Erhöhte Leberwerte: Ursachen, Symptome und was Sie wissen müssen

Die Leber ist ein zentrales Organ in unserem Körper, das eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel, bei der Entgiftung und der Produktion wichtiger Proteine spielt. Wenn bei einer Blutuntersuchung erhöhte Leberwerte festgestellt werden, kann dies ein Hinweis auf eine Beeinträchtigung ihrer Funktion sein. Viele Menschen sind beunruhigt, wenn sie mit dieser Diagnose konfrontiert werden. Doch was genau bedeuten erhöhte Leberwerte, welche Ursachen gibt es und wann ist Handlungsbedarf? In diesem Artikel beleuchten wir umfassend die verschiedenen Aspekte erhöhter Leberwerte und geben Ihnen einen Leitfaden für die nächsten Schritte.

Symptome eines Leberschadens: Achten Sie auf diese Anzeichen

Ein Leberschaden kann sich auf vielfältige Weise äußern, wobei einige Symptome subtiler sind als andere. Es ist wichtig, auf die Signale Ihres Körpers zu achten, auch wenn die Leber selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt. Mögliche Symptome einer Lebererkrankung umfassen:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsabfall: Dies sind oft unspezifische Symptome, die jedoch bei einer Lebererkrankung besonders ausgeprägt sein können.
  • Blutgerinnungsstörungen: Da die Leber für die Produktion wichtiger Gerinnungsfaktoren zuständig ist, können Probleme in diesem Bereich auf eine eingeschränkte Leberfunktion hindeuten.
  • Gelbsucht (Ikterus): Eine Gelbfärbung der Haut und der Schleimhäute, die auf einen erhöhten Bilirubinspiegel im Blut zurückzuführen ist. Dies ist ein markantes, wenn auch nicht immer leberspezifisches, Warnsignal.
  • Schmerzen im Oberbauch: Obwohl die Leber selbst schmerzunempfindlich ist, können Schmerzen auftreten, wenn die bindegewebige Kapsel, die sie umgibt, gedehnt wird – etwa durch Schwellung oder eine Umfangszunahme des Organs.

Aufgrund der fehlenden Schmerzrezeptoren in der Leber können selbst schwere Schädigungen lange Zeit unbemerkt bleiben. Daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und die Beachtung auch unspezifischer Symptome von großer Bedeutung. Wer zudem auf eine vegan gesund Ernährung achtet, unterstützt die Leberfunktion präventiv.

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Die häufigsten Lebererkrankungen und ihre Ursachen

Erhöhte Leberwerte sind ein Symptom, keine Diagnose. Sie können durch eine Vielzahl von Erkrankungen oder äußeren Einflüssen hervorgerufen werden. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Hepatitis: Entzündungen der Leber, oft durch Viren (z.B. Hepatitis A, B, C), aber auch durch andere Faktoren verursacht. Massiv erhöhte Leberwerte nach einer Virusinfektion treten vorrangig im Zusammenhang mit Hepatitis-Erregern auf.
  • Fettleber (Leberlipidose): Eine übermäßige Ansammlung von Fett in den Leberzellen, häufig bedingt durch Übergewicht, Diabetes oder übermäßigen Alkoholkonsum. Erhöhte Leberwerte durch Stress sind im Falle einer Fettleber möglich, da die Cortisolausschüttung die Einschmelzung von Fettreserven fördert, aber deren Verstoffwechselung in der Leber hemmen kann. Dies betrifft hauptsächlich die Werte ALT und AST. Wenn Sie überlegen, wie Sie schnell abnehmen am Bauch in 2 Wochen können, denken Sie daran, dass radikale Diäten auch die Leber belasten können.
  • Lebertumoren und Lebermetastasen: Gutartige oder bösartige Wucherungen in der Leber oder Absiedlungen von Krebserkrankungen anderer Organe.
  • Leberzirrhose: Das Endstadium chronischer Lebererkrankungen, bei dem gesundes Lebergewebe durch funktionsloses Bindegewebe ersetzt wird, was zu einer Schrumpfung und Verhärtung der Leber führt.
  • Vergiftungen: Durch den Konsum von Pilzen, bestimmten Medikamenten (insbesondere in zu hoher Dosierung), Drogen, Alkohol oder kontaminierten Lebensmitteln können die Leberwerte drastisch ansteigen. Erhöhte Leberwerte durch Medikamente lassen sich oft verifizieren, indem sich die Werte nach Absetzen des Mittels wieder normalisieren.
  • Medikamentenunverträglichkeiten: Auch ohne Überdosierung können individuelle Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Medikamenten zu einer Belastung der Leber führen.

Weitere Diagnostik bei erhöhten Leberwerten

Sobald erhöhte Leberwerte festgestellt wurden, ist eine sorgfältige weitere Diagnostik unerlässlich. Der Facharzt für Gastroenterologie wird die nächsten Schritte basierend darauf festlegen, welche Werte wie stark erhöht sind und ob Sie unter Beschwerden leiden.

  • Akute Leberversagen: Mehr als 10-fach erhöhte Leberwerte deuten auf ein akutes Leberversagen hin und erfordern eine sofortige Abklärung. Solche massiven Erhöhungen können bei Leberentzündungen (Hepatitis) und Vergiftungen auftreten.
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sind wichtige Werkzeuge, um die Ursache für erhöhte Leberwerte zu ermitteln, indem sie Strukturveränderungen der Leber sichtbar machen.
  • Medikamentenanamnese: Eine genaue Prüfung der eingenommenen Medikamente ist entscheidend, um medikamenteninduzierte Leberschäden zu identifizieren.
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Die wichtigsten Leberwerte im Überblick

Die gängigen Leberwerte, die im Blut gemessen werden, geben Aufschluss über verschiedene Aspekte der Leberfunktion und mögliche Schädigungen.

Aspartat-Aminotransferase (AST/GOT)

Die AST ist nicht nur in den Leberzellen, sondern auch in den Skelett- und Herzmuskelzellen sowie in roten Blutkörperchen vorhanden. Ein Anstieg kann daher auf eine Schädigung eines dieser Gewebe hindeuten. Um eine Leberschädigung zu bestätigen, müssen weitere Leberwerte herangezogen werden. Erhöhte Leberwerte durch Sport, insbesondere nach intensivem Kraft- oder Ausdauertraining, sprechen für eine Muskelüberbeanspruchung und sind in der Regel kein Grund zur Sorge. Auch nach Unfällen oder Traumen kann eine erhöhte AST auftreten, die auf Muskelzellverletzungen beruht.

Alanin-Aminotransferase (ALT/GPT)

Die ALT gilt als der aussagekräftigste Blutwert in Bezug auf die Leber, da sie fast ausschließlich in den Leberzellen gebildet wird. Geringe Mengen finden sich auch in Herz- und Skelettmuskulatur, weshalb auch erhöhte Leberwerte durch Sport oder einen Herzinfarkt die ALT beeinflussen können. Eine radikale Gewichtsabnahme kann ebenfalls zu einer ALT-Erhöhung führen, da der Körper übermäßig Fett einschmilzt und die Leber mit der Verarbeitung überfordert ist. Auch Erkrankungen der Gallenwege, die einen Gallenstau verursachen, können die ALT beeinflussen. Wer sich beispielsweise für eine Apfelessig Diät interessiert, sollte die Leberwerte im Auge behalten.

Glutamatdehydrogenase (GLDH)

Die GLDH kommt überwiegend in der Leber vor und ist ein Indikator für schwere chronische Leberschäden. Im Gegensatz zu ALT und AST, die bereits bei leichten Leberbelastungen ansteigen, zeigt sich eine erhöhte GLDH im Blut erst dann, wenn bereits Leberzellen komplett zugrunde gegangen sind.

Alkalische Phosphatase (AP)

Die Alkalische Phosphatase kommt nicht nur in der Leber, sondern auch in den Gallengängen und im Skelett vor. Ein erhöhter Wert kann auf einen Gallenstau oder einen erhöhten Knochenstoffwechsel hindeuten, wie er beispielsweise nach Knochenbrüchen, bei Osteoporose oder bei Kindern im Wachstum auftritt. Eine Abklärung durch den Arzt ist hier entscheidend.

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Bilirubin

Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, das über die Leber verstoffwechselt und über die Galle ausgeschieden wird. Ein Überschuss an Bilirubin führt zur Gelbfärbung der Schleimhäute (Gelbsucht). Die Ursachen können vielfältig sein:

  • Übermäßiges Absterben von Erythrozyten: Wenn zu viele rote Blutkörperchen abgebaut werden, kann die Leber mit der Verarbeitung des anfallenden Bilirubins überfordert sein.
  • Eingeschränkte Leberfunktion: Eine Lebererkrankung verzögert den Bilirubinabbau.
  • Beeinträchtigte Gallenausscheidung: Ein Rückstau der Galle verhindert die normale Ausscheidung des Bilirubins.

Eine Erhöhung des Bilirubinspiegels, während die übrigen Leberwerte im Normbereich liegen, deutet daher nicht zwingend auf eine Lebererkrankung hin. Für weitere Informationen zur allgemeinen Gesundheit und Wohlbefinden könnten Sie auch Artikel zu Gerstenkorn Hausmittel oder Apfelessig abnehmen hilfreich finden.

Fazit: Leberwerte ernst nehmen und handeln

Erhöhte Leberwerte sind ein wichtiger Indikator für die Gesundheit unserer Leber und sollten niemals ignoriert werden. Sie können auf eine Vielzahl von Zuständen hindeuten, von harmlosen Muskelüberlastungen bis hin zu ernsthaften Lebererkrankungen. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Vorgehensweise sind entscheidend, um langfristige Schäden zu vermeiden und die Funktion dieses lebenswichtigen Organs zu erhalten.

Wenn Sie erhöhte Leberwerte haben, ist es unerlässlich, einen Facharzt für Gastroenterologie zu konsultieren. Dieser kann die genaue Ursache ermitteln und eine geeignete Therapie einleiten. Denken Sie daran, dass ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und moderatem Alkoholkonsum maßgeblich zur Lebergesundheit beiträgt. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers ernst – Ihre Leber wird es Ihnen danken.