Die Arbeit mit Microsoft Excel ist für viele ein täglicher Bestandteil des Berufslebens. Doch nichts ist frustrierender, als wenn Excel plötzlich streikt und Fehlermeldungen wie “Nicht genügend Arbeitsspeicher” oder “Microsoft Excel kann diesen Vorgang mit den verfügbaren Ressourcen nicht ausführen” anzeigt. Diese Excel Speicherprobleme können die Produktivität erheblich beeinträchtigen und lassen viele Anwender ratlos zurück.
Oft sind diese Meldungen generisch und weisen nicht direkt auf die eigentliche Ursache hin. Meistens jedoch sind sehr große Dateien oder Arbeitsmappen mit einer Vielzahl komplexer Funktionen der Auslöser, die den verfügbaren Speicher an die Grenzen bringen. Glücklicherweise gibt es bewährte Strategien, um diese Speicherfehler zu diagnostizieren und effektiv zu beheben. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Leitfaden mit praktischen Schritten zur Optimierung Ihrer Excel-Dateien und Systemeinstellungen, um wieder reibungslos arbeiten zu können.
Bevor wir ins Detail gehen, ist es hilfreich, die grundlegenden Einschränkungen von Excel zu verstehen. Für weiterführende Informationen über die Leistung und die optimale Verwaltung Ihrer Excel-Dateien, einschließlich nützlicher Ressourcen zur Excel-Dateiverwaltung, besuchen Sie auch unsere Seite zu box excel.
Excel Speicherprobleme verstehen: Ursachen und Warnzeichen
Die typischen Fehlermeldungen, die auf unzureichenden Arbeitsspeicher hinweisen, können variieren, doch alle deuten auf ein Ressourcenproblem hin:
- “Microsoft Excel kann diesen Vorgang mit den verfügbaren Ressourcen nicht ausführen. Bitte wählen Sie weniger Daten aus oder schließen Sie andere Programme.”
- “Nicht genügend Arbeitsspeicher”
- “Nicht genügend Systemressourcen zum vollständigen Anzeigen”
- “Es ist nicht genügend Arbeitsspeicher vorhanden, um diese Aktion abzuschließen. Versuchen Sie, weniger Daten zu verwenden oder andere Anwendungen zu schließen.”
Diese Meldungen treten häufig bei bestimmten Aktionen auf, wie dem Einfügen von Zeilen oder Spalten, dem Sortieren großer Datenmengen, komplexen Berechnungen, Kopiervorgängen oder dem Öffnen und Schließen von Arbeitsmappen.
Die Ursache liegt oft in der Größe und Komplexität der Excel-Datei selbst. Eine Tabelle mit Millionen von Formeln, zahlreiche Formen, komplexe PivotTables, umfangreiche Makros oder Diagramme mit vielen Datenpunkten können den verfügbaren Arbeitsspeicher schnell überlasten, insbesondere bei 32-Bit-Versionen von Excel.
Schritt-für-Schritt-Lösungen zur Behebung von Excel-Speicherfehlern
Wenn Sie eine der folgenden Methoden bereits angewendet haben und das Problem weiterhin besteht, versuchen Sie es mit einer anderen aus dieser Liste.
Methode 1: Inhalte der Arbeitsmappe optimieren
Zunächst gilt es herauszufinden, ob der Fehler spezifisch für eine Arbeitsmappe oder für solche ist, die auf der gleichen Vorlage basieren.
Berechnungen und Formeln effizient nutzen
Ein häufiger Übeltäter sind Formeln, die bei jeder Änderung der Tabelle neu berechnet werden müssen. Stellen Sie sich eine Tabelle mit einer Million Formeln vor: Fügen Sie eine neue Spalte ein, muss Excel alle Formeln anpassen und neu berechnen. Dies kann die Fehlermeldung “Nicht genügend Ressourcen” auslösen, abhängig von der Komplexität, der Bitrate von Excel und der Struktur der Tabellenkalkulation.
Um die Leistung bei Berechnungen zu optimieren, sollten Sie:
- Flüchtige Funktionen minimieren: Funktionen wie
HEUTE(),JETZT()oderZUFALLSZAHL()werden bei jeder Änderung neu berechnet. - Intelligente Formelgestaltung: Vermeiden Sie unnötig komplexe oder überlappende Formeln.
- Manuelle Berechnung: Stellen Sie die Berechnung bei Bedarf auf manuell um (Datei > Optionen > Formeln > Berechnungsoptionen).
Weitere Elemente der Tabellenkalkulation prüfen
Neben Formeln können auch andere Elemente zu Speicherproblemen führen:
- Überschüssige Formen: Zahlreiche Shapes, Textfelder oder Bilder können die Dateigröße erhöhen und den Arbeitsspeicher belasten.
- Komplexe PivotTables und Diagramme: Diese können sehr ressourcenintensiv sein, insbesondere wenn sie auf großen Datenmengen basieren.
- Umfangreiche Makros: Nicht optimierte VBA-Makros können ebenfalls Leistungsprobleme verursachen.
Der Microsoft Support Blog bietet weiterführende Informationen zur Identifizierung und Behebung dieser Art von Problemen: Die 10 wichtigsten Leistungsprobleme in Excel-Arbeitsmappen.
Benutzerdefinierte Ansichten in freigegebenen Arbeitsmappen bereinigen
Wenn Sie die Funktion “Freigegebene Arbeitsmappe” nutzen (Menüband “Überprüfen” > “Arbeitsmappe freigeben”), kann das Bereinigen alter “Benutzerdefinierte Ansichten” den verfügbaren Speicherplatz erheblich steigern.
- Wechseln Sie im Menüband zu “Ansicht”.
- Wählen Sie “Benutzerdefinierte Ansichten”.
- Im Dialogfeld “Benutzerdefinierte Ansichten” wählen Sie die zu löschende Ansicht aus und klicken auf “Löschen”.
Das Löschen dieser Ansichten entfernt keine Daten aus der Kalkulationstabelle selbst, sondern lediglich gespeicherte Druckbereiche und Filter, die bei Bedarf einfach erneut angewendet werden können.
Methode 2: Excel und Windows auf dem neuesten Stand halten
Veraltete Software kann Ursache vieler Probleme sein, einschließlich Speicherfehlern. Stellen Sie sicher, dass Ihr Windows-Betriebssystem und Ihre Office-Anwendungen immer auf dem neuesten Stand sind. Wichtige, empfohlene und optionale Updates beheben häufig Fehler, ersetzen veraltete Dateien und schließen Sicherheitslücken.
- Betriebssystemupdates: Installieren Sie regelmäßig Windows-Updates, um eine optimale Systemleistung zu gewährleisten. Eine Anleitung finden Sie hier: Windows-Updates installieren.
- Office-Updates: Überprüfen und installieren Sie die neuesten Updates für Microsoft Office. Mehr dazu unter Office-Downloads und -Updates.
Methode 3: Störende Add-Ins identifizieren und deaktivieren
Add-Ins, obwohl nützlich, können manchmal Konflikte verursachen und zu Speicherproblemen in Excel führen. Es lohnt sich, diese zu überprüfen und testweise zu deaktivieren.
- Öffnen Sie Excel und gehen Sie zu “Datei” > “Optionen” > “Add-Ins”.
- Wählen Sie im Dropdown-Menü “Verwalten” die Option “COM-Add-Ins” und klicken Sie auf “Gehe zu…”.
- Deaktivieren Sie nacheinander die Add-Ins, um herauszufinden, ob eines davon das Problem verursacht.
Eine detaillierte Anleitung zum Verwalten von Add-Ins finden Sie hier: Anzeigen, Verwalten und Installieren von Add-Ins in Office-Programmen. Wenn Sie ein störendes Add-In identifiziert haben, kontaktieren Sie den Hersteller für Unterstützung.
Methode 4: Vorschau- und Detailbereiche in Windows deaktivieren (Windows 7)
Wenn Sie Windows 7 verwenden, können die Vorschau- und Detailbereiche im Windows Explorer unnötig Ressourcen belegen, insbesondere beim Umgang mit Excel-Dateien. Deaktivieren Sie diese an drei Stellen:
Im Windows-Explorer:
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Schaltfläche “Start” und wählen Sie “Windows Explorer öffnen”.
- Klicken Sie auf “Organisieren” > “Layout”.
- Deaktivieren Sie den “Detailbereich” und den “Vorschaubereich”.
In Excel:
- Öffnen Sie Excel und gehen Sie zu “Datei” > “Öffnen”.
- Klicken Sie auf “Organisieren” > “Layout”.
- Deaktivieren Sie den “Detailbereich” und den “Vorschaubereich”.
In Outlook (beim Anhängen von Dateien):
- Öffnen Sie eine neue E-Mail in Outlook.
- Klicken Sie im Menüband in der Gruppe “Einschließen” auf “Datei anfügen”.
- Klicken Sie auf “Organisieren” > “Layout”.
- Deaktivieren Sie den “Detailbereich” und den “Vorschaubereich”.
Methode 5: Den Standarddrucker wechseln
Excel verwendet beim Starten den Standarddrucker, um die Datei zu rendern. Ein Problem mit dem installierten Drucker oder dessen Treibern kann daher indirekt zu Speicherfehlern führen. Testen Sie, ob der Fehler weiterhin auftritt, wenn Sie den “Microsoft XPS-Dokument-Generator” als Standarddrucker festlegen:
- Schließen Sie Excel vollständig.
- Öffnen Sie das Fenster “Geräte und Drucker” (für Windows Vista, 7, 8, 10) oder “Drucker und Faxgeräte” (für Windows XP).
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den “Microsoft XPS-Dokument-Generator”.
- Wählen Sie “Als Standard festlegen”.
Methode 6: Antivirensoftware überprüfen
Antivirenprogramme können manchmal Konflikte verursachen, indem sie Excel-Dateien oder deren Inhalte kontinuierlich scannen. Dies kann zu zufälligen Speicherfehlern führen. Versuchen Sie testweise, Ihr Antivirenprogramm vorübergehend zu deaktivieren oder Excel-Dateien von der Überprüfung auszuschließen. In manchen Fällen kann es notwendig sein, die Antivirensoftware zu deinstallieren, um die Ursache eindeutig zu identifizieren.
Methode 7: Auf die 64-Bit-Version von Excel umsteigen
Ein entscheidender Faktor bei Excel Speicherproblemen mit großen Dateien ist die Bit-Version Ihrer Office-Installation. Jede 32-Bit-Anwendung ist auf 2 GB Arbeitsspeicher begrenzt.
Wenn Ihre Prozesse regelmäßig mehr als 2 GB Arbeitsspeicher benötigen, ist ein Umstieg auf die 64-Bit-Version von Microsoft Excel dringend zu empfehlen. Die 64-Bit-Version kann den gesamten physischen RAM Ihres Computers nutzen und bietet so deutlich mehr Spielraum für große und komplexe Arbeitsmappen. Weitere Informationen zu den 64-Bit-Editionen von Office finden Sie unter 64-Bit-Editionen von Office 2013.
