Eintracht Frankfurt vs VfL Wolfsburg Analyse: Ein Remis mit Nachgeschmack

Spielszene aus dem Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen VfL Wolfsburg

Das jüngste Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen den VfL Wolfsburg endete am Sonntag mit einem enttäuschenden 1:1-Unentschieden. Trotz eines Elfmeters in letzter Minute, verwandelt von Michy Batshuayi (90.+6), der den Ausgleich für die Hessen sicherte, nachdem Aaron Zehnter (67.) die Gäste in Führung gebracht hatte, hinterließ die Partie bei Fans und Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt einen faden Beigeschmack. Die Partie offenbarte tieferliegende Probleme, insbesondere im Sturm und in der offensiven Durchschlagskraft der Eintracht, die ihre Champions League Ambitionen beeinflussen könnten.

Elye Wahi: Ein teures Missverständnis?

Die Hoffnungen, die in Elye Wahi gesetzt wurden, scheinen sich bei Eintracht Frankfurt zunehmend zu zerschlagen. Die Nichtberücksichtigung des 25-Millionen-Euro-Neuzugangs für den Spieltagskader, selbst angesichts der Verletzung von Jonny Burkardt, spricht Bände. Trainer Dino Toppmöller kommentierte die Entscheidung knapp als “sportlich”, doch die Realität ist ernüchternd: Wahi scheint im Training nicht überzeugen zu können.

Es ist eine bemerkenswerte Situation, wenn der nominelle Stürmer Nummer eins ausfällt und sein hochpreisiger Ersatz nicht einmal einen Platz im Aufgebot findet. Dies wirft Fragen über Wahis Zukunft am Main auf. Angesichts des bevorstehenden Transferfensters könnte Wahi seine Zelte in Frankfurt nach nur einem Jahr wieder abbrechen und als eines der größten Transfer-Missverständnisse in die Vereinsgeschichte eingehen. Seine Rolle und Integration ins Team bleiben ein zentrales Thema, das die Eintracht in den kommenden Wochen beschäftigen wird.

Spielszene aus dem Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen VfL WolfsburgSpielszene aus dem Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen VfL Wolfsburg

Ohne Jonny Burkardt: Die Offensive lahmt

Das Fehlen eines echten Mittelstürmers war gegen Wolfsburg über weite Strecken schmerzlich offensichtlich. Mit Elye Wahi zu Hause und den Rekonvaleszenten Michy Batshuayi sowie Jessic Ngankam zunächst auf der Bank, begann Ansgar Knauff, eigentlich ein Außenbahnspieler, in der Sturmspitze. Die Auswirkungen auf das Angriffsspiel der Eintracht waren frappierend.

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Zahllose Hereingaben fanden keinen Abnehmer im Zentrum, Bälle wurden vertändelt, und Torschüsse landeten neben dem Tor. Obwohl die Hessen 15 Torschüsse und 14 Ecken verbuchen konnten, mangelte es an echter Torgefahr. Trainer Toppmöller beklagte das Fehlen des “letzten Punchs” trotz der Feldvorteile. Die Offensive der Eintracht wirkte oft zahnlos und unstrukturiert, was die Abhängigkeit von einem Spieler wie Jonny Burkardt, der sich im Strafraum zu bewegen weiß und Lücken reißt, umso deutlicher macht. Es zeigt, wie entscheidend ein torgefährlicher Angreifer für das Gesamtgefüge einer Mannschaft ist.

Schwaches Wolfsburg trifft: Eine verpasste Chance

Es war paradox: Trotz der offensiven Schwächen der Eintracht war es der VfL Wolfsburg, der in Führung ging. Ein einfacher Ballverlust im Einwurf führte zu einem schnellen Gegenangriff, bei dem Rasmus Kristensen seinen Gegenspieler Aaron Zehnter aus den Augen verlor und dieser zum 0:1 traf.

Die VfL Wolfsburg präsentierte sich in Frankfurt über weite Strecken als passiver und ideenloser Gegner, der seinem Tabellenplatz alle Ehre machte. Abgesehen von Zeitspiel zeigten die Niedersachsen wenig Initiative. Für Eintracht Frankfurt war es umso ärgerlicher, dass man gegen einen so wenig bewaffneten Gegner nicht die volle Punktezahl holen konnte. Keeper Michael Zetterer drückte seine Frustration aus: “Es wäre die Chance da gewesen, heute richtig oben reinzurutschen. Das ist uns nicht gelungen.” Diese verpasste Gelegenheit könnte sich im Kampf um die europäischen Plätze noch als entscheidend erweisen.

VAR-Glück und ein spätes Happy End

Trotz allem konnte man am Ende von Glück sprechen, dass die Eintracht nicht gänzlich leer ausging. Ein strittiger Elfmeterpfiff des VAR, der Schiedsrichter Harm Osmers an den Bildschirm bat, rettete den Hessen in der Nachspielzeit einen Punkt. Michy Batshuayi verwandelte souverän zum 1:1 – bemerkenswerterweise das erste Stürmertor der Eintracht in dieser Bundesligasaison, das nicht von Burkardt erzielt wurde.

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Eintracht-Spieler feiern Michy Batshuayi nach dem AusgleichstrefferEintracht-Spieler feiern Michy Batshuayi nach dem Ausgleichstreffer

Obwohl der Elfmeterpfiff für Wolfsburgs Ärger sorgte, sahen einige ihn als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit, da bereits in der 55. Minute ein potenzieller Elfmeter für Eintracht nach einem Foul an Knauff nicht gegeben wurde. Sportvorstand Markus Krösche zog ein mildes Fazit: “Es war wichtig, dass wir noch den Punkt geholt haben. Wenn man den Spielverlauf sieht, kann man zufrieden sein.”

Eine Woche zum Durchschnaufen und Arbeiten

Das Remis gegen Wolfsburg war ein Dämpfer für die Eintracht, die sich mit einem Sieg in der oberen Tabellenhälfte festbeißen wollte. Obwohl die Konkurrenzergebnisse den Kontakt nicht abreißen ließen, ist niemand in Frankfurt mit dem Punkt zufrieden. Zetterer vermisste die “pure Leidenschaft, die auch das Stadion anzünden kann”.

Durch das Ausscheiden im Pokal steht den Frankfurtern nun eine seltene Englische Woche bevor, was Trainer und Spielern die Möglichkeit gibt, durchzuatmen und gezielt an den Schwachstellen zu arbeiten. Das nächste Spiel steht am kommenden Samstag in Leipzig an. Themen wie “Defensivarbeit” und “Emotionalität auf dem Platz” stehen laut Zetterer im kommenden Spielplan ganz oben auf dem Hausaufgabenheft. Die Frage, wer in Leipzig die Tore schießen soll, bleibt offen, auch wenn Batshuayi nach seinem Elfmetertor gute Argumente geliefert hat. Toppmöller forderte alle Stürmer auf, “Gas zu geben und zu zeigen, dass sie unbedingt spielen wollen,” was als leichte Spitze in Richtung Wahi verstanden werden könnte.

Trainer Dino Toppmöller bei der Pressekonferenz nach dem SpielTrainer Dino Toppmöller bei der Pressekonferenz nach dem Spiel