Die Suche nach der perfekten Espressomühle für den Heimgebrauch kann eine Herausforderung sein. Doch die Niche Zero, eine Mühle, die ursprünglich durch Crowdfunding auf Indiegogo finanziert wurde, hat sich in der Kaffeewelt schnell einen Namen gemacht. Mit ihrem schlanken Design und der Spezialisierung auf Einzelportionenmahlung verspricht sie professionelle Mahlergebnisse für Kaffeeliebhaber zu Hause. Selbst Branchengrößen wie John Buckmann, Gründer von Decent Espresso, haben die Niche Zero als bevorzugten Begleiter für ihre tragbaren Espressomaschinen im Einsatz. Ihre kompakten Maße und das geringe Gewicht von nur 4,1 kg machen sie zu einem idealen Kandidaten für alle, die Wert auf Qualität und Flexibilität legen.
Wir haben die Niche Zero, sowohl in weiß als auch in schwarz, ausführlich getestet – zuerst im März 2020 und später im Rahmen unseres großen Espressomühlenvergleichs, bei dem sie sich erfolgreich gegen namhafte Konkurrenten wie die ECM S64, die Mazzer Mini Electronic A und die Eureka Mignon XL durchsetzte. Dieser aktualisierte Testbericht fasst unsere Erkenntnisse aus diesen umfassenden Vergleichen zusammen und beleuchtet, warum die Niche Zero bei uns so hoch im Kurs steht. Entdecken Sie, ob die Niche Zero auch für Sie zu den die besten espressomaschinen die passende Ergänzung darstellt.
Die Niche Zero im Überblick: Kompakt, Leistungsstark und Vielseitig
Die Niche Zero besticht durch ihre Vielseitigkeit, die weit über das Mahlen von Espresso hinausgeht. Obwohl primär für espressofeine Mahlgrade konzipiert, lieferte sie in unseren Tests auch hervorragende Ergebnisse für Filterkaffee. Dies macht sie zu einem echten Multitalent in der Küche eines jeden Kaffeeliebhabers.
Mit einer Breite von etwa 12 cm, einer Höhe von 31 cm und einer Tiefe von 21 cm ist die Mühle ein echtes Leichtgewicht und nimmt kaum Platz ein. Die Bedienung ist denkbar einfach: Ein einziger Knopfhebel steuert den Mahlprozess, der auf das Portionenmahlen ausgelegt ist. Herzstück der Niche Zero sind ihre 63 mm konischen Mahlscheiben aus gehärtetem Stahl, die eine präzise und gleichmäßige Mahlung garantieren. Das Gehäuse der Mühle ist aus hochwertigem Aluminium gefertigt, was ihr eine robuste und edle Anmutung verleiht.
Das Konzept der Einzelportionenmahlung (Single Dosing) ist ein zentrales Merkmal der Niche Zero. Der Bohnenbehälter fasst bewusst nur knapp 30 Gramm Bohnen, da nur die benötigte Kaffeemenge direkt vor dem Brühen gemahlen wird. Dieser Ansatz, bekannt von professionellen Gastronomie-Mühlen wie der EK43, minimiert den Kontakt des Kaffees mit Licht und Sauerstoff. Dadurch bleiben die flüchtigen Aroma-Komponenten und Kaffeeöle optimal erhalten, was einen frischeren und geschmacklich komplexeren Kaffee in jeder Tasse ermöglicht. Ein cleveres Detail: Der Mahlvorgang startet automatisch, sobald der Deckel im Einzelportionen-Modus geschlossen wird – eine praktische Sicherheitsvorkehrung.
Das Geheimnis der “Null”: Minimaler Totraum für frischesten Kaffee
Ein entscheidender Faktor für die Qualität des Kaffees ist der “Totraum” einer Mühle. Dieser beschreibt die Menge an gemahlenem Kaffee, die nach dem Mahlvorgang in der Mühle verbleibt, beispielsweise in Schraubenöffnungen, zwischen den Mahlscheiben oder in den Zwischenräumen des Mahlwerks. Solcher Rückstand altert schnell und kann den Geschmack des frisch gemahlenen Kaffees negativ beeinflussen, insbesondere wenn die Mühle über längere Zeit nicht benutzt wird.
Totraum der Niche Zero*Blick in das geöffnete Mahlwerk ohne äußere Mahlscheibe.*
Im gemahlenen Zustand verliert Kaffee innerhalb weniger Minuten einen Großteil seiner flüchtigen Aromen, da die Oberfläche durch die Mahlung um ein Vielfaches vergrößert wird. Dieser gealterte Kaffee schmeckt nicht nur oft ranzig und kann das Mahlwerk verkleben, sondern beeinflusst auch das Extraktionsverhalten beim Espressobezug. Der Effekt hängt maßgeblich davon ab, wie viel Kaffee im Totraum der Mühle verbleibt. Während bei vielen herkömmlichen Mühlen mehrere Gramm Rückstand die Regel sind – bei einer Graef CM800 maßen wir beispielsweise bis zu 4-5 Gramm –, glänzt die Niche Zero hier mit herausragenden Werten.
Unsere detaillierten Messungen ergaben, dass der dauerhaft in der Niche Zero verbleibende Totraumkaffee bei obermaximal 0,82 Gramm liegt, wovon nur etwa 0,35 Gramm nicht ausgetauscht werden. Der effektive, sich austauschende Totraum beträgt somit nur 0,47 Gramm. Das ist ein extrem niedriger Wert! Im Vergleich zu anderen Mühlen, die nicht für Single Dosing konzipiert sind, bleibt bei der Niche Zero selbst bei durchgehendem Mahlen lediglich 1,1 Gramm Kaffee in den Mahlscheiben hängen, welcher jedoch bei längerer Mahldauer vollständig ausgemahlen wird. Das “Zero” im Namen der Niche Zero ist somit absolut gerechtfertigt und ein Hauptgrund für die außergewöhnliche Frische des Kaffees.
Der Arbeitsablauf mit der Niche Zero: Einfach und Effizient
Die Niche Zero überzeugt durch einen intuitiven und effizienten Arbeitsablauf, der insbesondere Liebhaber von Single Dosing schnell begeistern wird. Auch wenn ich persönlich bei Barista-Meisterschaften eher auf “klassische Espressomühlen” wie eine Mahlkönig K30 setzte, hat mich die Handhabung der Niche Zero im Alltag überzeugt.
Hier der typische Ablauf:
- Die gewünschte Kaffeemenge wird präzise im mitgelieferten Metallbecher der Niche Zero abgewogen.
- Bei geöffnetem Deckel wird der Kaffee in den trichterförmigen Bohneneingang gegeben.
- Der Metallbecher wird unter den Auswurf gestellt, und der Deckel wird geschlossen.
- Mit dem Schließen des Deckels beginnt der Mahlprozess automatisch, und der frisch gemahlene Kaffee wird ausgegeben.
- Der Metallbecher lässt sich anschließend direkt auf einen 58-mm-Siebträger aufsetzen, um das Kaffeepulver sauber zu überführen. Wer eine siebträgermaschine ohne mahlwerk besitzt, profitiert hier besonders von der direkten Abfüllung.
- Durch leichtes “Schütteln” und vorsichtiges Entfernen des Bechers verteilt sich das Pulver gleichmäßig im Siebträger.
Die Niche Zero arbeitet kraftvoll, aber bewusst langsam. Diese geringe Geschwindigkeit ist ein entscheidender Faktor für die vergleichsweise leise Arbeitsweise der Mühle. Für 18 Gramm Kaffee benötigt sie etwa 16 Sekunden – eine akzeptable Zeit, die für hervorragende Ergebnisse sorgt.
ansicht der Niche Zero*Niche Zero von vorne und von der Seite.*
Präzise Mahlgradeinstellung: Von Espresso bis Filterkaffee
Die stufenlose Mahlgradverstellung der Niche Zero ist ein echtes Highlight. Sie ermöglicht extrem feine Anpassungen, die für die perfekte Espresso-Extraktion unerlässlich sind. Der Mahlgradbereich reicht von ultrafein für Espresso bis hin zu gröberen Einstellungen, die sich ideal für Filterkaffee eignen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Mahlscheiben nicht für türkischen Kaffee geeignet sind; ein zu feines Einstellen sollte daher vermieden werden.
Die Fähigkeit, den Mahlgrad von Espresso auf Filterkaffee und wieder zurück zu wechseln, ohne die Mühle neu kalibrieren zu müssen, ist selbst bei vielen professionellen Mühlen selten. Die Niche Zero ist hier ein echter Vorreiter. Das Design erlaubt es, die Mahlgradeinstellung über die Grob-Markierung hinaus zu drehen. Man muss sich lediglich die Anzahl der Umdrehungen merken, um präzise zurückkehren zu können.
In unseren Tests erzielten wir hervorragende Espressoergebnisse im Mahlgradbereich von 15 bis 25 (entspricht etwa der Uhrzeigerposition 6 – 7 Uhr). Für Filterkaffee bewegten wir uns im Spektrum von 11 – 1 Uhr, wo keine speziellen Mahlgradmarkierungen mehr vorhanden sind, was die Flexibilität der Mühle unterstreicht.
Geschmack und Konsistenz: Wie performt die Niche Zero im Espresso-Test?
Die Niche Zero lieferte in unseren umfangreichen Tests konstant hervorragende Espresso-Ergebnisse. Über zahlreiche Bezüge hinweg konnten wir eine erstaunliche geschmackliche Stabilität feststellen. Die Schwankungen der Kaffeemehlmenge lagen bei maximal 0,2 Gramm pro Bezug, und das Mahlgut kam stets klumpenfrei aus der Mühle. Für alle, die Wert auf einen perfekten kaffee siebträgermaschine test legen, ist diese Konsistenz ein entscheidender Vorteil.
Im Partikelvergleich positionierte sich die Niche Zero mit ihrem Grobpeak zwischen Mühlen mit flachen Mahlscheiben (wie der M2D oder Eureka Mignon) und denen mit konischen Mahlscheiben (Graef, Sette). Die Partikelverteilung ähnelt der des Sage Smart Grinder Pro. Obwohl die Extraktionsauswertung nicht ganz so hoch war wie bei der Sage, war die Regelmäßigkeit über viele Bezüge hinweg deutlich besser, was zu einem insgesamt ausgewogeneren Geschmacksprofil führte.
Partikelverteilung der Niche Zero im Vergleich.
Unsere Espressobezüge wurden unter identischen Bedingungen mit verschiedenen Mühlen getestet, wobei eine Extraktionszeit von 24,5 bis 25,5 Sekunden für rund 50 Gramm Espresso angestrebt wurde. Dabei wurden die Konzentration der gelösten Kaffeeteilchen (TDS %) und die Extraktion berechnet. Als Testkaffee kam unser brasilianischer Espresso Henrique zum Einsatz.
| Name Mühle | Pulvermenge | Zeit | Volumen/g | TDS | Extraktion |
|---|---|---|---|---|---|
| Sage Smart Grinder Pro | 18,00 | 24,5 | 49,8 | 7,50% | 20,75% |
| Graef CM 800 | 18,00 | 25,5 | 49,6 | 6,52% | 17,97% |
| Eureka Mignon Perfetto | 18,00 | 25,5 | 49,8 | 7,10% | 19,64% |
| Macap M2D | 18,00 | 24,5 | 49,6 | 7,64% | 21,05% |
| Sette 270 WI | 18,00 | 25 | 49,4 | 6,95% | 19,07% |
| Anfim Practica | 18,00 | 24,5 | 49,2 | 7,88% | 21,54% |
| Niche Zero | 18,00 | 25 | 49,7 | 7,14% | 19,71% |
Bei der Niche Zero maßen wir eine Stärke von 7,14 %, wobei der Kaffee als sehr balanciert und besonders süß wahrgenommen wurde. Geschmacklich fielen die Graef CM800 und die Sette 270 Wi leicht ab, was interessanterweise mit ihrer geringeren Extraktionsauswertung korrelierte.
niche2*Vergleich der Partikelverteilung von 6 Espressomühlen unter 600 €.*
Vergleich der Mahlgradpräzision: Niche Zero vs. Konkurrenz
Ein entscheidendes Kriterium für Single Dosing Mühlen ist die Fähigkeit zur präzisen Einstellung und Rückstellung des Mahlgrads. Bei der Niche Zero, die sowohl für Filter- als auch für Espressozubereitung konzipiert ist, ist dies von besonderer Bedeutung. In unserem Test überzeugte die Niche Zero hier auf ganzer Linie und schnitt auch im Vergleich zu anderen Testmühlen in ihrer Preiskategorie – darunter die ECM S64, MAZZER Mini Electronic A und EUREKA Mignon XL – sehr gut ab.
Die Messkurven zeigten dies eindrucksvoll: Nach der Einstellung eines Espressomahlgrads (T4) und dem Brühen eines Ristrettos (T5, gelb) sowie eines Café Crème (T6, blau), stellten wir die Mühle lediglich anhand der markierten Position auf den ursprünglichen Mahlgrad zurück. Die daraus resultierende Kurve im Hauptpeak war nahezu identisch, was die außergewöhnliche Präzision und Reproduzierbarkeit der Niche Zero unterstreicht. Diese Eigenschaft macht sie besonders attraktiv für experimentierfreudige Baristas, die gerne verschiedene Kaffeesorten und Zubereitungsarten ausprobieren. Eine Ascaso Kaffeemaschine könnte mit dieser Präzision das volle Potenzial entfalten.
Reinigung und Wartung: Einfachheit im Alltag
Eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Espressomühle ist für die Qualität des Kaffees unerlässlich, wird aber oft als lästig empfunden. Die Niche Zero macht diesen Prozess erfreulich einfach. Die äußere Mahlscheibe lässt sich komplett ohne Werkzeug entfernen, wodurch ein Großteil des Mahlwerks zugänglich wird.
Um die Reinigung vorzunehmen, dreht man den Mahlgradregler in Richtung “grob”, bis er sich abnehmen lässt. Anschließend können die äußeren Mahlscheiben mit zwei Fingern entnommen werden. Mit einem feinen Pinsel lassen sich Kaffeereste mühelos entfernen. Wer auch die innere Mahlscheibe reinigen möchte, benötigt lediglich einen Schraubenschlüssel oder eine Ratsche. Beim Zusammenbau ist es wichtig, die zentrale Schraube nicht zu fest anzuziehen.
Nach der Reinigung kann der Bohnentrichter wieder aufgeschraubt werden. Wir drehten ihn bis zum Anschlag und dann eine halbe Umdrehung zurück, um die ursprüngliche Ausgangsstellung der Mühle wiederherzustellen und die zuvor verwendeten Mahlgradeinstellungen beizubehalten. Diese unkomplizierte Wartung trägt maßgeblich zur Langlebigkeit und konstanten Leistung der Niche Zero bei.
Fazit: Ist die Niche Zero die richtige Mühle für Sie?
Die Niche Zero hat sich in unseren Tests als eine unserer Lieblingsmühlen etabliert. Sie vereint auf einfache und intuitive Weise zahlreiche positive Eigenschaften. Besonders die Einzelportionierung ist für den Haushalt äußerst praktisch. Sie minimiert abgestandenen Kaffee und erlaubt einen schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Kaffeesorten und Mahlgraden. Im Alltag kann ich so problemlos einen Espresso nach meinem Geschmack zubereiten, für koffeinempfindliche Personen einen entkoffeinierten Kaffee und für meinen Vater einen Café Natur – alles mit drei verschiedenen Bohnen und Mahlgraden.
niche
Die Mahlgradeinstellung gelingt intuitiv und präzise. Schon nach wenigen Versuchen entwickelt man ein Gefühl dafür, wie viel feiner die Niche Zero mahlt, wenn man beispielsweise zwei Markierungen verstellt. Das Wechseln zwischen unterschiedlichen Kaffeesorten wird so zum Vergnügen und erinnert stark an die Flexibilität einer EK43. Ihre kompakte Bauweise ermöglicht es zudem, die Mühle schnell zu verstauen oder sogar auf Reisen mitzunehmen. Dass sie trotz ihrer geringen Größe eine Leistung erbringt, die manch größere Mühle übertrifft, ist beeindruckend. Das macht sie zu einer ausgezeichneten Wahl, sei es neben einer High-End-Profi-Espressomaschine wie der La Marzocco GS3 oder einer einfacheren Maschine wie einer Rocket Appartamento oder sogar einer DeLonghi Dedica EC 685.
Verbesserungspotenziale und weitere Eindrücke
Obwohl die Niche Zero in unseren Augen eine hervorragende Mühle ist, gibt es immer Raum für kleine Verbesserungen:
- Eine durchgängige Mahlgradmarkierung über den gesamten Kreis würde die Orientierung weiter erleichtern.
- Ein Zähler für die Umdrehungen des Mahlgradrings könnte die Reproduzierbarkeit der Einstellungen nochmals verbessern.
- Optionen für verschiedene Siebträgergrößen, nicht nur 58 mm, wären wünschenswert.
- Bei der Verwendung besonders harter Bohnen springen die letzten Bohnen manchmal lange über dem Mahlwerk, bevor sie eingezogen werden.
- Bei unserem Modell eierte die zentrale Schraube bei der Auslieferung optisch leicht. Dies hatte zwar keine negativen Auswirkungen auf das Mahlgut, war aber ein kleiner Schönheitsfehler.
Vergleich niche und Sette
niche graef2
niche eureka
Bei positiven Testberichten kommen oft Fragen nach möglichen wirtschaftlichen Verflechtungen auf. Hierzu möchten wir klarstellen: Nein, es gibt keinerlei wirtschaftliche Verbindungen zwischen den Kaffeemachern und Niche. Wir verkaufen die Niche Zero nicht und haben sie selbst zu regulären Konditionen erworben. Dieser
