Die Fußball-WM 2018 im Fernsehen: Eine Analyse der Berichterstattung und Zuschauerrezeption in Deutschland

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist für Millionen Deutsche stets ein Ereignis von nationaler Bedeutung, das weit über den Sport hinaus die Gesellschaft in ihren Bann zieht. Die Berichterstattung rund um die Fußball-WM 2018 in Russland stand dabei besonders im Fokus der Medienbeobachtung, denn sie bot interessante Einblicke in das veränderte Zuschauerverhalten und die anhaltende Bedeutung des Fußballs in Deutschland. Nach dem euphorischen Sommermärchen von 2014 in Brasilien, das von Rekordquoten geprägt war, waren die Erwartungen an das Turnier 2018 hoch. Doch das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft in der wm gruppe e prägte die Medienlandschaft maßgeblich und führte zu einer spürbar anderen Rezeption. Diese Analyse beleuchtet die Zuschauerzahlen, Marktanteile und die Bewertung der TV-Übertragungen in Deutschland, basierend auf einer umfassenden Studie.

Zuschauerzahlen und Reichweiten der WM 2018 im Detail

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 konnte die Rekordwerte früherer Turniere, insbesondere die der WM 2014, nicht erreichen. Insgesamt verfolgten 58 Millionen Zuschauer ab drei Jahren mindestens eine Partie der WM 2018 im linearen Fernsehen – sei es im Ersten (ARD) oder im ZDF. Dies entspricht einer beeindruckenden Reichweite von 76,6 Prozent aller erreichbaren Zuschauer in Deutschland. Trotz der nicht erreichten Rekorde verdeutlicht diese Zahl die enorme Anziehungskraft des größten Fußballturniers der Welt. Die durchschnittliche Sehbeteiligung, die Marktanteile und auch die Besucherzahlen bei öffentlichen Übertragungen (Public Viewing) lagen hinter den Vergleichswerten vergangener Weltmeisterschaften zurück.

Ein genauerer Blick auf die beiden öffentlich-rechtlichen Sender zeigt eine leichte Verschiebung in den Reichweiten: Das Erste erreichte mit seinen 28 übertragenen Spielen insgesamt 48,97 Millionen Zuschauer (64,7 %), während das ZDF mit ebenfalls 28 Spielen 52,72 Millionen Zuschauer (69,7 %) verbuchen konnte. Dieser Unterschied erklärt sich primär dadurch, dass das [zdf wm 2022](https://shocknaue.com/zdf-wm 2022/) zwei der deutschen Vorrundenspiele – gegen Mexiko und Südkorea – ausstrahlte, die ARD hingegen nur die Partie gegen Schweden. Das Abendspiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden um 20:00 Uhr im Ersten war mit 27,53 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 76,3 Prozent das meistgesehene Spiel des gesamten Turniers. Auch ohne deutsche Beteiligung fesselte das Finale zwischen Frankreich und Kroatien noch 21,45 Millionen Menschen (76,0 % Marktanteil) vor die Bildschirme, wobei weitere 0,84 Millionen Zuschauer via Livestream hinzukamen, was die Gesamtzahl auf 22,28 Millionen erhöhte. Diese Zahlen unterstreichen, dass große Finalspiele auch ohne deutsche Beteiligung ein Massenpublikum erreichen.

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Altersgruppen und Marktanteile: Ein differenziertes Bild

Die Übertragungen der WM 2018 zeigten erneut, dass Fußball-Großereignisse im Vergleich zu regulären Sendetagen überdurchschnittliche Reichweiten und Marktanteile in allen Zuschauergruppen erzielen. Besonders hervorzuheben ist, dass der Marktanteil bei den jüngeren Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren mit 50,1 Prozent erneut höher ausfiel als bei der Altersgruppe ab 50 Jahren, die einen Marktanteil von 43,9 Prozent erreichte. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die Faszination für Fußball-Weltmeisterschaften über Generationen hinweg präsent ist, aber die jüngeren Zielgruppen tendenziell einen größeren Anteil an der Gesamtsehzeit ausmachen oder intensiver einschalten. Die Gründe hierfür können vielfältig sein, von stärkerer Emotionalität und Identifikation mit den Teams bis hin zu veränderten Mediennutzungsgewohnheiten, die jedoch die traditionelle TV-Übertragung nicht gänzlich ablösen.

Der hohe Stellenwert der Fußball-WM im deutschen Fernsehen

Trotz der geringeren Zuschauerzahlen im Vergleich zu den Vorjahren und dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Mannschaft, behält die Fußball-WM ihren hohen Stellenwert bei den deutschen Fernsehzuschauern. Eine repräsentative Umfrage bestätigte ein durchweg positives Gesamturteil zur Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender. Dieses positive Echo rührt von der hohen Wertschätzung des Publikums für die professionelle Aufmachung der Sendungen her. Dazu gehören eine umfassende Informationsleistung rund um das Turnier, fundierte Spielanalysen sowie die sachkundige Kompetenz der Reporter und Experten. Die Qualität der Produktion, die tiefgreifende Vor- und Nachbereitung der Spiele sowie die ausgewogene Präsentation von Fakten und Meinungen tragen maßgeblich zur Akzeptanz bei.

Im direkten Vergleich zwischen den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern äußerte eine große Mehrheit der Zuschauer den Wunsch, große Sportevents wie die Fußball-Weltmeisterschaft auch zukünftig im Ersten und im ZDF zu sehen. Dies spricht für das Vertrauen in die öffentlich-rechtliche Berichterstattung, die als unparteilich, tiefgründig und hochwertig wahrgenommen wird. Es zeigt auch, dass selbst bei rückläufigen Zahlen die Zuschauerbindung an bewährte Formate und Anbieter stark bleibt. Ähnliche Präferenzen zeigen sich auch bei anderen wichtigen Sportevents, wie beispielsweise der em frauen tv oder dem frauenfußball em finale, wo die Qualität der Übertragung durch ARD und ZDF ebenfalls hoch geschätzt wird. Die Zuschauer erwarten nicht nur die Live-Übertragung der Spiele, sondern ein gesamtes Paket aus Information, Analyse und Unterhaltung, das die öffentlich-rechtlichen Sender bieten.

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Fazit und Ausblick

Die [Fußball-WM 2018 Berichterstattung] im deutschen Fernsehen war geprägt von sinkenden Reichweiten im Vergleich zu den vorherigen Turnieren, was hauptsächlich auf das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft zurückzuführen ist. Dennoch bleibt die Fußball-Weltmeisterschaft ein Publikumsmagnet, der einen Großteil der Bevölkerung vor die Bildschirme lockt. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF behaupten ihre führende Rolle und genießen weiterhin das Vertrauen der Zuschauer, die ihre professionelle und umfassende Berichterstattung schätzen. Die detaillierte Analyse der Zuschauerzahlen und Marktanteile liefert wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung der Sportberichterstattung.

Während Deutschland sich auf neue Fußballhöhepunkte vorbereitet, bleibt abzuwarten, wie sich die Rezeption großer Turniere wie der WM weiterentwickeln wird, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung von Livestreams und Streaming-Diensten. Doch eines ist klar: Die Faszination für den Fußball und die Wertschätzung für qualitativ hochwertige Berichterstattung werden in Deutschland Bestand haben. Wenn Sie mehr über internationale Turniere oder andere bedeutende Sportevents erfahren möchten, besuchen Sie doch unseren Artikel über die schweiz wm 2022 oder stöbern Sie in weiteren Beiträgen auf unserer Seite.

Referenz

MP 10/2018, S. 476-485