Divertikulose: Ursachen, Symptome und die richtige Ernährung zur Linderung

Divertikulose, gekennzeichnet durch Ausstülpungen in der Darmwand, ist ein Zustand, der Millionen von Menschen betrifft. Während diese Ausstülpungen, bekannt als Divertikel, an sich oft schmerzfrei sind, können sie zu Entzündungen führen, die als Divertikulitis bekannt sind. Diese Entzündungen äußern sich durch heftige Unterbauchschmerzen und Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung. Die Erkenntnisse über die genauen Auslöser von Divertikulitis entwickeln sich weiter, wobei neuere Studien eine frühere Annahme widerlegen, dass sich Kerne oder Samen in Divertikeln verfangen und Entzündungen verursachen können. Stattdessen rückt eine ballaststoffarme Ernährung als wesentlicher Risikofaktor in den Fokus. Ein Mangel an Ballaststoffen führt zu einem geringeren Stuhlvolumen und kann Verstopfung begünstigen. Interessanterweise zeigt sich, dass eine ballaststoffreiche und fleischarme Kost das Risiko für Divertikulitis nahezu halbieren kann, was bedeutet, dass Vegetarier und Veganer seltener von entzündeten Divertikeln betroffen sind. Eine bewusste Ernährungsumstellung kann somit ein entscheidender Faktor zur Verbesserung der Lebensqualität bei Divertikulose sein.

Die Rolle der Ernährung bei Divertikulose

Die Forschung hat gezeigt, dass die Ernährung eine Schlüsselrolle bei der Prävention und Behandlung von Divertikulose und Divertikulitis spielt. Eine ballaststoffreiche Ernährung ist hierbei von zentraler Bedeutung. Ballaststoffe erhöhen das Stuhlvolumen, erleichtern die Darmpassage und verkürzen die Verweildauer des Stuhls im Dickdarm, was das Risiko für Entzündungen reduziert.

Langsame Umstellung auf ballaststoffreiche Kost

Die Umstellung auf eine ballaststoffreichere Ernährung sollte schrittweise erfolgen, um Blähungen und Unwohlsein zu vermeiden. Der Darm benötigt einige Wochen, um sich an die erhöhte Ballaststoffzufuhr zu gewöhnen. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist dabei unerlässlich, insbesondere wenn Ballaststoffe wie Leinsamen oder Flohsamenschalen verwendet werden, um die Verdauung zu unterstützen. Ohne genügend Flüssigkeit können diese Quellstoffe zu schweren Verstopfungen bis hin zum Darmverschluss führen.

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Grundlegende Ernährungstipps

  • Achtsames Essen: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten und kauen Sie gründlich. Dies erleichtert die Verdauung, insbesondere von ballaststoffreichen Lebensmitteln mit gröberen Fasern.
  • Vollkornprodukte: Bevorzugen Sie Vollkornbackwaren aus fein vermahlenem Vollkornmehl wie Grahambrot oder Vollkorntoast. Dinkel- oder Roggenvollkornmehl wird oft besser vertragen als Weizenmehl. Sauerteigbrote oder Brote, die mindestens einen Tag alt sind, sind ebenfalls vorteilhaft.
  • Nüsse und Samen: Diese sind sehr gesund, sollten aber gut gekaut oder gegebenenfalls gemahlen werden.
  • Gemüse und Vollkorn: Eine ausreichende Zufuhr von Gemüse, Vollkornbrot, Vollkornflocken und Naturreis hilft, den Ballaststoffbedarf zu decken. In der Aufbauphase nach einem Entzündungsschub sollte die Menge jedoch angepasst werden.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese wirken entzündungshemmend. Schonend gepresstes Leinöl und der regelmäßige Verzehr von fettem Seefisch wie Lachs, Hering oder Makrele sind empfehlenswert.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter, vorzugsweise stilles Wasser mit einem hohen Magnesiumgehalt oder ungesüßten Tee.
  • Probiotika: Lebensmittel, die Probiotika wie Lactobacillus casei enthalten, können die Darmflora unterstützen. Milchsauer vergorene Produkte wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut haben ebenfalls positive Auswirkungen.
  • Bewegung: Tägliche Bewegung, wie ein 30-minütiger Spaziergang, fördert eine gesunde Darmfunktion.

Empfehlenswerte und zu meidende Lebensmittel

Eine sorgfältige Auswahl der Lebensmittel kann die beschwerdefreie Zeit verlängern und das Risiko für Entzündungen verringern.

Getreideprodukte und Beilagen

  • Empfehlenswert: Feines Vollkornbrot (nicht auf Weizenbasis), Sauerteigbrot; Müslis und Getreideprodukte aus Hafer, Buchweizen, Hirse, Quinoa; Kartoffeln, Polenta, Reis, Reisnudeln, Dinkelnudeln, Buchweizennudeln.
  • Weniger empfehlenswert: Hefebrot, sehr frisches Brot, Weizenprodukte; Müsli auf Weizenbasis; Hartweizennudeln, Couscous, Bulgur; Frittiertes wie Pommes.

Obst

  • Empfehlenswert: Alle zuckerarmen Obstsorten, insbesondere Beeren (frisch oder tiefgekühlt).
  • Weniger empfehlenswert: Gezuckerte Obstkonserven und Obstmus.
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Gemüse und Hülsenfrüchte

  • Empfehlenswert: Alle Salatsorten, fast alle Gemüse (frisch oder tiefgekühlt); blähungshemmende Kräuter wie Kümmel, Dill, Petersilie.
  • In Maßen (individuelle Verträglichkeit beachten): Blähende Gemüse wie Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), Kohlsorten (Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl, Weißkohl), Knoblauch, Paprika (ggf. schälen), Topinambur, Zwiebeln. Kerne aus Obst wie Äpfeln oder Birnen sollten entfernt werden.

Nüsse, Kerne und Samen

  • Empfehlenswert: Alle Nüsse, Mandeln, Kerne (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne) und Samen (Sesam, Flohsamenschalen, geschrotete Leinsamen). Gut kauen oder mahlen!
  • Weniger empfehlenswert: Gesalzene Nüsse.

Fette und Öle

  • Empfehlenswert: Olivenöl, Rapsöl, Leinöl und andere pflanzliche Öle, Butter, Ghee.
  • Weniger empfehlenswert: Mayonnaise.

Getränke

  • Empfehlenswert: Stilles Wasser (mit hohem Magnesiumgehalt), ungesüßter Tee (Kamille, Fenchel, Kümmel, Anis, Löwenzahn), Kaffee, Gemüsesäfte, verdünnte Fruchtsäfte.
  • Weniger empfehlenswert: Softdrinks, Fruchtnektare, Milchmixgetränke, Alkohol.

Fisch und Meeresfrüchte

  • Empfehlenswert: Alle Fischarten und Meeresfrüchte, besonders Hering, Lachs, Makrele wegen ihres hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren.
  • Weniger empfehlenswert: Fischgerichte oder Fischsalate mit Mayonnaise, panierter oder frittierter Fisch.

Fleisch und Wurstwaren

  • Empfehlenswert: Geflügelfleisch und magere Geflügelwurst (z. B. Putenbrustaufschnitt), Koch- und Lachsschinken, Kassler.
  • Weniger empfehlenswert: Fettes Fleisch oder Wurstwaren wie Leberwurst, Mettwurst, Weißwurst, Salami, Schinkenspeck, Mortadella, Fleischwurst, Bockwurst, Bratwurst, Blutwurst, Fleischkäse, Leberkäse, Nackenfleisch, Bauchspeck; paniertes Fleisch oder Fleischsalat.

Milchprodukte

  • Empfehlenswert: Eier, Milch und Milchprodukte wie Naturjoghurt, Quark, Buttermilch, Kefir, Käse.
  • Nicht empfehlenswert: Stark verarbeitete oder gesüßte Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch.

Die hier bereitgestellten Informationen ersetzen keine individuelle ernährungsmedizinische Beratung. Bei Bedarf kann eine ernährungsmedizinische Behandlung oder Beratung von den gesetzlichen Krankenkassen anteilig übernommen werden. Die richtige Ernährung ist ein entscheidender Baustein zur Linderung von Divertikulose-Beschwerden und zur Förderung der allgemeinen Darmgesundheit.

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