Julius Lehmann: Ein Eintracht-Spieler, der dem NS-Terror zum Opfer fiel

Julius Lehmann, ein Name, der tief in der Geschichte von Eintracht Frankfurt und im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert ist, steht stellvertretend für die unzähligen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Eine im Jahr 2012 am Riederwald-Leistungszentrum von Eintracht Frankfurt verlegte Gedenk-Stolperstein erinnert an diesen bemerkenswerten Fußballer, dessen Leben auf tragische Weise durch den Terror der Nazis ausgelöscht wurde. Seine Geschichte ist ein mahnendes Zeugnis der dunklen Kapitel deutscher Vergangenheit und eine ständige Erinnerung an die Bedeutung von Toleranz und Menschlichkeit.

Ein vielversprechendes Talent bei Eintracht Frankfurt

Julius Lehmann erblickte 1914 in Frankfurt am Main das Licht der Welt und wuchs in einer Familie auf, die den Fußball liebte. Sein zehn Jahre älterer Bruder Max, bereits selbst in der Jugendabteilung der Eintracht aktiv, war es, der Julius, von Freunden liebevoll “Jule” genannt, 1929 dazu motivierte, ebenfalls den Adler auf der Brust zu tragen. Julius schloss sich der Jugendmannschaft der Eintracht an und etablierte sich als zuverlässiger Verteidiger. Er verkörperte den Geist der Eintracht, jene Mischung aus Kampfgeist und Fairness, die den Verein auszeichnete. In diesen Jahren blühte der Fußball in Frankfurt, und die Eintracht war ein wichtiger Teil des städtischen Lebens. Der Eintracht Frankfurt Spielplan war für viele Frankfurter ein fester Bestandteil ihres Wochenendes, und Julius war ein Teil dieser aufstrebenden Fußballgeneration.

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Die Schatten legen sich über Frankfurt: Fußball unter dem Hakenkreuz

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 begannen auch für die jüdische Familie Lehmann dunkle Zeiten. Die Rassengesetze und die systematische Ausgrenzung trafen alle Bereiche des öffentlichen Lebens, auch den Sport. Während sein Bruder Max bereits 1933 seine Position im Verein räumen musste, durfte Julius zunächst weiterhin spielen. Als ausgebildeter Mechaniker fand er neben dem Sport seinen Platz im Leben, doch die bedrohliche politische Entwicklung war allgegenwärtig. Er spielte für die zweite und dritte Mannschaft der Eintracht, ein Zeichen seines Talents und seiner Beharrlichkeit in einer zunehmend feindseligen Umgebung.

Der erzwungene Abschied vom grünen Rasen

Sein letztes Spiel für Eintracht Frankfurt bestritt Julius Lehmann im Sommer 1937. Ein denkwürdiger Moment, in dem er einen Elfmeter verwandelte – ein letzter Triumph auf dem Fußballfeld, bevor ihm das Trikot der Eintracht für immer verwehrt blieb. Nach diesem Spiel durfte er nie wieder die Farben seines geliebten Vereins tragen. Die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung nahmen stetig zu und machten ein weiteres sportliches Engagement unmöglich. Die einstmals selbstverständliche Zugehörigkeit zu seinem Verein wurde ihm aufgrund seiner Herkunft brutal entrissen. Dieser erzwungene Abschied symbolisierte das Ende einer Ära und den Beginn einer unvorstellbaren Leidenszeit für Julius und seine Familie.

Systematische Verfolgung und die Hölle Buchenwalds

Nach den Novemberpogromen des Jahres 1938, einer Welle der Gewalt und Zerstörung gegen jüdische Bürger und deren Eigentum, wurden Julius und sein Bruder Max verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Drei Monate lang hielt die SS die Brüder in diesem Lager gefangen, einem Ort des Terrors und der Erniedrigung. Mitte Februar 1939 kehrten sie nach Frankfurt zurück, traumatisiert, aber mit dem Willen zu überleben. Julius versuchte daraufhin, in die Schweiz zu fliehen, doch die Grenzen blieben ihm verschlossen. Deutschland festigte seinen Würgegriff um seine jüdischen Bürger, und ein Entkommen wurde zunehmend unmöglich.

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Deportation nach Lublin: Eine Spur verliert sich

Im Mai 1942 wurde Julius Lehmann schließlich in das Gebiet von Lublin im deutsch besetzten Polen deportiert. Dies war ein Ort, der für die meisten Deportierten den sicheren Tod bedeutete. Nach dieser Deportation verliert sich seine Spur. Es gibt keine weiteren gesicherten Informationen über sein Schicksal. Sein Bruder Max Lehmann hingegen überlebte die Gräuel des Holocaust. Er war es später, der seinen Bruder offiziell für tot erklären ließ. Als offizielles Todesdatum wurde der 8. Mai 1945 festgelegt – der Tag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa. Dieses Datum symbolisiert das Ende des Grauens, doch für Julius Lehmann kam es zu spät.

Ein Vermächtnis des Gedenkens und die Stolpersteine

Die Geschichte von Julius Lehmann ist nicht nur die Geschichte eines Eintracht-Spielers, sondern auch eine exemplarische Erzählung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Verlegung des Stolpersteins am Riederwald im Jahr 2012 war ein wichtiger Schritt, um Julius Lehmann und sein Schicksal dauerhaft im Bewusstsein zu verankern. Diese kleinen, glänzenden Gedenktafeln, die in ganz Deutschland und Europa verlegt werden, erinnern an die Opfer des NS-Regimes direkt vor ihren letzten selbstgewählten Wohnorten und schaffen eine persönliche und greifbare Form des Gedenkens. Eintracht Frankfurt hat sich aktiv der Aufarbeitung seiner Vereinsgeschichte in der NS-Zeit verschrieben und setzt ein wichtiges Zeichen gegen Diskriminierung und für eine offene Gesellschaft. Ob in der Historie des Männerfußballs oder bei den Erfolgen wie der EM der Frauen und den spannenden Partien der Frauen Bundesliga Spielplan, der Sport dient als verbindendes Element. Die Erinnerung an Persönlichkeiten wie Julius Lehmann ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Gräueltaten der Vergangenheit niemals vergessen werden. Auch wenn Spieler wie Kramer Schalke heute für andere Vereine spielen, bleibt die Botschaft der Toleranz universell.

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Fazit: Die Erinnerung als Mahnung für die Zukunft

Die tragische Geschichte von Julius Lehmann ist eine eindringliche Mahnung, die uns heute mehr denn je daran erinnert, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben und jeder Form von Ausgrenzung, Hass und Intoleranz entgegenzutreten. Eintracht Frankfurt ehrt das Andenken an Julius Lehmann und alle Opfer des NS-Regimes und setzt sich aktiv für eine Gesellschaft ein, in der Vielfalt und Respekt die Grundpfeiler sind. Möge die Erinnerung an Julius Lehmann und all jene, die ihr Leben verloren haben, uns stets daran erinnern, dass Menschlichkeit und Freiheit unantastbare Werte sind, die es zu verteidigen gilt. Besuchen Sie den Stolperstein am Riederwald, um innezuhalten und Julius Lehmanns Vermächtnis zu ehren.