Das DFB-Sportgericht hat den Protest des SC Freiburg gegen die Wertung der 1:4-Niederlage gegen den FC Bayern München abgewiesen. Damit bleibt das Ergebnis des Bundesliga-Spiels vom vergangenen Wochenende, bei dem die Münchner kurzzeitig mit zwölf Spielern auf dem Feld standen, bestehen. Die Entscheidung des Gerichts unterstreicht die Verantwortung der Schiedsrichter und entlastet den Rekordmeister von einer direkten Schuld an dem Vorfall. bundesliga 22 23
Was geschah auf dem Platz? Die entscheidenden Sekunden
Der Vorfall ereignete sich in der 86. Spielminute, als der FC Bayern München einen Doppelwechsel vornehmen wollte. Kingsley Coman sollte das Feld verlassen, während Marcel Sabitzer und Niklas Süle eingewechselt wurden. Doch Bayerns Teammanagerin Kathleen Krüger zeigte versehentlich die falsche Rückennummer an, was dazu führte, dass Coman trotz der Einwechslungen auf dem Feld blieb.
Schiedsrichter Christian Dingert pfiff das Spiel versehentlich wieder an, obwohl sich 12 Bayern-Spieler auf dem Rasen befanden. Für ganze 17 Sekunden spielte der Tabellenführer mit einem Mann mehr, ehe Freiburgs Verteidiger Nico Schlotterbeck den Fehler bemerkte und den Unparteiischen darauf aufmerksam machte. Das Spiel wurde für mehrere Minuten unterbrochen, bis die korrekte Spieleranzahl wiederhergestellt war. Dieser Moment löste eine Welle der Diskussionen und Spekulationen über die möglichen Konsequenzen aus.
Der Protest des SC Freiburg: Gründe und Erwartungen
Nachdem der DFB zunächst keine automatische Überprüfung der Situation eingeleitet hatte, legte der SC Freiburg am Montagabend offiziellen Protest gegen die Spielwertung ein. Der Verein betonte in seiner Begründung, eine Verpflichtung gegenüber dem gesamten Club – sowohl in wirtschaftlicher als auch in sportlicher Hinsicht – zu haben. Man wollte zudem einen Präzedenzfall für zukünftige, vergleichbare Situationen schaffen und damit auch anderen Vereinen in ähnlichen Lagen eine Grundlage bieten. Die Freiburger argumentierten, dass ein klarer Regelverstoß vorlag, der die Integrität des Wettbewerbs beeinträchtigte. dortmund schalke
Der DFB-Protest basierte auf der Annahme, dass der Fehler der Bayern, selbst wenn unbeabsichtigt, einen Regelbruch darstellt, der eine Neuansetzung des Spiels rechtfertigen könnte. Der Verein sah sich in der Pflicht, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine faire sportliche Entscheidung zu gewährleisten.
Die Urteilsbegründung des DFB-Sportgerichts
Das DFB-Sportgericht wies den Protest jedoch zurück und erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass der Fehler nicht auf ein absichtliches Fehlverhalten des FC Bayern zurückzuführen sei. Vielmehr wurde das „schuldhafte Fehlverhalten der Schiedsrichter“ als Ursache für die Verwechslung identifiziert. Demnach sei Bayern nicht für den Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers “schuldhaft” verantwortlich.
Stephan Oberholz, der Vorsitzende des Sportgerichts, führte aus, dass die Beteiligung des FC Bayern an dem „Wechselchaos“ auch unter Aspekten der Verhältnismäßigkeit nicht ausreiche, um die rechtliche Konsequenz einer Spielneuwertung zu rechtfertigen. Der Fall sei nicht mit dem Ausschluss des VfL Wolfsburg aus dem DFB-Pokal in derselben Saison vergleichbar. Wolfsburg hatte im Erstrundenspiel gegen Preußen Münster einen sechsten Spieler illegal eingewechselt und danach ein Tor erzielt, was eine direkte Auswirkung auf das Spielergebnis hatte. Im Freiburger Fall hatte der 12-Mann-Einsatz keine unmittelbare Auswirkung auf das Spielgeschehen in Form eines Tores oder einer spielentscheidenden Aktion.
Schiedsrichter Christian Dingert und sein Team während des Spiels SC Freiburg gegen Bayern München
Auswirkungen auf die Bundesliga-Tabelle und die Zukunft
Mit der Bestätigung des Spielergebnisses behält der FC Bayern München seinen komfortablen Vorsprung von neun Punkten auf den Zweitplatzierten Borussia Dortmund an der Tabellenspitze der Bundesliga. Der SC Freiburg verbleibt auf dem fünften Tabellenplatz und liegt drei Punkte hinter RB Leipzig im Kampf um einen begehrten Champions-League-Platz. schalke dortmund
Die Entscheidung des DFB könnte weitreichende Diskussionen über die Verantwortung der Schiedsrichter und die Abläufe bei Spielerwechseln auslösen. Sie setzt auch einen wichtigen Präzedenzfall dafür, wann Vereine für Schiedsrichterfehler haften und wann nicht. Der SC Freiburg hat noch die Möglichkeit, innerhalb eines Werktages Berufung gegen das Urteil einzulegen, was die Debatte um Fairness und Regelkonformität im deutschen Profifußball weiter anfachen könnte.
Fazit
Die Entscheidung des DFB-Sportgerichts im Fall des „12-Mann-Skandals“ von Freiburg gegen Bayern sendet ein klares Signal: Fehler im Spielbetrieb, die auf das Schiedsrichterteam zurückzuführen sind und keine direkte, spielentscheidende Auswirkung haben, werden nicht zur Neuwertung eines Spiels führen. Während Bayern München aufatmen kann, muss der SC Freiburg diese bittere Pille schlucken. Dieser Fall wird sicherlich als wichtige Referenz in zukünftigen Diskussionen über Regelwerke und Verantwortlichkeiten im deutschen Fußball dienen. Bleiben Sie dran für weitere Entwicklungen und Analysen rund um die Bundesliga und spannende Sportentscheidungen!
