Schwarzer Stuhlgang, medizinisch auch als Teerstuhl oder Meläna bezeichnet, ist ein Symptom, das oft Besorgnis auslöst. Obwohl nicht immer eine ernste Erkrankung dahintersteckt, sollte eine Veränderung der Stuhlfarbe stets aufmerksam beobachtet werden. Insbesondere wenn die Veränderung anhält, die Konsistenz des Stuhls abweicht oder weitere Begleitsymptome auftreten, ist es entscheidend, schwarzen Stuhlgang ärztlich abklären zu lassen, um mögliche ernsthafte Ursachen frühzeitig zu erkennen.
Die wichtigsten Fakten zu schwarzem Stuhlgang auf einen Blick
Wenn der Stuhlgang lediglich dunkler als gewöhnlich erscheint, sind die Ursachen dafür meist harmloser Natur, wie beispielsweise der Verzehr bestimmter Lebensmittel oder die Einnahme von Medikamenten. Handelt es sich jedoch um glänzenden, klebrigen und übelriechenden Stuhl, spricht man von Teerstuhl (Meläna). In solchen Fällen können ernstere medizinische Ursachen vorliegen. Treten neben schwarzem Stuhlgang weitere Symptome wie Magenschmerzen, starke Müdigkeit oder allgemeine Abgeschlagenheit auf, ist umgehend ein Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.
Wie sieht schwarzer Stuhlgang genau aus?
Normalerweise variiert die Farbe des Stuhlgangs von Hellbraun bis Dunkelbraun. Die Konsistenz hängt maßgeblich von der Flüssigkeits- und Ballaststoffzufuhr ab und sollte weder zu hart noch zu flüssig sein, sondern eine klare Form aufweisen. Eine geringfügige Dunkelfärbung des Stuhls hat oft harmlose Gründe, wie den Genuss spezifischer Nahrungsmittel oder die Einnahme bestimmter Medikamente.
Von Teerstuhl (Meläna) spricht man jedoch, wenn der Stuhlgang tiefschwarz, glänzend und klebrig ist – vergleichbar mit Teer – und zudem einen fauligen Geruch aufweist. Diese charakteristischen Merkmale sind ein deutliches Warnsignal und erfordern eine medizinische Abklärung, da sie auf ernsthafte gesundheitliche Probleme hindeuten können.
Blutungen im oberen Verdauungstrakt als Ursache für Teerstuhl
Der typische Teerstuhl ist häufig ein Anzeichen für Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt. Die Blutungsquelle befindet sich dann meist im Magen, Zwölffingerdarm oder der Speiseröhre. Wenn die Salzsäure des Magensafts mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin in Kontakt kommt, entsteht das schwarze Pigment Hämatin. Dieses Hämatin ist für die charakteristische Schwarzfärbung des Stuhls verantwortlich. Bei gleichzeitigem schwarzem Erbrechen kann dies ein Hinweis auf Blutungen durch Magengeschwüre sein.
Tritt eine Blutung im Darm als Ursache für Teerstuhl auf, erfolgt die Schwarzfärbung des Stuhls nicht durch Magensäure, sondern durch Bakterien. Bei einem langsamen Verdauungsprozess setzen Darmbakterien ebenfalls Hämatin aus dem Hämoglobin des Blutes frei, was zu einer Schwarzfärbung des Stuhls führt. Dies geschieht jedoch nur, wenn der Stuhl mindestens fünf Stunden im Darm verbleibt. Blutungen in tieferen Darmabschnitten, wie dem Dickdarm, zeigen sich hingegen häufiger durch eine Rotfärbung des Stuhls.
Häufige Erkrankungen als Ursache für schwarzen Stuhlgang
Schwarzer Stuhlgang kann ein deutliches Symptom für verschiedene Erkrankungen sein, die eine medizinische Abklärung erfordern. Zu den typischen Krankheiten, bei denen Teerstuhl auftreten kann, gehören:
- Magengeschwüre: Offene Wunden in der Magenschleimhaut können bluten und zu schwarzem Stuhlgang führen.
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis): Eine schwere Entzündung der Magenschleimhaut kann ebenfalls Blutungen verursachen.
- Krebserkrankungen des oberen Magen-Darm-Bereichs: Hierzu zählen Magenkrebs oder Speiseröhrenkrebs, die Blutungen hervorrufen können.
- Leberzirrhose: Eine fortgeschrittene Lebererkrankung, die zu Krampfadern in der Speiseröhre oder im Magen führen kann.
- Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis): Entzündungen können die Schleimhaut reizen und Blutungen verursachen.
- Mallory-Weiss-Syndrom: Dies sind Einrisse in der Schleimhaut der Speiseröhre, oft ausgelöst durch starkes Erbrechen.
- Varizen (Krampfadern) in Speiseröhre oder Magen: Diese erweiterten Blutgefäße können platzen und starke Blutungen verursachen.
- Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt durch Schleimhautbeschädigung: Verschiedene Schädigungen der Schleimhaut können zu Blutungen führen.
Harmlose Ursachen: Medikamente und Farbstoffe in Lebensmitteln
Nicht jeder schwarze Stuhlgang ist sofort ein Grund zur Sorge. Oft stecken harmlose Ursachen dahinter, die man selbst identifizieren kann:
Eisenpräparate, Aktivkohle und Bismut
Die häufigste harmlose Ursache für schwarzen Stuhl ist die Einnahme von Eisenpräparaten. Diese werden oft bei Eisenmangel oder einer daraus resultierenden Anämie (Blutarmut) verschrieben, beispielsweise während der Schwangerschaft. Die enthaltenen Eisenverbindungen können den Stuhl schwarz färben.
Auch die Einnahme von Aktivkohle zur Behandlung von Durchfall oder von Bismut (veraltet: Wismut), das in Kombination mit Antibiotika zur Bekämpfung des Magenkeims Heliobacter pylori eingesetzt wird, kann zu einer Schwarzfärbung des Stuhls führen.
Farbstoffe in Lebensmitteln
Einige Lebensmittel enthalten natürliche Farbstoffe, die in größeren Mengen verzehrt den Stuhl dunkel bis schwarz färben können, ohne dass dies ein gesundheitliches Problem darstellt. Dazu gehören:
- Rote Bete
- Lakritz
- Blaubeeren
- Rotwein
- Spinat
- Dunkle Schokolade
- Kaffee
Schwarzer Stuhlgang bei Babys: Das Mekonium
Auch der erste Stuhlgang von Neugeborenen, bekannt als Kindspech oder Mekonium, hat eine charakteristische dunkelgrüne bis schwarze Farbe. Dies liegt hauptsächlich am Bilirubin, das nach der Geburt beim Abbau roter Blutkörperchen entsteht und über den Darm ausgeschieden wird. Es kann einige Tage dauern, bis das Bilirubin vollständig ausgeschieden ist und sich die Stuhlfarbe normalisiert.
Lebererkrankungen als mögliche Ursache für Teerstuhl
Teerstuhl kann auch als Komplikation einer Leberzirrhose auftreten. Diese chronische Lebererkrankung führt zur Zerstörung und Vernarbung des Lebergewebes. Infolgedessen staut sich Blut vor der vernarbten Leber in der Pfortader, was einen hohen Druck auf die Blutgefäße in der Speiseröhre und im Magen erzeugt. Diese Gefäße erweitern sich (Varizen) und können einreißen, was entweder zu blutigem Erbrechen oder zur Schwarzfärbung des Stuhls führt.
Alkohol als Auslöser für schwarzen Stuhlgang?
Schwarzer Stuhlgang wird nicht direkt durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht. Allerdings kann regelmäßiger und starker Alkoholkonsum zu körperlichen Schädigungen führen, die wiederum mit Teerstuhl in Verbindung stehen. Alkoholismus erhöht das Risiko für Erkrankungen wie Leberzirrhose sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Kommt es bei diesen Erkrankungen zu Blutungen, äußert sich dies typischerweise durch schwarzen Stuhl. Begleitend treten oft weitere Symptome auf, darunter Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen.
Schwarzer Stuhlgang in Verbindung mit Rückenschmerzen oder Durchfall
In seltenen Fällen können Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts auch Rückenschmerzen verursachen. Dies kann beispielsweise geschehen, wenn ein Magengeschwür „durchbricht“ und zu Magenblutungen führt. Bei Unsicherheit über die Ursache dieser Anzeichen sollte unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.
Treten zum Teerstuhl weitere Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit oder gar blutiges Erbrechen hinzu, ist es ratsam, möglichst schnell ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Einnahme von Antibiotika ist häufig mit Durchfall verbunden, da diese Medikamente die natürliche Darmflora angreifen können. Dabei ausgeschiedene Bakterienreste können zu einer Verfärbung des Stuhls führen, die jedoch selten rein schwarz ist.

