Der Anblick eines Fenneks, auch bekannt als Wüstenfuchs, im Zoo ist für viele Menschen ein faszinierendes Erlebnis. Diese schnellen und wendigen Tiere mit ihren charakteristischen großen Ohren ziehen die Blicke auf sich. Doch immer mehr Menschen fragen sich, ob man einen Fennek als Haustier halten darf und welche Verantwortung damit einhergeht. Die Haltung exotischer Tiere erfreut sich wachsender Beliebtheit, doch gerade bei Wildtieren wie dem Fennek sind die Anforderungen an eine artgerechte Haltung komplex und anspruchsvoll.
Ist die Haltung eines Fenneks als Haustier in Deutschland erlaubt?
Die Freude an exotischen Haustieren wie Leguanen, Schildkröten oder Papageien ist in vielen deutschen Haushalten spürbar. Der Fennek, ein kleiner, niedlicher Wüstenfuchs, zählt zu den neuen Trends. Grundsätzlich ist die Haltung eines Fenneks in Deutschland nicht explizit verboten, da es für Füchse keine bundesweit einheitlichen Regelungen gibt. Jedoch bildet das sogenannte Säugetiergutachten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft die Basis für allgemeine Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren.
Die genauen Bestimmungen können je nach Bundesland variieren. So ist es beispielsweise in Berlin laut Landesjagdgesetz nicht gestattet, Wildtiere wie Füchse zu halten. Es ist unerlässlich, sich vor der Anschaffung beim zuständigen Veterinäramt zu erkundigen, welche Bedingungen und Auflagen gelten. Oft sind Wildtiere mit strengen Auflagen verbunden, die einen Sachkundenachweis, einen Herkunftsnachweis sowie den Nachweis idealer Haltungsbedingungen erfordern. Tierschutzorganisationen wie PETA raten grundsätzlich von der Haltung von Wildtieren im häuslichen Umfeld ab.
Was sind die besonderen Anforderungen an die Fennek-Haltung?
Die Haltung eines Wüstenfuchses ist äußerst anspruchsvoll und erfordert ein hohes Maß an Engagement und Fachwissen. Ein zentraler Punkt ist der Herkunftsnachweis beim Kauf. Leider werden immer wieder Tiere illegal aus der freien Wildbahn entnommen und verkauft. Ein günstiges Angebot kann ein Hinweis auf illegale Herkunft sein, was zur Beschlagnahmung des Tieres durch die Behörden führen kann.
Fenneks sind zudem sehr soziale Tiere, die in ihrer natürlichen Umgebung in Gruppen von bis zu zehn Artgenossen leben. Eine Einzelhaltung ist daher nicht artgerecht. Entsprechend groß und naturnah sollte die Unterbringung gewählt werden, um den Bedürfnissen einer Fennek-Gruppe gerecht zu werden. Ein Sandboden ist essentiell, um die heimischen Gegebenheiten der Wüste nachzuahmen, da Fenneks gerne graben. Da diese kleinen Füchse bis zu 1,70 Meter hoch springen können, muss das Gehege entsprechend hoch umzäunt und absolut ausbruchsicher sein.
Der Wüstenfuchs ist dämmerungs- und nachtaktiv und kommuniziert lautstark mit seinen Artgenossen. Diese nächtliche Aktivität und die damit verbundenen Geräusche können für den Halter eine Herausforderung darstellen. Darüber hinaus markieren Fenneks ihr Revier sehr stark mit Urin, Kot und Duftsekreten. Diese Gerüche können sich in den Haaren und der Kleidung der Halter absetzen und sind nicht abtrainierbar. Bei Stress sondert der Fennek zudem ein moschusartig riechendes Sekret aus seinen Duftdrüsen ab.
Bevor man sich einen Fennek anschafft, sollten weitere wichtige Fakten berücksichtigt werden:
- In Gefangenschaft können Fenneks bis zu 14 Jahre alt werden. Dies bedeutet eine langfristige Verpflichtung.
- Ihre Größe beträgt maximal 41 Zentimeter bei einem Gewicht von bis zu 1,6 Kilogramm.
- Fenneks sind sehr intelligent und benötigen viel Interaktion, geistige Beschäftigung und die Möglichkeit, ihren natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen.
Fazit: Eine Entscheidung für Kenner und Experten
Die Haltung eines Fenneks als Haustier ist, obwohl nicht grundsätzlich verboten, eine äußerst komplexe Angelegenheit, die weit über die Anforderungen an die meisten traditionellen Haustiere hinausgeht. Es gelten besondere Regeln je nach Bundesland, und die Tiere fühlen sich am wohlsten in einer Gruppe. Ein großes, artgerechtes Gehege mit Sand und einem hohen, ausbruchsicheren Zaun ist unerlässlich.
Die Tierschutzorganisation PETA und viele Experten raten eindringlich davon ab, Wildtiere wie Fenneks als Haustiere zu halten, da es extrem schwierig ist, ihren natürlichen Bedürfnissen in einer häuslichen Umgebung gerecht zu werden. Eine unzureichende Haltung kann zu erheblichem Leid für die Tiere führen. Wer ernsthaft über die Anschaffung eines Fenneks nachdenkt, sollte sich umfassend informieren, die lokalen Vorschriften prüfen und sich der enormen Verantwortung bewusst sein. Ist eine artgerechte Haltung nicht zweifelsfrei gewährleistet, sollte man zum Wohl des Tieres auf die Anschaffung verzichten.
