Natürliche Hilfe bei Magen-Darm-Beschwerden: Ursachen und Hausmittel bei Durchfall

Akuter Durchfall tritt oft plötzlich auf und kann wässrig oder eine Mischung aus festen und flüssigen Bestandteilen sein. Dieses Symptom, medizinisch als Diarrhoe bezeichnet, entsteht, wenn dem Stuhl nicht ausreichend Wasser entzogen wird. Während wässriger Stuhl allein auftreten kann, wird er häufig von Krämpfen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen begleitet. In den meisten Fällen sind die Ursachen harmlos, doch anhaltender Durchfall sollte ärztlich abgeklärt werden.

Ärzte sprechen von einer Durchfallerkrankung ab drei dünnflüssigen Stühlen pro Tag. Man unterscheidet zwischen akutem Durchfall, der meist nach wenigen Tagen von selbst abklingt, und chronischem Durchfall, der länger als 14 Tage andauert. Längerfristige oder wiederkehrende Durchfälle erfordern eine ärztliche Untersuchung, da der Körper dabei viel Flüssigkeit und lebenswichtige Salze verliert. Anzeichen für einen solchen Verlust sind Schwindel und Kreislaufprobleme, die besonders für Kinder und ältere Menschen lebensbedrohlich sein können.

Wann ist ein Arztbesuch bei Durchfall ratsam?

Chronischer Durchfall kann auch ein Hinweis auf ernsthaftere Erkrankungen wie Morbus Crohn, das Reizdarmsyndrom oder Colitis ulcerosa sein. Daher ist es wichtig, bei anhaltenden Beschwerden die Ursache abklären zu lassen, um Infektionen oder andere Krankheiten auszuschließen.

Ein Arztbesuch ist insbesondere ratsam, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Blut im Stuhl, sei es als rote Auflagerung oder als schwarze Verfärbung.
  • Schleim, der dem Stuhl beigemengt ist.
  • Starke Bauchschmerzen.

Vielfältige Auslöser für Durchfall

Häufig sind Viren, Bakterien oder andere Erreger die Ursache für Magen-Darm-Infektionen, die zu Durchfall führen. Zu den gängigen Viren gehören Rotaviren und Noroviren, die durch Schmierinfektion von kontaminierten Oberflächen oder direkten Kontakt übertragen werden. Bakterielle Auslöser können beispielsweise Campylobacter, E. coli (einschließlich EHEC) und Salmonellen sein.

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Bei verdorbenen Lebensmitteln sind es oft Toxine, die von Bakterien produziert wurden und Durchfall sowie Erbrechen auslösen – dies wird als Lebensmittelvergiftung bezeichnet. Bei Krebspatienten kann Durchfall eine Nebenwirkung von Chemotherapie oder Strahlentherapie sein. Auch Medikamente, insbesondere Antibiotika, können Durchfall als Nebenwirkung haben. Weitere Auslöser sind:

  • Ungewohnte Nahrungsmittel, wie sie auf Reisen vorkommen können.
  • Eine Erkältung.
  • Stress, sowohl psychisch bedingt (Aufregung) als auch körperlich (Hitze).
  • Übermäßiger Konsum von Kaffee oder Alkohol.
  • Schwangerschaft.
  • Menstruation.

Ein wichtiger Faktor, der bei Durchfall eine Rolle spielt, ist die Auswahl der richtigen Lebensmittel und Getränke. Eine darmfreundliche Ernährung kann die Genesung unterstützen und die Beschwerden lindern.

Hausmittel und Ernährungsanpassungen bei Durchfall

Bei akutem Durchfall, insbesondere bei Erwachsenen und Jugendlichen, stehen Flüssigkeitszufuhr und Hausmittel im Vordergrund. Eine medikamentöse Behandlung ist oft nicht notwendig. Es ist ratsam, täglich mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit aufzunehmen, um den Verlust auszugleichen. Geeignet sind Wasser mit wenig oder keiner Kohlensäure, verdünnte Saftschorlen oder Kamillentee. Bei Bauchschmerzen kann eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen Linderung verschaffen.

Bewährte Hausmittel, die den Stuhl eindicken und die Verdauung beruhigen, umfassen:

  • Bananen, Zwieback und Reis: Diese Lebensmittel sind leicht verdaulich und schonen den Magen.
  • Heidelbeertee, schwarzer und grüner Tee: Sie wirken beruhigend auf den Darm.
  • Heilerde und geriebener Apfel: Diese binden Flüssigkeit und helfen, den Stuhl zu festigen.
  • Indische Flohsamen: Sie quellen im Darm auf und binden Wasser, was zu einer festeren Konsistenz des Stuhls führt.
  • Muskatnuss: Speisen mit einer Prise Muskatnuss können die Darmpassage verlangsamen.

Es ist ratsam, auf bestimmte Nahrungsmittel und Getränke zu verzichten, die den Darm zusätzlich reizen können:

  • Kalte Getränke, Kaffee, Fruchtsäfte, Limonaden und Alkohol.
  • Fettige Speisen.
  • Zuckerersatzstoffe wie Sorbit, Xylit, Mannit, Isomalt, Maltit, Laktit und Polydextrose, die in “zuckerfreien” Produkten enthalten sind und abführend wirken können.
  • Produkte mit Milchzucker (Laktose), wie Milch, Buttermilch, Molke oder Lebensmittel, die damit verarbeitet wurden.
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Ein altbewährtes Hausmittel ist die Karottensuppe nach Moro, die bei den ersten Anzeichen von Durchfall mehrmals täglich gegessen werden kann.

Elektrolytausgleich und medikamentöse Therapie

Bei Kindern und älteren Menschen, sowie bei starkem Durchfall, ist es wichtig, den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen. Hierfür eignen sich Rehydrationslösungen aus der Apotheke, die Salze, Mineralstoffe und Traubenzucker enthalten. Je nach Schwere und Dauer der Symptome können weitere Therapien notwendig sein. Dazu gehören Medikamente wie Loperamid oder Racecadotril, die den Darm beruhigen. Bei einer bakteriellen Infektion können Antibiotika erforderlich sein, deren Einnahme jedoch immer mit einem Arzt abgesprochen werden sollte.

Die Auswahl der richtigen Medikamente und die Anpassung der Ernährung spielen eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen. Die Ernährungs-Docs bieten beispielsweise wertvolle Einblicke und Ratschläge zur Linderung von Verdauungsbeschwerden.