektvoll online kooperieren.5. Kommunikation im Internet (Umgang, Missverständnisse, Cybermobbing), 11. Daten speichern (Cloud), 15. Digital lernen (Aufgabenorganisation, Lernplattformen)
(I) verschiedene digitale Kommunikations- und Kollaborationstools benennen, beschreiben und sinnvolle Nutzungsszenarien aufzeigen.4. Der Account (E-Mail), 5. Kommunikation im Internet (E-Mail, soziale Medien, Emojis), 15. Digital lernen (Zusammenarbeit über Lernplattformen)

Kompetenzbereich Produktion: Digitale Erstellung und Veröffentlichung von Inhalten, Entwurf von Algorithmen und Programmierung

Schüler*innen können…Anwendungsbereiche (SchuBu)
(T) Handlungsanleitungen (Algorithmen) nachvollziehen, ausführen und formulieren.7. Browser (Code ändern), 15. Digital lernen (Anleitungen formulieren)
(G) verschiedene Darstellungsformen von Inhalten und deren Wirkung beschreiben.3. Mein digitales Ich (Werbung), 5. Kommunikation im Internet (Smileys, Emojis), 13. Präsentationen erstellen
(I) einfache Berechnungen mit Daten durchführen und diese in verschiedenen Formaten sammeln und präsentieren.13. Präsentationen erstellen (Folien gestalten, animieren), 14. Tabellen jonglieren (Tabellen erstellen, Kalkulationsprogramme)
(I) Texte und Präsentationen strukturieren und formatieren, auch unter Einbeziehung von Bildern und Grafiken.12. Texte schreiben (Textverarbeitung, Formatieren, Speichern), 13. Präsentationen erstellen
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Kompetenzbereich Handeln: Einschätzung und verantwortungsvolle Nutzung von Angeboten und Handlungsmöglichkeiten in einer digitalisierten Welt

Schüler*innen können…Anwendungsbereiche (SchuBu)
(T) gängige physische Komponenten von Computersystemen (Hardware) identifizieren und deren Funktionsweise beschreiben.2. Erste Schritte im Internet (Netzwerk, Begriffe, Verbindung), 11. Daten speichern (Speichermedien), 15. Digital lernen (Scannen, Ausdrucken)
(G) Mediennutzungsformen sowie deren historische Entwicklung und gesellschaftliche Etablierung beschreiben.2. Erste Schritte im Internet (Geschichte des Internets), 5. Kommunikation im Internet, 11. Daten speichern (Speichermedien im Wandel)
(I) Hilfesysteme zur Problemlösung nutzen.8. Suchmaschinen (Recherche), Hilfefunktionen unter „Hacks and Tricks“

Obwohl das Thema „Urheberrecht“ erst in der zweiten Klasse verpflichtend ist, wird es im SchuBuch bereits im ersten Jahr behandelt, um frühzeitig einen sensiblen Umgang mit Regeln im Netz zu fördern.

Förderung vernetzten Lernens und übergreifende Themen

Das SchuBuch unterstützt aktiv das vernetzte Lernen und die fächerübergreifende Kompetenzentwicklung. Hier sind einige Vorschläge für übergreifende Themen, die sich besonders gut für die erste Klasse eignen:

  • Bildungs-, Berufs- und Lebensorientierung: Das Kapitel „Digitales Arbeiten“ kann in allen Fächern integriert werden, beispielsweise durch die Nutzung von Tabellenkalkulationsprogrammen in Mathematik, Textverarbeitung in Deutsch oder die Erstellung von Präsentationen für Referate. Auch die Zusammenarbeit über Lernplattformen kann hier thematisiert werden.
  • Gesundheitsförderung: Das Thema Kampf gegen Cybermobbing, behandelt auf Seite 5 („Kommunikation im Internet“), ist von großer Bedeutung für die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler.
  • Medienbildung: Die Auseinandersetzung mit Werbung im Internet (Kapitel 1, Seite 3. „Mein digitales Ich“) bietet eine gute Grundlage für die Medienkompetenz.

Lernziele und Feedback

Zu Beginn jeder Seite des SchuBu finden sich zwei bis drei klar formulierte Lernziele, die den Schülerinnen und Schülern aufzeigen, was sie auf dieser Seite erreichen sollen. Diese Lernziele dienen sowohl der Selbsteinschätzung der Lernenden als auch als Feedbackinstrument für die Lehrkraft. Eine einfache Methode, um Feedback von der Klasse zu erhalten, ist die Umfrage am Ende jeder Seite, die über die Präsentationsansicht gestartet werden kann. Die Schülerinnen und Schüler nehmen mithilfe des Antwort-Tools teil, welches sich auf der letzten Präsentationsfolie jeder Seite befindet.