Vom Hype zum Flop: Das schnelle Ende des Engie Energy Drinks bei Aldi und Co.

Ein Regal voller Energy-Drinks im Supermarkt, symbolisch für den Preisverfall von Engie

Was als vielversprechender Neuling im Energy-Drink-Markt begann, scheint nun ein jähes Ende zu finden. Der Energy-Drink Engie, einst mit großen Erwartungen von Handelsketten wie Aldi Süd, Aldi Nord und Kaufland ins Sortiment aufgenommen, wird Berichten zufolge zu Billigpreisen verramscht. Was steckt hinter dem schnellen Scheitern dieses Produkts, das vor allem auf Social Media beworben wurde? Der Fall Engie bietet einen interessanten Einblick in die Dynamiken des modernen Konsumgütermarktes und die Fallstricke des Influencer-Marketings.

Das Produkt, entwickelt von Engieventure, einem Berliner Unternehmen, das ursprünglich als Internet-Agentur Social-Media-Influencer betreut, sollte durch eine geschickte Marketingstrategie, insbesondere auf Plattformen wie TikTok und Instagram, zum Trendgetränk avancieren. Aldi Süd bestätigte im August noch stolz: “Tiktoker haben Engie konzipiert, und der Drink gilt als verifiziert über diverse Tastings mit Tiktok-Influencern.” Die anfängliche Euphorie war spürbar – doch die Realität holte das ambitionierte Projekt schnell ein.

Massive Verbraucherkritik: Geschmack, Preis und Inhaltsstoffe im Fokus

Schon bald nach der Markteinführung entzündete sich massive Kritik an Engie. Auf verschiedenen Internet-Plattformen äußerten Verbraucher ihren Unmut. Dabei standen nicht nur der als enttäuschend empfundene Geschmack und der vergleichsweise hohe Preis im Mittelpunkt der Beschwerden. Besonders die Inhaltsstoffe des Fruchtgetränks wurden von zahlreichen Konsumenten argwöhnisch beäugt. Viele zweifelten an der Zusammensetzung und dem gesundheitlichen Nutzen, der oft bei Energy Drinks diskutiert wird.

Ein weiterer entscheidender Kritikpunkt, wie das Magazin Watson berichtete, war die aggressive Vermarktung des koffeinhaltigen Produkts, die sich offenbar stark an Kinder und Jugendliche richtete. Der Einsatz von TikTok-Influencern, die hauptsächlich ein junges Publikum ansprechen, verstärkte diese Bedenken. In Deutschland gibt es eine breite öffentliche Diskussion über den Konsum von Energy Drinks durch Minderjährige und die Verantwortung der Hersteller. Die Marketingstrategie von Engie stieß daher schnell auf ethische und gesellschaftliche Vorbehalte.

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Vom Hype zum Ladenhüter: Engie im Preissturz bei den Discountern

Die anfängliche Begeisterung und der angestrebte Hype konnten die breite Verbraucherbasis nicht überzeugen. Die Kehrtwende erfolgte schnell und unaufhaltsam. Laut Watson ist Engie neuerdings sowohl bei Kaufland als auch bei Aldi zu drastisch reduzierten Preisen in den Regalen zu finden. Kaufland soll das Produkt 30 Cent unter dem Normalpreis anbieten, während eine Dose bei Aldi Süd um 20 Cent reduziert wurde. Diese Preisaktionen sind ein deutliches Indiz dafür, dass das Produkt nicht die erwarteten Verkaufszahlen erzielt hat und die Händler versuchen, ihre Lagerbestände zu räumen. Die Aldi-Konzerne bezeichneten Engie in diesem Kontext als reines “Aktionsprodukt”, was bedeutet, dass es nicht fest ins Stammsortiment aufgenommen wird, sondern nur für einen begrenzten Zeitraum angeboten wurde.

Ein Regal voller Energy-Drinks im Supermarkt, symbolisch für den Preisverfall von EngieEin Regal voller Energy-Drinks im Supermarkt, symbolisch für den Preisverfall von Engie

Die Situation spitzt sich weiter zu: Obwohl auf der Webseite des Herstellers Engieventure noch von der Einführung weiterer Sorten die Rede war, berichtet die Lebensmittelzeitung, dass die Herstellung des Energy-Drinks demnächst eingestellt werden soll. Dies wäre das endgültige Aus für Engie und ein klares Zeichen dafür, dass der Energy-Drink-Markt, trotz der hohen Relevanz von Social Media, keine Garantie für den Erfolg neuer Produkte bietet, wenn fundamentale Aspekte wie Produktqualität und gesellschaftliche Akzeptanz nicht stimmen.

Fazit: Lehren aus dem Scheitern des Engie Energy Drinks

Das schnelle Scheitern des Engie Energy Drinks ist ein Paradebeispiel dafür, dass selbst eine intensive Social-Media-Marketingkampagne und prominente Listung bei großen Einzelhändlern keinen Erfolg garantieren, wenn das Produkt selbst und seine Vermarktung nicht überzeugen. Die Kritik an Geschmack, Inhaltsstoffen und insbesondere an der Marketingstrategie, die Kinder und Jugendliche ansprach, führte zu einer negativen Wahrnehmung, die den anfänglichen Hype schnell zununichtemachte. Für Unternehmen, die den deutschen Markt mit neuen Produkten erobern wollen, zeigt der Fall Engie, wie wichtig es ist, neben einer innovativen Marketingstrategie auch die Produktqualität, die Preissetzung und die ethischen Aspekte der Zielgruppenansprache sorgfältig zu berücksichtigen. Es bleibt abzuwarten, welche Lehren andere Hersteller aus diesem schnellen Flop ziehen werden. Was halten Sie vom Engie Energy Drink und seiner Marketingstrategie? Diskutieren Sie mit uns!

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