Der Handel mit und die Haltung von exotischen Tieren als Haustiere sind ein globales Problem, das immense Tierleid verursacht. Viele dieser Tiere sterben bereits auf dem Transportweg, da sie unsachgemäß verpackt, schlecht versorgt und unter großem Stress leiden. Selbst diejenigen, die den Transport überleben, finden sich oft in unzureichenden Unterkünften wieder, die ihren spezifischen Bedürfnissen nicht gerecht werden. Schätzungen zufolge überleben nur etwa 20 % der aus der Wildnis entnommenen Tiere den Prozess, bis sie schließlich in menschlicher Obhut landen. Wildtiere sind Wildtiere und gehören nicht in unsere Wohnungen.
Das illegale Einfangen von Wildtieren hat auch verheerende Auswirkungen auf natürliche Ökosysteme. So sind beispielsweise Graupapageien in Ghana durch den Handel mit ihnen nahezu ausgestorben, was zu einem jährlichen Rückgang der Wildpopulation um bis zu 21 % führt. Oftmals sterben bei der Jagd auf Jungtiere auch erwachsene Tiere, was das Überleben bereits bedrohter Arten ernsthaft gefährdet. Selbst Tiere, die nicht direkt gewildert werden, können indirekt betroffen sein, da der Rückgang einzelner Arten das empfindliche Gleichgewicht eines Ökosystems stören kann.
Darüber hinaus können Exotische Haustiere, die entkommen oder freigelassen werden, erhebliche Schäden in der Wildnis anrichten. Wenn ein Tier in einer neuen Umgebung keine natürlichen Feinde hat, kann es sich unkontrolliert vermehren und einheimische Arten verdrängen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die amerikanische Schmuckschildkröte, die als beliebtes Haustier nach Europa gelangte. Heute konkurrieren diese Tiere in europäischen Gewässern mit heimischen Arten um Nahrung und Lebensraum.
Risiken für den Menschen durch exotische Haustiere
Viele Wildtiere sind Träger von Viren und Bakterien, die auf den Menschen übertragen werden können. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass etwa drei von vier neuen Infektionskrankheiten auf den Kontakt zwischen Menschen und Wildtieren zurückzuführen sind. Dazu gehören auch einige der gefährlichsten Krankheiten wie HIV, Ebola und SARS. Diese Krankheitserreger sind für die Tiere selbst oft harmlos, was bedeutet, dass selbst ein scheinbar gesundes exotisches Haustier gefährliche Krankheiten wie Salmonellen, Lyme-Borreliose oder sogar Coronaviren auf Menschen übertragen kann.
Exotische Haustiere stellen auch aus anderen Gründen eine Gefahr dar. Auch wenn sie als Jungtiere niedlich und handlich erscheinen mögen, behalten sie ihre wilden Instinkte. Tiere wie junge Löwen, Servale oder Waschbären können schnell zu kräftigen und potenziell gefährlichen Tieren heranwachsen, die dann nicht mehr sicher gehandhabt werden können.
Probleme bei der Haltung von exotischen Haustieren
Exotische Haustiere gehören in die Wildnis und nicht in menschliche Haushalte oder Käfige. Selbst wenn sie in Gefangenschaft gezüchtet werden, haben sie ähnliche Bedürfnisse an ihre Umwelt und Lebensbedingungen wie ihre wilden Artgenossen. Im Gegensatz zu Hunden und Katzen, die über Jahrtausende domestiziert wurden, sind Wildtiere nicht an ein Leben in menschlicher Obhut angepasst.
Die Haltung exotischer Haustiere ist oft mit hohen Kosten und einem Pflegeaufwand verbunden, den die meisten Menschen nicht leisten können. Neben den Anschaffungskosten können auch die lebenslangen Pflegekosten, spezielle Haltungsbedingungen, Ernährung und tierärztliche Versorgung sehr kostspielig sein. Während ein Hund oder eine Katze in der Regel problemlos tierärztlich versorgt werden kann, erfordert die Behandlung exotischer Tiere spezialisierte Fachkenntnisse.
Die notwendige Nahrung für die Gesundheit exotischer Tiere ist oft schwer erhältlich. Viele Arten benötigen zudem spezielle Umweltbedingungen wie bestimmte Temperatur- und Feuchtigkeitsniveaus, die in einem normalen Haushalt schwer aufrechtzuerhalten sind. Während Hunde und Katzen oft gut mit dem Menschen als primärem Sozialpartner auskommen, haben viele andere Arten soziale Bedürfnisse, die in der Isolation durch den Menschen nicht erfüllt werden können.
Darüber hinaus können viele exotische Haustiere, wie Reptilien und Papageien, ein bemerkenswert langes Leben führen, manche sogar über 60 oder 70 Jahre. Die Pflege solcher Tiere stellt somit eine lebenslange Verpflichtung dar, die nicht selten Zehntausende oder Hunderttausende von Euro kosten kann. Aus diesem Grund werden exotische Haustiere häufig ausgesetzt, wenn sich ihre Halter die Pflege nicht mehr leisten können oder wollen. Dies gefährdet nicht nur das Überleben der Tiere, sondern auch die Ökosysteme, in die sie ausgesetzt werden. Ein Leben als Haustier ist nicht für jedes Tier geeignet. Wenn Sie über ein Haustier nachdenken, informieren Sie sich gut über die Bedürfnisse des Tieres.
