Europa bleibt ein Magnet für Reisende aus aller Welt, doch die Diskussionen über die ökologischen und sozialen Folgen des Massentourismus nehmen zu. Trotz dieser Bedenken strömen jedes Jahr Millionen von Urlaubern an die Küsten, in die Bergregionen und die berühmten Städte des Kontinents. Mit rund 29 Millionen verfügbaren Schlafgelegenheiten ist die EU bestens auf den Ansturm vorbereitet und bietet eine Vielfalt, die von sonnigen Stränden bis hin zu historischen Kulturstätten reicht. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle, sowohl als Reiseziel als auch im Kontext der gesamten europäischen Tourismuslandschaft. Wer nach low budget reiseziele sucht oder exotischere Orte ins Auge fasst, findet in der EU unzählige Möglichkeiten, doch auch die Heimat hat viel zu bieten.
Hotspots in Südeuropa: Wo Touristen die Einheimischen übertreffen
Die Tourismusintensität, gemessen an den Übernachtungen pro Einwohner, zeigt, wo der Druck am höchsten ist. Im EU-Vergleich sticht insbesondere die südliche Ägäis hervor, wo 2023 durchschnittlich 117 Übernachtungen auf einen Einwohner kamen. Die Ionischen Inseln folgten mit 98 Übernachtungen pro Person, während Südtirol 68 und die kroatische Adriaküste 67 Übernachtungen verzeichneten. Diese Zahlen verdeutlichen den immensen Besucherandrang in diesen südlichen Regionen. Zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern, eine der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands, zählte im selben Zeitraum rund 18 Übernachtungen je Einwohner. Dies zeigt, dass Deutschland zwar ein attraktives Reiseziel ist, aber der Massentourismus dort anders wahrgenommen wird als in den südlichen Hochburgen.
Die Top-Reiseziele der EU: Ein Blick auf die Favoriten
Betrachtet man die absoluten Übernachtungszahlen, dominieren einige Regionen das Bild des europäischen Tourismus. Die Kanarischen Inseln waren 2023 das beliebteste Reiseziel innerhalb der EU mit beeindruckenden 96 Millionen Übernachtungen. Das bedeutet, dass täglich rund 262.000 Menschen im Durchschnitt auf einer der Inseln übernachteten. Die kroatische Adriaküste folgte mit 87 Millionen jährlichen Übernachtungen, dicht gefolgt von der spanischen Region Katalonien mit 86 Millionen. Auch die glamourösen griechische urlaubsinseln ziehen viele Besucher an, ebenso wie tropische urlaubsziele weltweit.
Deutschland behauptet sich in diesem Wettbewerb ebenfalls: Oberbayern, die beliebteste Ferienregion hierzulande, erreichte 2023 rund 42 Millionen Übernachtungen. Obwohl diese Zahl nicht mit den Spitzenreitern Südeuropas mithalten kann, unterstreicht sie die Attraktivität der deutschen Alpenregionen und Städte wie München. Für viele Reisende, die sich über fernreiseziele november informieren, bleibt Deutschland auch in den kühleren Monaten eine feste Größe.
Top 10 Reiseziele in der EU 2023 nach Übernachtungen
| EU-Region | Zahl der Übernachtungen (Millionen) |
|---|---|
| Kanarische Inseln (ES) | 95,6 |
| Kroatische Adriaküste (KR) | 87,3 |
| Katalonien (ES) | 85,6 |
| Île-de-France (FR) | 85,2 |
| Andalusien (ES) | 73,9 |
| Venezien (IT) | 71,9 |
| Balearische Inseln (ES) | 68,8 |
| Provence-Côte d’Azur (FR) | 55,1 |
| Rhône-Alpes (FR) | 53,8 |
| Valencia (ES) | 52,4 |
(Quelle: Eurostat)
Kapazitäten und Auslastung: Ein Blick hinter die Kulissen des Tourismus
Einige Urlaubsregionen sind darauf ausgelegt, in kurzer Zeit möglichst viele Touristen aufzunehmen, was sich in ihren enormen Übernachtungskapazitäten widerspiegelt. Die kroatische Adriaküste verzeichnete 2023 die EU-weit höchste Zahl mit über einer Million Schlafgelegenheiten. Katalonien mit seinen Küstenorten an der Costa Brava folgte mit 806.000 Schlafgelegenheiten, während die italienische Region Venezien 765.000 Betten bereithielt.
Innerhalb Deutschlands sind Schleswig-Holstein mit 322.000 Übernachtungsgelegenheiten, Mecklenburg-Vorpommern (307.000) und Oberbayern (287.000) die Regionen mit den größten Kapazitäten. Diese Zahlen sind Indikatoren für die Beliebtheit und die Infrastruktur der jeweiligen deutschen Urlaubsregionen.
Wer spontan verreisen möchte, sollte die Buchungslage im Auge behalten. Die Balearischen Inseln, darunter Mallorca und Ibiza, waren 2023 zu 78 % ausgebucht, die Kanarischen Inseln zu 74 %. Auch Zypern wies eine hohe Bettenauslastung von 73 % auf. In Deutschland waren die Metropolen Hamburg (58 %) und Berlin (55 %) am stärksten ausgelastet, was ihre Rolle als attraktive Städtereiseziele unterstreicht. Für die Planung aktueller Reisen, auch im Hinblick auf urlaubsziele 2022 und darüber hinaus, ist es wichtig, frühzeitig zu buchen.
Fazit: Vielfalt und Herausforderungen im europäischen Tourismus
Die europäische Tourismuslandschaft ist vielfältig und dynamisch, geprägt von beliebten Hotspots in Südeuropa und wachsenden Destinationen in Deutschland. Während einige Regionen mit den Herausforderungen des Massentourismus und hoher Auslastung kämpfen, bieten andere weiterhin unberührte Schönheit und Entspannung. Deutschland mit seinen Küstenregionen, Bergen und lebendigen Städten ist ein integraler Bestandteil dieses europäischen Geflechts und lockt Reisende mit einer Mischung aus Natur, Kultur und Erholung. Die sorgfältige Planung und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten werden in Zukunft noch wichtiger, um die Schönheit Europas für kommende Generationen zu bewahren und gleichzeitig unvergessliche Reiseerlebnisse zu ermöglichen.
