Nach einer Zwangspause ist der amerikanische Verteidiger Chris Richards wieder topfit und bereit, seinen Platz in der Mannschaft von Hansi Flick beim FC Bayern München zu erkämpfen. Der 20-Jährige äußerte sich selbstbewusst: „Wenn ich gegen Robert Lewandowski spielen kann, kann ich gegen jeden spielen.“ Richards, der nach einer Wadenverletzung zurückkehrt, hat klare Ziele vor Augen: sich beim deutschen Rekordmeister zu etablieren und den Sprung in die US-Nationalmannschaft zu schaffen. Seine beeindruckende Entwicklung und sein unerschütterlicher Wille machen ihn zu einem spannenden Talent, dessen Weg bei den Bayern aufmerksam verfolgt wird.
Richards gab sein Bundesliga-Debüt bereits am Ende der vergangenen Saison und war zu Beginn der Spielzeit 2020/21 stark involviert. Er wurde beim 8:0-Sieg am 1. Spieltag gegen Schalke eingewechselt und stand beim 4:3-Erfolg gegen Hertha Berlin am 3. Spieltag erstmals in der Startelf. In diesem Spiel am 4. Oktober musste er jedoch aufgrund einer Wadenverletzung ausgewechselt werden und fiel für einige Wochen aus. Mittlerweile hat sich Chris Richards erholt, spielte bereits zweimal für die Bayern-Reserve und nimmt wieder voll am Training der ersten Mannschaft teil.
Das Training mit Weltklasse-Spielern: Lewandowskis Herausforderung
Es sind genau diese Trainingseinheiten, insbesondere die Duelle mit Spielern wie Robert Lewandowski, die Richards nach eigener Aussage zu einem besseren Spieler geformt haben. „Ich gebe ihm einen 60-40-Vorteil [was die gewonnenen Trainingsduelle angeht]“, sagte er in einem Interview mit SiriusXM. „Ich bin zuversichtlich. Ich weiß, dass er einer der besten Stürmer der Welt ist und von mir nichts erwartet wird, wenn wir im Training gegeneinander antreten. Also möchte ich allen zeigen, dass ich dieser junge Amerikaner sein kann, der Lewandowski im Training stoppt.“
Richards betonte weiter, dass es oft ein Geben und Nehmen sei: „Auch wenn er mich oft erwischt, ist es definitiv ein Hin und Her. Wenn ich gegen Lewandowski spielen kann, kann ich gegen jeden Stürmer der Welt spielen.“ Diese Einstellung zeigt seinen Ehrgeiz und seinen Willen, sich ständig zu verbessern.
Ratschläge der Abwehr-Kollegen
Nicht nur das direkte Duell mit dem amtierenden FIFA-Weltfußballer hilft Richards, sondern auch die Tipps seiner erfahrenen Abwehrkollegen. „Meistens spreche ich mit den anderen Innenverteidigern“, so die Nummer 41 der Bayern. „Jungs wie Jerome Boateng, David Alaba, Niklas Süle geben mir danach Hinweise, was ich besser hätte machen können und wie man einen Spieler wie Lewandowski verteidigt.“
Richards gab zu, dass es anfangs schwierig war, die richtige Balance in den Zweikämpfen zu finden. „Zuerst war es schwer, das richtige Mittelmaß zu finden, aber die älteren Jungs sagten, sie würden es lieber sehen, wenn ich 100 Prozent gebe als null Prozent. Niemand wird davon besser. Jeder weiß, dass im Training etwas passieren kann, aber wenn man merkt, dass es ein riskantes Tackling oder eine riskante Situation ist, zieht man zurück, weil man niemanden verletzen möchte.“
Vielseitigkeit als Schlüssel: Von der Mitte auf die Außenbahn
Obwohl der gebürtige Texaner als Innenverteidiger ausgebildet wurde, kam er bei seinem Startelf-Einsatz gegen Hertha auf der ihm eher ungewohnten Position des Rechtsverteidigers zum Einsatz. Vor seiner Verletzung zeigte er dort eine hervorragende Leistung, bereitete ein Tor für Lewandowski vor und hatte eine weitere Vorlage, die wegen einer Abseitsstellung von Thomas Müller annulliert wurde. Diese neue Perspektive – das Vorrücken über die Außenbahn, anstatt als zentraler Verteidiger hinten zu bleiben – hat Richards‘ Spiel ebenfalls verbessert.
„Anfang letzten Jahres habe ich aufgrund der Kaderbreite bei der zweiten Mannschaft angefangen, ein bisschen auf der Rechtsverteidigerposition zu spielen“, erklärte der 1,90 Meter große US-Jugendnationalspieler. „Es war mein erstes Mal überhaupt als Rechtsverteidiger. Es lehrt dich viel über die offensive Seite des Spiels und auch einfach, das Spielfeld aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Man muss in seinen Eins-gegen-Eins-Duellen, sowohl offensiv als auch defensiv, perfekt sein.“ Diese Erfahrungen könnten auch bei Spielen wie Bayern gegen VfB Stuttgart oder Bayern gegen RB Leipzig von großem Wert sein, wo Flexibilität und defensive Stärke gefragt sind.
Richards ist überzeugt, dass ihm diese Vielseitigkeit nun zugutekommt: „Ich denke, dass mir das Spielen als Rechtsverteidiger sehr geholfen hat, auch als Innenverteidiger zu spielen, weil man in den Eins-gegen-Eins-Situationen scharf sein muss. Besonders als Verteidiger, wenn man verliert, ist es direkt vor dem Torhüter. Ich schätze, es hat mir beigebracht, präziser mit meinen Tacklings zu sein und wann man den Ball gewinnen muss.“
Ziele: Bayerns erste Mannschaft und US-Nationalelf
All dies fließt in seine doppelten Ziele ein: sich in der ersten Mannschaft des FC Bayern zu etablieren und einen festen Platz in der US-Männer-Nationalmannschaft zu erkämpfen. Richards hat bereits für sein Land auf Jugendebene gespielt, wartet aber noch auf seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft. Dennoch ist er fest in den Plänen von Cheftrainer Gregg Berhalter verankert.
„Ich habe Gespräche mit Gregg geführt“, bestätigte Richards. „Er fragt immer, wie es mir außerhalb des Feldes geht, ob ich gesund bin. Er kann offensichtlich alle Spiele sehen, die ich spiele. Er gibt mir Hilfe, wenn ich Ratschläge für Dinge brauche, die ich auf dem Spielfeld gemacht habe.“
„Hoffentlich werde ich zu seinem nächsten Trainingslager eingeladen. Mein Land auf höchstem Niveau vertreten zu können, wäre eine große Ehre für mich. Das ist etwas, was ich schon immer wollte.“ Mit seiner Entschlossenheit und seinem Talent stehen die Chancen gut, dass Chris Richards sowohl beim FC Bayern München als auch in der US-Nationalmannschaft eine wichtige Rolle spielen wird. Seine Entwicklung ist ein Paradebeispiel dafür, wie junge Talente durch harte Arbeit und die besten Lehrmeister ihren Traum verwirklichen können.
Fazit
Chris Richards steht nach seiner Verletzungspause wieder voll im Saft und ist bereit, seine Fähigkeiten beim FC Bayern München unter Beweis zu stellen. Seine Erfahrungen im Training mit Weltstars wie Robert Lewandowski und die Ratschläge seiner erfahrenen Teamkollegen sind von unschätzbarem Wert für seine Entwicklung. Die Flexibilität, sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der Rechtsverteidigerposition spielen zu können, macht ihn zu einem vielseitigen Spieler für Hansi Flicks Team. Mit der Ambition, sich in der Bundesliga durchzusetzen und den Sprung in die US-Nationalmannschaft zu schaffen, hat Richards eine vielversprechende Zukunft vor sich. Verfolgen Sie weiterhin seine beeindruckende Reise bei einem der größten Vereine der Welt.
